Depression So erkennen und behandeln Sie erste Warnsignale einer Depression

Sie können immer mal einen schlechten Tag haben – gefährlich wird's, wenn die Stimmung gar nicht mehr aufhellt. © Africa Studio / Shutterstock.com

Frauen erkranken doppelt so oft wie Männer an einer Depression. Welche Ursachen das hat, an welchen Symptomen Sie die Negativ-Spirale erkennen und wie Sie ihr erfolgreich entkommen

Sie haben an nichts mehr Freude, auf nichts mehr Lust? Der Gedanke, sich im Schlafanzug alleine unter der Bettdecke zu verkriechen, das Handy abzuschalten, Serien in Endlosschleife zu gucken und heulend Schokolade in sich hineinstopfen, erscheint Ihnen verlockender als jeglicher Kontakt zur Außenwelt? Das können erste Warnsignale für eine drohende Depression sein, aber eben auch nur Anzeichen einer harmlosen melancholischen Episode, wie sie alle Menschen gut kennen.

Negative Grübeleien können das Leben auf den Kopf stellen. Doch meist überfällt Sie der Blues oft nur zeitweise und Sie sonnen sich nach ein paar Tagen im Seelenregen schon wieder im Licht des Lebens. Wenn Sie ehrlich sind, tut es ja manchmal auch ganz gut sich in Selbstmitleid zu suhlen. Schließlich führt es meist dazu, dass Sie anschließend noch klarer sehen, was uns gut tut und was nicht. Hier klären wir den Unterschied zwischen der leichten Verstimmung und Ansätzen zur Depression und liefern Ansätze zur Hilfe.

Definition: Was genau ist eine Depression?

Was genau ist also eine Depression? Sie gehört zu den so genannten affektiven Störungen. Das sind Erkrankungen, bei denen es zu Schwankungen der Stimmung und des Antriebs kommt. Die Depression wird von Betroffenen nicht als tiefe Traurigkeit beschrieben, viel eher als ein Zustand, in dem die Empfindung aller Emotionen gemindert ist – quasi als Gefühlslosigkeit. Menschen, die depressiv erkrankt sind, fühlen sich häufig, als stecken sie in einer dicken Wolke fest.

Problematisch wird es aber, wenn Grübelei und permanente Unlust über einen Zeitraum von mindestens 2 Wochen anhalten und nicht auf ein traumatisches Erlebnis zurückzuführen sind. Mit dem Hang zum Schwermut hat Depression wenig zu tun. "Es ist eine ernsthafte, oft auch lebensbedrohliche Erkrankung, die in jedem Fall konsequent behandelt werden muss", erklärt Professor Dr. Ulrich Hegerl, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Leipzig. Allein in Deutschland leiden rund 5 Prozent der Bevölkerung an Depressionen, das sind rund 4 Millionen Menschen. Frauen bekommen doppelt so oft die Diagnose Depression wie Männer.

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) stehen depressive Erkrankungen an erster Stelle der Ursachen für eine verminderte Lebensqualität. Obwohl die Krankheit so häufig auftritt, wird sie in der Öffentlichkeit zu wenig wahrgenommen oder oft missverstanden.

Menschen, die an einer depressiven Störung leiden, fällt es oft schwer, über ihren Zustand zu sprechen. Sie fühlen sich "wie versteinert". © Africa Studio / Shutterstock.com

Was sind typische Symptome einer Depression?

Eine Depression kann entweder relativ plötzlich in einen bisher gut funktionierenden Alltag einbrechen oder sich allmählich einschleichen. Deswegen ist es wichtig, die Symptome früh zu erkennen, um einem Voranschreiten vorzubeugen. Die Signale unterscheiden sich in 2 Kategorien: in Hauptsymptome und weitere Zusatzsymptome. Wenn mindestens 2 Haupt- und 2 Zusatzsymptome für mehr als 2 Wochen vorliegen, könnte das ein Hinweis auf eine Depression sein.

