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Pille absetzen Das passiert, wenn du die Pille nicht mehr nimmst

Du möchtest die Pille absetzen und fragst dich, was danach mit Zyklus, Gewicht und Laune passiert? Wir erläutern alle Folgen und erklären, warum es sich lohnt

Allein in Deutschland verhüten etwa 7 Millionen Frauen mit der Antibabypille. Wurde sie in den 1960er-Jahren noch als Symbol der weiblichen Selbstbestimmung gefeiert, hat ihr Ruf inzwischen stark gelitten. Denn die Liste der Nebenwirkungen ist lang, die Studienlage erdrückend.

Es ist also eine naheliegende Frage: Steckt dein Körper das permanente Einwerfen synthetischer Hormone wirklich so leicht weg? Was würde passieren, wenn du einfach damit aufhörst?

In diesem Artikel:

Kann es wirklich gesund sein, jeden Tag synthetische Hormone zu schlucken?
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Kann es wirklich gesund sein, jeden Tag synthetische Hormone zu schlucken?

Welche gefährlichen Nebenwirkungen hat die Pille?

Die bedrohlichste Nebenwirkung der Pille ist die mögliche Entstehung von Thrombosen, die zu gefährlichen, manchmal sogar tödlichen Embolien führen können.

Bei Pillen-Nutzerinnen steigt die Zahl der Thrombosen deutlich an: Mit der Antibabypille der 2. Generation (etwa Evaluna oder Femigoa) trifft es rund 20 von 100. 000 Frauen. Und bei denen, die Präparate der 3. und 4. Generation (etwa Mayra, Yasmin oder Valette) schlucken, verdoppelt sich das Risiko noch einmal.

Zum Vergleich: Bei den Frauen, die nicht-hormonell verhüten, sind es 'nur' 10 von 100.000 Frauen, die eine Thrombose bekommen, so eine Studie, die im deutschen Ärzteblatt erschienen ist.

Auch die Wahrscheinlichkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Depressionen ist für Frauen, die mit der Pille verhüten, höher. Ein internationales Forscherteam stellte fest, dass die Pille schon nach knapp 3 Monaten einen negativen Einfluss auf das Wohlbefinden von Frauen hat. In der Studie gaben die Frauen an, sich weniger schwungvoll und energiegeladen zu fühlen und ihre Emotionen weniger im Griff zu haben.

Was passiert im Körper, wenn ich die Pille absetze?

Obwohl viele Frauen immer wieder darüber nachdenken, die tägliche Hormonzufuhr zu stoppen, sind sie sich unsicher, welche Konsequenzen das für ihren Körper haben wird.

Schließlich haben sie jahrelang von den positiven Nebenwirkungen wie der regelmäßigeren Periode, reiner Haut und vollem Haar profitiert. Wir klären, welche Bedenken unbegründet sind und mit welchen Folgen du tatsächlich rechnen solltest:

1. Die Periode wird unregelmäßiger

Nach dem Absetzen der Pille ist vor allem die Regelmäßigkeit der Periode ein großes Thema: "Der natürliche Zy­klus muss erst mal wieder in Gang kommen", sagt die Kölner Gynä­kologin Dr. Ursula Sottong. "Etwa ein Drittel der Frauen hat nach dem Absetzen der Pille unregelmäßige Zyklen."

Denn obwohl die Frauen die Pille nicht mehr nehmen, sind sie nicht sofort 'clean': "Die Hormone der Pille lagern sich in den Fettzellen des Körpers ein und werden nach dem Absetzen erst nach und nach abgebaut." Und das dauert seine Zeit: Es kann durchaus sein, dass die Periode wochenlang gar nicht kommt. Wer jedoch 3 Monate nach dem Absetzen immer noch keine Blutung hatte, sollte zum Arzt gehen.

2. Du wirst emotionaler

Dass du die Pille abgesetzt hast, bekommen deine Liebsten womöglich als Erstes zu spüren – auch wenn du ihnen kein Wort gesagt hast. Denn fällt der Einfluss der Pille weg, hat das auch Auswirkungen auf deine Stimmung. Warum? Weil der natürliche weibliche Zyklus von Hormonen gesteuert wird, deren Konzentration im Verlauf des Zyklus schwankt: In der ersten Hälfte steigt der Östrogenspiegel bis zum Eisprung stetig an, danach übernimmt Progesteron die Kontrolle – und beide haben einen unterschiedlichen Einfluss auf die Stimmung.

Durch die Einnahme einer Kombi-Pille (häufigster Pillentyp) bleibt der Hormonpegel da­gegen während des gesamten Zyklus gleich. Denn die täglich gelieferten Hormone Östrogen und Gestagen legen den natürlichen Zyklus praktisch lahm. Setzt du die Pille ab, fällt entsprechend der konstante Hormonspiegel weg – und die Stimmungsschwankungen sind wieder da.

