Push-ups richtig machen: Oberkörpertraining für Frauen

Liegestütze
Push-ups richtig machen: Oberkörpertraining für Frauen

Übungen von A–Z
ArtikeldatumZuletzt aktualisiert am 09.03.2026
Als Favorit speichern
Push-ups richtig machen
Foto: GettyImages / imageBROKERAleksei Isachenko

Egal ob du klassische Push-ups oder leicht angepasste Liegestütze auf den Knien trainierst: Mit der richtigen Technik baust du schnell spürbare Stabilität auf.

Summary

  • Schwierigkeitsgrad: Anfängerinnen bis Profis
  • MET-Wert: 4–5
  • Hauptregion: Brust
  • Equipment/Hilfsmittel: keine

Was sind Push-ups und warum sind Liegestütze so effektiv?

Liegestütze, auf Englisch Push-ups genannt, sind eine klassische, funktionelle Druckbewegung mit dem eigenen Körpergewicht. Im Kern handelt es sich um eine hochkomplexe Verbundübung, die dir Definition in Armen, Schultern und Brust verschafft, aber auch einen festen, stabilen Core. Liegestütze helfen Muskelkraft aufzubauen, verbessern deine Körperhaltung, schützen deine Schultern und fördern eine gesunde Rumpfstabilität.

In Trainingsplänen für Frauen dienen Liegestütze nicht nur dem Muskelaufbau, sondern auch der Haltungskorrektur und der funktionalen Kraft, die im Alltag und beim Sport wirklich spürbar ist. Für Frauen, die Liegestütze lernen möchten, lässt sich die Schwierigkeit stufenlos anpassen, vom Wand-Push-up über Knieliegestütze zum vollen Standard-Push-up bis hin zu dynamischen Varianten.

Das Beste: Du brauchst kein Fitness-Studio, keine Geräte, nur deinen Körper.

Wichtiger Hinweis: Früher sprach man oft von "Frauenliegestütze", wenn die Übung in der Knieliegestütz-Variante ausgeführt wurde. Dieser Begriff ist jedoch überholt und irreführend. Nicht, weil die Variante schlecht ist, sondern weil er Rollenklischees verstärkt. Richtig ist: Knieliegestütze sind eine großartige Progressionsstufe, die für alle Gender geeignet ist, um die Technik sicher zu lernen.

Diese Muskeln werden beansprucht

Gymvisual

Liegestütze sind ein echtes Multitalent, wenn es um Muskelaktivierung geht. Im Mittelpunkt stehen die Brustmuskeln (Pectoralis major), die bei jeder Wiederholung den Großteil der Arbeit übernehmen. Doch das ist längst nicht alles: Auch der Trizeps auf der Rückseite deiner Oberarme wird intensiv beansprucht, wodurch deine Arme straffer und definierter werden.

Besonders spannend für Frauen: Deine Schultern (vordere Deltamuskeln) übernehmen eine wichtige Stabilisationsrolle, was nicht nur für schöne Konturen sorgt, sondern auch die Schultergelenke schützt. Damit du in der Position nicht ins Hohlkreuz fällst, aktiviert dein Körper automatisch den Rumpf, also Bauchmuskeln und unteren Rücken.

Spanne deine Gesäßmuskeln aktiv an, um dein Becken in einer neutralen Position zu fixieren. Das verhindert das Absinken der Hüfte (Hohlkreuz). Das bedeutet: Liegestütze trainieren viel mehr als nur die Brust, sie sind ein ganzheitliches Powerpaket für deinen Oberkörper und deine Körpermitte.

MET-Wert und Kalorienverbrauch

Mit einem MET-Wert von 4–5 zählen Liegestütze zu den energieintensiven Bodyweight-Übungen. Je nach Ausführung und Tempo kannst du pro 10 Minuten 40–50 kcal verbrennen. Nicht schlecht für eine Übung, die du überall machen kannst.

Funktionale Alltagsvorteile

Liegestütze sind weit mehr als eine Übung für straffe Arme, sie machen dich im Alltag spürbar stärker. Jedes Mal, wenn du vom Boden aufstehst, eine schwere Tasche trägst oder dein Kind hochhebst, brauchst du Armkraft, Schulterstabilität und einen starken Core. Genau diese Muskeln trainierst du bei Push-ups.

Die Übung verbessert nicht nur deine Haltung, sondern schützt auch die Schultergelenke, weil sie die Muskulatur rund um den Oberkörper ausgleicht und kräftigt. Gleichzeitig sorgt die Core-Aktivierung dafür, dass du bei jeder Bewegung eine stabile Mitte hast. Das ist ein echter Gamechanger für Rückenschmerzen und einen gesunden Bewegungsapparat.

