Behandlung bei Genitalherpes Das hilft bei Herpes im Intimbereich

Genitalherpes wird beim Sex übertragen
Genitalherpes ist sehr unangenehm, kann aber gut behandelt werden. © ViChiezh / Shutterstock.com

Eine Infektion mit Herpesviren im Intimbereich kann sehr unangenehm sein. Wir erklären, wie Sie vorbeugen und bei Genitalherpes richtig handeln

Die schlechte Nachricht zuerst: Wenn Sie einmal an Genitalherpes (auch Herpes genitalis genannt) erkrankt sind, haben Sie fortan einen treuen und dauerhaften Begleiter. Der Herpes-simplex-2 Virus (HSV2) gehört zur gleichen Familie wie das HSVirus-1, das den Lippenherpes verursacht. HSV2 ist in etwa 90 Prozent der Fälle der Auslöser des Genitalherpes.

Wie das Lippenherpes-Virus bleibt auch das HSV-2 nach einer Ansteckung lebenslang in den Nervenganglien, sprich jenen Knotenpunkten, an denen mehrere Nerven zusammenlaufen. Hier finden Sie die wichtigsten Fakten zu Dauer, Symptomen und der richtigen Behandlung von Genitalherpes.

Welche Symptome hat ein Genitalherpes?

Es fängt mit unangenehmem Kribbeln, Juckreiz und Brennen an. Dann bilden sich beim Genitalherpes Bläschen, deren Inhalt hochinfektiös ist. Mitunter klagen die Betroffenen über Anzeichen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen.

Nach etwa 2 bis 3 Wochen Dauer verkrusten die Bläschen und der Spuk ist erst einmal wieder vorbei – bis zum nächsten Ausbruch des Herpes genitalis, der aber zumeist nicht mehr so schlimm ausfällt wie beim ersten Mal.

Genitalherpes erkennen und behandeln
Ist der Virus einmal in Ihren Körper eingedrungen, macht er sich meist nach 3 bis 10 Tagen bemerkbar. © Blackday / Shutterstock.com

Wie bekomme ich Genitalherpes (Herpes genitalis)?

Zu einer Infektion kommt es durch Schmierinfektion beim Sexualkontakt, wenn Ihr Geschlechtspartner eine akute Herpesinfektion im Genitalbereich hat. Bei direktem Kontakt mit den hochansteckenden Sekreten können die Viren über kleinste Hautrisse in den Körper eindringen. Aufgepasst: Bei Oralverkehr kann es auch durch Lippenherpes zu einer Infektion mit Herpes genitalis kommen. Zeigen Sie oder Ihr Partner erste Anzeichen von Lippenherpes, sollten Sie Oralverkehr also tunlichst vermeiden.

Nach 3 bis 10 Tagen kann es dann erstmalig zum Ausbruch des Scheidenherpes kommen. Bei manchen Menschen passiert aber erst einmal gar nichts. Die ahnen noch nicht einmal, dass sie infiziert sind, bis das Virus aktiv wird. Beim Erstausbruch des Herpes genitalis sind dann häufig auch das Scheideninnere, die Harnröhre und der Muttermund betroffen. Typische Anzeichen: Alles brennt und schmerzt.

Nach einer Infektion kann es immer wieder zu Ausbrüchen kommen. Wenn Ihr Immunsystem geschwächt ist, zum Beispiel durch körperlichen und psychischen Stress, oder die infizierten Nerven beispielsweise durch hormonelle Schwankungen gereizt werden, wird HSV2 reaktiviert und die Wahrscheinlichkeit, dass der Genitalherpes ausbricht, steigt an.

Wie wird Genitalherpes behandelt?

Wenn der Arzt den Erreger genau identifizieren möchte, kann er einen Abstrich aus den Bläschen untersuchen lassen. Tatsächlich gibt es einige Krankheiten, deren Anzeichen und Symptome der einer Infektion mit Herpesviren sehr ähnlich sind. So zum Beispiel auch eine Infektion mit dem Pilz Candida albicans oder mit Trichomonaden sowie eine allergische Reaktion auf Reinigungs- oder Körperpflegemittel und Textilien.

Wie bereits erwähnt, ist es nicht möglich, das Virus, das für den Genitalherpes verantwortlich ist, im Körper auszumerzen. Der Gynäkologe kann Ihnen aber Virusstatika in Tablettenform verschreiben, welche die Virusvermehrung hemmen und die Dauer des Genitalherpes-Ausbruchs verkürzen.

Wenn Sie häufiger als 6-mal pro Jahr einen Infektionsausbruch haben und der Herpes genitalis Sie immer wieder quält, können die Tabletten vorbeugend für 12 Monate eingenommen werden.

Ein akuter Genitalherpes während der Schwangerschaft kann für das Baby gefährlich werden. © Syda Productions / Shutterstock.com

Wie gefährlich ist eine Infektion in der Schwangerschaft?

Sollten Sie kurz vor der Entbindung eine akute HSV-2-Infektion haben, ist es ratsam, einen Kaiserschnitt durchzuführen, um eine Infektion des Neugeborenen zu verhindern. Besteht bei ihm der Verdacht, dass das Kind doch mit HSV-2 infiziert ist, müssen Virusstatika verabreicht werden. Das soll verhindern, dass Komplikationen wie beispielsweise eine Gehirnhautentzündung auftreten. In diesem Extremfall könnte eine HSV-2-Infektion für das Neugeborene lebensbedrohlich werden.

Wie lässt sich Genitalherpes vorbeugen?

Herpesviren sind hochgradig ansteckend. Sie können die Ansteckungsgefahr verringern, indem Sie vorbeugend auf Sex verzichten, solange Ihr Partner oder Sie selbst Bläschen haben und diese noch nicht verkrustet sind.

Sie denken: Alles kein Problem, wenn Sie Kondome verwenden? Doch, Kondome reichen als Schutz nicht, weil sie einfach nicht genug kritische Fläche abdecken. In diesem Fall ist es wirklich besser, nicht nach dem Motto "No risk, no fun" zu leben.

Den meisten Frauen ist es unfassbar peinlich, über Herpes zu sprechen. Aber egal ob Lippen- oder Genitalherpes: Sind Sie betroffen, oder haben Sie den Verdacht, Ihr Partner leide akut darunter, sollten Sie unbedingt offen darüber reden, um eine Ansteckung zu vermeiden. Denn Herpesviren werden Sie Ihr Leben lang nicht mehr los. Je mehr Sie darüber wissen, desto sachlicher können Sie darüber sprechen. Tun Sie es!

11.01.2019| Gerlinde Felix © womenshealth.de
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