Der Verzicht auf die Pille kann dir aber auch wahre Glücksgefühle bescheren, weil du emotionale Höhen intensiver wahrnimmst: "Vor allem kurz vor dem Eisprung ist es sehr gut möglich, dass die Frau sich besonders gut fühlt", erklärt Dr. Katrin Schaudig vom Hormonzentrum Hamburg.

3. Du bekommst unreine Haut und Haarausfall

Die Pille sorgt ja nicht nur dafür, dass die Verhütung safe ist, sondern auch, dass deine Gesichtshaut ziemlich rein ist. Weil in der Zeit der Pilleneinnahme das männliche Hormon Testosteron unterdrückt wird und der Östrogenspiegel sehr hoch ist, sind reine Haut und volles Haar beliebte Nebenwirkungen der Pille.

Fällt der Östrogenspiegel nach dem Absetzen nun aber ab, ändert sich das – und es fällt leider auch etwas anderes aus: "Ziemlich genau 3 Monate nach dem Absetzen haben viele Frauen kurzzeitig Haarausfall", so Schaudig.

Denn durch den hohen Östrogenspiegel dank Antibabypille werden mehr Haare als üblich in der Wachstumsphase gehalten. Mit dem Absetzen der Pille fällt der Östrogenspiegel plötzlich ab – und der Körper schickt die Haare von der Wachstums- in die Ruhephase, in der sie noch etwa 3 Monate bleiben, bevor sie ausfallen. Die gute Nachricht: "Innerhalb von 1 bis 2 Mo­naten normalisiert sich der Haarwuchs von allein."

Wer die Pille absetzen möchte, sollte ein paar wesentliche Dinge beachten
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Wer die Pille absetzen möchte, sollte ein paar wesentliche Dinge beachten, um die Umstellung für den Körper möglichst schonend zu gestalten.

4. Die Lust auf Sex steigt

Der Testosteronmangel hat auch sein Gutes: Da das männliche Hormon bei vielen Pillennutzerinnen die Libido eingeschränkt hat, wächst nach dem Absetzen der Pille bei einigen auch die Lust auf Sex.

5. Du verlierst Gewicht

Abnehmen, ohne etwas dafür zu tun? Klappt! "Das Östrogen der Pille kann 1 bis 2 Kilo Wasser im Körper binden", so Schaudig. Diese Wassereinlagerungen verschwinden nach dem Absetzen der Pille von allein.

Ja, das ist möglich. Klingt banal, aber wer sich jahrelang keine Sorgen um eine mögliche Schwangerschaft machen musste, sollte nach dem Absetzen der Pille besonders vorsichtig sein.

"Direkt nach dem Absetzen ist die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, besonders hoch", sagt Dr. Schaudig. Das liegt auch daran, dass die Ex-Pillennutzerinnen mit ihrer neuen Verhütungsmethode oft noch nicht so geübt sind.

Worauf sollte ich achten, wenn ich die Pille absetze?

Wenn du die Pille nach Jahren nicht mehr nimmst, bedeutet das für den Körper eine gravierende hormonelle Umstellung. "Deshalb gibt es für mich nichts Spannenderes als die Phase nach dem Absetzen der Pille", sagt Dr. Sottong. "Viele Frauen lernen die eigene Biologie erst dann richtig kennen und sind zum ersten Mal wirklich mit ihrer Fruchtbarkeit konfrontiert."

Deshalb sollte die Entscheidung, die Pille abzusetzen, nicht gedankenlos getroffen werden: Schaudig rät dringend davon ab, kurze Pillenpausen einzulegen, "nur um mal zu gucken wie es ist". Denn in den ersten 6 bis 12 Monaten der Einnahme ist das Thromboserisiko am höchsten.

Kopfschmerzen und keine Lust auf Sex sind noch die harmlosen Nebenwirkungen der Pille
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Kopfschmerzen und keine Lust auf Sex sind noch die harmlosen Nebenwirkungen der Pille.

Pille absetzen in 5 Schritten

Du willst die Pille absetzen, weißt aber nicht, wie du es am geschicktesten anstellst? Wir helfen dir dabei, die Pilleneinnahme kontrolliert zu stoppen:

Pille absetzen – Schritt 1: Geh für ein Check-up zum Arzt

Idealerweise solltest du erst einmal deine Gynäkologin aufsuchen, um dich über alternative Verhütungsmethoden zu informieren. Vielen jungen Frauen wird die Pille verschrieben, weil sie besonders strake oder unregelmäßige Blutungen hatten. Wenn du die Pille also nicht als reine Verhütungsmethode genutzt hast, dann stell dich sicherheitshalber darauf ein, dass frühere Zyklus-Unregelmäßigkeiten zurückkehren.

Pille absetzen – Schritt 2: Suche dir eine alternative Verhütungsmethode

Wenn du die Pille absetzt, aber noch keinen akuten Kinderwunsch hast, solltest du dich frühzeitig mit der Frage auseinandersetzen, wie die Verhütung in Zukunft ablaufen soll. Manche hormonfreie Methoden brauchen ein wenig Übung. "Jede Form der Verhütung – auch Pille oder Kondom – ist nur sicher, wenn sie richtig anwendet wird. Je erfahrener man damit ist, desto besser“, erklärt Sottong.

