Hausmittel bei Erkältung Sanfte Hilfe gegen Husten, Schnupfen & Co.

Bei Schnupfen und Husten müssen Sie nicht gleich zum Arznei-Hammer greifen, es helfen auch diese natürlichen Hausmittel

Ha-ha-HATSCHI! Jedes Jahr ist es dasselbe mit der Erkältung: Irgendwann erwischt es Sie ja doch. Egal wie gesund Sie sich ernähren und auch wenn Sie trotz niedriger Temperaturen draußen aktiv sind. Die Viren lauern überall und schlagen gnadenlos blitzschnell zu. Für eine Ansteckung reicht zum Beispiel oft schon ein heftiges Niesen einer schwer verschnupften Freundin, die Sie zur Begrüßung umarmt.

Was tun bei einer Erkältung?

Das Beste, was Sie bei einer Erkältung tun können, ist: nichts – körperlich jedenfalls. Gönnen Sie Ihrem Körper Ruhe. Legen Sie sich warm eingepackt aufs Sofa, so dass sämtliche Energie, die Sie haben, von Ihrem Immunsystem genutzt werden kann, um die Erkältungsviren zu bekämpfen. Ihre einzige Aktivität sollte der regelmäßige Gang in die Küche sein, um sich neuen Tee zu kochen. Und alle paar Stunden einen Kochtopf mit heißem Wasser und Kamillenextrakt (ein Teebeutel tut es auch) zu füllen, um den Dampf zu inhalieren. Ein entspannter Spaziergang an der frischen Luft trägt ebenfalls zur Genesung bei.

Wenn Sie trotz schwerer Erkältung durch den Tag hetzen, riskieren Sie nicht nur, dass sich die Erkältung länger hält, sondern auch schwere Erkrankungen wie schlimmstenfalls eine Herzmuskelentzündung. Vorsicht auch mit Ibuprofen & Co: Frauen, die sich trotz Husten und Schnupfen nicht schonen, greifen häufiger zu Schmerzmitteln, um den Tag zu überstehen. Diese Medikamente bergen nicht nur eigene gesundheitliche Risiken und Nebenwirkungen, sie gaukeln Ihnen außerdem vor, gesünder zu sein als Sie sind. Das hat leicht zur Folge, dass Sie sich überanstrengen und noch kränker werden, als Sie ohnehin schon sind.

Was ist mit Hausmitteln eigentlich gemeint?

Allgemein versteht man darunter Mittel, die nicht aus der Apotheke kommen bzw. zu den klassischen Medizinprodukten gehören. Also etwa Tee, heiße Umschläge, Kräuteranwendungen und ähnliches. Insbesondere geht es um natürliche Wirkstoffe und Anwendungen, die möglichst frei von Chemie sind.

Da eine Erkältung ohnehin in ihrer Dauer nicht signifikant zu beeinflussen ist, geht es eher darum, Symptome zu lindern, und das ist auch auf natürlichem Wege möglich.

Warum sollte ich Hausmittel gegen Schnupfen und Husten nehmen?

Aus einem einfachen Grund: Der grobe Arzneimittelhammer ist oft gar nicht nötig. Erkältungssymptome wie Husten, Schnupfen und Heiserkeit klingen in der Regel auch ohne Behandlung innerhalb von 2 Wochen wieder ab. Medikamente aus der Apotheke haben oft unerwünschte Nebenwirkungen. Mit Hausmitteln jedoch können Sie ohne Nebeneffekte Schmerzen und Beschwerden lindern und den Heilungsprozess beschleunigen.

Vor allem sollten Sie viel trinken. Welche Tees und Säfte besonders gut bei Erkältung helfen, erfahren Sie beim Durchklicken unserer Galerie. Dort stellen wir Ihnen bewährte Hausmittel vor, die sich als hocheffektiv im Kampf gegen Erkältungsbeschwerden erwiesen haben.

Nicht nur Schwangere sollten während einer Erkältung auf Medikamente verzichten. Jede Frau kann mit den richtigen Hausmitteln Schnupfen und Husten effektiv und schonend behandeln. Wir wünschen Ihnen eine schnelle gute Besserung!

Inhalieren mit Salz oder ätherischen Ölen

Das Inhalieren von lindernden Dämpfen ist ein bewährtes Hausmittel bei Schnupfen und Husten

Inhalieren mit Salz oder Kamillenblüten: Im Kampf gegen eine verstopfte Nase eignen sich am besten Salzwasserdampf oder Kamille. Dafür bringen Sie 2 Liter Wasser zum Kochen. Zusammen mit drei Esslöffeln Salz oder einer Hand voll Kamillenblüten in eine große Schüssel umfüllen. Kopf darüber halten und mit einem großen Handtuch gut abdecken. Dann 10 Minuten tief ein- und wieder ausatmen.

