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Haare selber schneiden: Mit diesen Anleitung wird's gut Look Studio / Shutterstock.com

Haare selber schneiden Selbst frisieren: Die beste Schnitt-für-Schnitt-Anleitung

Gesund durch die Corona-Krise Du willst deine Haare selbst schneiden? Hier findest du einfache Schnitt-Anleitungen für glatte Haare, Locken, Spliss und Pony

Vorwarnung: Überlege dir gut, ob du selbst die Schere ansetzen willst! Einen schlechten Haarschnitt rauswachsen zu lassen, dauert lang. Bestimmt länger als auf einen Friseurtermin zu warten - denn am 4. Mai dürfen Friseure schließlich wieder öffnen.

Okay, das willst du bestimmt nicht lesen, sonst wärst du ja nicht hier gelandet. Und du bist nicht ganz zu Unrecht hier. Denn auch wenn sich bei den Friseur*innen unter euch jetzt die Zehennägel hochrollen: Es gibt einige gute Gründe, sich die Haare mal selbst zu schneiden!

In diesem Artikel:

Warum sollte ich mir die Haare selbst schneiden?

Da wäre erstmal das aktuelle Öffnungsverbot wegen Covid-19. Zum anderen spielt auch das liebe Geld eine Rolle. Auch nicht zu vergessen: Die Schwierigkeit, einen Friseur zu finden, der genau versteht, was du willst und wirklich nur so viel wegschneidet, wie du möchtest. Du hast doch bestimmt auch schon mal ausdrücklich verlangt: "Nur die Spitzen!" und bist dann mit 5 cm kürzerer Matte aus dem Laden gelaufen, oder? Ärgerlich!

Und wenn Friseure dann endlich wieder öffnen können und du einen Figaro gefunden hast, der gute Arbeit leistet, musst du meist Wochen auf einen Termin außerhalb der eigenen Arbeitszeiten warten. Wer bitteschön schafft es mittwochs um 11 Uhr zum Friseur?

Wenn die Haare also am besten jetzt sofort ab sollen und das Ganze auch bitte keine Unsummen kosten soll, bist du hier genau richtig! Wir verraten, was du beim Haarschnitt zu Hause beachten musst, welches Equipment du dafür brauchst und haben einfache Schnitt-Anleitungen für dich zusammengestellt.

Worauf muss ich achten, wenn ich mir die Haare selbst schneide?

Ganz wichtig ist es zu bedenken, dass die Haare im nassen Zustand länger aussehen – weil sich Locken und Wellen aushängen und selbst glatte Haare sich platt am Ansatz anschmiegen, wenn sie nass sind. Du solltest beim Schneiden auch nicht zu kräftig an den Strähnen ziehen. Die Haare springen danach wieder hoch, und der Pony ist plötzlich kürzer als gedacht. Ups!

­Wichtig ist es außerdem, die Haare gut abzuteilen, damit du am Ende nicht versehentlich eine Strähne erwischt, die gar nicht geschnitten werden sollte. Schneiden solltet du grundsätzlich nie waagerecht. Viel besser ist es, die Schere senkrecht in die Haare zu halten und Strähne für Strähne zu kappen. Das dauert länger. Aber es verhindert unschöne Schnittkanten und ungleiche Ecken in den Haaren.

Sollte ich meine Haare nass oder trocken schneiden?

Nass schneiden wirkt immer professionell. Tatsächlich schneiden aber auch viele gute Friseure die Haare in manchen Fällen lieber trocken. Es sagt also nichts über die Qualität des Schnitts aus, ob die Haare nass oder trocken geschnitten werden. Welche Schnitttechnik die richtige ist, hängt von der Haarstruktur ab. Also davon, ob deine Haare eher glatt oder lockig sind.

  • Glatte Haare schneidest du am besten nass – durch die Feuchtigkeit hängen sich auch die letzten Knicke aus und du gehst sicher, dass am Ende wirklich alle Haare gleich lang sind und du nicht versehentlich an einer Stelle zu viel oder wenig wegnimmst. Kleiner Reminder: Denk dran, dass die Haare jetzt länger aussehen als sie tatsächlich sind. Also lieber zu wenig als zu viel abschneiden, kurz föhnen, kontrollieren und sonst nochmal nass machen und nachbessern.
  • Locken schneidest du am besten trocken. So siehst du genau, wie die Haare später fallen. Nass sind die Haare bei Locken nämlich viel, viel länger, und du weißt gar nicht genau wie viel du abschneiden musst, damit es später auch trocken gut aussieht.

Welche Schere brauche ich zum Haareschneiden?