Hauptsymptome einer depressiven Störung

Die am häufigsten auftretenden Warnsignale einer Depression sind:

  • Verlust von Freude und Interesse
  • Depressive Verstimmung
  • Antriebslosigkeit

Weitere Symptome einer depressiven Störung

Der Verlauf einer Depression ist individuell, es gibt dennoch spezifische Hinweise auf die Erkrankung. Von einer erhöhten Depressions-Wahrscheinlichkeit sprechen Mediziner, wenn zu mindestens 2 der genannten häufigsten Symptome weitere 2 der folgenden oft auftretenden Warnsignale hinzukommen:

  • Schlafstörungen
  • Verminderte Konzentration
  • Reduzierte Aufmerksamkeitspanne
  • Geringes Selbstwertgefühl und wenig Selbstvertrauen
  • Appetitlosigkeit
  • Schuldgefühle
  • Gefühle von Wertlosigkeit
  • Pessimistischer Blick in die Zukunft
  • Suizidgedanken

Was empfinden von einer Depression Betroffene?

Die psychische Erkrankung verändert die Welt der Betroffenen. Außer durch spezifische Symptome lässt sich eine Depression auch an der Beschreibung des Lebens und Alltags der Erkrankten erkennen. Menschen, die an einer depressiven Störung leiden, fällt es oft schwer, über ihren Zustand zu sprechen. Sie fühlen sich "wie versteinert", grübeln ständig und zweifeln an sich selbst. Eine innere Leere, Schuld und Angst machen sich breit. Negative Denkmuster bestimmen den Alltag depressiver Patienten. Sie stehen den eigenen Fähigkeiten, dem eigenen Aussehen und der Zukunft pessimistisch gegenüber. Einige Erkrankte entwickeln auch Wahnvorstellungen, beispielsweise der Glaube, unheilbar krank zu sein. Viele haben wenig oder keine Hoffnung, dass ihre Krankheitsepisode durch Therapie gut behandelbar sei.

Auch körperlich macht sich die Depression bemerkbar: Zu den häufig auftretenden Schlafstörungen kommt oft eine chronische bleierne Müdigkeit am Tag. Depressive haben kaum Lust auf Sex und wenig Appetit, ein Gewichtsverlust ist nicht selten. Auch Schmerzen, wie zum Beispiel Kopf- und Rückenschmerzen, treten oft auf.

Etwa jede 4. Frau und jeder 8. Mann ist im Laufe des Lebens von einer Depression betroffen. © Africa Studio / Shutterstock.com

Wie verhalten sich Menschen mit einer Depression?

Menschen mit der psychischen Störung meiden häufig soziale Kontakte und stellen Hobbys ein. Einige können sogar ihrem Beruf nicht mehr nachgehen, die soziale Isolation droht. Betroffene sprechen eher leise und monoton, sind insgesamt sehr zurückhaltend. Es gibt aber auch Menschen, die alles versuchen, um ihren Zustand so lange wie möglich zu verstecken, die sich verstellen und nach außen "ganz normal" erscheinen. Das macht es den Menschen im Umfeld natürlich umso schwerer, zu helfen und zu unterstützen.

Welche unterschiedlichen Arten von Depressionen gibt es?

Die psychische Erkrankung verläuft häufig in Phasen, die über mehrere Monate oder Jahre andauern können. Die Psychologie unterscheidet zwischen der Unipolaren Depression, der Bipolaren affektiven Störung und der Dysthemie.

Unipolare Depression

Diese Form bezeichnet eine Depression, die in Episoden auftritt. Heißt: Die graue Wolke hängt für einige Wochen oder Monate über der Seele und verschwindet dann wieder bis zur nächsten Episode. Die Störung wird ihrerseits wieder in eine leichte, mittlere oder schwere Form unterteilt.

Bipolare affektive Störung

Menschen, die an dieser Form der Depression leiden, kennen nicht nur depressive, sondern auch manische Episoden. In diesen Phasen sind sie von einem enormen Tatendrang getrieben, sind gut drauf, brauchen wenig Schlaf, sprudeln häufig sehr vor Ideen und Unternehmungslust und verfallen auch mal einem Kaufrausch.

Dysthemie

Die Dysthemie bezeichnet eine chronisch verlaufende Form der Depression. Sie ist meist leicht ausgeprägt und beginnt im frühen Erwachsenenalter.

