Hautpflege-Irrtümer Wahre Schönheit: 6 bekannte Beauty-Mythen aufgeklärt

Wahr oder falsch? Hautpflege-Mythen im Faktencheck
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Sonnenschutz braucht man nur im Hochsommer und gute Pflege ist immer teuer? So ein Quatsch! Wir zerlegen hier für Sie 6 der größten Hautpflege-Irrtümer

In Sachen Hautpflege kursiert viel Halbwissen: Wird schon gut sein, wenn's natürlich ist, gut riecht und auch für sensible Haut geeignet ist. Und überhaupt: Was sollen Sie schon groß falsch machen – die Creme ist doch "dermatologisch getestet". Wer liest da schon das Kleingedruckte? Bei Inhaltsstoffen wie "Disodium Cocoamphodiacetate" oder "Ethylhexylglycerin" wird Ihnen doch eh beim Lesen schwindelig...

Da verlassen sich viele eben lieber auf Werbeversprechen und die Sinne ("Oh, die Creme riecht aber gut! Und die glitzert auch noch so schön!") Aber: Leider, leider ist nicht alles gut für die Haut, was in der Drogerie und Parfümerie als "extra sanft", "super wirksam" oder "natürlich" angepriesen wird. Gut also, dass Sie hier gelandet sind! Wir bringen mit Hauptpflege-Expertin Shenja von Incipedia etwas Licht ins Dunkle des Skincare-Universums und räumen mit den 6 größten Hautpflege-Irrtümern auf.

1. "Was gut riecht, ist auch gut"

Das kennen Sie bestimmt: Die Bodylotion ist leer und Sie stehen eine halbe Stunde im Drogeriemarkt Ihres Vertrauens, um sich durch die Regale zu schnuppern. Stopp – schon falsch. Ein ansprechender Duft ist kein Garant für eine gute Pflegewirkung, sondern oft das Gegenteil, weiß Expertin Shenja: "Die Parfümierung eines Produkts stellt keinen Vorteil für die Haut dar, sondern soll einfach den Rohstoffgeruch überdecken. Der Duft ist in den meisten Fällen sogar negativ zu betrachten, da die Duftstoffallergie zu den häufigsten Allergien zählt und Duftstoffe die Haut irritieren können." Also nächstes Mal lieber auf unparfümierte und damit reizärmere Produkte zurückgreifen – das kann übrigens auch den Geldbeutel schonen, da Duftstoffe oft kostenintensiv für die Herstellung sind.

2. "Kurze Inhaltsstofflisten sind immer besser als lange"

Der Gedanke ist eigentlich nachvollziehbar: Je weniger Inhaltsstoffe (kurz: INCIs) in einem Produkt, desto weniger Chemie kommt am Ende auf die Haut. Oder? Quatsch! Zum einen zählt das Chemie-Argument nichts, weil alles – auch Wasser und Luft – aus chemischen Verbindungen besteht. "Ganz ohne Chemie" ist also ein ziemlich inhaltsleeres Werbeversprechen. Zum anderen bestimmt nicht die Länge der INCI-Liste das Produkt, sondern die Inhaltsstoffe selbst: "Egal wie kurz oder lang eine Liste ist: es können immer potenziell reizende Inhaltsstoffe wie deklarationspflichtige Duftstoffe oder harsche Tenside enthalten sein." Mit Hintergrundwissen zur Haut und durch den Dschungel der Inhaltsstoffe hilft Shenja beispielsweise auf ihrem YouTube-Kanal mit Videos wie diesem:

3. "Was auf der Packung steht, ist wahr"

"Super sensitiv", "für sensible Haut geeignet" oder "extra mild" – Produkte mit solchen oder ähnlichen Prädikaten sind sicher gut zur Haut oder? "Nicht unbedingt!", warnt Shenja. "Solche Begriffe sind leider nicht geschützt und ersetzen auf keinen Fall den Blick auf die INCI-Liste. Auch "dermatologisch getestet" sagt nichts über die Güte eines Produktes aus. Man weiß als Kunde ja nicht, wie genau der Test abgelaufen ist, wie viele Probanden teilgenommen haben und welchen Hautzustand sie hatten."

4. "Gute Hautpflege ist immer teuer"

Bei Kosmetik gibt es ein riesiges Produktspektrum, von günstiger Drogeriekosmetik bis hin zur High-End-Marke. Dabei heißt "teuer" nicht gleich "gut", denn wie auch bei anderen Gütern zahlen Sie oft für den Namen. "Einfache und gute Hautpflege gibt es auch in der Drogerie", weiß Shenja.

Zumindest die Basics – also zum Beispiel Reiniger oder Feuchtigkeitspflege – finden Sie leicht, für komplexere oder innovative Wirkstoffkombinationen müssen Sie oft etwas tiefer in die Tasche greifen. Zum Glück gibt es Hautpflege-Blogs und YouTube-Kanäle, die wirksame Inhaltsstoffe vorstellen und Sie vor Fehlkäufen bewahren. Auch toll für Inspirationen: Der Hashtag #skincarecommunity_de auf Instagram.

5. "Anti-Aging ist erst im Alter wichtig"

Achtung, Oma-Weisheit: Vorsorge ist besser als Nachsorge! Wer schon in jungen Jahren auf eine ausreichende Pflege und genügend Sonnenschutz achtet, kann sich lange über glatte Haut freuen. "Die UV-Strahlung ist für einen Großteil der Hautalterung verantwortlich, weshalb der Schutz vor ihr jede Anti-Aging-Creme ersetzen kann", erklärt unsere Expertin und leitet damit zum nächsten Mythos über.

6. "Sonnenschutz brauche ich nur im Hochsommer"

Dieser Hautpflege-Irrtum ist leider immer noch weit verbreitet, dabei gilt die Faustregel: Eine Tagespflege sollte immer einen Lichtschutzfaktor (von mindestens 30) haben. Das kann auch Shenja in ihren Beiträgen und Videos gar nicht oft genug sagen: "In den Wintermonaten mag die UV-B-Strahlung zwar verringert sein, aber die UV-A-Strahlung wirkt das ganze Jahr auf uns ein. Wer also Hautalterung vorbeugen und sein Hautkrebsrisiko reduzieren möchte, sollte immer Sonnenschutz verwenden."

Wichtig sind also reizärmere Produkte, Sonnenschutz und Hintergrundwissen. Für den schnellen Check to go gibt es hier in Shenjas Online-Shop einen kleinen INCI-Helfer mit praktischer Check-Liste und Hintergrundwissen über die wichtigsten Inhaltsstoffe (6,99 Euro). Aber auch mit den Tipps in unserem Artikel sind Sie gut orientiert.

07.01.2019| © womenshealth.de
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