Wechseljahre 6 Anzeichen für eine vorzeitige Menopause

Vorzeitige Menopause
Lavendel gilt als bewährtes Hausmittel bei Wechseljahrsbeschwerden. © Alena Ozerova / Shutterstock.com

In die Wechseljahre kommen nur alte Frauen? Falsch! Bei manchen kommt die Menopause früher als gedacht. So erkennen Sie die Symptome

Sie hören das Wort Menopause und denken sofort an ältere Frauen? Dafür sind Sie ja noch viel zu jung. Von wegen! Viele Frauen fühlen sich bei dem Thema Menopause einfach nicht angesprochen, obwohl sie das Thema schneller betreffen kann als Sie denken. Das Problem: Oft haben Frauen bereits die ersten Symptome und erkennen sie einfach nicht oder bringen diese einfach nicht mit der Menopause in Verbindung. Dabei treten bei etwa 3 bis 5 Prozent der deutschen Frauen die Wechseljahre 10 bis 15 Jahre früher ein.

Was ist die Menopause?

Ganz einfach: Die Menopause ist Ihre allerletzte Regelblutung. Die sogennanten Wechseljahre sind die Phase, in der die Eierstöcke langsam immer inaktiver werden, der Körper die Produktion der Hormons Östrogen herunterfährt und die Abstände zwischen den Monatsblutungen größer oder unregelmäßiger werden bis die Periode schlussendlich ganz aussetzt. Dieser Prozess ist bei Frauen ab 40 völlig normal. Klar, die Periode nervt, aber wenn sie schon mit Mitte 30 nicht mehr kommt und Sie ganz sicher nicht schwanger sind, kann frau sich schon mal wundern.

6 mögliche Anzeichen für vorzeitige Wechseljahre

Vorzeitige Menopause
Durch die hormonellen Veränderungen während der Wechseljahre, treten verschiedene Beschwerden auf. © Alena Ozerova / Shutterstock.com

Die Symptome der Wechseljahre können von Frau zu Frau stark variieren. Diese körperlichen Veränderungen können ein Anzeichen dafür sein, dass Ihr Körper die Produktion von Östrogen herunterfährt und keine Eizellen mehr heranreifen:

1. Verringerte Libido

Obwohl in Ihrer Beziehung alles stimmt, vergeht ihnen zunehmend die Lust.

2. Hitzewallungen

Ihnen wird immer öfter ganz plötzlich heiß, sie schwitzen stärker und Ihr Puls steigt an. (Während der Periode sind Hitzewallungen übrigens normal und sollten Sie nicht unnötig beunruhigen).

3. Schlaflosigkeit

Sie liegen nachts oft wach, die Tiefschlafphasen sind kurz und oft begleitet von Nachtschweiß und Ängsten.

4. Plötzliche Gewichtszunahme

Obwohl sich an Ihren Sport- und Ernährungsgewohnheiten nichts geändert hat, steigt die Zahl auf der Waage.

5. Energielosigkeit

Sie fühlen sich oft schlapp und sind schneller erschöpft.

6. Stimmungsschwankungen

Wow, so dünnhäutig waren Sie das letzte Mal in der Pubertät….

Ob Sie sich tatsächlich schon in den Wechseljahren befinden, kann in den ersten Tagen des Zyklus durch einen Bluttest beim Gynäkologen getestet werden. Dabei werden das Follikel stimulierende Hormon (FSH) und Östrogen gemessen.

Welche Risiken birgt die frühzeitige Menopause?

Da das Hormon Östrogen für den weiblichen Körper ab der Pubertät für viele wichtige Funktionen zuständig ist, entstehen verschiedene Risiken sobald dieses Hormon zu früh wegfällt. Folgende Risiken können eintreffen:

Osteoporose

Das Hormon Östrogen ist für die Bildung starker Knochen zuständig. Da der Körper bei einer frühzeitigen Menopause länger ohne dieses Hormon auskommen muss, ist die Gefahr an Osteoporose zu erkranken durch frühzeitige Wechseljahre höher.

Herzkrankheiten

Nicht nur unsere Knochen brauchen Östrogene, es entspannt auch die Muskulatur um die Blutgefäße, gleicht Bluthochdruck aus und hält die Arterien frei von Embolien, Blutklumpen und Blockaden.

Demenz

Bei Frauen mit vorzeitiger Menopause kann auch der kognitive Verfall früher einsetzen. Auch ein erhöhtes Risiko an Demenz zu erkranken, wurde mit dem Fehlen von Östrogen in Verbindung gebracht.

