Um das Handy gründlich zu reiningen, brauchst du ein fusselfreies Tuch nikkimeel / Shutterstock.com

Corona: Putz-Hygiene Covid-19: Wie du dein Handy und andere Gegenstände reinigst

Gesund durch die Corona-Krise Selbst Gegenstände können dich mit Viren infizieren. So reinigst du jetzt dein Smartphone und andere Oberflächen

Zunächst mal: Keine Putz-Panik! Am wahrscheinlichsten bleibt eine Ansteckung mit dem Corona-Virus von Mensch zu Mensch. Hustet oder niest dich ein Infizierter an, gelangen Viren über die Augen-, Nasen oder Mundschleimhäute in den Körper und steckt dich mit der Lungenkrankheit Covid-5 an. Deshalb ist Social Distancing, also Abstand halten, momentan sehr sinnvoll, um die Verbreitung der Krankheit zu unterbinden.

Doch was passiert, wenn du dich zwar von Menschen fernhältst, aber mit Oberflächen in Berührung kommst, auf die Infizierte vorher geniest oder die sie mit kontaminierten Händen berührt haben, beispielsweise Türklinken? Solche so genannten Schmierinfektionen sind seltener, aber auch möglich. Wir sagen dir, wo Viren wie lange aktiv sind und wie du sie sicher entfernst.

Wie lange hält sich das Corona-Virus auf Oberflächen?

Im Allgemeinen sind humane Coronaviren nicht besonders stabil auf trockenen Oberflächen, sagt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Doch es gibt Unterschiede, das ergaben Tests einer vorveröffentlichten Studie der US-amerikanischen Seuchenschutzbehörde. Demnach halten sich Corona-Viren:

  • Auf Kupferoberflächen etwa 4 Stunden
  • Auf Pappe und Papier 1 Tag
  • Auf Edelstahl und Kunststoff 3 Tage

Darum ist es so wichtig, die Hände aus dem Gesicht fernzuhalten, wenn du den Haltegriff in der U-Bahn oder den Einkaufswagen im Supermarkt angefasst hast, bis du die Gelegenheit hattest, dir die Hände gründlich zu waschen.

Und wenn du vorher doch noch über dein Handy gewischt hast? Dann solltest du auch dein Handy reinigen. So geht’s richtig:

Um dein Handy gründlich zu reinigen, brauchst du kein Desinfektionsmittel
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Um dein Handy zu reinigen, brauchst du kein Desinfektionsmittel. Im Gegenteil, manche schaden dem Handy sogar.

Corona-Virus loswerden: Wie reinige ich mein Handy am besten?

Ein Handy zu reinigen ist keine Hexerei, aber schon aufwändiger als einmal mit dem Ärmel drüberzuwischen. Wenn du dich an diese Tipps hältst, läuft alles sauber ab:

  1. Schalte dein Handy aus und löse alle Kabel
  2. Befeuchte ein sauberes, fusselfreies Tuch, etwa ein Mikrofaser- oder Objektivtuch. Das Wasser, mit dem du das Tuch befeuchtest, kann einen Spritzer ph-neutrales Spülmittel ohne Alkohol enthalten. Laut den Experten des BfR ist es wahrscheinlich, dass die fettlösenden Inhaltsstoffe im Spülmittel die Virenoberfläche beschädigt und das Virus dadurch inaktiv macht.
  3. Wringe das Tuch vorsichtshalber einmal aus, so dass es wirklich nur feucht und nicht nass ist. Keinesfalls solltest du dein Handy in einer Flüssigkeit tränken.
  4. Reibe dein Handy vorsichtig von allen Seiten ab und achte darauf, dass keine Feuchtigkeit in die Öffnungen gelangt.
  5. Zum Schluss reinigst du die Hülle deines Smartphones gründlich von Innen und Außen. Dabei kannst du mit dem Wasser großzügiger umgehen, beim Zusammenbau mit dem Handy sollte sie jedoch wieder 100 Prozent trocken sein.

Womit soll ich mein Handy reinigen?

Ein feuchtes, fusselfreies Tuch mit warmen, eventuell mit einem Tropfen Spülmittel angereicherten Wasser reicht völlig aus.

Falls du dennoch ein Desinfektionsmittel benutzen willst, rät zum Beispiel der iPhone-Hersteller Apple zu Tüchern mit 70-prozentigem Isopropylalkohol oder Clorox-Desinfektionstüchern. Aber nötig sind sie nicht, es sei denn, du arbeitest im Krankenhaus mit Erkrankten. Und gut tun diese Desinfektionsmittel deinem Handy auch nicht.

Absolutes Tabu sind Fensterreiniger oder andere aggressive Reinigungsmittel, denn damit zerstörst du die ölabweisende (olephobe) Schicht deines Smartphone-Displays, die den Bildschirm vor Fingerabdrücken und Fetten schützt.

Am besten, du wäschst dir – wie in der Corona-Krise bereits 1000-mal gesagt, aber deswegen nicht weniger wichtig – immer wieder die Hände, dann gelangen erst gar keine gefährlichen Keime auf dein Display.

Waschen und die Ruhe bewahren
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In der Ansteckungszeit gilt: Regelmäßig Waschen und die Ruhe bewahren.

Welche Gegenstände im Haushalt sollte man außerdem regelmäßig reinigen?

Wenn du Social Distancing beherzigst, bekommst du momentan keinen Besuch, auch keinen möglicherweise infizierten. Wenn doch, oder wenn Verdacht besteht, dass ein Mitglied deiner Wohngemeinschaft erkrank ist, dann solltest du mindestens diese Haushaltsgegenstände täglich gründlich reinigen:

  • Smartphone
  • Fernbedienung
  • Lichtschalter
  • Türklinken
  • Wasserhähne
  • Spülknopf der Toilette

Womit reinige ich Oberflächen am besten?

Desinfektionsmittel sind laut der Bundeszentrale für Gesundheit (BZfG) in privaten Haushalten nicht notwendig, normale Putzmittel und Essigreiniger reichen, um 90 Prozent aller Keinem auf Oberflächen zu entfernen bzw. unschädlich zu machen.

Wichtig ist allerdings, dass du für Küche und Bad unterschiedliche Reinigungstücher benutzt und sie nach dem Putzen gut trocken lässt, sonst werden sie zur Keimschleuder. Wasche sie zudem häufig bei mindestes 60 Grad mit einem bleichmittelhaltigen Vollwaschmittel. Hygienespüler sind laut BZfG nicht notwendig.

Tipp: In geschlossenen Räumen steigt die Anzahl von Krankheitserregern schnell an. Deshalb lüfte häufig durch. Das verringert die Zahl erregerhaltiger feinster Tröpfchen in der Luft, und senkt das Ansteckungsrisiko in Räumen, in denen sich Erkrankte aufhalten.

Reinige dein Smartphone regelmäßig und achte aufs Händewaschen, dann überträgst du auch keine Keime auf Gegenstände. Putze häufiger mal mit Essigreiniger die Wohnung und lüfte gut durch, Viren hassen das.

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