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Gehaltsverhandlung 8 Tipps für dein nächstes Gehaltsgespräch

Frauen verdienen zu wenig Geld, vor allem immer noch weniger als Männer. Das musst du ändern! Mit diesen Tipps fürs Gehaltsgespräch fängst du an

Die Statistik ist erschütternd: Noch immer verdienen Frauen weniger als Männer. Laut Statistischem Bundesamt besteht in Deutschland ein durchschnittlicher Lohnunterschied von 21 Prozent zwischen Männern und Frauen. Damit liegen wir europaweit auf einem der hinteren Ränge.

Davon kannst du auch ein Lied singen? Dann findest du hier im Text sicherlich ein paar Tipps, um zumindest an deinem Gehalt etwas zu ändern!

Warum verdienen Frauen oft weniger als Männer?

Das liegt zum einen daran, dass Berufe, in denen mehr Frauen arbeiten (z. B. Pflege, Erziehung) schlechter bezahlt werden und dass Frauen öfter in Teilzeit arbeiten. Ungerecht genug. Aber zum anderen verdienen Frauen oft auch im gleichen Job bei gleicher Qualifikation und Arbeitszeit weniger als männliche Kollegen. Warum? "Gesellschaftliche Konventionen, Unternehmenskulturen und Geschlechterstereotype spielen hier eine große Rolle", so Elke Holst, Senior Economist und Leiterin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin.

Es muss sich also etwas ändern – sowohl gesellschaftlich als auch ganz konkret bei dir. Denn wenn es dir und anderen Frauen gelingt, mehr herauszuholen, seid ihr Vorbilder für andere und treiben die Veränderung voran. Darum kommen hier Tipps für deine nächste Gehaltsverhandlung.

Wann ist der beste Zeitpunkt für ein Gehaltsgespräch?

Es ist wichtig, sich den Zeitpunkt für eine Gehaltsverhandlung gut zu überlegen. Zunächst sollte das letzte Gehaltsgespräch, das zu einem Ergebnis führte (also zu mehr Geld für dich) mindestens ein Jahr her sein. Außerdem solltest du die Chefin oder den Chef nicht in einer besonders stressigen Phase ansprechen, insbesondere nicht, wenn aus anderen Gründen viel übers Geldausgeben geredet wird, z. B. zur Zeit des Jahresabschlusses. Besser also: Der Jahresanfang. Jetzt zum Beispiel!

Vielleicht bekommst du ja auch mit, ob und wann Kolleg*innen Gehaltsverhandlungen führen, da solltest du dann nicht unmittelbar danach auch noch kommen und Forderungen stellen. Sehr gut eignet sich eine Zeit, in der du frische Erfolge vorzuweisen hast und dein besonderes Engagement hervorheben kannst, zum Beispiel durch neue Projekte, die du gerade anschiebst.

Als beste Uhrzeit eignet sich wahrscheinlich der Morgen. Denn am Morgen handeln Menschen einer Studie der Universität Harvard zufolge moralischer. Und da Sie ja an das Gewissen Ihrer Vorgesetzten appellieren, kann etwas Moral nur nützen. Aber: Nicht vor dem ersten Kaffee anfangen!

Was sind gute Tipps für die Gehaltsverhandlung?

Allgemein ist wichtig, das Thema nicht zwischen Tür und Angel anzusprechen, sondern einen Termin festzulegen, auch damit für das Gespräch genug Zeit ist. Du solltest ankündigen, dass du über Geld reden willst, damit der oder die Vorgesetzte weiß, was auf ihn oder sie zukommt und sich ebenfalls vorbereiten kann.

Weitere 8 Tipps für dein perfektes Gehaltsgespräch findest du hier:

1. Ein bisschen Wut aufbauen

Es ist wie beim Lotto: Um zu gewinnen, musst du einen Schein ausfüllen. Beim Gehalt heißt das: Du musst danach fragen. Das ist die erste Grundbedingung, denn wenn du nie fragst, ist die Antwort immer Nein. Eine Studie der Uni Lüneburg und des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn zeigte aber 2018, dass Frauen tendenziell seltener um ein Gehaltsgespräch bitten.

Der Grund laut den Studienleitern: "Frauen empfinden ihr Gehalt seltener als unfair." Und wer sich nicht ungerecht behandelt fühlt, entwickelt keinen Antrieb, sich aufzulehnen. Es IST aber ungerecht, wenn du zu wenig verdienst oder weniger als ein Kollege, der genau so lange das gleiche macht. Also: Baue ein bisschen Ärger auf, der dich befeuert (aber nimm keine glühende Wut mit ins Gespräch, das wirkt unprofessionell).

2. Wissen, was dir zusteht

Damit du überhaupt ärgerlich werden kannst, benötigst du Eckdaten, was dir in etwa zusteht. Informiere dich auf Gehaltsvergleichsseiten im Netz über das, was in deinem Job, in deiner Branche und in deiner Region üblich ist.

Frage auch diskret bei Kolleginnen und Kollegen nach, die gleich lang das Gleiche tun wie du und mit denen du ein entsprechend vertrauensvolles Verhältnis hast. Erwähne deren Aussagen aber nicht im Gespräch, das kann auf Vorgesetzte aufrührerisch wirken.

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Immer die Balance halten zwischen freundlichem Ton und klaren Forderungen.

3. Equal Pay thematisieren, ohne nach Revolution zu klingen

Je nachdem, wie modern deine Firma und dein Chef oder deine Chefin sind, kannst du ruhig mal sagen, dass es "in diesen Zeiten ja doch selbstverständlich sein sollte, dass Mann und Frau für die gleiche Tätigkeit das gleiche Geld bekommen".