Pille absetzen – Schritt 3: Setze nun die Pille ab

Wie du die Pille absetzt, ist selbsterklärend: Du hörst auf, jeden Tag die kleine Filmtablette einzuschmeißen. Aber: Nicht mal eben mittendrin. Bevor du den Eierstöcken die Kontrolle überlässt, solltest du die letzte Packung noch zu Ende nehmen. Wenn du mittendrin mit der Pille aufhörst, bekommst du womöglich Zwischenblutungen und dein Hormonhaushalt kommt aus dem Gleichgewicht.

Pille absetzen – Schritt 4: Gönne deinem Körper eine Pause

Manche Frauen fühlen sich nach dem Absetzen der Pille wie auf einer Achterbahnfahrt oder zurück in ihre Jugend versetzt: Stärkere Perioden, schmerzhafte Krämpfe, vielleicht sogar Stimmungsschwankungen und Pickel können die Folge sein. Umgekehrt kann das aber auch bedeuten, dass viele Symptome, die du während deiner Pillen-Zeit erlebt hast, jetzt verschwinden. Zum Beispiel schmerzende Brüste, Kopfschmerzen, Schwindelgefühle und Zwischenblutungen. Welche Nebenwirkungen tatsächlich auftreten, ist sehr individuell.

Pille absetzen – Schritt 5: Behalte alles im Blick

Gebe deinem Körper nach dem Absetzen der Pille etwas Zeit, um sich umzustellen. Der natürliche Zyklus muss erst wieder richtig in Fahrt kommen. Zyklus-Apps wie LadyCycle oder MyNFP können dabei helfen, deinen Menstruationszyklus besser zu dokumentieren und neben der Periode auch andere Symptome zu beobachten. Wenn du nach 3 Monaten immer noch nicht regelmäßig deine Tage bekommst oder andere Unannehmlichkeiten feststellst, geh auf jeden Fall noch einmal zur Ärztin, um deinen Hormonhaushalt überprüfen zu lassen.

Wer die Pille nach langer Zeit absetzt, lernt seinen Körper neu kennen
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Wer die Pille nach langer Zeit absetzt, lernt seinen Körper neu kennen

Erfahrungsbericht von Lena: "So fühlte ich mich, als ich die Pille absetzte"

"Wie für viele Frauen war es für mich völlig selbstverständlich, täglich Hormone zu schlucken. Nach über 10 Jahren kannte ich es gar nicht mehr anders – und ich merkte dann: Eigentlich kannte ich auch meinen eigenen Körper nicht. Mit der Pille war mein Zyklus zwar regelmäßig, die Periode weniger schmerzhaft, aber ich fühlte mich irgendwie matt und unglücklich und wusste nicht, warum. Ich hatte schon öfter wegen mangelnder Lust die Pille gewechselt, allerdings ohne wirklichen Erfolg. Dann stoppte ich die tägliche Hormonzufuhr – und alles änderte sich!

Schon in den ersten Wochen fühlte ich mich befreiter. Ich entwickelte ein viel besseres Gespür für meinen Körper. Gleichzeitig bekam ich aber auch die ganze Wucht meiner Fruchtbarkeit zu spüren: Klagten Freundinnen früher über PMS, hielt ich das immer für übertrieben – ich hatte ja keine Ahnung, wie sie sich fühlten!

Die ersten Monate kam meine Periode ziemlich zuverlässig, doch dann geriet alles durcheinander. Manchmal wartete ich 6 bis 7 Wochen auf meine Tage – und wurde natürlich total nervös. Schwangerschaftstest (negativ), Arztbesuch, das volle Programm. Doch meine Gynäkologin gab Entwarnung: 'Keine Sorge, Sie ovulieren.' Aha.

Seitdem beobachte ich meine Zyklussymptome sehr genau, und es ist faszinierend, meinen Körper in den verschiedenen Phasen wahrzunehmen. Entweder fühle ich mich supersexy (vor dem Eisprung) oder mega-ugly (kurz vor der Periode). Und ich gebe gern zu: Das kann ganz schön anstrengend sein! Aber es ist ein gutes Gefühl zu wissen, wie der eigene Körper tickt, und zu merken, wie sich die hormonelle Balance wieder einstellt.

Einen super-durchschnittlichen 28-Tage-Zyklus hatte ich übrigens auch nach 8 Monaten noch nicht. Dafür aber immerhin mehr das Gefühl, ich selbst zu sein. Und wenn es das nicht wert ist, was dann?!"

Wenn du die Antibabypille absetzt, musst du kurzfristig mit Nebenwirkungen wie Haarausfall rechnen und dich mit alternativen Verhütungsmethoden befassen. Dafür gewinnst du aber ein neues Körpergefühl und minimierst gesundheitliche Risiken durch die Pille. Wichtig: Gehe das Thema Verhütung immer mit Bedacht an und höre auf Signale deines Körpers.

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