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BMI berechnen Wie du den Body Mass Index ausrechnest und was er bedeutet

Ist dein Gewicht „normal“? Der Body-Mass-Index soll die Antwort auf diese Frage geben. Wir erklären, wie du den BMI berechnest und warum du dich nicht nur auf das Ergebnis verlassen solltest

Wenn es um das Gewicht geht, sind viele Frauen besonders kritisch mit sich selbst. Wie viele Kilos auf der Waage aber tatsächlich "zu viel" sind, lässt sich nicht pauschal und einfach sagen. Das hängt von mehreren Faktoren ab. Die Körpergröße ist nur einer davon.

Der Body-Mass-Index (BMI) scheint eine einfache Lösung zu sein, da er Gewicht und Körpergröße ins Verhältnis setzt. Doch Vorsicht, ganz so einfach ist es nicht! Wir erklären, wie du den BMI ausrechnest und was er letztlich aussagt.

Was bedeutet BMI?

Der sogenannte Body-Mass-Index, kurz BMI genannt, zeigt das Verhältnis von Körpergröße zu Körpergewicht an. Klingt kompliziert? Keine Sorge, du kannst ihn mit einer einfachen Formel berechnen, die wir dir unten erklären.

Der BMI wird zum Beispiel von Krankenkassen und Ärzten seit vielen Jahren dazu benutzt, das Gewicht einer Person zu bewerten und somit auf mögliches Unter- oder Übergewicht und deren Gefahren hinzuweisen. Die errechneten Werte werden dann auch von Experten für Statistiken zur Gesundheit eines Landes verwendet.

Wer hat den BMI erfunden?

Kurze Geschichtsnachhilfe: Der belgische Astronom und Mathematiker Adolphe Quetelet, der im 18. Jahrhundert dem Zusammenhang zwischen Körpergröße und Gewicht erforschte, stellte die Formel auf. Er wollte nach dem Prinzip des bekannten Mathematikers Carl-Friedrich Gauß das „Normale“ definieren. Deshalb wird die Formel auch „Quetelet-Index“ genannt, die meisten kennen sie jedoch als „Body-Mass-Index“.

Damals fand die Formel keine Verwendung, da Übergewicht im Gegensatz zu heute als Zeichen für Wohlstand angesehen wurde. Erst einige Jahre später stieß der amerikanische Physiologe Ancel Keys auf Quetelets Berechnung und gab ihr den heute bekannten Namen.

Mit der Zeit wurde Übergewicht immer mehr zu einem gesellschaftlichen Problem, sodass der BMI Ende des 20. Jahrhunderts schließlich als Maßstab zur Beurteilung des Gewichts galt. Keys beurteilte die Anwendung auf einzelne Personen allerdings als schwierig, da weder andere Maße noch das Alter berücksichtigt wurden. (Noch eine kritische Größe: Das ist der ideale Körperfettanteil bei Frauen.)

Wie lässt sich der BMI berechnen?

Das ist kinderleicht. Der BMI lässt sich in wenigen Schritten aus der Körpergröße und dem Gewicht eines Menschen berechnen. In der folgenden Formel teilst du dein Gewicht (in Kilogramm) durch deine Körpergröße (in Metern) im Quadrat, sprich:

BMI = Körpergewicht / Körpergröße²

Deinen Körpermaßindex kannst du einfach mit einem Taschenrechner selbst ausrechnen, oder du nutzt unseren kostenlosen BMI-Rechner. So findest du schnell heraus, ob du nach diesem Maßstab zu wenig wiegst, „Normalgewicht“ hast oder in Zukunft vielleicht doch ab und zu den zweiten Nachtisch weglassen solltest.

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Was ist ein normaler BMI?

Mit der folgenden Tabelle lässt sich der BMI einstufen. Gleiche deinen errechneten Wert dazu einfach mit der Abbildung ab. Du kannst sehen, ob du im "normalen" Bereich liegst oder nach BMI-Standards leichtes Über- oder Untergewicht hast.

Dabei gilt allerdings große Vorsicht! Die Werte sind nur eine grobe Richtlinie. Die Spanne beim Normalgewicht ist sehr groß, somit variiert das „normale“ Gewicht stark. Eine 25-jährige Frau mit einer Größe von 165 Zentimetern könnte zwischen 52 Kilogramm (BMI von 19,1) und 65 Kilogramm (BMI von 23,9) wiegen, um nach dem BMI als normalgewichtig zu gelten.

Untergewicht unter 19
Normalgewicht 19-24
Übergewicht 25-30
Adipositas 31-40
Starke Adipositas >40

Warum hängt der BMI vom Alter ab?

Weil wir uns mit dem Alter verändern. Während die meisten mit Anfang 20 noch verhältnismäßig leicht einen schlanken und definierten Körper haben, sieht es 10 Jahre später schon ganz anders aus. Körperfett setzt leichter an und die Muskelmasse nimmt ab.

Denn bereits ab dem 30. Lebensjahr müssen Frauen mehr trainieren, um Muskeln aufzubauen. Ab 60 sorgt die Umstellung der Hormone dafür, dass sich der Muskelaufbau verlangsamt und der Körperfettanteil erhöht.

Ein Beispiel ist das Wachstumshormon Somatotropin, welches das Längenwachstum des Körpers beeinflusst und Körperfett abbaut. Ab dem 40. Lebensjahr produziert der Körper das Hormon kaum noch. Zudem fällt ein entscheidender Fatburner weg: Bis zur Menopause verbrennt dein Körper täglich 300 (!) Kalorien alleine durch das Heranreifen der Eizelle. (Interessant dazu auch: So beeinflussen Hormone das Abnehmen.)

Wie aussagekräftig ist der BMI?

Noch vor einigen Jahren wurde der Index für einen Richtwert gehalten. Mittlerweile kritisieren immer mehr Experten den BMI, da er entscheidende Faktoren außer Acht lässt. Dazu gehören vor allem die Muskelmasse und Krankheiten wie Fehlfunktionen der Schilddrüse, die das Gewicht beeinflussen können.

Treibst du regelmäßig Sport und hast dadurch viel Muskelmasse, wiegst du wahrscheinlich mehr, weil Muskeln schwerer sind als Fett. Außerdem kann der Wert von Schwangeren, stillenden Müttern und auch von Jugendlichen nicht genau beurteilt werden. Denn die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft ist von Frau zu Frau unterschiedlich und hängt stark vom Ausgangsgewicht und Körperbau ab. In der Pubertät sind zwischenzeitliche Gewichtsschwankungen meist hormonell bedingt und gleichen sich mit der Zeit aus.

Ist die BMI-Formel der richtige Maßstab?

Nicht wirklich. Heute wissen Experten es besser: Vor einigen Jahren hat ein Professor der Universität in Oxford herausgefunden, dass die BMI-Formel falsch ist. Seine Theorie: Das Gewicht muss nicht (wie bislang angenommen) durch die Größe zum Quadratwert 2 dividiert, sondern zum Quadratwert 2,5 und zusätzlich mit 1,3 multipliziert werden.

Kannst du folgen? Nein? Egal. Fakt ist laut Mathe-Prof, dass die bisherige BMI-Formel große Menschen dicker und kleine dünner erscheinen lässt. Seine Formel hingegen würde das Verhältnis zwischen Körperumfang und Körpergröße viel exakter abbilden. Leider hat sie sich aber noch nicht durchgesetzt.

Der BMI liefert keine verlässliche Aussage über den Fitnesszustand eines Menschen. Lass dir also bloß nicht von einem Taschenrechner einreden, du seist zu dick!

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