Inhalieren mit Thymian, Eukalyptus und Pfefferminz: Diese Kräuterzusätze helfen gut bei einem Husten, der viel Auswurf produziert, da sie den Schleim gut verflüssigen.

Übrigens: Wenn Ihre Nase läuft, juckt oder brennt, dann sind das Symptome eines Schnupfens. Niesen und "Fließschnupfen" sind Abwehrreaktionen des Körpers. Sie versuchen die Erreger aus dem Körper zu treiben. Bei Zunahme der Infektion schwellen die Schleimhäute zu, sodass es immer schwerer fällt, durch die Nase zu atmen.

Gurgeln mit Salbei- und Kamillentee

Helfen gut gegen Halsschmerzen: Ätherische Öle in Salbei- und Kamillentee

Gurgellösung selbst herstellen: Kochen Sie Salbeiblätter oder Kamillenblüten mit einem halben Liter Wasser auf und lassen Sie den Tee anschließend 15 Minuten ziehen. Dann 5 bis 10 Minuten intensiv gurgeln und wieder ausspucken. Auch das Gurgeln mit Salzwasser wirkt entzündungshemmend.

Übrigens: Halsweh wird durch Bakterien ausgelöst, die den Kehlkopf und die Luftröhre angreifen. Neben Schluckbeschwerden fängt dann auch die Kehle an zu brennen.

Kartoffel- und Quarkwickel

Bei Husten und Heiserkeit ein bekanntes Hausmittel: Warme Wickel für den Rücken, den Hals oder die Brust

Kartoffelwickel: Kartoffeln sind Wärmespeicher. Das heißt, Sie geben die Wärme nur ganz langsam wieder ab. Für die Wickel werden Pellkartoffeln gekocht und anschließend zerdrückt. Den Brei in eine Mullbinde geben und mit einem Handtuch umwickeln. Lassen Sie die Wickel auf der Brust eine Stunde einwirken.

Quarkwickel: Quark ist ein bewährtes Hausmittel bei Erkältung. Er wirkt schmerzlindernd und gut gegen Schwellungen. Für die Wickel streichen Sie etwa einen Zentimeter dick Quark auf eine Mullbinde. Bei Husten um Brust und Rücken wickeln, bei Heiserkeit um den Hals. Ein Schal spendet zusätzliche Wärme und schützt das Ganze vorm Verrutschen. Am besten die Nacht über einwirken lassen.

Übrigens: Wenn der Hals sich entzündet, ist die Rachenschleimhaut trocken, geschwollen und gereizt. So kommt es zur Heiserkeit.

Tee aus Zwiebeln und Kräutern

Auch wirksam gegen Husten und Heiserkeit: Kräutertees

Diese Teemischungen sind hilfreich gegen Reizhusten und können tief sitzenden Schleim lösen.

Bei Reizhusten: Für die Teemischung 25 Gramm Eibischwurzel, 20 Gramm Isländisch Moos, je 20 Gramm Anis- und Fenchelfrüchten und 15 Gramm Lindenblüten zusammenfügen. 6 Teelöffel der Kräutermixtur mit 3 Tassen kochendem Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen. Am besten trinken Sie 3 Tassen pro Tag, gerne auch mit etwas Honig.

Bei tief sitzendem Schleim: Huflattich, Wollblume und Süßholz mischen, mit kochendem Wasser aufgießen und 10 Minuten ziehen lassen. Auch hier gilt: 3 Tassen pro Tag trinken.

Zwiebeltee: Haben Sie gewusst, dass auch Zwiebeln den Schleim lösen können? Außerdem enthalten sie schwefelhaltige Senföle, die desinfizierend wirken. Für den Tee schneiden Sie eine Zwiebel in Scheiben und lassen diese in einem halben Liter Wasser 5 Minuten kochen. Mit einem Sieb den Sud abgießen. Dann unbedingt heiß trinken!

Übrigens: Husten ist ein Reflex des Körpers, der Fremdkörper oder Schleim aus den Atemwegen katapultiert.

Erkältungs- und Fussbäder

Bei Gliederschmerzen aber auch Atemwegsinfekten beliebt: Ätherische Öle als Zusatz in einem heißen Bad

Für ein Erkältungsbad: Baden mit einem Zusatz von Menthol-, Eukalyptus-, Thymian- oder Fichtennadelöl fördert die Durchblutung und lindert Gliederschmerzen. Außerdem lösen die ätherischen Öle Sekrete aus Nase und Bronchien, was eine unangenehme Nebenhöhlenentzündung vorbeugen kann. Die Badetemperatur sollte bei 38 °C liegen.