Diagnose: Wie werden Depressionen erkannt?

Die Diagnose wird anhand der Krankheitszeichen erstellt. Die Krankheit lässt sich in der Regel gut von Melancholie oder Niedergeschlagenheit abgrenzen. Trotzdem fällt es Ärzten oft nicht leicht, sie als behandlungsbedürftig festzustellen, da Dauer und Intensität der Symptome stark variieren und gezieltes Nachfragen nötig ist. Hinzu kommt, dass die Betroffenen oft nicht über die psychischen Verstimmungen sprechen, sondern eher über körperliche Probleme wie zum Beispiel Kopf- und Rückenschmerzen klagen. Laut Angaben der Stiftung Deutsche Depressionshilfe bleibt mehr als die Hälfte aller Depressionen beim Arztbesuch unerkannt.

Sind Frauen öfter von Depressionen betroffen?

Es hat zunächst den Anschein: Bei Frauen diagnostizieren Ärzte mehr als doppelt so häufig eine Depression wie bei Männern. "Das Risiko, als Erwachsener im Laufe des Lebens an einer Depression zu erkranken, liegt nach neueren Studien für Frauen bei 21 bis 23 und für Männer bei 11 bis 13 Prozent. Das heißt: Etwa jede 4. Frau und jeder 8. Mann ist im Laufe des Lebens von einer Depression betroffen", erklärt Depressions-Experte Hegerl. Aber die Statistik ist mit Vorsicht zu genießen.

Für den Geschlechterunterschied gibt es unterschiedliche biologische und psychosoziale Erklärungen, sagt Hegerl. "Bei Männern ist eine Depression manchmal schwieriger zu erkennen. Frauen sprechen eher über ihre Ängste und Stimmungsschwankungen, so dass die Diagnose häufiger gestellt wird", so Hegerl. Ein weiterer möglicher Grund: Frauen gehen überhaupt häufiger zum Arzt. Wer – wie viele Männer – mit einer Depression gar nicht erst zum Arzt geht, wird diese auch nicht diagnostiziert.

Letztlich gibt es nie den einen entscheidenden Faktor, die Bedingungen für eine Depression sind so individuell wie der Mensch selbst. "Unterschiede in den Genen, den Hormonen und anderen biologischen Aspekten spielen eine Rolle. Spezialfälle wie das prämenstruelle Syndrom zeigen, dass Geschlechtshormone die Stimmung beeinflussen können", erklärt der Mediziner.

Wenn die Traurigkeit Saison hat: Depressive Verstimmungen treten nicht selten im Winter auf. © Africa Studio / Shutterstock.com

Welche Ursachen hat eine Depression?

Die Frage wie eine Depression entsteht, stellen sich seit Jahren viele Mediziner und Psychologen. Einig ist man sich, dass die Erkrankung meist nicht einen einzigen Auslöser hat, sondern dass mehrere Faktoren zusammenspielen.

Neurobiologische Ursachen

Mit neurobiologischen Auslösern sind genetische Faktoren gemeint. Einflüsse der Gene sind bei Depressionen gut belegt. Daneben spielen auch körperliche Faktoren einer Rolle bei der Entstehung der Krankheit, beispielsweise die Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin im Gehirn oder Stresshormone. 

Psychosoziale Auslöser

Traumatische Lebenserfahrungen verstärken das Risiko depressiv zu werden (Vulnerabilität). Psychosoziale Ursachen einer depressiven Episode können zum Beispiel der Verlust einer Bezugsperson (z. B. Eltern), Missbrauchs- und Gewalterfahrungen, der Verlust der Arbeitsstelle oder chronische Überlastungen sein. Erstaunlich: Auch scheinbar positive Ereignisse wie eine Beförderung können Ursache für eine Depression sein. Die Erkrankung ist nicht zwangsläufig stets eine Reaktion auf ein traumatisches Ereignis, sie kann viele andere Ursachen haben. Andersherum muss eine negative Erfahrung nicht zwingend eine Depression auslösen.

Gibt es unterschiedliche Gründe für Depressionen bei Frauen und Männern?

