Clever Geld sparen 9 Tipps, wie Sie jeden Monat massig Kohle sparen

Glücklich ohne Shoppen: Je weniger Dinge Sie besitzen, desto weniger Neues wollen Sie kaufen © Serdyuk Photography / Shutterstock.com

Mit einem kleinen Finanzpolster im Rücken lebt es sich leichter. Diese simplen Tricks helfen Ihnen, ab sofort jeden Monat richtig viel Geld zu sparen

Ja, Leben ist teuer. Aber oft geben Sie an Stellen Geld aus, wo das gar nicht nötig ist. Wie lässt sich ganz simpel Geld sparen, ohne dass es weh tut? Und wo verbergen sich ganz offenkundige Sparmöglichkeiten, an die wir vielleicht noch nie gedacht haben? Nachfolgend 9 Tipps für den Alltag, wie Sie effektiv Geld sparen können.

1. Bestandsaufnahme ist der erste Schritt zum Sparen

Wenn Sie zu den Frauen gehören, die im Badschrank 5 verschiedene Conditioner beherbergen, den 12. Rotton Nagellack kaufen ("Sorry, aber ist 'ne Limited Edition!") und deren Kleiderschrank aus allen Nähten platzt – bitte dringend einmal innehalten! Die meisten Menschen besitzen viel zu viele Dinge, die sie a) nicht brauchen, b) in doppelter und dreifacher Ausführung haben, weil sie sich c) mitunter nicht daran erinnern können, sie zu besitzen bzw. wo sie abgelegt sind. Leider führt dieses heillose Chaos dazu, dass Sie viel zu viel Geld für neuen Krimskrams ausgeben. Das ist nicht nur Geldverschwendung, sondern auch unter ökologischen Gesichtspunkten ziemlich bedenklich.

Es klingt paradox, ist aber tatsächlich wahr: Je weniger Dinge Sie besitzen, desto unbedeutender wird der Wunsch, permanent neue Dinge zu kaufen und anzuhäufen. Wer das nicht glaubt, sollte einmal radikal ausmisten. Und damit meinen wir nicht das halbherzige Aussortieren, dass Sie wahrscheinlich bisher kannten, sondern Ausmisten nach Plan. Eine großartige Anleitung dafür liefert die Japanerin Marie Kondo, die mit ihrem Aufräum-Ausmist-Konzept "Magic Cleaning" (Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert, rororo, ca. 10 Euro) inzwischen berühmt geworden ist. Im gleichnamigen Buch erklärt sie, wie Sie sich von überflüssigen Dingen trennen und dauerhaft Ordnung in Ihre 4 Wände bekommen. Das befreit nicht nur ungemein von seelischem Ballast, sondern verleitet tatsächlich zu einem sparsameren Umgang mit Geld.

Gutes Beispiel: Die Autorin empfiehlt, einmal alle Kleidungsstücke auf einen Haufen zu werfen und dann lediglich die Teile zu behalten, die Ihnen tatsächlich gefallen, in denen Sie sich absolut wohl fühlen, die gut passen und die Sie schlichtweg glücklich machen. Wetten, dass der Kleiderberg Sie schocken wird? Die Scham darüber, etliche Teile nur 1- oder 2-mal (vielleicht sogar auch nie) getragen zu haben, bremst beim nächsten Shoppingtrip garantiert.

2. Ein besserer Überblick hilft beim Haushalten

Diese Methode mag altmodisch daherkommen, aber sie ist definitiv sinnvoll: Führen Sie ein Haushaltsbuch. Denn seien wir mal ehrlich; können Sie sofort sagen, wie hoch eigentlich Ihre monatliche Mobilfunkabrechnung ist oder wie viel Sie eigentlich die Bücherei-Mitgliedschaft Monat für Monat kostet? Fakt ist, von überall wird munter von unserem Konto abgebucht und wir haben oftmals keinen Überblick darüber, wie viel das genau ist.

Notieren Sie Ihre Fixkosten, aber – und das ist noch viel wichtiger – auch jeden Coffee to go, jede iTunes-Rechnung und jedes unterwegs gekaufte Brötchen. So bekommen Sie am Ende des Monats schnell ein Gefühl dafür, an welchen Stellen Sie sparen könnten. Es gibt übrigens auch kostenlose Apps wie "Money Control" oder "Mein Haushaltsbuch" fürs Smartphone, mit denen sich das ganz praktisch erledigen lässt.

