Natürliche Hautpflege gehört für viele längst zum Alltag – bei der Haarpflege fällt der Umstieg auf Naturkosmetik dagegen oft schwerer. Zu hartnäckig halten sich Vorurteile wie strohige Haare, fehlender Schaum oder mangelnde Pflegewirkung.
Dabei haben sich moderne Bio-Shampoos in den vergangenen Jahren stark weiterentwickelt. Viele Formulierungen reinigen sanft, pflegen mit pflanzlichen Inhaltsstoffen und kommen ohne Silikone oder andere umstrittene Zusätze aus.
Was macht ein Bio-Shampoo aus?
Bio-Shampoos setzen auf Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs und verzichten häufig auf Silikone, Mikroplastik oder aggressive Tenside. Stattdessen kommen pflanzliche Öle, Extrakte und besonders milde Reinigungssubstanzen zum Einsatz.
Infobox: Das zeichnet viele Bio-Shampoos aus• milde Tenside auf Zucker- oder Aminosäurebasis
• keine Silikone
• kein Mikroplastik
• häufig vegan formuliert
• oft besser biologisch abbaubar
• besonders schonend für Kopfhaut und Haar
"Natürliche Shampoos reinigen das Haar mithilfe milder und dermatologisch gut verträglicher Tenside, basierend auf Zuckern oder Aminosäuren, die das Haar schonend und gründlich reinigen. Statt chemischer Duftstoffe stecken nur natürliche Parfüms in den Produkten", erklärt Dr. Henrike Neuhoff, Leitung im Bereich Wissenschaft von Lavera.
Warum immer mehr Frauen auf Naturkosmetik setzen
Viele Anwenderinnen entscheiden sich nicht nur aus Umweltgründen für Bio-Shampoos. Auch empfindliche Kopfhaut, trockenes Haar oder der Wunsch nach einer möglichst minimalistischen Pflegeroutine spielen eine Rolle. Natürliche Formulierungen können die Kopfhaut schonen und enthalten oft weniger potenziell reizende Inhaltsstoffe als konventionelle Produkte.
"Für den Pflege-Effekt werden statt Silikonen nur natürliche pflanzliche Öle, Proteine, Peptide, Aminosäurederivate und Pflanzenextrakte eingesetzt." – Dr. Henrike Neuhoff.
Wichtig ist natürlich, sich beim Kauf nicht von Marketing-Tricks fehlleiten zu lassen und ein Produkt zu kaufen, das nur so tut, als wäre es natürlich.
Die besten Bio-Shampoos für unterschiedliche Haarbedürfnisse
Bio-Shampoo ist nicht gleich Bio-Shampoo. Je nach Haartyp und Pflegeziel kommen unterschiedliche Formulierungen infrage. Diese vier Produkte haben uns besonders überzeugt.
1. Für mehr Fülle: Das Pflegeshampoo Volumen & Kraft von 'Lavera'

Du wünschst dir für deine Haare vor allem mehr Fülle? Dann ist das „Pflegeshampoo Volumen & Kraft“ von Lavera genau das Richtige für dich. Die Formel mit Bio-Bambus und Bio-Quinoa kräftigt schlaffe Spaghetti-Haare und gibt ihnen mehr Griff. Trotzdem verheddert das Shampoo die Haare nicht so sehr wie andere Volumen-Produkte.
Das liegt wohl daran, dass keine Laurylsulfate drinstecken (die wirken austrocknend). Dank Zuckertensiden schäumt das Shampoo trotzdem wunderbar und lässt sich gut verteilen. Kurze Haare lassen sich nach der Wäsche selbst ohne Spülung gut kämmen. Bei längerem Haar wird empfohlen, noch einen kleinen Klecks Spülung in die Spitzen zu geben.
Profi-Tipp für mehr Ansatzvolumen: Nach dem Waschen im Deckhaar Strähne für Strähne mit einer Bürste senkrecht vom Kopf wegziehen und mit dem Föhn von vorn gegen die Ansätze pusten.
2. Für strapaziertes Haar: Das Hydration Shampoo von 'Rahua'

