Nichtraucher werden Endlich mit dem Rauchen aufhören

Entscheiden Sie den Kampf mit dem Glimmstängel für sich. Es lohnt sich! © puhhha / Shutterstock.com

Mit dem Rauchen aufhören wollen viele gern. Nur wie? Wir haben Experten gefragt, welche Methode am wirkungsvollsten ist

Sie überlegen schon lange, endlich mit dem Rauchen aufzuhören, aber irgendwie klappt es nie? Da sind Sie nicht allein. Laut dem Deutschen Ärzteblatt haben 28 Prozent der Raucher mindestens schon einmal versucht, ihr Laster loszuwerden.

Allerdings sind dann 73 Prozent der Rauch-Stopper wieder rückfällig geworden. Und deshalb rauchen immer noch 25 Prozent der Deutschen insgesamt, und 23 Prozent der Frauen (Stand 2018).

Welche Tipps gibt es, um Nichtraucher zu werden?

Die wichtigste Voraussetzung, um dem Glimmstengel abzuschwören, ist der eigene Wille: "Ein Raucher muss von allein kommen und den Wunsch mitbringen, Nichtraucher zu werden", weiß der Berliner Diplom-Psychologe Hans-Joachim Ruhr.

Der beste Zeitpunkt, mit dem Rauchen aufzuhören, sind Tage, an denen Sie das Qualmen so richtig satt haben. "Wenn so ein Tag kommt, dann nutzen Sie die Gelegenheit und hören Sie mit dem Rauchen sofort auf, ohne Vorsatz, ohne Planung. Das funktioniert erstaunlich gut", sagt Dr. Christoph Kröger, Leiter des Münchner Instituts für Therapieforschung. Platt gesagt: Nutzen Sie Ihren momentanen Ekel und kultivieren Sie ihn!

Diesen Zustand der totalen Übersättigung bewusst zu provozieren, erweist sich übrigens als weniger erfolgreich: Zwar gab es Versuche, Aufhörwillige qualmen zu lassen, bis ihnen übel wurde, jedoch war die Rückfallquote zu hoch, um diese Methode zu empfehlen.

Ihnen ist schlecht vom vielen Rauchen? Ein guter Zeitpunkt, ganz aufzuhören! © puhhha / Shutterstock.com

Wie kann ich schnell Nichtraucher werden?

Es kommt also vor allem auf die innere Einstellung an. An der müssen Sie feilen, wenn sich der Überdruss nicht von allein einstellt. Verinnerlichen Sie die folgenden 4 Punkte. Sie haben sich als besonders hilfreich erwiesen, um endlich Nichtraucherin zu werden:

  • Nicht reduzieren, sondern gleich ganz aufhören:
    Verabschieden Sie sich von der Illusion, Ihren Zigarettenkonsum langsam immer weiter runterzufahren, um irgendwann bei Null anzukommen. "Durch schrittweise Reduktion irgendwann ganz rauchfrei zu sein, klappt nur selten", sagt Kröger. "Erfolgversprechender ist es, von einem Tag auf den anderen ganz aufzuhören." Das klappt übrigens nicht nur an symbolträchtigen daten. Neujahr ist dafür so gut wie jeder andere Tag im Jahr.
  • Zahlen und Fakten sammeln:
    Wussten Sie, dass in einer Zigarette rund 4500 Schadstoffe stecken? Und dass Ihr Körper ganze 72 Stunden benötigt, um diese Gifte aus lediglich einer Zigarette wieder abzubauen? Mit solchen Zahlen und Fakten sollten Sie Hirn ab jetzt regelmäßig füttern. Was viele Raucher auch nicht wissen: Rauchen regt die Produktion des Hirnbotenstoffes Dopamin an, der dann ein Gefühl der Befriedigung auslöst. Um dieses aber aufrechtzuerhalten, muss die Nikotindosis stetig erhöht werden. "Wenn sie das hören, erkennen viele Raucher, wie blöd die Qualmerei eigentlich ist", erklärt Kröger. Wohl auch deswegen hat das Buch "Endlich Nichtraucher!" von Allen Carr (Goldmann, bei amazon.de), das solche Tatsachen nennt, so vielen Menschen geholfen aufzuhören. Den Bestseller gibt es übrigens auch in einer Spezial-Edition extra für Frauen bei amazon.de.
  • Vorteile ins Visier nehmen:
    Fragen Sie sich: Was würde Ihnen ohne Kippe fehlen? Warum wollen Sie aufhören? Was versprechen Sie sich davon? Aus den Antworten formen Sie Ihre Strategie. Denken Sie an die Vorteile, von denen Sie sofort profitieren: Sie werden nicht mehr nach kaltem Rauch stinken, Sie werden mehr Geld haben. Ganz wichtig: Finden Sie Alternativen zum Rauchen, wenn Sie sich entspannen, gemütlich plauschen oder cool wirken wollen. Sie brauchen etwas in der Hinterhand.
  • Den Entzug überstehen:
    "Zunächst gilt es, die ersten zwei Wochen durchzustehen", sagt Kröger, "Denken Sie daran: Selbst starke Entzugserscheinungen sind 'nur' wie eine Erkältung – das geht vorbei." Bewegung, Wasser trinken und im schlimmsten Fall auf eine Chilischote beißen, sind bewährte Entzugshelfer. Tipp: Je länger Sie die Gier ignorieren, desto leichter wird es, ihr zu widerstehen.

In einer Zigarette stecken 4500 Schadstoffe. © puhhha / Shutterstock.com

Was passiert im Körper, wenn ich endlich Nichtraucher werde?

Sie sind seit ein paar Tagen nikotinfrei? Bravo! Bleiben Sie stark und denken Sie daran: Nicht mehr zu rauchen ist kein Verlust, sondern ein Gewinn! Kleine Kostprobe: Bereits nach 2 Tagen ohne Kippe können Sie zum Beispiel wieder besser riechen – und Sie riechen auch besser, fragen Sie Ihren Liebsten!

Nach 6 Monaten kann Ihr Immunsystem Keime und Erreger erfolgreicher abwehren. Die Zahl der Tage, die Sie mit Erkältung im Bett liegen, wird deutlich zurückgehen. Nach einem Jahr hat sich Ihr Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko halbiert, nach 5 Jahren auch das Risiko typischer Raucher-Krebsarten wie Lungen- oder Speiseröhrenkrebs.

Fazit: Nichtrauchen hat nur Vorteile! Machen Sie den Rauch-Stopp nicht unnötig kompliziert: Vergessen Sie langwierige Hypnose-Sitzungen, ausgeklügelte Pläne, das Reduzieren der Zigarettenzahl oder den Umstieg auf E-Zigaretten. Am meisten Erfolg verspricht es, sich mental die Nachteile vor Augen zu führen und einfach aufzuhören, wenn Ihnen die Qualmerei eh gerade stinkt. Jetzt, sofort, ohne Wenn und Aber. Wir wünschen viel Erfolg!

19.12.2018| Kirsten Segler, Christine Naefeke © womenshealth.de
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