Depressionen

Griechische Forscher fanden heraus, dass Östrogen den Wohlfühl-Neurotransmitter Serotonin im Gehirn stimuliert. Fehlt Östrogen hat das also Auswirkungen auf unsere Stimmung. Außerdem können Symptome der Menopause, insbesondere wenn sie nicht richtig diagnostiziert wurden, wirklich verwirrend und emotional belastend sein und so das Risiko für Depressionen erhöhen.

Vorzeitige Menopause
Durch einen Bluttest beim Gynäkologen lässt sich leicht feststellen, ob Sie bereits in den Wechseljahren sind. © Alena Ozerova / Shutterstock.com

6 Tipps wie Sie frühzeitigen Wechseljahren vorbeugen

So viel vorab: Die Menopause lässt sich nicht aufhalten oder umkehren. Denn jede Frau hat eben nur eine ganz bestimmte Menge an Eizellen in ihren Eierstöcken. Wann genau der hormonelle Übergang für Sie beginnt, wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Dazu gehören zum einen die genetische Veranlagung, die Familiengeschichte (fragen Sie mal bei Ihre Mutter nach), sowie Über- und Untergewicht. Die genetische Komponente lässt sich leider nicht beeinflussen, aber ein paar andere Einflussfaktoren haben Sie selbst in der Hand:

1. Sport

Durch Sport werden Ihre Hormone reguliert und Ihres Körperfettanteil bleibt auf einem konstanten Niveau. Übermäßiges Trainieren ist allerdings eher ungesund, da es ein hormonelles Ungleichgewicht verursachen kann, das zu unregelmäßigen Ovulationen und möglicherweise zu frühem Hormonabbau führen kann.

2. Nicht rauchen

Sie rauchen noch? Versuchen Sie schnellstmöglich aufzuhören. Laut der American Society of Reproduktive Medicine ist Rauchen eines der häufigsten Ursachen für eine frühe Menopause. Chemikalien in Zigaretten wie Nikotin, Cyanid und Kohlenmonoxid können den Verlust von Eizellen beschleunigen. Und sind die einmal abgestorben, können sie sich leider auch nicht wieder regenerieren. Aus diesem Grund kommen Raucherinnen durchschnittlich 4-5 Jahre eher in die Wechseljahre als Nichtraucherinnen.

3. Plastik meiden

Kann es sein, dass Make-up, Duschgel, Plastikflaschen und Essen aus der Mikrowelle schwerwiegende hormonelle Veränderungen hervorrufen? Wissenschaftler überprüfen hier eine mögliche Verbindung. Vorläufige Untersuchungen zeigten bereits, dass eine frühe Menopause teilweise durch Chemikalien in der Umwelt ausgelöst werden kann. In Plastik werden immer wieder sogenannte endokrine Disruptoren gefunden, die den Hormonhaushalt beeinflussen.

4. Weniger Alkohol

Alkohol alleine kann zwar eine frühe Menopause nicht auslösen, aber zu viel Alkohol in Verbindung mit Koffein kann Ihre Fruchtbarkeit einschränken.

5. Gewicht halten

Weil Östrogen im Fettgewebe gespeichert wird, ist Übergewicht eine der Hauptursachen für zu viel Östrogen. Das ist ungesund, denn zu viel Östrogen kann zu Ovarialversagen führen. Bei starkem Untergewicht kann es passieren, dass der Körper alle nicht lebensnotwendigen Systeme wie Ihre Fruchtbarkeit abschaltet. Egal an welchem Ende des Gewichtsspektrums Sie sich befinden: Je extremer desto wahrscheinlicher ist eine frühe Menopause.

6. Hormonersatztherapie

Um die Symptome der Menopause zu lindern und die langfristigen Auswirkungen zu reduzieren, gibt es eine Behandlung, die den Östrogenspiegel Ihres Körpers durch eine chemisch identische Alternative ersetzt (das sogenannte HRT). Das Mittel wird in einer niedrigeren Dosis gegeben und normalisiert den Menstruationszyklus.

Früher oder später stehen jeder Frau die Wechseljahre bevor. Das ist normal und gehört zum Leben einer Frau nun mal dazu. Wer die Anzeichen rechtzeitig erkennt, kann den Risiken der Menopause entgegenwirken und fühlt sich nicht ganz so verloren, wenn die Hormone aus dem Gleichgewicht geraten.

18.10.2017| Emma Pritchard, Cathryne Keller, Charlotte Hilton Andersen, Aylin Tuna © womenshealth.de
Sponsored Section
Aktuelles Heft