Deine Haare sind vom häufigen Färben strapaziert und brauchen intensive Pflege, die bisher kein Bio-Shampoo leisten konnte? Dann ist die natürliche Friseur-Pflege von Rahua perfekt für dich. Damit pflegen auch Top-Coloristen wie Andreas Kurkowitz aus Berlin die Haare von prominenten Kundinnen.
Zugegeben, 36 Euro für ein Shampoo und noch einmal die gleiche Summe für die zugehörige Spülung sind ein stolzer Preis. Zum Glück braucht man aber wirklich nur geringe Mengen: Schon ein haselnussgroßer Klecks reicht, um die Ansätze gründlich einzumassieren. Weil das Shampoo so gut aufschäumt, verteilt es sich dabei wie von selbst im restlichen Haar.
Nach dem Auswaschen fühlen sich die Haare für ein Natur-Shampoo überraschend geschmeidig an. Dass das ohne Silikone klappt, liegt wohl an den enthaltenen Ölen aus dem Amazonasgebiet. Klingt sehr reichhaltig, pflegt definitiv auch intensiv, aber beschwert für eine Repair-Pflege wirklich kaum. Wir würden trotzdem empfehlen, die zugehörige Spülung (macht selbst kaputtblondierte Haare super geschmeidig und leicht kämmbar) erst ab Ohrhöhe einzuarbeiten, damit das natürliche Volumen erhalten bleibt.
3. Für normales Haar: Das Glanz-Shampoo von 'Sante'

Deine Haare sind weder übermäßig kaputt, noch sonderlich fein oder fettig? Du willst keine Unsummen für dein Shampoo ausgeben, aber trotzdem keine billige Chemiekeule auf deinen Kopf lassen? Dann probiere unbedingt mal das Glanz-Shampoo von Sante. Das riecht herrlich nach Kokos, schäumt gut auf und macht die Haare quietschsauber.
Wenn du lange oder strapazierte Haare hast, solltest du danach unbedingt einen Conditioner verwenden, sonst wird’s mit dem Kämmen etwas schwierig. Es sind schließlich keine Weichmacher wie Silikone enthalten. Psst: Die zugehörige Glanzspülung von Sante benutzt angeblich auch Pamela Reif und wenn die neben tollen Muckis eines hat, dann sind es schöne und vor allem wahnsinnig lange Haare (übrigens keine Extensions, wir haben sie mal gefragt).
4. Für empfindliche Kopfhaut: Das Weleda Shampoo reinigt Haar und Kopfhaut sanft

Das Bio-Shampoo gegen Schuppen kommt im Gegensatz zu vielen konventionellen Anti-Schuppen-Shampoos ohne starke Tenside aus. Das hat gleich 2 Vorteile. Erstens: Die Kopfhaut wird nicht unnötig ausgetrocknet und irritiert. Passiert das, entstehen nämlich oft noch mehr Schuppen. Und zweitens werden auch die Haare weniger beansprucht und trocknen nicht so stark aus.
Der Schopf fühlt sich nach der Anwendung schön weich, aber keinesfalls beschwert an. Juckreiz auf der Kopfhaut lässt schon nach wenigen Tagen der Anwendung deutlich nach. Und: Die Ansätze fetten nicht mehr so schnell nach. Der angenehm kräuterartige Duft ist sehr dezent, bleibt aber trotzdem bis zur nächsten Wäsche im Haar wahrnehmbar.
So gelingt der Umstieg auf Bio-Shampoo
Wer jahrelang silikonhaltige Produkte verwendet hat, braucht manchmal etwas Geduld. In den ersten Wochen können sich Haare anders anfühlen als gewohnt. Das bedeutet nicht automatisch, dass das Shampoo schlechter pflegt. Häufig benötigt die Kopfhaut lediglich etwas Zeit, um sich an die neue Pflegeroutine anzupassen. Eine passende Spülung oder Haarmaske kann den Übergang zusätzlich erleichtern.
FAQ: Häufige Fragen zu Bio-Shampoos
Das hängt vom individuellen Haarzustand ab. Viele Bio-Shampoos reinigen besonders schonend und enthalten pflegende Pflanzenwirkstoffe. Für empfindliche Kopfhaut können sie deshalb eine gute Alternative sein.
Silikone legen sich wie ein Film um das Haar. Nach dem Wechsel auf Naturkosmetik verschwindet dieser Effekt zunächst, weshalb sich die Haare vorübergehend ungewohnt anfühlen können.
Ja. Moderne Naturkosmetik verwendet milde Tenside, die ebenfalls Schaum bilden – oft jedoch etwas weniger stark.
Ja. Sie reinigen die Haare genauso zuverlässig wie flüssige Shampoos und sparen zusätzlich Verpackungsmüll.
Verlässliche Naturkosmetik-Siegel wie NATRUE, COSMOS oder BDIH bieten Orientierung beim Kauf.






