Hanföl und CBD-Öl Was kann das Trend-Öl aus Hanf?

Keine Sorge: Hanföl als Speiseöl enthält weniger als 0,2 Prozent THC. © Africa Studio / Shutterstock.com

Öle aus der Hanfpflanze sind Trend. Wie dein Körper und deine sportliche Performance davon profitieren können, verraten unsere Experten

In vielen Supermarktregalen findest du jetzt neben Oliven- und Leinsamenöl auch Hanfsamenöl, umgangssprachlich Hanföl genannt. Was unterscheidet es von anderen Ölen? Steckt da womöglich die psychoaktive Substanz THC (Tetrahydrocannabinol) drin?

Unsere Experten erklären, welchen gesundheitlichen Benefit Hanföl hat. Außerdem klären wir, wie das gerade sehr gehypte und ebenfalls auf Hanfbasis hergestellte Nahrungsergänzungsmittel CBD-Öl deine Gesundheit beeinflusst.

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Welche Eigenschaften hat Hanföl?

Hanföl ist ein hochwertiges, aus Hanfsamen kaltgepresstes Pflanzenöl mit leicht nussigem Geschmack und grünlicher Farbe. Wie die meisten Pflanzenfette besteht es zum größten Teil aus Fettsäuren (etwa 75 Prozent).

Hanföl zeichnet sich durch ein besonders gutes Verhältnis von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren aus. © New Africa / Shutterstock.com

Herausragend gesund ist Hanföl jedoch aufgrund seiner besonderen Zusammensetzung aus Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren im Verhältnis 3:1. In fast allen anderen Pflanzenölen überwiegt der Omega-6-Anteil. "Wie alle Öle mit einem hohen Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren sollte auch Hanföl nicht stark erhitzt werden, damit Vitamine und wichtige Inhaltsstoffe nicht zerstört werden", rät Miriam Szygula vom Nahrungsmittelhersteller Alnatura.

Kann man von Hanföl "high" werden?

Die Antwort ist ein klares Nein. "Zur Herstellung von Hanföl als Lebensmittel werden ausschließlich Hanfsamen verwendet, die von Natur aus kein THC enthalten", erklärt Szgula, "Die Hanfpflanze ist eine alte Kulturpflanze. Für die Lebensmittelproduktion werden heute Hanfsorten angebaut, die nur einen geringen Gehalt von unter 0,2 Prozent THC aufweisen."

Wie gesund ist Hanföl?

Durch den Omega-3-Überschuss kann Hanföl entzündliche Prozesse im Körper wie zum Beispiel Arthritis, Parodontitis oder entzündliche Darmerkrankungen mindern, während ein größerer Omega-6-Anteil sogar Entzündungen fördern kann.

Jedoch sollte dir bewusst sein, dass du Krankheiten nicht ausschließlich mit etwas Hanföl lindern kannst. "Entscheidend ist das Omega-3-zu-Omega-6-Verhältnis im Körper, das durch die gesamte Nahrungsaufnahme beeinflusst wird", erklärt Johannes Schröder aus Hamburg, Biohacking-Experte und CEO der Performance-Food-Brand ahead.

Hanföl schmeckt leicht nussig und eignet sich für Salat, Smoothies und Dips. © photographee.eu / Shutterstock.com

Doch Hanföl eignet sich nicht nur zum Verfeinern von Salatdressings und Dips, sondern kann auch zur Hautpflege verwendet werden. Denn in Hanföl steckt die seltene, entzündungshemmende Gamma-Linolensäure. Sie verspricht zum Beispiel eine Linderung bei Neurodermitis, macht aber auch normal trockene, müde oder dehydrierte Haut schön weich und spendet Feuchtigkeit.

Und damit nicht genug: Die Gamma-Linolensäure im Hanfsamenöl beeinflusst auch Nerven, Gehirn und den Blutdruck positiv – aus gesundheitlicher Perspektive also ein wahres Allround-Produkt.

Was ist CBD-Öl?

Im Gegensatz zu Hanföl aus dem Lebensmittelregal ist Cannabidiol-Öl (kurz CBD-Öl) ein Nahrungsergänzungsmittel, das du dir mit Hilfe einer Pipette in den Mund träufelst, also pur konsumierst. Wie das Salat-Hanföl wird CBD-Öl aus einer Nutzhanfpflanze gewonnen. Dieser spezielle Nutzhanf enthält kaum Tetrahydrocannabinol (THC), also jene psychoaktive Substanz, die in Deutschland dem Betäubungsmittelgesetz unterliegt und verboten ist. Du kannst also auch vom CBD-Öl weder "high" noch süchtig werden, müde allerdings schon.

Neben THC enthält die Hanfpflanze auch weitere so genannte Cannabinoide. Eines der bekanntesten ist das sogenannte Cannabidiol (CBD). Dieses enthält nur ganz geringe Spuren von THC, die unter 0,2 Prozent liegen. "CBD fällt nicht unter das Betäubungsmittelgesetz und der Konsum ist zu 100 Prozent legal. Auch von der Weltgesundheitsorganisation WHO wurde Cannabidiol bereits als sicher eingestuft", erklärt Johannes Schröder.

Welche Wirkung hat CBD-Öl?

Das Nahrungsergänzungsmittel hat angeblich eine ganze Reihe gesundheitlicher Nutzen für Körper und Geist. So soll es neben seiner entzündungshemmenden Wirkung auch Schmerzen lindern und sogar bei Migräne helfen.

