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Die besten Krankenkassen für Sportlerinnen

Krankenkassen im Vergleich Die beste Krankenkasse für Sportlerinnen

Women’s Health hat Versicherungen verglichen und verrät, wie du mit der richtigen Wahl viel Geld sparst und sogar Behandlungen bekommst, die sonst nur Sport-Profis erhalten

Es lässt sich ganz wunderbar herziehen über das deutsche Krankenkassensystem. Meist musst du wochenlang auf einen Arzttermin warten. Privatpatienten werden bevorzugt behandelt. Ganz zu schweigen von Brille, Zahnersatz und anderen sinnvollen Leistungen, die du zu einem erheblichen Teil selbst bezahlen musst.

Doch das Gute an diesem System ist: Es ist immer noch eines der besten auf der Welt. Jedes Mitglied ist dort grundlegend abgesichert, und es ist einfach, der Krankenkasse deiner Wahl beizutreten. Unsere exklusive Übersicht zeigt dir, welche Unterschiede und Regelungen es dabei für sportbegeisterte Menschen zu beachten gilt und welcher Anbieter für deine Bedürfnisse der richtige ist. So findest du es heraus:

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Was müssen Krankenkassen für Sportlerinnen bieten?

Stell dir vor, du hast ein Problem mit dem Knie oder dem Sprunggelenk und kannst dich von denselben Ärzten behandeln lassen wie die Sport-Profis. Das geht normalerweise nicht, sofern du Patientin bei einer gesetzlichen Krankenkasse bist, denn genau wie viele andere renommierte Spezialisten behandeln auch die Sportmediziner am UKE Athleticum in Hamburg im Allgemeinen nur Privatpatient*innen. Dank einer Kooperation mit der Techniker Krankenkasse (TK) kommen deren Mitglieder jedoch exklusiv in den Genuss von Spezialbehandlungen und modernen Therapie-Optionen, die in der Regel für Kassenpatienten nicht zugänglich sind.

Dies ist nur ein Beispiel für zahlreiche Vorteile, die gesetzliche Krankenkassen ihren sportlich orientierten Kundinnen einräumen. Neben den besonderen Formen der Versorgung gibt’s Bonusprogramme, Gesundheitsförderung, Zusatzleistungen und Services. Bei genauerem Hinsehen wird das Ganze ziemlich detailreich.

Das sind die 6 Kategorien des Krankenkassen-Vergleichs

Damit alle Gesichtspunkte in eine einzige Tabelle hineinpassen, haben wir für unseren Vergleich von 70 Krankenkassen ein Punktesystem entwickelt, nach dem die Krankenkassen bewertet werden. Welche Krankenkassen am meisten Punkte bekommen haben und es unter unsere Top 25 geschafft haben, erfährst du in unserer Tabelle. Insgesamt wurden 6 Kategorien bewertet:

1. Bonusprogramme

Damit unterstützen die Kassen zum Beispiel Aktivitäten wie die Mitgliedschaft im Sportverein oder im Fitness-Studio, Leistungsnachweise wie Sport-, Wander- und Schwimmabzeichen oder das Erreichen bestimmter Gesundheitsziele mit Hilfe von Fitness-Trackern und Apps. Das Ziel kann dabei zum Beispiel sein, eine vorgegebene Menge an Kalorien zu verbrauchen oder eine Mindestzahl an Schritten zu gehen. Je nach Kasse kannst du jährlich auf eine Gesamtprämie von über 200 Euro kommen, wenn du entsprechend aktiv bist.

2. Gesundheitsförderung

Hier geht es um Kurse, die als Online-Inhalt oder Präsenzveranstaltung angeboten werden und deren Kosten die Kassen anteilig oder gar vollständig übernehmen. Typische Inhalte solcher Kurse sind Gewichtsabnahme, gesunde Ernährung, Stressbewältigung, aber auch Rauchentwöhnung oder Reduktion des Alkoholkonsums.

3. Besondere Versorgung

Diese Kategorie umfasst neben dem eingangs genannten Beispiel der Sportmediziner im Hamburger Athleticum eine Vielzahl weiterer Verträge zwischen Krankenkassen und medizinischen Einrichtungen. So kooperieren zum Beispiel auch die auf Rückenschmerzen spezialisierten Grönemeyer-Institute in Köln, Bochum, Berlin, Hamburg, Stuttgart und Germering zum Teil mit der Techniker Krankenkasse, der BKK24, HEK, BKK B.Braun/Aesculap und der Knappschaft Kasse. Auf diese Weise können Kassenpatienten bei Rückenproblemen das umfassende Leistungsspektrum der Rücken-Spezialisten in Anspruch nehmen und so möglicherweise größere Operationen vermeiden oder durch minimal-invasive Eingriffe ersetzen.

