Körpergerüche Diese Krankheiten kann man an Körpergerüchen erkennen

Ihh, was riecht denn da? Diesen Gerüchen sollten Sie auf die Spur gehen!
Ihh, was riecht denn da? Wenn Sie trotz Körperhygiene müffeln, steckt oft eine Krankheit dahinter © pathdoc / Shutterstock.com

Nicht alle lästigen Körpergerüche lassen sich mit Dusche, Zahnpasta und Co. bekämpfen. Diese 5 Gerüche sind Anzeichen für ernsthafte Krankheiten

Nach einem schweißtreibenden Workout, nach dem verdienten Döner mit extra Zwiebeln oder nach der morgendlichen Kaffee-Session – nicht immer riechen wir so frisch, wie wir es gern hätten! Gegen diese harmlosen Gerüche hilft meistens schon eine frische Dusche. Doch manchmal weist der Körper auch auf Krankheiten, Intoleranzen und ähnliches hin:

1. Fruchtartiger Mundgeruch als Anzeichen für Diabetes

Riecht Ihr Atem fruchtig oder süß, kann dies Symptom einer diabetischen Ketoazidose (DKA) sein. Diese Problematik entsteht durch einen lang anhaltenden Insulinmangel. Wenn dem Körper kein Insulin zur Zuckeraufnahme zur Verfügung steht, baut er stattdessen Fettzellen ab um an Energie zu kommen. Die Leber produziert aus den gespaltenen Fetten organische Säuren (Ketonkörper), die sich im Blut anhäufen und zu einer Übersäuerung (Azidose) führen können. Eine dieser Säuren, Aceton, lässt Ihren Atem fruchtig riechen, erklärt Dr. Erhard Siegel, Facharzt für Innere Medizin in Heidelberg und ehemaliger Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG).

Diabetische Ketoazidose ist nicht zu unterschätzen, sie kann zu Erbrechen und starkem Flüssigkeitsverlust führen und sogar lebensgefährlich sein. Sollten Sie also einen süßlichen Atem bemerken, der an überreifes Obst erinnert und gemeinsam mit anderen diabetischen Anzeichen wie Erschöpfung, getrübter Sehkraft oder Gewichtsverlust auftritt, wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin!

2. Laktoseintoleranz lässt sich leicht erschnuppern

Produziert Ihr Dünndarm nicht genügend Laktase-Enzyme, können Sie keine Laktose verdauen, sagt Dr. Erhard Siegel, Facharzt für Innere Medizin in Heidelberg. Auf diese Weise gelangt ungespaltener Milchzucker bis in den Dickdarm, wo Ihre Darmbakterien ihn vergären. Bei diesem Prozess entstehen Gase, die zu übel riechenden Blähungen und Stuhlgang führen.

Laktoseintoleranz entsteht meist im Laufe des Erwachsenwerdens, denn eigentlich verliert der Körper schon nach dem Abstillen die Fähigkeit Laktose zu spalten. Geschätzt leiden weltweit 75 Prozent der Erwachsenen an einem Laktase-Mangel, in Deutschland sind es um die 15 Prozent. Die Auswirkungen der Intoleranz können dabei von Mensch zu Mensch variieren und schmerzhafte Krämpfe, Übelkeit, Durchfall oder eben unangenehme Gerüche beinhalten.

Sollten Sie bei sich diesen Körpergeruch oder andere der Symptome feststellen, nachdem Sie Milchprodukte zu sich genommen haben, empfiehlt sich ein Arztbesuch. Dort kann das Problem mithilfe eines Atemtests diagnostiziert und festgestellt werden, wie viel Laktose Sie täglich problemlos verdauen können. Denn Laktose in vielen Lebensmitteln versteckt: in Backwaren, Eis, Pudding, Käse, Gewürzmischungen, Konserven, Medikamenten und sogar in Zahnpasta. Inzwischen gibt es zahlreiche laktosefreie Varianten im Supermarkt und für akuten Heißhunger auf Eis, Joghurt und Co. helfen zwischenzeitlich Laktase-Tabletten.