Für ein Fußbad: Schüssel mit warmem Wasser füllen und 5 Tropfen Fichtennadelöl dazugeben. Füße rein und so viel heißes Wasser dazugeben, bis eine Temperatur etwa 41 °C erreicht ist. Danach warme Socken anziehen und ins Bett legen.

Übrigens: Nasennebenhöhlen sind Hohlräume hinter, neben und über der Nase. Diese entzünden sich oft durch oder während eines Schnupfens. Die Folge: Druckgefühl in den Backenknochen und über den Augen. Es können auch leichte Kopfschmerzen entstehen.

Wadenwickel mit Essig

Nicht beliebtes, aber bewährtes Hausmittel gegen Fieber: Kalte Wadenwickel

Wadenwickel helfen, das Fieber zu senken. Der Temperaturausgleich zwischen den kalten Wickeln und der warmen Kontaktfläche der Waden lässt die Körpertemperatur sinken.

Essigwickel: Mischen Sie kaltes Wasser und Obstessig zu gleichen Teilen. Dann ein Geschirrtuch darin eintauchen, auswringen und um die Waden wickeln. Dann das ganze nochmal mit einen Handtuch umschlagen. Sobald die Wickel warm geworden sind, gegen ein neues kaltes Paar auswechseln.

Übrigens: Bei einer Infektion wird der Stoffwechsel durch die Immunabwehr angetrieben. Dadurch steigt auch die Körpertemperatur an.

Schwitzkur mit Tee

Traditionelles Hausmittel bei allen Erkältungsbeschwerden: Heißer Tee

Heißer Tee tut gut, versorgt Sie mit nötiger Flüssigkeit und hilft dem Körper, die Infektion über Nacht auszuschwitzen. Tee aus Linden- und Holunderblüten eignet sich für eine Schwitzkur am besten. Jeweils 2 Teelöffel mit kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Am besten trinken Sie dieses unschlagbare Hausmittel bei Erkältung vor dem Einschlafen trinken.

Übrigens: Fieber ist eine Abwehrreaktion des Körpers. Viele Erreger können bei eine Temperatur ab 38,5 Grad nicht überleben. Deshalb sollten Sie bei erhöhter Temperatur nicht gleich zu fiebersenkenden Mitteln greifen.

Hustensaft selber machen

Fast kein Hausmittel sondern fast schon eine Medizin gegen Husten: Selbstgemachter Sirup aus Zwiebeln, Rettich oder Zitronen

3 Löffel dieser selbst gemachten Hustensäfte sollten Sie pro Tag einnehmen. Die fertigen Sirups müssen im Kühlschrank aufbewahrt werden. Bitte nur eine Variante auswählen!

Mit Zitrone: Mehrere Zitronen schälen, in Scheiben schneiden, dick mit Zucker bestreuen und 12 Stunden stehen lassen.

Mit Zwiebeln: Je 100 Gramm gehackte Zwiebel und Kandiszucker kochen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Den Saft in ein Fläschchen abgießen und fertig ist der Hustensirup.

Schwarzen Rettich: Den Rettich halbieren und aushöhlen. Beide Hälften mit Honig füllen und 12 Stunden ziehen lassen.

Nasenspülung mit Kochsalzlösung

Simples aber hochwirksames Hausmittel gegen Schnupfen: Salzwasserspülungen

Eine Kochsalzlösung ist die gesündere Alternative zum medizinischen Nasenspray, auch, weil sie abhängig machen können. Dagegen erfüllt Salzwasser den gleichen Heilzweck – ohne eine Nebenwirkung: Es desinfiziert und löst den Schleim.

Für die Kochsalzlösung eine Messerspitze Salz in 0,2 Liter warmem Wasser vermischen. Das fertige Salzwasser in die hohle Hand gießen und nacheinander durch die Nasenlöcher einziehen. Natürlich können Sie auch Nasenduschen aus der Apotheke mit portionierten Salzpäckchen benutzen (gibt es z.B. von Emser).

Übrigens: Jeder Mensch durchläuft in seinem Leben etwa 200 Erkältungen.

Heiße Hühnersuppe

Im doppelten Sinne ein Rezept gegen Schnupfen: selbst gekochte Hühnersuppe

Der Inhalt einer Hühnersuppe wirkt antibakteriell, was die Infekte der oberen Atemwege hemmt. Ein Rezept für eine schnelle Hühnersuppe finden Sie hier in unserer Rezept-Datenbank!

Dringende Bitte: Wenn Ihr Schnupfen oder Husten länger als 2 Wochen dauert, sollten Sie den Arzt aufsuchen.

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22.11.2018| © womenshealth.de
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