Anderes Beispiel: Die DAK kooperiert mit 3 privaten Sportkliniken der medalp Group in Tirol (Österreich). Im Falle einer Notfallbehandlung, zum Beispiel nach einem Ski- oder Kletterunfall, können sich DAK-Mitglieder dort auf Kosten der Kasse behandeln lassen und die diagnostischen, chirurgischen und rehabilitierenden Maßnahmen der Notfallspezialisten in Anspruch nehmen.

Derartige Kooperationen können im gesamten Versorgungsgebiet der Krankenkasse verfügbar sein oder werden von dieser lediglich regional angeboten. Je mehr Kooperationen eine Kasse im gesamten Versorgungsgebiet offeriert, desto mehr Punkte erhält sie im Vergleich. Typischerweise findet so eine Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Orthopädie statt und betrifft Indikationen wie Arthrose, Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfall, aber auch Schultergelenkerkrankungen oder Bänderrisse.

4. Zusatzleistungen

In dieser Kategorie kommen für die Bewertung 2 Angebote in Frage: erstens Check-ups für unter 35-Jährige und zweitens sportmedizinische Untersuchungen. Je häufiger beziehungsweise früher diese Angebote von Versicherten wahrgenommen werden können, desto mehr Punkte bekommt die jeweilige Krankenkasse dafür.

5. Service

Hierunter fallen zum Beispiel Dinge wie spezielle Social-Media-Angebote und Informations-Hotlines, aber auch die Vermittlung von Arztterminen, eine eigenständige App für das Smartphone, die Funktionen der Geschäftsstelle übernimmt, und Reha-Beratung.

6. Naturheilverfahren

In dieser Kategorie zählen zum Beispiel auch Angebote in den Bereichen Homöopathie und Osteopathie. Je höher die Bezuschussung dieser Behandlungen, desto besser schneidet die jeweilige Krankenkasse ab.

Sportliche Frauen sollten bei der Wahl ihrer Krankenkasse auf Zusatzangebote für Sportler:innen achten
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Für Sportler:innen kann es sich lohnen, zusätzliche Therapie-Angebote in ihrer Krankenversicherungspolice zu haben

Wie wurde getestet?

In unseren Test wurden alle allgemein geöffneten Krankenkassen aufgenommen, zu denen aktuelle Daten vorlagen. Die Rohdaten lieferte das Vergleichsportal gesetzlichekrankenkassen.de, das unabhängige Auswertungsinstitut DFSI (Deutsches Finanzservice-Institut) gewichtete und bewertete die Angebote von 70 Krankenkassen (auf dfsi-institut.de sind Methodik und Gewichtung der Leistungen erklärt).

Die besten 25 Krankenkassen für Sportler*innen haben wir in der Tabelle (siehe oben) aufgeführt. Diese ausgezeichneten Kassen haben übrigens die Möglichkeit, für ihre Außendarstellung ein Women’s-Health-Siegel zu erwerben. Weitere Informationen dazu gibt es unter www.womenshealth.de/siegel zu lesen.

Wie wurden die Kassen bewertet?

Für die Gesamtbewertung der Krankenkassen fiel die Kategorie Bonusprogramme mit ungefähr 25 Prozent Anteil am stärksten ins
Gewicht, gefolgt vom Kriterium Gesundheitsförderung mit zirka 20 Prozent.

Jeweils rund 15 Prozent Gewichtung entfielen auf die Kategorien Zusatzleistungen, Service und Naturheilverfahren, wohingegen die Rubrik besondere Versorgung mit einem Anteil von ungefähr 10 Prozent in das Gesamtergebnis eingeflossen ist.

Das sind die Ergebnisse im Detail

Nun könnte es ja sein, dass zum Beispiel die Kostenübernahme von Naturheilverfahren für dich ein besonders wichtiges Kriterium darstellt. In diesem Fall lohnt sich ein genauerer Blick in die Versicherungspolice, denn manche Kassen sind auf bestimmte Gebiete spezialisiert, und es gibt deutliche Unterschiede zu den Mitbewerbern.