Eine gute Schere ist das A und O. Aber du musst nicht in das 200-Euro-Modell aus dem Friseurbedarf investieren – ja, richtig gute Scheren kosten echt so viel. Es gibt auch spezielle Haarscheren in der Drogerie und Online, die für den Heimbedarf ausreichen. Mit 10-20 Euro bist du immer noch günstiger dabei als für einen Haarschnitt. Und: Das Ding hält ewig und kommt bestimmt noch öfter zum Einsatz.

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Auf keinen Fall solltest du deine Haare mit der Küchenschere (viel zu groß) oder einer Bastelschere (viel zu stumpf) schneiden. Dann sind grobe Schnittkanten und kaputtere Haare als vorher programmiert.

Wann sollte ich doch lieber warte, bis der Friseur wieder öffnet?

Du willst das jetzt bestimmt nicht lesen, aber: Nicht ohne Grund machen Friseure eine 3-jährige Berufsausbildung. Komplizierte Kurzhaarschnitte oder ein flotter Stufenschnitt? Das geht zuhause in die Hose. Wenn du aber bloß die kaputten Spitzen kappen willst oder den nervig langen Pony aus dem Blickfeld haben möchtest, kannst du auch ruhig selbst Hand anlegen.

Überlege aber wirklich genau, ob du dir das Do-it-yourself-Experiment zutrauest. Wer im Kunstunterricht in der Grundschule schon nicht so wirklich sauber ausschneiden konnte, sollte es vielleicht lieber lassen.

Alles verstanden und Zubehör zur Hand? Dann kann's ja losgehen. Hier kommen unsere Haar-Schneide-Anleitungen für zuhause:

L­ange glatte Haare gerade auf eine Länge schneiden

Bevor du alle Haare absäbelst, solltest du wissen, dass selbst vermeintlich gerade abgeschnittene Haare beim Friseur nie auf eine Länge gekappt werden. Die vorderen Strähne sind immer etwas kürzer als die hinteren, so fällt die Mähne schöner, wenn du die Haare nach vorne über die Schultern legst. Wären alle Haare auf einer Länge, würde genau das komisch aussehen.

Dein Ziel sollte es also sein, eine U-Form bzw. eine leichten Bogen in die Spitzen zu schneiden – so wie auf dem Bild oben. Das klappt am besten so:

  1. Die Haare waschen und mit einem Handtuch ausdrücken.
  2. Die feuchten Strähnen gründlich kämmen.
  3. Eine Mittelscheitel bis in den Nacken ziehen.
  4. Beide Haarhälften nach vorne über die Schulter legen.
  5. Mit einer Hälfte starten: Eine schmale Strähne zwischen Zeige- und Mittelfinger klemmen. Die Strähne straff ziehen und die Finger knapp oberhalb der Stelle positionieren, an der du die Spitzen kappen willst. Alles was unten vorsteht, kommt gleich ab.
  6. Schneide die Haare unterhalb der Finger ab. Halte die Schere dafür leicht schräg und so, dass die Spitze nach oben in Richtung der Finger zeigt. Schneide kleine Mini-Zacken in die Haare. Keine Sorge, die sieht man später nicht. Viel eher entstehen Kanten, wenn du alles stumpf auf eine vermeintlich einheitliche Länge schneidest.
  7. So gehst du Strähne für Strähne vor. Die erste Partie dient dabei als Orientierung für die spätere Länge. Kontrolliere zwischendurch, indem du immer wieder durch die Haarspitzen kämmst.
  8. Die zweite Haarhälfte angleichen. Muster auf der Kleidung können helfen. Also am besten ein Ringelshirt anziehen. Dann sind beide Seiten später garantiert gleich lang.

Spliss? Kaputte Haarspitzen selbst schneiden

Je länger deine Haare sind, desto eher neigen sie zu Spliss. Denn die Enden wurden schon entsprechend häufig geföhnt, gefärbt, gesonnt – und spalten sich durch diese Strapazen irgendwann.

Das Tückische: Wenn du Spliss nicht schneidest, wandert er immer weiter hoch, ehe die Haare schließlich so kaputt sind, dass du alle auf Kinnlänge kürzen musst. Um das zu vermeiden, solltest du gespaltene Enden regelmäßig, etwa alle 4-6 Wochen schneiden. Dafür musst du nicht alle Haare absäbeln und auch nicht zum Friseur. So funktioniert ein Spliss-Schnitt zu Hause:

  1. Teile im trockenen Haar eine schmale etwa 5 cm breite Strähnen ab.
  2. Zwirbel die Haare komplett ein.
  3. Halte den Zwirbelzopf gegen das Licht.
  4. Was jetzt hervorsteht, sind die kaputten Spitzen. Denn sie sind starrer als gesunde, weiche Haarspitzen, die sich mühelos mit eindrehen lassen.
  5. Kappe die hervorstehenden Härchen genau an der Stelle, an der sie aus dem Zopf stehen.
  6. Mit der gleichen Technik strähnenweise durch den ganzen Schopf vorarbeiten. Ja, das ist mühselig – aber rettet dir langfristig viele Zentimeter!

