Verhütung ohne Hormone 7 hormonfreie Verhütungsmethoden, die Sie kennen sollten

Kupferspirale, Temperatur messen oder doch lieber Kondome? Wir haben die 7 gängigsten Methoden der hormonfreien Verhütung verglichen © Yuliya Yafimik / Shutterstock.com

Geht es auch ohne die Pille? Na klar! Diese 7 Verhütungsmethoden kommen ganz ohne Hormone aus. Wir klären, wie sie funktionieren und wie sicher sie sind

Wie sicher ist hormonfreie Verhütung?

Sichere Verhütung ohne Hormone klingt für viele unvorstellbar und manche hormonfreie Verhütungsmittel gelten zu Recht als unsicher. Das gilt aber nicht für alle: Wie sicher ein Verhütungsmittel ist, verrät der Pearl-Index. Der Wert gibt an wie viele von 100 Frauen trotz der Anwendung einer bestimmten Verhütungsmethode in einem Zeitraum von 12 Monaten schwanger wurden. Dabei gilt: Je niedriger der Wert, desto besser.

Diese 7 hormonfreien Verhütungsmethoden sollte jede Frau kennen:

1. Die Kupferspirale

Der T-förmige, mit Kupfer umwickelte Plastikkörper wird in die Gebärmutter eingesetzt und verändert dort den Schleim und hemmt die Beweglichkeit der Spermien. Wird trotzdem ein Ei befruchtet, kann es sich durch die mechanische Wirkung der Spirale nicht in der Gebärmutter einnisten.

Vorteil: Mit der Spirale braucht man sich 3 bis 7 Jahre keine Gedanken um die Verhütung machen, denn solange bleibt sie in der Gebärmutter.

Nachteil: Die Spirale ist ein Fremdkörper und verursacht eine Entzündung in der Gebärmutterschleimhaut. Außerdem können die Monatsblutung und Regelschmerzen durch die Spirale stärker werden.

Kosten: 120 bis 200 Euro.

Pearl-Index: 0,3 bis 0,8

2. Die Kalendermethode

Bei der hormonfreien Verhütung mit der Kalendermethode wird die Periode dokumentiert und darauf basierend die fruchtbaren Tage errechnet.

Vorteil: Sie greift nicht in den natürlichen Zyklus ein und ist kostenfrei.

Nachteil: Da jeder Zyklus mal schwanken kann und sich der Eisprung nicht genau errechnen lässt, gilt sie zu Recht als unsicher und ist als alleinige Verhütungsmethode nicht empfehlenswert.

Pearl-Index: 9

3. Der Verhütungscomputer

Er misst die Östrogen- und LH-Konzentration im Morgenurin und bestimmt so die fruchtbaren Tage.

Vorteil: Greift nicht in den Hormonhaushalt ein und ist einfach anzuwenden.

Nachteil: Relativ teuer und an den fruchtbaren Tagen muss zusätzlich verhütet werden.

Kosten: 125 bis 600 Euro

Pearl-Index: 6

4. Die Temperaturmessung

Morgens vor dem Aufstehen wird die Basaltemperatur gemessen. Denn nach dem Eisprung steigt diese um 0,2 bis 0,5 Grad an. Wichtig: Ein Thermometer mit 2 Stellen nach dem Komma verwenden!

Vorteil: Sie greifen nicht in den natürlichen Zyklus ein. Das morgendliche Messritual kann auch dazu führen, dass Sie bewusster wahrnehmen wie Sie sich fühlen.

Nachteil: Sichere Verhütung mit dem Thermometer erfordert viel Erfahrung und Disziplin. Außerdem können Alkohol, Medikamente, schlechter Schlaf oder Stress die Messergebnisse verfälschen.

Kosten: 2 bis 20 Euro

Pearl-Index: 0,8 bis 3

5. Die Billings-Methode

Der Schleim am Muttermund (Zervixschleim) verändert sich im Laufe des Zyklus. Kurz vor dem Eisprung wird er klar und spinnbar. So lässt sich auf den bevorstehenden Eisprung schließen.

Vorteil: Wie die Temperaturmessung ist auch die Billingsmethode eine Form der natürlichen Verhütung, die den Hormonhaushalt nicht beeinflusst.

Nachteil: Funktioniert nur bei einem stabilen Zyklus und regelmäßigen Lebensumständen. Der Zervixschleim ist durch äußere Einflüsse stark beeinflussbar und die Methode deshalb unsicher.

Pearl-Index: 15

Bei der natürlichen Verhütung wird der Zyklus ganz genau beobachtet. Dadurch lernt frau sich selbst noch besser kennen. © Yuliya Yafimik / Shutterstock.com

6. Die sympthothermale Methode

Kombination aus Kalender-, Temperatur- und Billings-Methode. Richtig angewendet ist sie ähnlich zuverlässig wie die Pille und neben der Kupferspirale die sicherste hormonfreie Verhütung.

Vorteil: Keine Hormone und Sie werden zur Expertin für den eigenen Körper. Das Tolle: Die Methode lässt sich gezielt auch für den Kinderwunsch einsetzen, deshalb wird sie auch als „natürliche Familienplanung“ bezeichnet. Tipp: Zyklus-Apps wie Ovy oder MyCycle helfen dabei, die Symptome zu dokumentieren und alles im Blick zu behalten.

Nachteil: Die Methode muss erlernt und sehr diszipliniert angewendet werden. Während der fruchtbaren Tage müssen Sie entweder auf Sex verzichten oder zusätzlich verhüten.

Kosten: 2 bis 20 Euro für ein Thermometer

Pearl-Index: 0,4

7. Das Kondom

Ja, der Klassiker ist immer noch im Rennen und darf in dieser Auflistung hormonfreier Verhütungsmittel nicht fehlen. „Aber das kann doch reißen!“ – Ja, das kann passieren. Wie bei jeder Verhütungsmethode gilt: Je geübter es angewendet wird, desto sicherer ist es. Im Vergleich zum Diaphragma ist das Kondom noch relativ einfach anzuwenden.

Vorteil: Schützt auch vor Geschlechtskrankheiten und ist die einzige Lösung für geschützten Sex an den fruchtbaren Tagen.

Nachteil: Kondome sind nicht gerade beliebt und entfachen regelmäßig einen Streit darüber, wer denn nun für die Verhütung verantwortlich ist. Tipp: Nicht auf Diskussionen einlassen und einfach eins dabei haben. Lieber safe als sorry.

Kosten: etwa 60 Cent

Pearl-Index: 2 bis 12

29.05.2017| © womenshealth.de
Anna Ullrich Fitness-Redakteurin
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