Tai Chi 4 Gründe, sofort mit Tai Chi anzufangen

Tai Chi ist eine gewaltlose und sanfte Kampfkunst, die das Körperbewusstsein schult. © Ulza / Shutterstock.com

Sind Sie auch nur noch am Rennen? Gehetzt von Deadlines, To-Do-Listen und Alltags-Hektik. Dann drücken Sie jetzt den Freeze-Knopf! So tun achtsame Bewegung in Zeitlupe Körper und Seele gut

Sie sind draußen in der Natur, durch Blätter eines Baumes hindurch spüren Sie die Sonnenstrahlen auf Ihrer Haut, ein leichter Wind weht. Ruhig atmen Sie ein und aus und bewegen sich langsam wie in Zeitlupe und spüren wie alle Anspannung von Ihnen abfällt. Wie oft vermissen wir diese stillen Momente in unserem sonst so hektischen Alltag. Beim Tai Chi finden Sie diese Innere Ruhe wieder und gelangen so zu voller Stärke zurück.

Was ist Tai Chi ?

Sie haben im Park sicher schon einmal eine Gruppe älterer Herrschaften gesehen, die verschiedene Übungen machen und sich dabei wie in Zeitlupe bewegen? Ja, das ist Tai Chi. Korrekt lautet der Name dieser Kampfkunst übrigens Taijiquan. In Deutschland wird aber oft von Tai Chi oder auch Schattenboxen gesprochen.

Die innere, meditative Kampfkunst kommt ursprünglich aus China und ist schon mehrere hundert Jahre alt. Tai Chi ist aber keineswegs nur etwas für die ältere Generation. "Wir versuchen beim Tai Chi stets zur Mitte zu streben", erklärt Stephan Hagen, Lehrer der Yang Tai Chi Schule Hamburg. "Wer müde ist, soll wach werden, wer aufgedreht, soll mehr Ruhe finden. Das Ziel ist es Geist, Körper und Energie auszubalancieren."

Was macht man bei Tai Chi eigentlich?

In der Ruhe liegt die Kraft! Das trifft wirklich auf Tai Chi zu, denn hier gibt es nur wenige Schnelligkeits- oder Abhärtungsübungen wie in den meisten anderen Kampfsportarten. Kampfbewegungen werden langsam und in fließenden Abfolgen nachgespielt und gliedern sich in sogenannte "Formen". Das heißt, es gibt eine Reihe von genau choreografierten Bewegungen, die in kurzer Abfolge mehrere Minuten lang ausgeführt werden.

"Tai Chi hat viel mit Koordination und weichen, fließenden Bewegungen zu tun und kommt damit dem weiblichen Körper durchaus zu Gute", erklärt Stephan Hagen. Es geht darum die innere Balance wiederzufinden – und die kann bei Frauen zwischen Familie und stressigem Berufsleben schon mal aus dem Gleichgewicht geraten.

Wer nicht allein trainieren will, schnappt sich einfach eine Freundin, denn Tai Chi kann man auch in Partnerübungen praktizieren. Beim Training zu zweit tragen Sie einen imaginären Kampf aus (Keine Sorge, Sie kommen ganz sicher ohne blaue Flecken davon).

Besonders wichtig: das Atmen. Die Atmung soll im Einklang mit der rhythmischen Bewegung sein, um innere Ruhe und Konzentration zu fördern. Denn das sogenannte Chi, die Lebensenergie, soll durch den ganzen Körper fließen.

4 Gründe, warum Sie sofort loslegen sollten

1. Tai Chi entspannt und stärkt gleichzeitig

Ursprünglich zur Selbstverteidigung entwickelt, wird Tai Chi heute vor allem als Bewegungslehre betrachtet, die der Gesundheit, Persönlichkeitsentwicklung und Meditation dient. Die Übungen stärken nämlich die Haltemuskulatur. So wird die Wirbelsäule entlastet, Haltungsfehler korrigiert, Muskelverkrampfungen gelöst und die Beweglichkeit erhöht. Eine Studie von Forschern des Guang’anmen Hospital in Beijing fand sogar heraus, dass Tai Chi erhöhte Blutdruckwerte normalisiert und das Herz-Kreislauf-System in Schwung bringt! Sogar Profisportler verwenden Tai Chi, um ihre Reflexe zu trainieren und die Heilungszeit von Sportverletzungen zu verringern.

2. Tai Chi lässt sich ganz leicht in den Alltag integrieren

Tai Chi kann man super zu Hause praktizieren. Idealerweise sollte Tai Chi nämlich nicht nur eine Sportart für Sie sein, sondern ein fester Bestandteil ihres Alltags. Tai Chi ist eine ganzheitliche Methode um das Wohlbefinden zu steigern, daher haben Sie den größten Mehrwert, wenn Sie regelmäßig üben. Um die Grundtechniken richtig zu lernen, sollten Sie sich unbedingt einen Lehrer suchen, empfiehlt Hagen. Es gibt mehrere hundert Übungsformen, die je nach Stil in Ihrem Aufbau und Ablauf variieren. Jeder Stil hat einen besonderen Fokus, zum Beispiel Gesundheit, Selbstverteidigung oder Meditation. Überlegen Sie sich vorher, auf welchen Teilaspekt Sie sich konzentrieren wollen. Auch Probestunden bei Großmeistern können helfen, um den eigenen Stil zu finden. Empfehlenswert ist aber auf jeden Fall 3-4 mal pro Woche zu Hause zu üben. Eine Übungseinheit sollte zwischen 15 und 40 Minuten dauern.

3. Tai Chi verbessert die mentale Stärke

Nicht nur der Körper profitiert durch die harmonischen Bewegungen, sondern auch die Psyche. Die meditative Kampfkunst verhilft vielen Praktizierenden zu mehr Ruhe und Ausgeglichenheit."Das Körpergewicht spielt bei Tai Chi keine Rolle", beruhigt der Experte. "Lassen Sie sich nicht abschrecken, falls Sie denken Sie seien sonst eher weniger sportlich. Es kommt dabei viel mehr darauf an, die Technik richtig auszuführen und Körper und Geist auszubalancieren".

4. Wirklich jeder kann Tai Chi machen

Auch Anfänger können dabei kaum etwas falsch machen, denn bei den langsamen Übungen des Tai Chi ist das Verletzungsrisiko gering, so Hagen. Erst wenn Sie die Basics perfekt beherrschen, werden Bewegungen schneller ausgeführt. Außerdem ist die chinesische Kampfkunst ideal für Schwangere. Denn anders als bei schnellen Kampfsportarten wie Kickboxen oder Taekwondo, können Sie sich beim Tai Chi locker und entspannt fit halten.

Wo kann man Tai Chi machen?

Na, Lust bekommen? Dann ab zur nächsten Tai Chi Schule und eine Probestunde vereinbaren. Da die chinesische Kampf- und Bewegungskunst hauptsächlich der Gesunderhaltung dient, sollten Sie auch Fitnessstudios, Rehabilitationszentren oder lokale Sportverbände in Ihre Checkliste aufnehmen.

Tai Chi ist ein toller Sport um Körper und Geist in Einklang zu bringen und dem hektischen Alltag zu entfliehen. Also, wann testen Sie Entschleunigung auf Chinesisch?

20.09.2013| Laura Krampe © womenshealth.de
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