Haarentfernungsmethoden Lieber rasieren, waxen oder epilieren?

Wir beißen die Zähne zusammen und zupfen, epilieren, rasieren, wachsen, bis keine lästigen Härchen mehr den Auftritt in luftigen Sommerkleidern und knappen Bikinis stören. Die Vor- und Nachteile der verschiedenen Methoden

Haarentfernungsmethoden im Vergleich Die besten Tools für glatte Haut

Rasieren, waxen, epilieren oder die ganze Sache gleich sein lassen? Kaum ein Thema wird so kontrovers diskutiert wie Körperbehaarung und die Entfernung oder eben Nicht-Entfernung. Wenn man sich dafür entscheidet, bleibt die Frage: Womit geht’s am besten?

Kaum ein Thema wird so kontrovers diskutiert wie Körperbehaarung und die Entfernung oder eben Nicht-Entfernung. Gerade auf Social Media werden immer wieder Diskussionen zum Thema Körperhaare bei Frauen entfacht. Zahlreiche schöne (Promi-)Frauen haben in den letzten Jahren Fotos mit Achselhaaren gepostet. Eine Zeit lang schien es dadurch so, als gehe der Trend back to nature. Aber haben diese Instagram-Selfies tatsächlich verändert, wie sich Frauen enthaaren? Nein. Das Gegenteil ist der Fall. Obwohl diejenigen, die sich ganz natürlich zeigen, viel Zuspruch für Ihren "Mut" bekommen, enthaaren sich Frauen heute sogar mehr als je zuvor. Und das tatsächlich nicht, weil die Gesellschaft es von Ihnen erwartet. Hätten Sie’s gedacht?

Klar, Frauen wurde beigebracht, zum Rasierer zu greifen sei das Richtige. Doof für diejenigen, die das eigentlich gar nicht wollen und es nur tun, weil man es eben so macht. Aber: Das sind die wenigsten. Ganze 84 Prozent aller Frauen würden sich nämlich weiter genauso stark enthaaren wie gehabt – auch wenn andere, insbesondere der Partner, es nicht von Ihnen erwarten würde. Das zeigt eine Studie vom Kosmetikriesen P&G.

Welche Haarentfernungsmethoden stehen zur Wahl?

Wir wollen keine Diskussion lostreten oder Ihnen sagen, ob und wo Sie sich enthaaren sollten. In diesem Artikel möchten wir Ihnen einfach einen Überblick über die Enthaarungsmethoden und –tools geben. Denn um unerwünschte Härchen an den Beinen, unter den Achseln oder in der Bikinizone loszuwerden gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Bei der Depilation wird nur der sichtbare Teil des Haares entfernt. Klappt, na klar, mit dem Rasierer oder Enthaarungscreme und hält entsprechend kurzfristig.
  • Wer langfristig haarfrei sein möchte muss epilieren oder waxen. Weil die Haare hierbei samt Wurzel aus der Haut gezupft werden, hält der Weiche-Haut-Effekt ganz vier Wochen.
  • Noch länger glatt geht’s mit der neuen lichtbasierten Haarentfernungsmethode „IPL“. Dabei werden die Haarwurzeln mittels Lichtblitzen verödet und die Haare in eine Art Tiefschlaf versetzt. Nach mehreren Anwendungen wachsen sie nur noch langsam bis gar nicht mehr nach.

Welche Vor- und Nachteile die unterschiedlichen Haarentfernungsmethoden haben und wie genau sie funktionieren, verraten wir Ihnen in der Galerie. Ob Sie sich für eine, mehrere oder keine Methode entscheiden? Liegt ganz bei Ihnen.

Schmerzfreie Haarentfernung: Klappt mit dem Rasierer

Rasieren ist schnell, effektiv, preiswert, tut nicht weh und ist total einfach: Die Klinge gleitet über die Haut und schneidet die Haare direkt an der Oberfläche ab. Da kann man nichts verbessern? Falsch!

Wenn nicht nur eine, sondern gleich mehrere Klingen beim Rasieren zum Einsatz kommen, ist das Ergebnis glatter. Ideal sind Damenrasierer mit bis zu fünf Klingen wie zum Beispiel „Venus“ von Gillette. Sie denken mehr Klingen können zu mehr Schnitten führen? "Ganz im Gegenteil: Mehr Klingen sind sogar besser. Denn man erwischt mehr Haare in nur einem Zug und muss nicht häufig oder mit viel Druck über eine Stelle schaben. Das ist es nämlich, was die Schnittgefahr erhöht", erklärt Adam Boulding von Gillette.