3. Streng riechende Füße als Hinweis auf Fußpilz

Müffel-Mauken trotz Dusche? Fußpilz-Alarm!
Müffel-Mauken trotz Dusche? Fußpilz-Alarm! © gosphotodesign / Shutterstock.com

Wenn Sie Ihre Schuhe ausziehen, sollte man besser in Deckung gehen? Keine Angst, das muss nichts mit mangelnder Sauberkeit zu tun haben. Vielleicht leiden Sie unter Fußpilz. Weitere Anzeichen können Juckreiz, trockene, schuppige Haut an den Zehen, gerötete Hautstellen und Blasen sein. Der unangenehme Fußgeruch entsteht durch eine Kombination von Bakterien und Pilzen und breitet sich durch Berührung schnell an anderen Körperpartien aus. Anzeichen von Fußpilz sollten nicht ignoriert werden: Mit der Zeit wird die Haut an den Zehen immer weicher und feuchter und bietet so den idealen Nährboden für Bakterien. In den Industrieländern ist etwa jeder Dritte von Fußpilz betroffen, Männer deutlich öfter als Frauen, da sie mehr Schweißdrüsen an den Füßen haben. Mittlerweile kann man Fußpilz mit Sprays oder Cremes selbst behandeln. Dennoch sollten Sie sich immer mit Ihrem Arzt absprechen!

Fußpilz wird übrigens nicht umsonst auch Sportler- oder Athletenfuß genannt: Besonders im Fitnessstudio oder Schwimmbad hat man sich schnell mit dem lästigen Pilz angesteckt. Tragen Sie also auch in der Umkleidekabine immer Schuhe und versuchen Sie, Ihre Füße trocken zu halten (zum Beispiel mit Babypuder oder Talkum).

4. Streng riechender Urin als Zeichen für Harnwegsinfektionen

In Farbe und Geruch von Urin zeigt sich Ihr Gesundheitszustand
In Farbe und Geruch von Urin zeigt sich Ihr Gesundheitszustand © VGstockstudio / Shutterstock.com

Harnwegsinfektionen (HWI) können einen penetranten, fast chemischen Geruch des Urins erzeugen, so Dr. Markus Kunisch, Urologe in München. Dies passiert, nachdem zum Beispiel E.-coli-Bakterien in den Harntrakt eingedrungen sind und sich in der Blase vermehren. Eine Harnwegsinfektion sollte nicht unterschätzt werden: die Infektion kann sich bis in Nieren und Blutbahn ausweiten und dort richtig gefährlich werden. Symptome sind brennende Schmerzen beim Wasserlassen und verstärkter Harndrang.

Weil die weibliche Harnröhre um einiges kürzer ist als die männliche, leiden vermehrt Frauen unter Harnwegsinfektionen. Mit einer Urinprobe lässt sich das Problem schnell beim Arzt diagnostizieren und entsprechend behandeln.

5. Mundgeruch kann auf Schlafapnoe hinweisen

Obwohl Mundgeruch in vielen Fällen von einer Zahnfleischerkrankung (Parodontitis) oder von einem Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre (Reflux) verursacht wird, kann er auch ein Hinweis auf schwerwiegendere Erkrankungen sein.

Riecht Ihr Atem morgens – trotz regelmäßigem Zähneputzen – unangenehm, könnten Sie unter einer Schlafapnoe leiden. Dieses gefährliche Syndrom, das bei etwa 2 Prozent der erwachsenen Frauen auftritt, führt zu nächtlichen Atemaussetzern. Betroffene atmen nachts durch den Mund, wodurch dieser trocken wird. Dies ist eine weit verbreitete Ursache für Mundgeruch, erklärt Dr. Jens Kühnemann, Zahnarzt in Hamburg. Bakterien vermehren sich schneller, produzieren schwefelhaltige Gase und lassen Ihren Atem nach faulen Eiern riechen.

Wenn Sie also andere Ursachen für Ihren Mundgeruch ausschließen können und unter Müdigkeit und Schnarchen leiden, sollten Sie Ihren Arzt konsultieren. Schlafapnoe ist nicht zu unterschätzen: Sie wird mit Diabetes, Bluthochdruck und Herzkrankheiten in Verbindung gebracht, weshalb sich eine zeitnahe Diagnose empfiehlt. Oft wird zur Behandlung eine Atemmaske eingesetzt, die Ihnen wieder ruhige Nächte und einen frischen Atem beschert.

Ob Sie topfit oder schnell angeschlagen sind: Ein gutes Gefühl für den eigenen Körper zahlt sich immer aus! Das können Sie trainieren, indem Sie auf Ihren Körper hören. Achten Sie auf Gerüche, auf Ihr Bauchgefühl nach Ihren Mahlzeiten, auf Ihr Hautbild und Ihr Schlafverhalten. So können Sie gefährliche Krankheiten frühzeitig erkennen.

08.11.2017| © womenshealth.de
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