So schneidest du dir selbst einen Pony

Grundsätzlich gilt: Hast du noch keinen Pony, willst aber unbedingt Stirnfransen tragen, solltest du beim ersten Mal lieber zum Friseur. Der Profi kann die ideale Breite, Dicke und Länge des Ponys für deine Gesichtsform und Haarstruktur bestimmen. Bist du bereits Ponyträgerin, ist selbst Nachschneiden mit der richtigen Technik kein Problem. So geht's:

  1. Safety first: Binde einen Pferdeschwanz, um die umliegenden Haare nicht versehentlich zu kürzen.
  2. Style den Pony so, wie du ihn sonst auch trägst.
  3. Bestimme einen Referenzpunkt für die spätere Länge. Das kann das Augenlid, die Augenbraue oder der Wimpernkranz sein.
  4. Starte in der Mitte vom Pony.
  5. Klemme eine feine Strähne zwischen Zeige- und Mittelfinger, ohne Spannung auf das Haar auszuüben. Ziehst du an den Haaren, wirken sie länger als sie sind, und du neigst dazu, zu viel abzuschneiden.
  6. Jetzt wird's ernst: Halte die Schere senkrecht und kappe die Strähne indem du mehrfach hineinschnippelst. So entsteht später keine stumpfe Schnittkante.
  7. Arbeite dich zu den Seiten hin vor und orientiere dich dabei immer wieder an deinem Referenzpunkt und den Strähnen, die du schon geschnitten hast.
  8. Tipp: Es hilft zwischendurch einen Schritt zurückzugehen und den Zwischenstand mit etwas Abstand zu kontrollieren. So erkennst du Unebenheiten besser. Alles gut? Dann wieder ran an den Spiegel.

Locken selbst schneiden

Lockige Haare solltest du – wie bereits erwähnt – am besten trocken schneiden. Nur so siehst du wie sich die Haare kringeln. Für einen komplett neuen Schnitt solltest du auf jeden Fall zum Friseur gehen. Willst du nur die kaputten Spitzen loswerden, klappt das auch zu Hause und zwar so:

  1. Bürste deine Locken vor dem Schneiden nicht. Dadurch löst du die Kringelstruktur und kannst nicht mehr erkennen, wie die Haare eigentlich fallen.
  2. Teile das Deckhaar oberhalb der Ohren ab und stecke es locker fest.
  3. Gucke die offenen Haare genau an. Sind sie vorne etwas kürzer als hinten? Prima, dann kannst du dich an die Grundform halten und nur die kaputten Enden schneiden. Anderenfalls sollte es dein Ziel sein, eben diesen leichten Bogen in die Haare zu schneiden. (Warum, haben wir bei den glatten Haaren oben erklärt.)
  4. Greife Locke für Locke und halte die Strähne ins Licht.
  5. Kaputt ist der Teil, ab dem die Strähne sich nicht mehr schön kringelt, sondern undefiniert und frizzy wirkt. Genau diesen Part solltest du abschneiden.
  6. Strähne für Strähne vorarbeiten und dabei immer wieder im Spiegel kontrollieren.
  7. Wenn du mit der unteren Schicht fertig bist, das Deckhaar öffnen.
  8. Nach der gleichen Schnitttechnik vorgehen.
  9. Tipp: Wenn die Haare nach oben hin immer ein kleines Stückchen kürzer werden, fallen die Locken später besonders voluminös.

Übrigens: Während des Corona-Lockdowns hast du für das Selbstschneiden der Haare nicht nur einen guten Grund, sondern auch eine prima Beruhigung, wenn es nicht so 100-prozentig klappt: Es sehen derzeit auch nicht so viele Leute das Ergebnis. Insofern: Nicht ärgern!

Wenn du nicht gerade eine komplett neue Frisur haben willst, kannst du deine Haare auch zu Hause schneiden. Was du dafür brauchst und wie du dabei vorgehen solltest, weißt du ja jetzt. Und immer dran denken: Lieber erstmal zu wenig abschneiden, als direkt übermütig zu werden.

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