Vorzeitige Wechseljahre Lustlos, schlaflos, energielos? Die verfrühte Menopause

Vorzeitige Menopause
Vorzeitige Wechseljahre können einiges durcheinander bringen, auch die Familienpläne. © Fizkes / Shutterstock.com

In die Wechseljahre kommen nur alte Frauen? Falsch! Bei manchen kommt die Menopause früher als gedacht. So erkennst du die Symptome

Du hörst das Wort Menopause und denkst sofort an ältere Frauen? Dafür bist du ja noch viel zu jung? Das stimmt so nicht! Viele Frauen fühlen sich beim Thema Menopause einfach nicht angesprochen, obwohl sie das Thema schneller betreffen kann, als sie denken.

Das Problem: Oft haben Frauen bereits die ersten Symptome und erkennen sie einfach nicht oder bringen diese einfach nicht mit der Menopause in Verbindung. Dabei treten bei etwa 3 bis 5 Prozent der deutschen Frauen die Wechseljahre 10 bis 15 Jahre früher ein.

Was versteht man unter Menopause und Wechseljahren?

Ganz einfach: Die Menopause ist deine allerletzte Regelblutung. Die sogenannten Wechseljahre sind die Phase, in der die Eierstöcke langsam immer inaktiver werden, der Körper die Produktion der Hormons Östrogen herunterfährt und die Abstände zwischen den Monatsblutungen größer oder unregelmäßiger werden, bis die Periode schlussendlich ganz aussetzt.

Dieser Prozess ist bei Frauen ab 40 völlig normal. Klar, die Periode nervt, aber wenn sie schon mit Mitte 30 nicht mehr kommt und du ganz sicher nicht schwanger bist, kann frau sich schon mal wundern.

Woran erkenne ich vorzeitige Wechseljahre?

Vorzeitige Menopause
Durch die hormonellen Veränderungen während der Menopause sind viele Frauen schneller erschöpft. © fizkes / Shutterstock.com

Die Symptome der Wechseljahre können von Frau zu Frau stark variieren. Diese 6 körperlichen Veränderungen können ein Anzeichen dafür sein, dass dein Körper die Produktion von Östrogen herunterfährt, und keine Eizellen mehr heranreifen:

1. Verringerte Libido

Es ist nicht nur eine vorübergehende Flaute: Obwohl in deiner Beziehung alles stimmt, vergeht dir zunehmend die Lust auf Sex.

2. Hitzewallungen

Dir wird immer öfter ganz plötzlich heiß, du schwitzt stärker und dein Puls steigt an. (Während der Periode sind Hitzewallungen übrigens normal und sollten dich nicht unnötig beunruhigen.)

3. Schlaflosigkeit

Tief und fest durchschlafen war früher: Du liegst nachts oft wach, die Tiefschlafphasen sind kurz und gleichzeitig oft begleitet von Nachtschweiß und Ängsten.

4. Plötzliche Gewichtszunahme

Es ist wie verhext: Obwohl sich an deinen Sport- und Ernährungsgewohnheiten nichts geändert hat, steigt auf einmal die Zahl auf der Waage.

5. Energielosigkeit

Manchmal ist es, als wäre dein Akku komplett leer: Du fühlst dich bemerkenswert oft schlapp und bist außerdem schneller erschöpft, etwa bei körperlichen Tätigkeiten.

6. Stimmungsschwankungen

Du bist eigentlich kein launischer Mensch, aber in letzter Zeit fahren deine Emotionen ohne erkennbaren Grund regelmäßig Achterbahn. Auf himmelhoch jauchzend folgt bald betrübte Mistlaune.

Du musst da aber gar nicht nicht herumdeuteln: Ob du dich tatsächlich schon in den Wechseljahren befindest, kann in den ersten Tagen des Zyklus durch einen Bluttest beim Gynäkologen getestet werden. Dabei werden das Follikel stimulierende Hormon (FSH) und Östrogen gemessen.

Stimmungsschwankungen bis hin zu Depressionen können Anzeichen einer vorzeitigen Menopause sein
Stimmungsschwankungen bis hin zu Depressionen können Anzeichen einer vorzeitigen Menopause sein. © fizkes / Shutterstock.com

Welche Risiken birgt die frühzeitige Menopause?