So stark variieren Mindesterstattungen von Kursgebühren im Rahmen der Gesundheitsförderung

Möchtest du beispielsweise an einem so genannten "Fremdkurs" teilnehmen, also zum Beispiel einem Kurs zur Stressbewältigung bei einem Anbieter, der nicht die Krankenkasse selber ist, sondern ein nach §20 SGB zertifizierter, externer Dienstleister, stehen dir je nach Krankenkasse für maximal 2 Kurse jährlich diese Zuschüsse zu:

  • 275 Euro übernimmt die Viactiv Krankenkasse
  • 250 Euro die BBK Wirtschaft & Finanzen und die Bergische Krankenkasse
  • 200 Euro die BKK VBU
  • 150 Euro die Bahn-BKK und AOK Hessen
  • 140 Euro die SECURVITA Krankenkasse
  • 125 Euro die BKK SBH und BKK24
  • 100 Euro die HKK Krankenkasse, AOK Reinland-Pfalz/Saarland, Mobil Krankenkasse, Salus BKK und BKK firmus (103 Euro)
  • 80 Euro die SBK, Knappschaft, IKK gesund plus, AOK Baden-Württemberg
  • 75 Euro die pronova BKK, TK, HEK, AOK Plus, IKK Südwest und DAK Gesundheit
  • 70 Euro die mhplus Betriebskrankenkasse
Bei Rückenproblemen kann es sinnvoll sein, eine Krankenkasse zu wählen, die Osteopathie-Behandlungen bezahlt
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Manche Krankenkassen beteiligen sich an den Kosten einer Osteopathie-Behandlung

So unterscheiden sich die Erstattungen bei Osteopathie


Auch Kostenübernahmen für Osteopathie und Naturheilverfahren werden sehr unterschiedlich gehandhabt. Wer häufig unter Rückenschmerzen leidet oder eine den Rücken belastende Sportart wie Golf oder Tennis ausübt, für den ist zum Beispiel ein Blick ins Kleingedruckte der Versicherungspolice in Bezug auf Osteopathie sinnvoll.

Zahlreiche Studien weisen inzwischen die Wirksamkeit dieser sanften, manuellen Therapie bei Rückenschmerzen bei Frauen und im Besonderen Schwangeren nach. Auch wenn du länger schon beim oder nach dem Sport mit körperlichen Problemen und Schmerzen kämpfst, kann der Besuch beim Osteopathen eine gute Option sein. Erfahrene Osteopathen können oft allein mit ihren Händen körperliche Dysfunktionen aufspüren und Blockaden und Gewebespannungen lösen.

Wer an dieser Heilmethode interessiert ist, sollte sich informieren, wieviel seine aktuelle Krankenkasse zu einer Behandlung dazuzahlt. Denn da gibt es große Unterschiede: Die Höhe des jährlichen Gesamt-Erstattungsbetrags für Osteopathie reicht von 0 bis 360 Euro jährlich. Hier ein Überblick im Detail unserer 25 besten Krankenkassen für Sportlerinnen:

  • 360 Euro erstattet die BKK Wirtschaft & Finanzen, BKK VBU, Viactiv Krankenkasse und BKK24
  • 300 Euro die Salus Bank, BKK SBH und SECURVITA Krankenkasse (304 Euro)
  • 240 Euro die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland und IKK gesund plus
  • 200 Euro die Bahn-BKK und AOK Baden-Württemberg
  • 180 Euro die AOK-Plus und SBK
  • 160 Euro die HKK Krankenkasse und Pronova BKK
  • 150 Euro die IKK Südwest, BKK Firmus, Knappschaft und AOK Hessen
  • 120 Euro die TK, mhplus Betriebskrankenkasse, DAK-Gesundheit und die Mobil-Krankenkasse
  • 90 Euro die HEK Hanseatische Krankenkasse
  • 0 Euro die Bergische Krankenkasse

Bei manchen Krankenkassen ist sogar eine Kostenübernahme von bis zu 500 beziehungsweise 750 Euro möglich, dies aber nur in Form eines so genannten Gesundheitskontos. Das bedeutet, dass für diverse Leistungen eine bestimmte Gesamtsumme zur Verfügung steht und du entscheiden musst, ob du dieses Budget für Osteopathie, Homöopathie oder vielleicht doch eher für etwas ganz anderes nutzen möchtest.

