Minimalistisch essen So einfach gestalten Sie Ihre Ernährung minimalistischer (und gesünder)

Beim Minimalismus gilt: weniger ist mehr
Unverarbeitete, natürliche Lebensmittel stehen bei Minimalisten täglich auf dem Speiseplan © SUPERGAL / Shutterstock.com

Weniger is(s)t mehr: Von Minimalisten können wir in Sachen gesunder Ernährung so einiges lernen. Warum es sich auch für Sie lohnt, minimalistisch zu essen, verraten wir Ihnen hier

Im Zeitalter der "Selbstoptimierung" verfolgen viele von uns nur ein großes Ziel: Das Beste aus sich und seinem Körper herauszuholen. Was genau verbessert werden soll? Na einfach alles: Schließlich wollen wir doch alle besser schlafen, top Leistungen beim Sport abliefern und uns gesund ernähren. Am besten nach einer bestimmten, möglichst gesunden Ernährungsmethode, wie Paleo, Vegan oder Low Carb. Beim Abnehmen zählen wir wiederum fleißig Kalorien oder Punkte, tracken jeden Bissen mit einer App und legen während einer Diät gern mal einen Cheat Day ein. Darüber hinaus müssen wir im Supermarkt täglich aus tausenden von Produkten auswählen und uns zwischen unzähligen Sorten Joghurt, Käse oder Brot entscheiden.

Klingt ganz schön anstrengend, oder? Das ist es auch. Was wir wirklich brauchen, ist mehr Einfachheit und Klarheit – vor allem in unserer Ernährung. Beim Minimalismus geht es genau darum.

Weg vom Überfluss: So ernähren sich Minimalisten

Minimalisten leben nach dem Motto: weniger ist mehr. Nein, das bedeutet nicht, dass sie wenig(er) essen. Sie versuchen vielmehr, sich vom Überfluss zu befreien – nicht nur in Hinblick auf die Ernährung. Sie schränken Ihren Konsum stark ein und machen einen großen Bogen um all die vielen Angebote und Reize, wie z.B. im Supermarkt. Minimalistisch zu essen bedeutet demnach auch, dass man sich beim Essen und Kochen wieder verstärkt auf das Wesentliche fokussiert, wie Nachhaltigkeit und Saisonalität. Dadurch ernährt man sich viel bewusster und automatisch gesünder.

Wir verraten Ihnen, was Sie von Minimalisten lernen können und wie auch Sie Ihre Essgewohnheiten minimalistischer gestalten.

3 Gründe, minimalistisch(er) zu essen

Minimaler Aufwand, maximaler Genuss: die minimalistische Küche
Die minimalistische Küche ist nicht nur bunt, sondern vor allem gesund © Kiian Oksana / Shutterstock.com

1. Minimalisten ernähren sich gesünder

Als Minimalist übernehmen Sie mehr Verantwortung für ihre Ernährung, statt sich von der Lebensmittelindustrie vorgaukeln zu lassen, was sie alles brauchen und was nicht. Das wissen Sie selbst nämlich am allerbesten. Sie müssen sich nur fragen: Mag ich das? Und: Tut mir das gut? Genau DAS fragen sich viele der großen Lebensmittelkonzerne nämlich ganz sicher nicht, sonst würden sie ihre Produkte nicht mit künstlichen Aromen, Farbstoffen, Zucker, Salz und Fett vollpumpen. Wer hingeben minimalistisch kocht, weiß immer ganz genau, was in seinem Essen drin steckt: Ausschließlich gesunde und unverarbeitete Lebensmittel.

2. Minimalistisch zu kochen spart Geld

Fertigprodukte sind günstiger als Frischware? Quatsch! Machen Sie den Selbsttest und verlegen Sie Ihren Einkauf auf den Wochenmarkt. Hier bekommen Sie im Grunde alles, was Sie für die minimalistische Küche brauchen. Das Gute: Minimalistische Rezepte sind einfach und kommen mit wenigen Zutaten aus. Wer zu Hause selbst (vor)kocht, spart zudem die Kosten für Restaurantbesuche oder die Kantine in der Mittagspause.

3. Minimalistische Ernährung spart Zeit

Ein Porridge am Morgen ist schnell und einfach zubereitet © virtu-studio / Shutterstock.com

Kochen ist aufwendig und kostet viel Zeit? Nö, nicht wenn Sie minimalistisch kochen. Die Rezepte der minimalistischen Küche sind weder kompliziert, noch zeitaufwendig. Gesund essen kann so einfach sein, wenn man weiß wie es geht. Zum Beispiel so: Ein Müsli mit Obst am Morgen, ein grüner Smoothie zwischendurch, ein Couscous-Salat am Mittag und abends bereiten Sie sich eine schnelle Gemüsepfanne, eine Suppe oder ein Curry zu. Wer gleich die doppelte Portion für den nächsten Tag (vor)kocht, spart noch mehr Zeit. Und die können Sie anderweitig sicher gut gebrauchen.