"Hinsichtlich der Krankheitszeichen sind Depressionen bei Frauen und Männern recht ähnlich. Was unterschiedlich ist, sind eher die Themen: zum Beispiel Schuldgefühle, Sorge und Hoffnungslosigkeit. Diese Themen holt sich die Depression jeweils aus dem täglichen Leben und hier gibt es Geschlechtsunterschiede. Das heißt, sowohl Frauen als auch Männer sind voller Sorgen, jedoch wegen anderer Themen", so der Depressions-Experte.

Zu den bereits genannten Ursachen einer Depression, die bei beiden Geschlechtern – unabhängig von Alter und sozialer Herkunft – gleichermaßen auftreten, gibt es auch Auslöser, die tendenziell eher bei Frauen Depressionen auslösen können. Dazu gehören:

Stress und Überforderung

Viele Frauen klagen über chronischen Zeitmangel. Sie stehen unter dem permanenten Druck, alles perfekt machen zu wollen. Beruf, Freizeit, Familie – der Spagat im Alltag ist häufig sehr kräfteraubend und nervenzehrend.

Ein Verzicht auf Karriere ist da übrigens nicht das Allheilmittel. Im Gegenteil: Untersuchungen ergaben, dass Frauen, die aus dem Berufsalltag ausgestiegen sind, um sich den Kindern zu widmen, häufiger depressiv werden, als solche die weiterhin arbeiten. Die Abkehr von ihrem Ideal der karrierebewussten Frau löst scheinbar einen inneren Konflikt aus.

Insgesamt denken Frauen viel zu oft an das "Wir" statt an das "Ich", sie versuchen Harmonie herzustellen, obwohl ihnen manchmal gar nicht danach ist. Das kann zu einem schlechten Selbstwertgefühl und eben auch in eine Depression führen.

Beziehungsprobleme

Befragungen von depressiven Frauen zeigten deutlich, dass sie mehr als Männer unter Problemen in der Partnerschaft leiden. Sie berichten beispielsweise davon, sich nicht geborgen zu fühlen oder unglücklich zu sein. Studien beweisen, dass verheiratete Frauen ein höheres Depressionsrisiko haben als verheiratete Männer.

Die Ursache sehen Psychologen häufig darin, dass Frauen sich oft selbst die Schuld geben, wenn die Beziehung in Schieflage ist. Sie fühlen sich für eine funktionierende Partnerschaft verantwortlich. Grund ist hier häufig die kindliche Sozialisation, Mädchen werden dahingehend häufig anders erzogen als Jungen.

Hormone

Wie erwähnt spielen auch Hormone eine Rolle. Frauen erleben deren Wirkmacht zum Beispiel während des prämenstruellen Syndroms (PMS), in der Menstruation, nach der Geburt oder in den Wechseljahren. Starke Stimmungsschwankungen sind in diesen Zeiten völlig normal.

Das wichtigste bei längeren Phasen der Niedergeschlagenheit: Holen Sie sich professionelle Hilfe! © Africa Studio / Shutterstock.com

Eine entscheidende Rolle für das Risiko eine depressive Störung zu entwickeln, spielt möglicherweise das Hormon Östrogen. Es erhöht die Konzentration des Glücks-Hormons Serotonin und weiteren Botenstoffen im Gehirn. Ein Mangel an Serotonin kann zu Depressionen führen. Es wäre möglich, dass der niedrigere Östrogenspiegel nach der Menopause Depressionen verursacht.

Doch auch genetische Prädispositionen und Stressreaktionen sind hierfür entscheidend. Ob die Hormone tatsächlich ein Hauptauslöser für Depressionen bei Frauen sind, ist wissenschaftlich nicht ausreichend geklärt.

Welche Behandlung gibt es für Depressionen? Therapie im Überblick

Was hilft bei Depressionen? Darauf lässt sich keine allgemeingültige Antwort geben, verschiedene Wege sind möglich. "Es gibt allerdings sehr gute Behandlungsmethoden", so Professor Hegerl. Ganz wichtig: Frauen sollten sich unbedingt professionelle Hilfe suchen, um aus der Negativ-Spirale herauszukommen und ihr Selbstwertgefühl wieder zu steigern. Es gibt dafür keine Hausmittel. Die wichtigsten Säulen der professionellen Behandlung von Depressionen sind:

  • die Behandlung mit Medikamenten (Pharmokotherapie)
  • Psychotherapie
  • zusätzliche therapeutische Maßnahmen (zum Beispiel Physiotherapie)

Die besten Erfolge werden erzielt, wenn der behandelnde Mediziner eine für den Patienten individuelle Kombination der Therapiemaßnahmen erstellt.