Anders als im Volksmund oft behauptet wird, lässt Rasieren die Haare nicht dicker, dunkler und schneller nachwachsen! "Rasieren hat keine Auswirkung auf das Wachstum von Haaren. Denn: Hierfür ist einzig und allein die DNA verantwortlich", weiß der Experte. Rasieren beeinflusst die nachwachsenden Haare also nicht mehr, als andere Haarentfernungsmethoden. "Auch wenn das Haar nach dem Rasieren dicker erscheinen mag: Das sieht nur so aus, da die Enden nun stumpf sind. Der Haardurchmesser bleibt gleich", so Boulding.

Weitere Neuerungen, die Ihnen die Rasur erleichtern, sind: Rasierer mit beidseitig ausgerichteten Klingen wie der "Intution f.a.b." von Wilkinson. Damit können Sie sowohl in die eine als auch in die andere Richtung rasieren. Zudem müssen Sie nicht mehr eigens Schaum schlagen: 2-in-1-Produkte, die Dusch- und Rasierschaum vereinen, sorgen für mehr Platz im Bad – genau wie Rasierer, die den Schaum im Gleitkopf gleich mitbringen. Und haben Sie schon mal einen Bikinitrimmer ausprobiert? Diese Geräte stutzen die Haare ganz leicht auf die gewünschte Länge, sodass die Bikinizone sofort gepflegt aussieht.

Fix und angenehm: Enthaarungscreme

Auftragen, einwirken lassen, abduschen – zurück bleibt glatte Haut: Die meisten lieben Cremen, weil es keinen Schmerz verursacht und für zarten Nachwuchs sorgt.

Der in der Enthaarungscreme enthaltene Wirkstoff Thioglykolsäure löst die Haare förmlich auf. Der Effekt hält genauso lange an wie bei der Rasur. Denn Enthaarungscremes zerstören nur das sichtbare Haar, die Haarwurzel selbst wird nicht tangiert. Allerdings haben die Haare beim Nachwachsen viel weichere Spitzen als nach dem Rasieren.

Enthaarungscreme ist Ihre Haarentfernungsmethode Nummer 1? Dann probieren Sie mal einen der neuen Enthaarungsschäume aus, denn der lässt sich leichter verteilen. Für Eilige gibt es Produkte, die in nur drei Minuten wirken und für den Einsatz unter der Dusche gedacht sind. (zum Beispiel "Dusch-Haarentfernungs-Creme" von Veet.) Diese neuen Enthaarungscremes haften so gut, dass sie durchs Duschwasser nicht abgespült werden. So müssen Sie nicht erst enthaaren und dann unter die Brause hüpfen, sondern können beides gleichzeutig erledigen. So funktioniert’s: Die Creme großzügig auftragen und einfach nach einigen Minuten Einwirkzeit mit dem beiligenden Schwamm samt Haaren von der Haut wischen. Mit klarem Wasser „nachspülen, abtrocknen, fertig!

Wichtig: Testen Sie jedes neue Produkt vor der ersten Anwendung in der Armbeuge. Thioglykolsäure reizt die Haut, sie kann dadurch eher mal auf einen Zusatzstoff in nachfolgenden Bodylotions und Co. reagieren. Wer sich an die sehr empfindliche Bikinizone heranwagen will, sollte dort gesondert testen und die Haut mit Vaseline schützen.

Langanhaltende Haarentfernung: Effektives Waxing

Gute Gründe fürs Waxen: Einen Monat Ruhe, und man muss sich nicht gleich ein teures Gerät anschaffen.

Warmwachs wird in der Mikrowelle oder im Wasserbad erwärmt, mit einem Spatel auf die Haut gestrichen, mit einem Stoffstreifen bedeckt. Dann ein Ruck, und mit dem Streifen sind auch die Haare weg. Vorsicht: Die Verbrennungsgefahr ist hoch! Zum Glück gibt es mittlerweile Spatel mit Temperaturindikator – ist das Wachs zu heiß, warnt ein Farbfeld. Ist Ihnen zu heikel? Dann steigen Sie auf Kaltwachs um, das gibt's in fertigen Streifen, die Sie nur in den Händen erwärmen müssen – und sie haben neuerdings eine praktische Abziehlasche. Nachteil: Das Ganze ist oft klebrig, und kaltes Wachs greift nicht so gut wie warmes, sodass einige Wiederholungen notwendig sind, um wirklich alle Haare zu entfernen. So oder so müssen die Haare wenigstens 0,2 cm lang sein, damit sie sich entfernen lassen

Dem Waxing ähnlich ist das Sugaring. Dabei umschließt Zuckerpaste (Halawa) die Härchen. Sie lässt sich bei 20 Grad direkt aus der Packung benutzen – oder selbst herstellen. Dafür 1/4 Tasse Wasser, 1/4 Tasse Zitronensaft und 2 Tassen Zucker köcheln lassen, bis alles hellgelb ist. Abkühlen lassen und einen walnussgroßen Klumpen der zähen Masse kneten, bis sie sich leicht von den Händen löst. Dann mit Druck auf die betreffende Stelle massieren und – ratsch! Die Menge ist ausreichend für ein Bein, wenn Sie die Masse immer wieder durchkneten.