So verschieden fallen die durchschnittlichen Prämien für Gesundheitsmaßnahmen aus

Fast alle Krankenkassen bonifizieren Maßnahmen, die ein Kassenmitglied nachweislich für seine Gesundheit unternimmt, doch in unterschiedlicher Höhe. Wenn du Mitglied in einem Sportverein oder Fitness-Studio bist, ein Sportabzeichen anstrebst oder ein vorgegebenes Gesundheitsziel erreichen willst, könnte das für dich ein zusätzlicher finanzieller Anreiz sein. Die Einzel-Maßnahmen im Rahmen der Bonusprogramme müssen übrigens bei den Kassen in der Regel angemeldet, eingereicht und genehmigt werden. So unterschiedlich hoch sind die Durchschnitts-Prämien (je Maßnahme) unserer Top 25-Krankenkassen:

  • Mit über 50 Euro, exakt 50,66 Euro, ist die DAK Gesundheit Spitzenreiter
  • Über 40 Euro Prämie gibt es durchschnittlich bei der Salus BKK (43,33 Euro), der Bergischen Krankenkasse (42,86 Euro) und der HEK (41,67 Euro)
  • Über 30 Euro Bonus bieten die AOK Plus und die HKK Krankenkasse (beide 35,71 Euro), die AOK Hessen (33,33 Euro) und die Bahn-BKK (30 Euro)
  • Etwas mehr als 20 Euro gibt es durchschnittlich bei der Pronova BKK und der Viactiv Krankenkasse (beide 27,50 Euro), bei der Mobil Krankenkasse und der Knappschaft (beide 23,18 Euro) sowie bei der BKK VBU (21,67 Euro) und der SECURVITA Krankenkasse (20,69 Euro)
  • Einen 20 Euro-Bonus erhalten Mitglieder der TK, BKK Wirtschaft & Finanzen, BKK SBH und IKK Südwest
  • 10 Euro und mehr gibt es im Durchschnitt bei der BKK24 (16 Euro), IKK Gesund Plus (16,15 Euro), AOK Baden-Württemberg (15,85 Euro), mhplus Betriebskrankenkasse (12,86) sowie runde 10 Euro bei der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland und der BKK Firmus
  • Schlusslicht unserer Top 25 in Bezug auf Prämien ist die SBK mit 5,81 Euro

So liest du die Ergebnisse unserer Tabelle richtig

Manche Krankenkassen verlangen weniger Beitrag als andere. Deswegen gibt es neben dem Gesamtergebnis in der Tabelle auch
noch eine Bewertung des Preis-Leistungs-Verhältnisses. Anhand dieser Spalte kannst du erkennen, dass erstklassige Angebote nicht
unbedingt mit hohen Kosten einhergehen müssen. Es gibt unter den 5 besten eine Kasse, die nur 14,99 Prozent Mitgliedsbeitrag verlangt. Einige Konkurrenten nehmen hingegen 16 Prozent oder sogar noch mehr. Auch das kann übers Jahr gesehen einen erheblichen Unterschied ausmachen.

Die Krankenkassen können übrigens ihre Beitragssätze nicht beliebig niedrig ansetzen, dies verhindert der Gesetzgeber. Der vom Bundesgesundheitsministerium festgeschriebene allgemeine Beitragssatz liegt bei 14,6 Prozent der beitragspflichtigen Einnahmen, sprich: des Bruttogehalts. Kassen dürfen ihre Mitgliedsbeiträge höher ansetzen, aber nicht unter diesem Wert. Im Durchschnitt
nehmen sie zirka 15,9 Prozent. Die Hälfte des Krankenversicherungsbeitrags übernimmt der Arbeitgeber. Das bedeutet, du bezahlst im Durchschnitt zirka 8 Prozent deines Gehalts für die Krankenversicherung.

Wie kann ich die Krankenkasse wechseln?

Die Krankenkasse wechseln kannst du jederzeit, unter Berücksichtigung der vorgeschriebenen Kündigungsfrist von 2 Monaten ab Monatsende. Wenn du also zum Beispiel Ende September kündigst, kannst du vom 1. Dezember an Mitglied in einer anderen Kasse werden. Einzige Voraussetzung: Du musst vorher mindestens 12 Monate in einer gesetzlichen Kasse versichert gewesen sein.

Auch wichtig: Einige Krankenkassen aus unserer Tabelle und den Angaben oben sind nur in manchen Bundesländern verfügbar! Nur wer dort wohnt oder arbeitet, kann Mitglied der jeweiligen Kasse werden. Alles andere liegt bei dir.

Einige Krankenkassen sind für Sportlerinnen besonders attraktiv. Wähle in Ruhe nach deinen Bedürfnissen das Angebot aus, das für dich am besten geeignet ist. Ändern sich Lebensumstände, macht oft ein Versicherungswechsel Sinn. Informieren lohnt sich, es spart Geld und hilft dir, in jedem Lebensabschnitt gut versichert zu sein.

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