Verhütung ohne Hormone Die 7 besten hormonfreien Verhütungsmethoden

Immer mehr Frauen ziehen hormonfreie Verhütungsmethoden der Pille vor.
Kupferspirale, Temperatur messen oder doch Kondome? Es gibt viele Wege, hormonfrei zu verhüten. © Jet Cat Studio / Shutterstock.com

Geht es auch ohne die Pille? Na klar! Diese 7 Verhütungsmethoden kommen ohne Hormone aus. So funktionieren sie, so sicher sind sie

Die Pille ist in der Regel ein zuverlässiges Verhütungsmittel, keine Frage. Ihre Einführung in den 1960er Jahren wurde als Meilenstein in der Geschichte der Selbstbestimmung der Frau gefeiert. Aber die Pille hat viele Schattenseiten.

Nicht wenige Frauen spüren auch gesundheitliche Beeinträchtigungen durch die Hormonzufuhr: Kopfschmerzen bis hin zu Migräne, depressive Verstimmungen, Libidoverlust und Gewichtszunahme sind gar nicht so seltene Begleiterscheinungen.

Wer darunter leidet, erfährt oft durch den Umstieg auf eine hormonfreie Verhütung ein ganz neues, positives Körpergefühl. Darum haben wir hier die besten Methoden zur hormonfreien Verhütung für dich zusammengestellt.

Warum solltest du hormonfrei verhüten?

Wenn du unter einigen der genannten körperlichen Beschwerden leidest, ist die hormonfreie Verhütung einen Versuch wert, um dich wieder wohler in deiner Haut zu fühlen. Auch wenn du keine konkreten Beschwerden hast, die potenziellen Nebenwirkungen der Pille dich aber abschrecken, ist das den Blick auf die Alternativen wert. So ist etwa laut einer Studie das Risiko, durch Einnahme der Pille eine Thrombose, also ein lebensgefährliches Blutgerinnsel, zu erleiden, deutlich erhöht.

Für Frauen, die viel reisen und in unterschiedlichen Zeitzonen unterwegs sind, bieten hormonfreie Verhütungsmittel zudem mehr Sicherheit: Denn wird die regelmäßige, punktgenaue Pilleneinnahme zum Problem, steigt das Risiko, ungewollt schwanger zu werden, signifikant an.

Auch und gerade wenn du die Pille vor allem nimmst, weil Männer sagen, sie könnten "nicht so gut mit Kondom" solltest du dir gut überlegen, ob du nur aus dem Grunde deinen Körper diesem hormonellen Dauerfeuer aussetzen willst.

Wie sicher ist hormonfreie Verhütung?

Sagen wir: Eine hohe Sicherheit ist möglich. Sichere Verhütung ohne Hormone klingt für viele unvorstellbar und manche hormonfreie Verhütungsmittel gelten zu Recht als unsicher. Das gilt aber nicht für alle.

Wie sicher ein Verhütungsmittel ist, verrät der Pearl-Index. Der Wert gibt an, wie viele von 100 Frauen trotz der Anwendung einer bestimmten Verhütungsmethode in einem Zeitraum von 12 Monaten schwanger wurden. Dabei gilt: Je niedriger der Wert, desto besser. Zum Vergleich: Der Pearl-Index gängiger Anti-Baby-Pillen liegt bei etwa 0,1 bis 3,0, je nach Präparat. Da können einige der hormonfreien Strategien durchaus konkurrieren:

Diese 7 Verhütungsmethoden ohne Hormone sollte jede Frau kennen:

1. Die Kupferspirale

Der T-förmige, mit Kupfer umwickelte Plastikkörper wird in die Gebärmutter eingesetzt und verändert dort den Schleim und hemmt die Beweglichkeit der Spermien. Wird trotzdem ein Ei befruchtet, kann es sich durch die mechanische Wirkung der Spirale nicht in der Gebärmutter einnisten.

Vorteil: Mit der Spirale musst du dir 3 bis 7 Jahre keine Gedanken um die Verhütung machen, denn solange bleibt sie in der Gebärmutter.

Nachteil: Die Spirale ist ein Fremdkörper und verursacht eine Entzündung in der Gebärmutterschleimhaut. Außerdem können die Monatsblutung und Regelschmerzen durch die Spirale stärker werden.

Kosten: 120 bis 200 Euro.

Pearl-Index: 0,3 bis 0,8

Viele Frauen fühlen sich körperlich und seelisch mit einer hormonfreien Verhütungsmethode besser
Er findet Pille besser als Kondom? Dann weiß er vielleicht nicht, was die in deinem Körper anrichten kann. © Jet Cat Studio / Shutterstock.com

2. Die Kalendermethode

Bei der hormonfreien Verhütung mit der Kalendermethode wird die Periode dokumentiert und darauf basierend die fruchtbaren Tage errechnet.