So funktioniert's leichter: Bei allen Verfahren muss die Haut trocken und fettfrei sein, deshalb empfiehlt es sich, sie vorher zu pudern (und überschüssigen Puder mit einem trockenem Tuch zu entfernen). Falls Sie auf das Theater keine Lust mehr haben: Vielerorts gibt's Filialen von Waxing-Studio-Ketten (zum Beispiel www.wax-in-the-city.com oder www.senzera.com). Die Unterschenkel zu enthaaren kostet um die 15 Euro, Achselhöhlen oder Bikinizone 10 Euro.

Gründliche Haarentfernung: Mit dem Epilierer

Nichts klebt, nichts schmiert, keine Stoppeln, und das furchteinflößende „Ratsch“ vom Wachsen bleibt Ihnen auch erspart. Deshalb ist das Epilieren so beliebt.

Mit dem Schmerz, der durchs Epilieren erzeugt wird, kommen viele sehr gut klar, denn man kann ihn selbst dosieren, indem man die Haut strafft und vorsichtig Zentimeter für Zentimeter vorgeht.

Da durch die Epilation das Haar direkt an der Wurzel entfernt wird, bleibt die Haut bis zu vier Wochen seidig-glatt – soweit alles genau wie beim Waxing. Der große Vorteil aber ist, dass man selbst kürzeste Stoppeln entfernen kann. Man muss also nicht erst wachsen lassen. Neue Epilierer wie der "Silk-épil“ von Braun entfernen bereits kürzeste Härchen von der Größe eines Sandkorns (0,5 mm, um genau zu sein), während Haare 4-mal länger sein müssen, damit Wachs an ihnen haften bleibt. Nachteile: Oft muss man mehrmals über eine Hautpartie fahren, bis sie vollständig haarfrei ist. Und viele Frauen haben Probleme mit eingewachsenen Haaren. Um das Vorgehen zu vereinfachen, haben die Hersteller die Zahl der Pinzetten deutlich erhöht – mehr als 40 pro Gerät sind inzwischen erhältlich.

Das können Sie außerdem tun: Nicht nur regelmäßiges Peelen verhindert eingewachsene Härchen, auch tägliches Eincremen sorgt für seltenere Probleme. Und: Epilieren tut weniger weh, wenn man es regelmäßig und in warmem Badewasser macht. Der Grund: Durch die Wärme des Wassers werden Endorphine – die körpereigenen Schmerzmittel – freigesetzt.

Dauerhafte Haarentfernung: IPL für zu Hause

Sie würden Ihre Haare gern langfristig loswerden? Dann sollten Sie darüber nachdenken in ein IPL-Gerät zu investieren.

IPL ist das Kürzel für Intensed Pulsed Light. "Bei der Anwendung treffen "Lichtblitze" auf die dunklen Haarwurzeln. Die Blitze wandeln sich in Hitze um und veröden die Nährstoffzellen der Haarwurzel. Das Haar wird in eine Art Tiefschlaf versetzt und wächst nur noch langsam bis gar nicht mehr nach. So wird das Haarwachstum dauerhaft verringert", erklärt Dr. Miriam Rietzler, Haarentfernungsexpertin von Braun.

Keine Angst, die Behandlung mit IPL-Pistolen wie "Silk-expert IPL" von Braun ist seit Jahren erprobt. Sie tut nicht weh, höchstens ein leichtes Ziepen ist zu spüren. Das wollen Sie testen? Dann sollten Sie die zu behandelnde Hautfläche zunächst rasieren. Dadurch kann die Lichtenergie leichter zum Haarfollikel transportiert werden. Die Haut sollte zu Beginn der Behandlung mit dem IPL-Gerät sauber und trocken sein. Dann lassen Sie das Gerät langsam über die Haut gleiten. Das dauert etwas länger als Epilieren, führt dafür aber zu langanhaltenderen Ergebnissen.

Der Haken: Leider funktioniert die Technik nicht bei jedem. Nicht effektiv ist die Anwendung bei sehr hellem Blond, rotem, grauem oder weißem Haar, weil hier zu wenig Melanin vorhanden ist, um die Lichtenergie zu absorbieren. Und auch auf dunkler Haut wird die Anwendung nicht empfohlen. "Weil dunkle Haut mehr Melanin enthält, absorbiert sie mehr Energie als empfohlen. Die Behandlung kann daher als unangenehmer empfunden werden."

07.06.2018| Diana Helfrich, Philipp Wehsack © womenshealth.de
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