3. Unnötige Geldanlagen schröpfen das Konto

Lassen Sie sich nicht von Ihrer Bankberaterin einreden, dass Investitionen in Aktien und Fonds unbedingt für mehr Geld sorgen – zunächst dezimieren Sie Ihr Budget natürlich durch die entstehenden Kosten. Anlageberater verkaufen Anlagen, weil sie Provisionen dafür bekommen – das ist ja eigentlich ganz logisch! Der Glaube, die Bank hätte bei der Beratung Ihre Bedürfnisse statt der eigenen im Blick, ist schlichtweg naiv. Wie es besser geht, verraten Verbraucherzentralen und gemeinnützige Online-Portale wie finanztip.de. Da gibt‘s kostenlose Analysen und eine Beratung, die wirklich unabhängig ist.

4. Clever reisen schont den Geldbeutel

Hat der letzte Urlaub Ihnen ein Riesenloch ins Budget gerissen? Wenn Sie sich nicht zu schade sind, Komfort gegen Abenteuer zu tauschen, gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten, auch mit kleinem Portemonnaie die Welt zu sehen.

Kostengünstig verreisen
Wer die Welt sehen will, muss dafür kein Vermögen hinblättern © sergey causelove / Shutterstock.com

Mit dem Gastfreundschaftsnetzwerk couchsurfing.com können Sie weltweit ein Dach über dem Kopf bekommen. Das funktioniert, weil mehr als 14 Millionen Menschen in mehr als 200.000 Orten auf dem gesamten Erdball verteilt ihre Schlafcouch für andere Reisende zur Verfügung stellen – spontan und kostenlos. Netzwerke, die ähnlich funktionieren: hospitalityclub.org, globalfreeloaders.com. Auch auf airbnb.de gibt es natürlich einige Schnäppchen. Seit Ihrer Schulzeit haben Sie Jugendherbergen oder Hostels keinen Besuch mehr abgestattet? Verständlich, aber im Preis sind sie unschlagbar. Qualität und Service stehen teuren Hotels oder Ferienanlagen oft in nichts nach. Wer extra viel sparen will und wen schnarchende Mitmenschen nicht stören, kann ein Bett in einem Schlafsaal buchen. Vorteil daran: Sie können sich mit anderen Reisenden über Sehenswertes in der Umgebung austauschen und Anschluss finden. Individualreisende sollten sich vor Ihrem Urlaub auf lonelyplanet.com umschauen. Eine weltweite Hostelübersicht gibt's auf hostels.com.

5. Sparen im Alltag durch weniger Wegwerfen

Ein Großteil Ihres Geldes geht fürs Essen drauf. Das ist super, solange Sie in qualitativ hochwertige, frische und gesunde Lebensmittel investieren – und diese auch verzehren. Die Realität sieht leider anders aus: Nach einer Studie der Universität Stuttgart wirft jede von uns pro Jahr durchschnittlich 82 Kilogramm Lebensmittel weg. Ein ziemlich besorgniserregender Trend, der nicht nur ins Geld geht, sondern auch aus ökologischer Sicht ziemlich verwerflich ist. Wenn ein Jogurt laut Mindesthaltbarkeitsdatum nur bis vorgestern haltbar war, heißt das nicht, dass er ab sofort tödlich giftig ist und ungeöffnet in der Tonne landen muss. Warum sollte eine Zahl auf einem Deckel zuverlässiger sein als Ihr eigenes Urteilsvermögen?

Keine Lebensmittel verschwenden
Nach einer Studie der Universität Stuttgart wirft jeder von uns pro Jahr durchschnittlich 82 Kilogramm Lebensmittel weg © Foxys Forest Manufacture / Shutterstock.com

Hilfreiche Infos hierzu liefert die Homepage zugutfuerdietonne.de des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Hier heißt es beispielsweise zum Mindeshaltbarkeitsdatum: "Diese Angabe ist kein Wegwerfdatum, sondern eine Empfehlung des Herstellers, das Produkt in dieser Frist aufzubrauchen. Denn bis dahin garantiert er die spezifischen Eigenschaften des Produkts wie Geschmack und Geruch, Farbe, Konsistenz und Nährwert. Mit Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums ist ein Lebensmittel also nicht automatisch schlecht."

6. Geld sparen beim Einkauf

Natürlich ist Verzicht das beste Mittel beim Haushalten. Blöderweise löst Kaufen Glücksgefühle in Ihnen aus, denn Shoppen aktiviert das Belohnungssystem und macht Sie daher so anfällig für Impulskäufe. Eine gute Strategie, dem zu widerstehen: Statt direkt zuzuschlagen, fotografieren oder notieren Sie sich das gute Stück und lassen Sie minimal eine Woche ins Land ziehen. Anschließend noch einmal einen Blick drauf werfen und ganz ehrlich zu sich selbst sein: Löst das Teil immer noch den selben Reiz auf Sie aus wie vor ein paar Tagen im Geschäft oder haben Sie es eventuell sogar schon längst vergessen.