So gestalten Sie Ihre Ernährung minimalistischer

Von Minimalisten können wir in Hinblick auf unsere Ernährung so einiges lernen. So wird nicht nur Ihr Einkauf, sondern auch Ihr ganzes Leben "einfacher":

1. Misten Sie Vorrats- und Kühlschrank aus

Machen Sie eine Bestandsaufnahme von Vorratskammer und Kühlschrank und sortieren Sie alles aus, was überflüssiges ist. Fertigprodukte fliegen als erstes raus, also zum Beispiel Grillsaucen, Fix-Tüten oder Dosen-Ravioli. Verschenken Sie die Produkte an Nachbarn oder Kollegen, statt sie wegzuwerfen. Und weiter geht’s: Brauchen Sie wirklich drei verschiedene Pasta-Sorten gleichzeitig im Vorratsschrank? Nicht wirklich, oder? Einmaliges Entrümpeln reicht aber natürlich nicht aus, auch minimalistisch einkaufen will gelernt sein.

2. Kaufen und essen Sie Sie nur „echte“ Lebensmittel

Im Supermarkt haben wir die Wahl zwischen tausenden Produkten. Stellt sich nur die Frage: Wer braucht die alle? Minimalisten jedenfalls nicht. In ihrem Einkaufswagen landen nur natürliche, unverarbeitete Lebensmittel, wie frisches Obst und Gemüse. Dabei wird großen Wert auf die Saisonalität und Regionalität gelegt. Tiefkühlware ist aber auch ok, solange es sich um ein Lebensmittel ohne Zusatzstoffe, wie Brokkoli oder Blattspinat, handelt. Statt Cola, Eistee oder Saft trinken Minimalisten einfach Wasser oder Tee. Mehr braucht der Körper nicht. Linsen, Quinoa, Couscous und Vollkornpasta, sowie Nüsse und Kerne, sind eine gute Wahl.

Clever einkaufen – so geht's
Ein Einkauf auf dem Wochenmarkt ist für MInimalisten selbstverständlich © Humpback_Whale / Shutterstock.com

Und was ist mit Fleisch, Milch und Eiern? Auch die sind natürlich erlaubt, jedoch sollten diese am besten aus nachhaltiger Bio-Landwirtschaft stammen. Minimalisten wollen Klarheit und daher ganz genau wissen, woher die Lebensmittel stammen. Viele Minimalisten ernähren sich vegan, ein „Muss“ ist es aber nicht. Jedem steht es frei sich so zu ernähren, wie er es für richtig hält. Doch wer sich nachhaltig und regional ernährt, muss sich früher oder später mit der Frage auseinandersetzen, ob der Konsum von tierischen Lebensmittel für ihn vertretbar ist.

3. Kaufen Sie nur so viele Lebensmittel, wie Sie wirklich (ver)brauchen

Da generell viel mehr produziert wird, als konsumiert werden kann, werden wir regelrecht zu Verschwendern erzogen. Wir kaufen häufig viel mehr Lebensmittel ein, als wir ursprünglich wollten – und die wir im Grunde auch gar nicht brauchen. Und am Ende landen viel zu viele Lebensmittel im Müll. Beispiel: Sie brauchen für ein Rezept eine Paprika. Der Preis für einen 3er Pack Paprika ist aber wesentlich günstiger, also schlagen Sie zu. Wer clever plant, wird auch die zusätzlichen Schoten verbrauchen, klar. Alle anderen werfen sie am Ende der Woche in den Müll. Kein Wunder, dass allein jeder Deutsche im Jahr rund 81 Kilo Lebensmittel wegwirft. Erschreckend, oder?

4. Kochen Sie einfache Rezepte (auf Vorrat)

Salate können echte Sattmacher sein, wenn man die richtigen Zutaten verwendet
Minimalistische Rezepte sind simpel und lecker © Yulia Grigoryeva / Shutterstock.com

Minimalistisch zu kochen bedeutet natürlich nicht, weniger zu essen. Sie essen allerdings weniger Ungesundes. Denn Minimalisten hantieren in der Küche mit möglichst frischen, unverarbeiteten Lebensmitteln und zaubern daraus schlichte, aber leckere Rezepte. Keiner muss (und will) stundenlang in der Küche stehen, vor allem nicht nach einem langen Arbeitstag. Minimalistische Rezepte punkten daher mit einer einfachen Zubereitung und wenigen Zutaten. Schlicht und gut eben.

Lassen Sie zum Beispiel einfach den Ofen den Großteil der Arbeit machen und lehnen Sie sich entspannt zurück: Gemüse nach Wahl (z.B. Kartoffeln, Süßkartoffeln, Kürbis, Spargel, Karotten, Zucchini) in mundgerechte Stücke schneiden, mit ein wenig Öl beträufeln, nach Belieben würzen und für rund 30 Minuten in den Ofen geben. Fertig ist eine gesunde, vollwertige Mahlzeit. Mit einem frischen Quark-Dip oder Hummus schmeckt das Ofen-Gemüse gleich doppelt gut.

Unser Tipp: Wer noch mehr Zeit beim Kochen sparen will, entscheidet sich für Rezepte, die man vorkochen und mehrere Tage lang hintereinander essen kann, wie z.B. Suppen, Eintöpfe oder Currys.

5 Ideen für minimalistiche Rezepte

Fazit: Keep it simple – auch in der Ernährung!

Na, auf den Geschmack gekommen? Sie müssen den minimalistischen Lebensstil ja nicht 1:1 adaptieren, aber ein paar Anregungen in Bezug auf Ihre Ernährung können Sie sicher direkt im Alltag umsetzen. Dadurch wird Ihr Einkauf wesentlich stressfreier und Ihre Ernährung gesünder.

22.09.2017| © womenshealth.de
Kathleen Schmidt-Prange Ernährung & Abnehmen
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