Schwangerschaftsabbruch Abtreibung kann für die Frau gesünder sein als Austragen

Auch eine Schwangerschaft kann mit gesundheitlichen Risiken einhergehen. © Valeriya Anufriyeva / Shutterstock.com

Schadet eine Abtreibung der Gesundheit der Frau? Eine Studie zeigt, dass eher Frauen, denen der Abbruch verwehrt wurde, gesundheitliche Probleme haben

Es gibt viele Argumente gegen eine Abtreibung, die meisten davon im Sinne des ungeborenen Kindes. Doch es rückt immer mehr in den Fokus, auch nach dem Wohlbefinden, den Gefühlen und Bedürfnissen der Mutter zu schauen. Dass Frauen nach einer Abtreibung psychische Schäden davontragen können, ist durch Studien längst als Angstmärchen der Abtreibungsgegner entlarvt.

Darüber hinaus zeigt sich nun, dass ein Schwangerschaftsabbruch für die körperliche Gesundheit der Frau nicht gefährlicher ist als das Austragen des Kindes. Möglicherweise ist sogar das Gegenteil der Fall: Frauen, die abtreiben wollten, aber nicht durften, hatten in den Jahren nach der Geburt ein höheres Krankheitsrisiko als die, welche den Abbruch durchführen ließen.

Studie: Frauen, denen Abtreibung verwehrt wird, sind öfter krank

Die Studie an der University of California San Francisco (UCSF) legt nahe, dass Frauen, die sich für eine Abtreibung entschieden haben und diese auch durchführen ließen, weniger über gesundheitliche Probleme klagten als Frauen, denen der Eingriff verwehrt wurde.

Frauen, die gegen ihren Willen ein Kind austrugen, klagten beispielsweise der Studie zufolge zu 29 Prozent häufiger über Migräne oder chronische Kopfschmerzen als diejenigen Frauen, die im ersten Schwangerschaftstrimester einen Abbruch durchführen ließen. Unter den Frauen, die nicht abtreiben konnten, gaben 27 Prozent an, sie seien gesundheitlich in schlechter Verfassung. Unter denen, die innerhalb des ersten Schwangerschaftsdrittels abtrieben, sagten dies nur 20 Prozent.

Dass eine ungewollt ausgetragene Schwangerschaft das Risiko der Mutter, psychische Probleme zu erleiden, im Vergleich zu den Frauen, die abtrieben, erhöhen kann, zeigte bereits 2017 eine andere Studie an der UCSF.

Beide Studien sind Teil der Turnaway Study, in deren Rahmen gezielt untersucht wird, welche unterschiedlichen Effekte sich ergeben, je nachdem, ob eine Frau eine unbeabsichtigte Schwangerschaft austrägt oder nicht.

Sterberisiko bei der Geburt: Bei ungewollter Schwangerschaft höher?

Eine andere Erkenntnis im Rahmen der Turnaway Study ist ebenfalls alarmierend: Bei den Frauen, die eine unbeabsichtigte Schwangerschaft austrugen, obwohl sie hatten abtreiben wollen, kamen während der Geburt mehr zu Tode als es normalerweise der Fall ist.

Das Sterberisiko bei Geburten liegt in den USA üblicherweise bei 0,1 Prozent. Von den untersuchten Frauen, denen die Abtreibung verwehrt wurde, starben aber 1,2 Prozent bei der Geburt.

Professionell durchgeführte Abtreibung: nicht riskant für die Frau

Mit ihrer Studie möchten aber die US-Wissenschaftlerinnen keineswegs den Eindruck erwecken, dass Abtreibung "gesundheitsförderlich" im Sinne einer Kur ist. Sie wollen vor allem dem Argument der Abtreibungsgegner entgegentreten, dass Frauen sich bei einer Abtreibung einem erhöhten gesundheitlichen Risiko aussetzten. Dem ist nicht so. Ein professionell durchgeführter Abbruch ist sicher und effektiv.

Es geht ausdrücklich um legale, medizinisch korrekt durchgeführte Abtreibungen, denn gerade illegal durchgeführte Schwangerschaftsabbrüche setzen Frauen einem erhöhten Risiko aus. Um illegale Abtreibungen zu verhindern und so die Gesundheit der Frauen zu schützen, ist wiederum eine liberale Gesetzgebung in Bezug auf Abtreibung wichtig.

Dass ein Schwangerschaftsabbruch die Gesundheit der Frau gefährdet, ist so nicht haltbar. Eher kann sie neuen Studien zufolge gesundheitliche Nachteile erleiden, wenn sie genötigt wird, gegen ihren Willen ein Kind auszutragen.

19.06.2019| © womenshealth.de
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