Nachteile von Liegestützen

  • Hohe Belastung für Handgelenke und Schultern: Besonders bei eingeschränkter Mobilität oder fehlender Core-Spannung können Push-ups Druck auf die Handgelenke und das vordere Schultergelenk ausüben.
  • Technisch anspruchsvoller als gedacht: Die Übung wirkt simpel, erfordert aber Körperspannung, Stabilität und Koordination. Ohne saubere Ausführung verpufft der Trainingseffekt schnell.
  • Kein isoliertes Brusttraining: Wer gezielt nur die Brust trainieren möchte, erreicht mit Maschinen oder Kabelzügen oft eine stärkere lokale Belastung.

Die richtige Ausführung

Damit Push-ups nicht nur effektiv, sondern auch gelenkschonend sind, kommt es auf die richtige Technik an.

Wichtig zu beachten

  • Perfekter Halt: Spreize deine Finger weit und drücke die Fingerkuppen aktiv in den Boden, um deine Handgelenke zu entlasten und die Spannung im Arm zu erhöhen.
  • Blick nach unten: Der Nacken bleibt in Verlängerung der Wirbelsäule. Dein Körper bildet eine gerade Linie von Kopf bis Fersen, kein Hohlkreuz, kein Rundrücken.
  • Core aktivieren: Bauchmuskulatur aktiv anspannen, um Stabilität zu sichern.
  • Kontrolliertes Hochdrücken: Drücke dich kraftvoll, aber ohne Schwung, wieder nach oben. Achte beim Hochdrücken darauf, den Boden am obersten Punkt aktiv von dir wegzuschieben, als wolltest du deine Schulterblätter voneinander entfernen. Dies stabilisiert dein Schulterblatt optimal.

Dos und Don'ts

Die häufigsten Fehler und wie du sie vermeidest

Viele Frauen starten motiviert, aber kleine Technikfehler können den Effekt mindern oder sogar zu Schmerzen führen. So vermeidest und erkennst du Fehler:

Checkliste für Anfänger

Bevor du startest, nimm dir einen Moment, um die richtige Haltung bewusst zu finden

  • Deine Hände gehören unter die Schultern, die Finger leicht gespreizt für Stabilitä
  • Der Körper bildet eine gerade Linie, vom Kopf bis zu den Fersen. Mache deine Körpermitte fest, als würdest du dich gegen einen leichten Boxhieb wappnen (Core Bracing). So bleibt dein Becken stabil, ohne dass du die natürliche Wirbelsäulenform verlierst.
  • Achte darauf, die Schultern weg von den Ohren zu halten, der Nacken bleibt in Verlängerung der Wirbelsäule, der Blick leicht nach unten.
  • Beim Absenken beugst du die Ellenbogen in Pfeilform (ca. 45 Grad), ohne ins Hohlkreuz zu fallen oder den Po anzuheben.
  • Atme kontrolliert: einatmen beim Absenken, ausatmen beim Hochdrücken. So stellst du sicher, dass jede Wiederholung effektiv und gelenkschonend ist.

Wenn klassische Liegestütze noch zu schwer sind, starte mit Liegestützen auf den Knien oder nutze eine erhöhte Position wie eine Bank oder eine stabile Stufe. Diese Varianten helfen dir, die Technik zu lernen, bevor du zur vollen Ausführung übergehst.

Varianten

Push-ups sind extrem vielseitig. Je nach Ziel, Trainingslevel oder Lust kannst du die Intensität anpassen. Hier ein paar spannende Varianten, die dein Training abwechslungsreicher machen:

  • Knieliegestütze: Perfekt für Einsteigerinnen, um Kraft und Technik aufzubauen.
  • Breiter Griff: Mehr Fokus auf der Brustmuskulatur.
  • Enger Griff (Diamond Push-ups): Hier arbeitet der Trizeps besonders intensiv.
  • Negative Push-ups: Langsames Absenken für maximale Spannung und Kraftaufbau.
  • Explosive Liegestütze: Für Fortgeschrittene, die mehr Power und Schnellkraft wollen.

Progressionsweg mit Tipps

So wirst du Schritt für Schritt stärker:

Level 1: Basis

Starte an einer erhöhten Fläche, z. B. Bank oder Tisch. Der Winkel reduziert die Belastung und hilft, die Technik zu lernen. Ziel: 3 × 10 saubere Wiederholungen.

Level 2: Standard-Liegestütze auf dem Boden

Wenn du die erhöhte Variante sicher beherrschst, geh in den klassischen Push-up auf dem Boden. Fokus auf volle Range of Motion und Core-Stabilität. Ziel: 3 × 8–12 Wiederholungen.

Level 3: Erschweren und Variieren

Baue Spiderman-Push-ups, enge Liegestütze oder sogar negative Wiederholungen ein. Du kannst auch Gewichtsplatten auf den Rücken legen oder ein Miniband um die Oberarme spannen.

FAQ: Liegestütze meistern

Fazit