Welche Möglichkeiten der Selbsthilfe gib es bei Depressionen?

Zunächst einmal keine: Eine ärztliche Beratung steht immer am Anfang. Aber bei leichten Verlaufsformen depressiver Episoden können je nach Typ Sport- und Bewegungstherapie, Entspannungsmethoden, regelmäßige Gespräche oder pflanzliche Heilmittel als Behandlung helfen. Wenn Sie häufig saisonal, zum Beispiel im Winter, unter depressiven Verstimmungen leiden, kann Ihnen vielleicht die Lichttherapie helfen. Dabei schauen Betroffene längere Zeit in eine spezielle Lichtquelle. Das Licht aktiviert die Hormon-Ausschüttung im Hirn und soll die Stimmung positiv beeinflussen.

Aus jeder depressiven Verfassung kann es einen Ausweg geben, lassen Sie sich nicht unterkriegen! © Africa Studio / Shutterstock.com

Wie hilfreich sind Selbsthilfegruppen bei Depressionen?

Bei schwereren Verläufen können auch Selbsthilfegruppen beim Umgang mit der Erkrankung helfen, etwa dabei, das Selbstwertgefühl zu steigern. Der Austausch mit anderen Erkrankten tut Betroffenen meist gut. Sie spüren, dass sie der Krankheit, die in der Gesellschaft häufig noch tabuisiert wird, nicht allein sind. Die Gruppe bietet auch die Chance, gemeinsam aktiv zu werden. Da Depressive oft unter Antriebslosigkeit leiden, kann ihnen die Unterstützung bei der Überwindung der depressiven Episode helfen. Der Gang sich selbst Hilfe zu suchen, setzt jedoch eine zumindest geringe Motivation voraus, an der Situation etwas ändern zu wollen – und den Mut, (gemeinsam mit anderen) über den eigenen dunklen Schatten zu springen.

Wie können Online-Angebote bei Depression helfen?

Trotz vieler Anlaufstellen fällt es vielen Betroffenen immer noch nicht leicht, über ihre psychische Situation zu sprechen oder sich Hilfe zu holen. Es ist schon paradox: Obwohl wir uns öffentlich um unsere Fitness und gesunde Ernährung kümmern, bleibt die Pflege der Seele oft mit einem negativen Beigeschmack behaftet. Weiteres Problem: In vielen Regionen sind Therapeuten rar und ausgebucht, die Wartelisten lang. Um der Psychotherapie das Stigma zu nehmen und Betroffenen eine Hoffnung auf schnelle Hilfe zu bieten, gibt es schon länger Online-Portale, die systematische Selbsthilfe und persönliche Chats mit Psychologen verbinden. Die Erfahrungen mit Online-Therapie-Angeboten ist gut. "Psychische Gesundheit sollte weder vom Geldbeutel, der Versorgungssituation noch Scham und Stigma abhängen", sagt Kati Bermbach, die mit anderen das Portal "Selfapy" (selfapy.de) gegründet hat. Angemeldete Nutzerinnen durchlaufen dort zum Beispiel online Selbsthilfekurse gegen Depressionen und chatten bei Bedarf 20 bis 45 Minuten mit einem Psychologen. "Für viele ist die Hemmschwelle, sich zu öffnen, dann niedriger", so Bermbach.

Wichtige Adressen bei Fragen zum Thema Depression

Informationen zu Gruppen und Hilfsangebote in Ihrer Nähe finden Sie auf der bundesweiten Selbsthilfeplattform Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen.

Eine kostenlose Emailberatung bekommen Betroffene und Angehörige bei der Deutschen Depressionsliga: Um Rat fragen.

28.09.2018| © womenshealth.de
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