So eine Aussage muss gar nicht im rebellischen Widerstandskämpfer-Ton kommen, es reicht eine gelächelte Bemerkung irgendwo im Mittelteil. Jede*r Vorgesetzte mit einem Gewissen wird diesen Satz nicht einfach beiseite wischen können.

4. Nicht die erste Zahl nennen

Ein Gehaltsgespräch kann sich schnell zu einem kleinen Psychospiel entwickeln. Sobald der oder die Vorgesetzte fragt: "An wie viel hatten Sie denn gedacht?" bist du in der Bredouille. Wenn du eine zu hohe Zahl nennst, wirst du als zu gierig ausgelacht. Wenn du eine niedrigere Zahl nennst, besteht die Gefahr, dass mehr für dich drin gewesen wäre, aber wenn Chefe dich billiger haben kann: Prima!

Also lasse dich erstmal nicht auf dieses Spiel ein, sag lieber: "Oh, ich bin sicher, Sie haben eine faire Bezahlung im Kopf. Ich möchte nur das, was jemandem mit meiner Qualifikation zusteht. Was ist Ihnen jemand wie ich wert?" Kommt darauf auch keine Antwort, rückst du mit einer Zahl heraus, welche die Waage hält zwischen Bescheidenheit und Anspruchsdenken (siehe nächster Punkt).

5. Nicht nur Gerechtigkeit fordern, sondern Wertschätzung

Natürlich geht es hier um Gerechtigkeit. Aber wenn du ehrlich bist: Du willst doch gar nicht bloß "gerechte" Bezahlung. Du willst eine, die sich gut anfühlt. Du willst Wertschätzung. Und was du wert bist, sollte sich nicht nur danach richten, was irgendwelche Tabellen sagen.

Also lege auf das, was du bescheiden als "gerecht" empfindest, ruhig noch etwas obendrauf. Der US-Karriereberater und Bestseller-Autor Joel Garfinkle ("Get paid what you're worth") rät dazu, etwa 20 Prozent auf das draufzuschlagen, was ursprünglich deine höchste Forderung war, denn: "Wenn du einmal eine Zahl genannt hast, kannst du nur noch nach unten verhandeln."

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Beste Grundlage fürs Gehaltsgespräch: Du solltest wissen, was du wert bist!

6. Nicht sagen "Ich will mehr" sondern "Ich bin mehr wert"

Nicht einmal Männer können heutzutage noch in ein Gehaltsgespräch stolzieren und sagen: "Ey, Boss, gib mal mehr Kohle, weil ich so 1 geiler Typ bin!" Als Mitarbeiterin solltest du in einer Gehaltsverhandlung immer deutlich machen, dass du es verdienen, mehr zu verdienen, weil du und deine Tätigkeit so wertvoll für die Firma sind. Das gilt auch und gerade für dein im Gehaltsgespräch gezeigtes Verhandlungsgeschick.

Die Wirkung dieser Haltung trifft speziell für Frauen zu, wie eine Studie der US-Wissenschaftlerinnen Hannah Riley Bowles und Linda Babcock zeigte, die in der Fachzeitschrift Psychology of Women Quarterly erschien. Je mehr du klarmachst, dass es dir weniger um deinen persönlichen Ehrgeiz geht als um das gemeinsame Vorankommen, desto erfolgreicher kannst du verhandeln.

7. Nicht aufhören zu fragen

Das ist jetzt der lästige Teil. Es ist unwahrscheinlich, dass dir deine Vorgesetzten gleich einen Koffer voll Geld hinstellen. Du darfst aber nicht locker lassen, wenn deine Wünsche nicht gleich beim ersten Mal erfüllt werden. Bitte gleich um ein Folgegespräch in ein paar Monaten, vielleicht gepaart mit einer Zielvereinbarung, was du bis dahin erledigt haben sollst. Finde möglichst immer neue Ansätze, um zu beweisen, dass du mehr verdienen solltest: ein neues Projekt hier, ein gelungenes Ergebnis da, dein Einsatz in heiklen Situationen oder bei Sonderaufgaben dort.

Das wird vielleicht unbequem, ja, aber das soll es für die Chefetage ja auch sein. Nicht im Sinne eines schlimmer werdenden Schmerzes, sondern eher wie ein wiederkehrendes Jucken, das sich durch ein kleines Kratzen mit dem Gehaltsschaber beseitigen lässt, um großer allseitiger Erleichterung Platz zu machen. Also: Bleib dran, du bist es wert!

8. Den Job wechseln

Es ist nicht direkt ein Verhandlungstipp, aber du solltest es wissen: Einer Umfrage des Personaldienstleisters Robert Half zufolge ist der beste Weg zu mehr Gehalt ein Jobwechsel. Der häufigste Grund für eine Gehaltssteigerung war ein Wechsel zu einem anderen Arbeitgeber (18 Prozent), immerhin 16 Prozent bekamen mehr Geld, nachdem sie firmenintern die Stelle wechselten.

Wenn du also für einen neuen Job das Gehalt verhandelst, setze deine Forderungen entsprechend höher an. Geht es um mehr Geld in der gleichen Firma, solltest du bei Aussicht auf Erfolg lieber gleich nach einer Beförderung fragen.

Bis die Gehaltsgerechtigkeit überall hergestellt ist, kannst du im Kleinen etwas tun, für dich selbst. In jeder Gehaltsverhandlung gilt es, mit Geschick und Hartnäckigkeit dranzubleiben – mit unseren Tipps ist da einiges für dich drin!