Die Abende werden länger, die Temperaturen steigen und auf Deutschlands Padel-Courts ist kaum noch ein freier Slot zu finden. Warum die Sportart gerade im Sommer so viele Frauen begeistert.
Was Padel so anfängerinnenfreundlich macht
Padel ist eine Mischung aus Tennis und Squash, gespielt auf einem 20 mal 10 Meter kleinen Court mit Glas- und Gitterwänden. Diese Wände sind Teil des Spiels: Bälle, die nach dem Bodenkontakt gegen die Scheibe prallen, bleiben im Spiel. Das macht Ballwechsel länger und dynamischer.
Die Einstiegshürde ist niedrig. Der Schläger ist kompakt und hat einen Schaumstoffkern, der Vibrationen abfedert. Der Aufschlag erfolgt von unten, komplizierte Überkopf-Technik wie beim Tennis entfällt komplett. Gespielt wird fast ausschließlich im Doppel, also zu 4. Schon nach wenigen Stunden sind echte Rallyes möglich.
Padel wird je nach Anlage drinnen oder draußen gespielt. Im Sommer sind Outdoor-Courts besonders gefragt. Lange Abende, Bewegung an der frischen Luft und das gemeinsame Spiel geben Padel draußen einen besonderen Reiz. Bei starker Hitze oder Regen sind Hallen-Courts eine gute Alternative.
Der Boom zeigt sich auch in den Zahlen: Ende 2025 zählte Deutschland bereits 1.255 Padel-Courts, Mitte 2024 waren es noch gut 500. Branchenkenner halten eine Verdopplung in den nächsten Jahren für realistisch.
Effektives Workout: Was Padel mit deinem Körper macht
Padel sieht entspannter aus, als es ist. Kurze Sprints, Sprünge und Richtungswechsel wechseln sich mit kleinen Pausen zwischen den Punkten ab, also klassisches Intervalltraining. Eine Studie der Universität Extremadura mit 60 Frauen zwischen 35 und 55 Jahren zeigte: Regelmäßige Padel-Spielerinnen schnitten bei Bauchmuskelausdauer, Sprungkraft, Gleichgewicht und Herz-Kreislauf-Fitness deutlich besser ab als nicht aktive Frauen. Zusätzlich hatten sie einen geringeren Hüft- und Taillenumfang.
Was beim Spiel besonders beansprucht wird:
- Beine und Po: Tiefe Grundposition und kurze Sprints zur Glaswand
- Core: Rotationsschläge aktivieren Bauch- und Rückenmuskeln
- Schultern und Arme: Volleys und Überkopfschläge kräftigen den Schultergürtel
- Knochen: Die schnellen Schritte und Sprünge setzen mechanische Reize, von denen auch die Knochengesundheit profitieren kann
Dazu kommt der mentale Effekt: Wer sich auf Ball, Partnerin und Wand gleichzeitig konzentrieren muss, schaltet vom Alltag ab. Die Konzentration auf Ball, Partnerin und Wand kann außerdem helfen, gedanklich vom Alltag abzuschalten.
Ein Sport, der verbindet
Padel wird selten allein erlebt. Das Doppel-Format zwingt zur Kommunikation: Wer nimmt den Mittelball? Wer nimmt den Lob? Genau diese Abstimmung sorgt dafür, dass Spieler:innen schnell feste Gruppen bilden.
Viele Anlagen sprechen Frauen aktiv an: "Ladies Nights", Schnupper-Abende und Anfängerinnen-Kurse gibt es inzwischen in fast jeder größeren Stadt, oft kombiniert mit einem geselligen Ausklang auf der Terrasse. Spielen, schwitzen, draußen sitzen, wenn es noch warm ist – ein Sommerabend lässt sich kaum besser planen.
So gelingt dein Start
Du brauchst weder Vorerfahrung noch teures Equipment:
- Schnupperkurs buchen: 1 bis 2 Einheiten mit Coach reichen, um Aufschlag, Regeln und Wandnutzung zu verstehen
- Platz finden: Playtomic zeigt freie Courts in Echtzeit und vermittelt Mitspielerinnen mit ähnlicher Spielstärke
- Schläger leihen: Die meisten Anlagen verleihen Equipment kostenlos oder günstig.
- Beim Schlägerkauf darauf achten: Für Einsteigerinnen eignen sich vor allem runde Schläger mit großem Sweetspot. Sie verzeihen Fehler besser und erleichtern die Ballkontrolle. Ein Gewicht zwischen 340 und 360 Gramm bietet Einsteigerinnen meist eine gute Balance aus Kontrolle und Wendigkeit. Erst mit mehr Spielerfahrung lohnt sich ein Wechsel zu tropfen- oder diamantförmigen Modellen, die mehr Power bieten.
- Schuhe: Für den Einstieg reichen Tennisschuhe oder Hallenschuhe mit gutem Halt. Wer regelmäßig auf Sandbelägen spielt, profitiert langfristig von Padelschuhen mit Fischgrätenprofil, die mehr Grip und kontrollierte Rutschbewegungen ermöglichen.
- Kosten: 20 bis 50 Euro pro Stunde für den Court. Aufgeteilt auf 4 Spieler:innen sind das 5 bis 12 Euro pro Person
Die häufigsten Fragen zum Padel-Einstieg
Nein, im Gegenteil. Der Padel-Schläger ist kürzer und leichter, der Aufschlag erfolgt von unten und das Spielfeld ist deutlich kleiner als beim Tennis. Viele Anfängerinnen kommen mit Padel sogar besser zurecht als mit Tennis, weil die ersten echten Ballwechsel meist schon in der ersten Stunde gelingen.
Eine Stunde auf dem Court kostet je nach Anlage und Tageszeit zwischen 20 und 50 Euro. Aufgeteilt auf 4 Spielende sind das 5 bis 12 Euro pro Person. Schnupper- oder Einsteigerinnen-Kurse mit Trainerin liegen in den meisten Städten bei 20 bis 30 Euro pro Person.
Ein normales Sport-Outfit reicht – also Leggings oder Shorts und ein atmungsaktives Shirt. Wichtig sind Schuhe mit gutem Halt. Indoor-Sport- oder Tennisschuhe funktionieren gut. Spielst du regelmäßig auf Sandbelag (Outdoor), lohnen sich später padelspezifische Schuhe mit Fischgrätenprofil.