Bei den meisten Menschen, die an Migräne leiden, ist die Konzentration des Neurotransmitters Serotonin zu gering. Die beiden Neurowissenschaftler Ross und Russo haben in ihrer Forschung festgestellt, dass CBD den Serotoninspiegel erhöhen kann, indem es die Erweiterung der Blutgefäße verhindert. Ein erhöhter Serotoninspiegel verringert das Auftreten von Migräne-Anfällen, kann aber auch dazu beitragen, dass du stressfreier durch den Tag kommst und entspannter und leichter einschläfst.

CBD soll außerdem Regelschmerzen lindern. "Cannabidiol interagiert mit verschiedenen Rezeptoren. An ihnen wirkt CBD entweder aktiv oder indem es diese lediglich blockiert", so Schröder. Bei der Einnahme des Öls haften die Moleküle an den Rezeptoren, die sonst für die Aussendung von Schmerzsignalen verantwortlich sind, und blockieren diese. Dadurch wird das subjektive Schmerzempfinden der Betroffenen reduziert, die Muskulatur kann sich wieder entspannen und Krämpfe lösen sich auf eine ganz natürliche Weise. Dadurch hilft es auch bei der Regeneration des Körpers nach dem Sport.

CBD-Öl wird mit einer Pipette unter die Zunge geträufelt. © elizabethmphl / Shutterstock.com

Wie dosiere ich CBD-Öl richtig und wie wende ich es an?

Die optimale Dosierung ist vom individuellen Körpergewicht und Stoffwechsel abhängig. Grundsätzlich empfiehlt Schröder, mit einer kleinen Dosierung von 10 mg zu beginnen, um die Dosis dann über mehrere Tage hinweg zu steigern, bis der gewünschte Effekt eingetreten ist. "Am besten eignet sich dafür CBD-Öl in Tropfenform, da es präzise und individuell dosierbar ist", so der Experte. Dabei wird das Öl mit einer Pipette einfach unter die Zunge auf die Schleimhaut geträufelt und sollte danach 60 bis 90 Sekunden einwirken. Damit die Mundschleimhaut das CBD-Öl auch aufnehmen kann, solltest du die nächsten 10 bis 15 Minuten weder essen noch trinken.

"Die Art der Anwendung hat einen großen Einfluss darauf, wie viel von dem Wirkstoff am Ende wirklich im Körper ankommt", erläutert Johannes Schröder. "Die orale Aufnahme via Tablette oder Kapsel hat dabei die schlechteste Bioverfügbarkeit." Ein Tipp von unserem Experten: "Anstatt die gesamte Tagesdosis auf einmal zu nehmen, das Öl mehrmals täglich einnehmen. Die letzte Einnahme sollte dabei abends erfolgen."

Hat CBD Nebenwirkungen?

Sowohl Schwangere, als auch Menschen, die Medikamente einnehmen, sollten CBD-Öl nicht einnehmen. Die Wechselwirkung mit Medikamenten ist zu wenig erforscht und es wird vermutet, dass CBD die Funktion der Plazenta und somit die Nährstoffversorgung des ungeborenen Babys beeinträchtigen könnte. Schröder konkretisiert: "Die Einnahme von CBD hat sich als sehr sicher erwiesen. Studien und Erfahrungsberichten zufolge treten Nebenwirkungen äußerst selten auf und beschränken sich eher auf allgemeine Symptome. So können bei der Einnahme von CBD-Öl ein verminderter Appetit, Durchfall oder Müdigkeit auftreten, Abhängigkeiten aber nicht."

Dr. Sven Markus Richter, Arzt aus Berlin, fügt hinzu: "Leider gibt es zum aktuellen Zeitpunkt zu wenige Humanstudien von ausreichender Qualität, um die positiven Effekte von CBD zu bestätigen. Dennoch schließt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einem Artikel, dass aller Erwartung nach von CBD kein Problem für die Gesundheit der breiten Bevölkerung ausgeht."

Der Berliner Arzt experimentiert gerade selbst viel mit CBD und stellt klar: "Die bekannten Nebenwirkungen sind überschaubar: Müdigkeit, verringerter Appetit und Durchfall. Dennoch: Es existieren momentan keine Studien zum Langzeiteinsatz von isoliertem CBD am Menschen und auch für die Dosierung gibt es momentan noch keine abschließenden Erkenntnisse. Daher gilt: Niedrig starten und die Dosis langsam steigern bis ein Effektplateau eintritt, und nie länger als nötig einnehmen." Am sichersten ist es, wenn du dich darüber auch vorab mit deiner Hausärztin austauschst.

Wo kann ich CBD Öl kaufen und wie teuer ist es?

CBD-Öle haben es mittlerweile in die Regale einiger Drogerien und Reformhäuser geschafft. Außerdem kannst du das Nahrungsergänzungsmittel in zahlreichen Online-Shops oder in Apotheken bestellen. Der Preis ist von der CBD-Konzentration abhängig. "Ein Öl mit einem Anteil von 5 Prozent bewegt sich in der Regel zwischen 30 und 40 Euro für 10 ml, während ein Öl mit 10 Prozent häufig das Doppelte kostet", sagt Johannes Schröder.

Mit Ölen aus Hanf tust du deinem Körper etwas Gutes, ohne Angst haben zu müssen, dadurch in einen Rausch zu verfallen oder abhängig zu werden. Hanföl eignet sich als gesundes Pflanzenöl sehr gut zum Verfeinern von Salatspeisen und Dips, während CBD-Öl als Nahrungsergänzungsmittel Migräne bekämpfen, Stress reduzieren und sogar bei sportlichen Leistungen unterstützen kann.

21.05.2019| Svenja Bönisch © womenshealth.de
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