Vorteil: Sie greift nicht in den natürlichen Zyklus ein und ist kostenfrei.

Nachteil: Da jeder Zyklus mal schwanken kann und sich der Eisprung nicht genau errechnen lässt, gilt sie zu Recht als unsicher und ist als alleinige Verhütungsmethode nicht empfehlenswert.

Pearl-Index: 9

3. Der Verhütungscomputer

Er misst die Östrogen- und LH-Konzentration im Morgenurin und bestimmt so deine fruchtbaren Tage.

Vorteil: Greift nicht in den Hormonhaushalt ein und ist einfach anzuwenden.

Nachteil: Relativ teuer und an den fruchtbaren Tagen muss zusätzlich verhütet werden.

Kosten: 125 bis 600 Euro

Pearl-Index: 6

4. Die Temperaturmessung

Morgens vor dem Aufstehen wird die Basaltemperatur gemessen. Denn nach dem Eisprung steigt diese um 0,2 bis 0,5 Grad an. Wichtig: Ein Thermometer mit 2 Stellen nach dem Komma verwenden!

Vorteil: Du greifst nicht in den natürlichen Zyklus ein. Das morgendliche Messritual kann auch dazu führen, dass du bewusster wahrnimmst wie du dich fühlst.

Nachteil: Sichere Verhütung mit dem Thermometer erfordert viel Erfahrung und Disziplin. Außerdem können Alkohol, Medikamente, schlechter Schlaf oder Stress die Messergebnisse verfälschen.

Kosten: 2 bis 20 Euro

Pearl-Index: 0,8 bis 3

5. Die Billings-Methode

Der Schleim am Muttermund (Zervixschleim) verändert sich im Laufe des Zyklus. Kurz vor dem Eisprung wird er klar und spinnbar. So lässt sich auf den bevorstehenden Eisprung schließen.

Vorteil: Wie die Temperaturmessung ist auch die Billingsmethode eine Form der natürlichen Verhütung, die den Hormonhaushalt nicht beeinflusst.

Nachteil: Funktioniert nur bei einem stabilen Zyklus und regelmäßigen Lebensumständen. Der Zervixschleim ist durch äußere Einflüsse stark beeinflussbar und die Methode deshalb unsicher.

Pearl-Index: 15

Sprich mit deinem Partner über hormonfreie Verhütungsmethoden
Die Verhütungsmethode deiner Wahl sollte sicher sein, aber auch dein Körpergefühl nicht beeinträchtigen. © Jet Cat Studio / Shutterstock.com

6. Die symptothermale Methode

Kombination aus Kalender-, Temperatur- und Billings-Methode. Richtig angewendet ist sie ähnlich zuverlässig wie die Pille und neben der Kupferspirale die sicherste hormonfreie Verhütung.

Vorteil: Keine Hormone im Spiel – und du wirst zur Expertin für deinen eigenen Körper. Das Tolle: Die Methode lässt sich gezielt auch für den Kinderwunsch einsetzen, deshalb wird sie auch als „natürliche Familienplanung“ bezeichnet. Tipp: Zyklus-Apps wie Ovy helfen dabei, die Symptome zu dokumentieren und alles im Blick zu behalten.

Nachteil: Die Methode muss erlernt und sehr diszipliniert angewendet werden. Während der fruchtbaren Tage musst du entweder auf Sex verzichten oder zusätzlich verhüten.

Kosten: 2 bis 20 Euro für ein Thermometer

Pearl-Index: 0,4

7. Das Kondom

Ja, der Klassiker ist immer noch im Rennen und darf in dieser Auflistung hormonfreier Verhütungsmittel nicht fehlen. "Aber das kann doch reißen!“ – Ja, das kann passieren. Wie bei jeder Verhütungsmethode gilt: Je geübter es angewendet wird, desto sicherer ist es. Im Vergleich zum Diaphragma ist das Kondom noch relativ einfach anzuwenden.

Vorteil: Schützt auch vor Geschlechtskrankheiten und ist die einzige Lösung für geschützten Sex an den fruchtbaren Tagen.

Nachteil: Kondome sind nicht gerade beliebt und entfachen regelmäßig einen Streit darüber, wer denn nun für die Verhütung verantwortlich ist. Tipp: Nicht auf Diskussionen einlassen und einfach eins dabei haben. Lieber safe als sorry.

Kosten: etwa 60 Cent

Pearl-Index: 2 bis 12

Einige hormonfreie Verhütungsmethoden sind so sicher wie die Pille und daher eine Überlegung wert, gerade wegen der körperlichen Beeinträchtigungen durch die Hormongabe. Besprich mit deiner Gynäkologin, welche Methode für dich die beste ist. Beziehe deinen Partner mit ein schließlich sollte er auch Verantwortung übernehmen.

17.09.2019| © womenshealth.de
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