Da das Hormon Östrogen für den weiblichen Körper ab der Pubertät für viele wichtige Funktionen zuständig ist, entstehen verschiedene Risiken, sobald dieses Hormon zu früh wegfällt. Folgende Risiken können eintreffen:

  • Osteoporose
    Das Hormon Östrogen ist für die Bildung starker Knochen zuständig. Da der Körper bei einer frühzeitigen Menopause länger ohne dieses Hormon auskommen muss, ist die Gefahr, an Osteoporose zu erkranken, durch frühzeitige Wechseljahre größer.
  • Herzkrankheiten
    Nicht nur deine Knochen brauchen Östrogen, es entspannt auch die Muskulatur um die Blutgefäße, gleicht Bluthochdruck aus und hält die Arterien frei von Embolien, Blutklumpen und Blockaden.
  • Demenz
    Bei Frauen mit vorzeitiger Menopause kann auch der kognitive Verfall früher einsetzen. Auch ein erhöhtes Risiko an Demenz zu erkranken, wurde mit dem Fehlen von Östrogen in Verbindung gebracht.
  • Depressionen
    Griechische Forscher fanden heraus, dass Östrogen den Wohlfühl-Neurotransmitter Serotonin im Gehirn stimuliert. Fehlt Östrogen, hat das also Auswirkungen auf deine Stimmung. Außerdem können Symptome der Menopause, insbesondere wenn sie nicht richtig diagnostiziert wurden, wirklich verwirrend und emotional belastend sein und so das Risiko für Depressionen erhöhen.
Vorzeitige Menopause
Mit dem richtigen Lebensstil kannst du einige Ursachen für eine vorzeitige Menopause vorbeugen. © fizkes / Shutterstock.com

5 Tipps, wie du frühzeitigen Wechseljahren vorbeugst

Soviel vorab: Die Menopause lässt sich nicht aufhalten oder umkehren. Denn jede Frau hat eben nur eine ganz bestimmte Menge an Eizellen in ihren Eierstöcken. Wann genau der hormonelle Übergang für dich beginnt, wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Dazu gehören zum einen die genetische Veranlagung, die Familiengeschichte (frag mal bei deiner Mutter nach), sowie Über- und Untergewicht. Die genetische Komponente lässt sich leider nicht beeinflussen, aber ein paar andere Einflussfaktoren hast du selbst in der Hand:

1. Sport

Durch Sport werden deine Hormone reguliert und dein Körperfettanteil bleibt auf einem konstanten Niveau. Übermäßiges Trainieren ist allerdings eher ungesund, da es ein hormonelles Ungleichgewicht verursachen kann, das zu unregelmäßigen Ovulationen und möglicherweise zu frühem Hormonabbau führen kann.

2. Nicht rauchen

Du rauchst noch? Versuche, schnellstmöglich aufzuhören. Laut der American Society of Reproduktive Medicine ist Rauchen eine der häufigsten Ursachen für eine frühe Menopause.

Chemikalien in Zigaretten wie Nikotin, Cyanid und Kohlenmonoxid können den Verlust von Eizellen beschleunigen. Sind die einmal abgestorben, können sie sich leider auch nicht wieder regenerieren. Aus diesem Grund kommen Raucherinnen durchschnittlich 4-5 Jahre eher in die Wechseljahre als Nichtraucherinnen.

3. Plastik meiden

Kann es sein, dass Make-up, Duschgel, Plastikflaschen und Essen aus der Mikrowelle schwerwiegende hormonelle Veränderungen hervorrufen? Wissenschaftler überprüfen hier tatsächlich eine mögliche Verbindung.

Vorläufige Untersuchungen zeigten bereits, dass eine frühe Menopause teilweise durch Chemikalien in der Umwelt ausgelöst werden kann. In Plastik werden immer wieder sogenannte endokrine Disruptoren gefunden, die den Hormonhaushalt beeinflussen.

4. Weniger Alkohol

Alkohol alleine kann zwar eine frühe Menopause nicht auslösen, aber zu viel Alkohol in Verbindung mit Koffein kann deine Fruchtbarkeit einschränken.

5. Gewicht halten

Weil Östrogen im Fettgewebe gespeichert wird, ist Übergewicht eine der Hauptursachen für zu viel Östrogen. Das ist ungesund, denn zu viel Östrogen kann zu Ovarialversagen führen.

Auch problematisch: Bei starkem Untergewicht kann es passieren, dass der Körper alle nicht lebensnotwendigen Systeme wie deine Fruchtbarkeit abschaltet. Egal an welchem Ende des Gewichtsspektrums du dich befindst: Je extremer, desto wahrscheinlicher ist eine frühe Menopause.

Wie wirkt eine Hormonersatztherapie?

Um die Symptome der Menopause zu lindern und die langfristigen Auswirkungen zu reduzieren, gibt es eine Behandlung, die den Östrogenspiegel deines Körpers durch eine chemisch identische Alternative ersetzt (das sogenannte HRT). Das Mittel wird in einer niedrigeren Dosis gegeben und normalisiert den Menstruationszyklus. Spreche deine Gynäkologin darauf an!

Früher oder später stehen auch dir die Wechseljahre bevor. Das ist normal und gehört zum Leben einer Frau nun mal dazu. Wer die Anzeichen rechtzeitig erkennt, kann den Risiken der Menopause entgegenwirken und fühlt sich nicht ganz so verloren, wenn die Hormone aus dem Gleichgewicht geraten.

01.11.2019| Emma Pritchard, Cathryne Keller, Charlotte Hilton Andersen, Aylin Tuna © womenshealth.de
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