Außerdem sinnvoll im Hinblick auf die eigene Garderobe: Finden Sie Ihren eigenen Stil! Das mag im ersten Moment vielleicht banal klingen, ist aber tatsächlich ziemlich hilfreich, um nicht jeden Trend mitzumachen und am Ende Berge von Klamotten im Schrank zu haben, die einem weder besonders gut stehen, noch wirklich mit dem Rest der Klamotten kompatibel sind. Inspiration zum Thema "der perfekte Kleiderschrank" liefert im Übrigen der Youtube-Kanal von Moin Yamina.

7. Kreative Kleidung kostet null Euro

Das rosa Shirt aus dem letzten Sommer ist irgendwie nicht mehr wirklich Ihr Style? Bevor Sie das Teil jetzt verschenken oder verschrotten und sich etwas Neues kaufen – Stop! Schon mal darüber nachgedacht, aus dem guten Stück etwas Neues zu schneidern? Wer in dieser Hinsicht nicht ganz so begabt ist, kann Kleidung natürlich auch einfärben. "Ich färbe gerne alte Stücke und finde es spannend, wie sich deren Look dadurch manchmal komplett verändert", sagt beispielsweise der Jungdesigner Danny Reinke in seinem Interview mit uns zum Thema "nachhaltige Mode" (hier geht's zum Interview ...).

8. Geld sparen heißt vor allem: es beiseite legen

Legen Sie einen fixen Betrag fest, den Sie wirklich jeden Monat auf ein Spar- oder Tagesgeldkonto einzahlen wollen – und das muss tatsächlich oberste Priorität haben. Zahlen Sie den Betrag daher am besten sofort am Anfang des Monats auf ein gesondertes Konto ein. Das ist strategisch cleverer, als nur die Summe zurückzulegen, die am Monatsende übrig bleibt. Wichtig ist folgende Sparregel. Nicht: Einnahmen minus Ausgaben = Sparbetrag. Sondern: Einnahmen minus Sparbetrag = Ausgaben.

9. Tauschen, teilen oder Gebrauchtes verkaufen pimpt Ihre Bilanz

Klar, ebay Kleinanzeigen kennen Sie, und über Kleiderkreisel haben viele auch schon Ihre Klamotten verscherbelt. Es gibt inzwischen aber noch eine ganze Reihe anderer Möglichkeiten, wie man Gebrauchtes zu Geld machen kann. Nachfolgend 3 geniale Apps für Second-Hand-LiebhaberInnen:

Apps, die beim Sparen helfen
Tauschen oder Gebrauchtes kaufen funktioniert super online © sergey causelove / Shutterstock.com

Shpock („SHop in your POCKet“) ist eine Flohmarkt-App ähnlich wie ebay Kleinanzeigen. Von Vintage-Fahrrädern über Fashion-Schätze, nicht länger genutzte Tablets und Handys bis hin zu ausgefallenen Secondhand-Möbeln.

momox ist eine ziemlich geniale Möglichkeit, um gebrauchte Bücher, CDs, DVDs oder PC-Spiele loszuwerden. Am einfachsten funktioniert es, wenn Sie sich die kostenlose App herunterladen und mit dem Smartphone Barcode-Nummer oder ISBN des Artikels auf der Rückseite einscannen. Sofort wird Ihnen angezeigt, wieviel Sie für den jeweiligen Artikel bekommen. Anschließend Lieferschein ausdrucken, alle Artikel in ein Paket stecken und kostenlos versenden. Wenig später landet das Geld auf dem eigenen Konto.

Hinter Swapper verbirgt sich eine Online-Tauschbörse für Gebrauchtes im Tinder-Style. Hier wird getauscht, statt verkauft. Die App arbeitet mit einem Algorithmus, der passende Tauschpartner miteinander verknüpft, die dann untereinander Klamotten, Fahrzeuge, Werkzeug oder was auch immer munter tauschen können. Das spart Kohle und verbindet Menschen auf ziemlich geniale Weise miteinander.

Fazit: Sie werden ziemlich schnell Gefallen am Sparen finden, wenn Sie erst einmal damit angefangen haben. Und es ist auch nicht uncool im Gegenteil: Wer versteckte Kosten aufspürt und entsprechende Tipps clever umsetzt, sieht nämlich sofort positive Resultate. Das motiviert und macht auf Dauer tatsächlich zufriedener als dauernd shoppen und pleite sein.

20.08.2018| © womenshealth.de
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