Eine schlanke Figur wird oft automatisch mit Gesundheit gleichgesetzt. Eine systematische Auswertung aus dem British Journal of Sports Medicine (2025) belegt jedoch, dass nicht die Kleidergröße zählt, sondern wie gut dein Körper funktioniert. Die groß angelegte Meta-Analyse "Cardiorespiratory fitness, body mass index and mortality" von Siddhartha S. Angadi et al. (BJSM, 2025) zeigt, dass Frauen mit guter Ausdauer und Kraft ein deutlich geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einen frühzeitigen Tod haben – selbst dann, wenn ihr BMI im oberen Bereich liegt. Viel wichtiger als die Kilos auf der Waage ist es deshalb, dass du in Bewegung bleibst und deine Fitness kontinuierlich stärkst.
Fitness schlägt BMI
Die wichtigsten Ergebnisse der Analyse:
- Fitte Übergewichtige leben länger als unfitte Normalgewichtige.
- Fitness wirkt unabhängig vom BMI: Auch in der Adipositas-Kategorie profitieren Frauen mit guter kardiorespiratorischer Fitness.
- Frauen profitieren besonders: Ihre Fitnesswerte sagten bei ihnen die Langlebigkeit deutlich zuverlässiger voraus als ihr Gewicht.
Die Forschenden um Siddhartha Angadi betonen: "Fitness ist ein starker, unabhängiger Prädiktor für die Mortalität – stärker als das Körpergewicht."
So misst du deine Fitness
Mit diesen einfachen Methoden kannst du deine kardiorespiratorische Fitness selbst überwachen.
1. Geh- oder Lauftest
Der einfachste Marker für Ausdauer und Herz-Kreislauf-Leistung:
- 1–1,6 km zügig gehen oder laufen
- Bessere Zeit oder höheres Tempo = steigende Fitness
2. Alltagsaktivität tracken
Regelmäßige Bewegung wirkt: Schon kleine Steigerungen senken messbar das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
- 7.000 – 10.000 Schritte pro Tag
- Treppen statt Aufzug
- Jede Stunde 2 – 3 Minuten Bewegungspause
3. Kraft über eine 1-RM-Annäherung
Für funktionelle Stärke:
- Wähle ein Gewicht, das du 6- bis 10-mal bewegen kannst. Daraus lässt sich dein ungefähres 1RM (Maximalgewicht) ableiten.
- Mehr Wiederholungen oder mehr Gewicht = bessere Kraftwerte
So kannst du testen, wie fit du bist – und noch fitter werden
Infobox: Fit-Marker statt BMI Gute kardiorespiratorische Fitness senkt das Sterberisiko deutlich, unabhängig vom BMI. Unfitte Menschen haben in allen BMI-Gruppen das höchste Mortalitätsrisiko. Frauen profitieren besonders stark: Ihre Fitness sagte ihr Risiko verlässlicher voraus als ihr Gewicht.
Methodik der Analyse
Die Ergebnisse stammen aus der Meta-Analyse "Cardiorespiratory fitness, body mass index and mortality" (Angadi et al., BJSM 2025). Untersucht wurden fast 400.00 Erwachsene über langjährige Follow-up-Zeiträume. Fitness wurde überwiegend per VO₂max, Laufband- oder Belastungstests ermittelt.
FAQ: Die häufigsten Fragen zu Gewicht und Langlebigkeit
Nicht zwingend. Eine gute Fitness reduziert das Risiko verlässlicher als der BMI.
Schon 4–8 Wochen regelmäßige Bewegung können messbare Effekte bringen.
Sie ist ein wichtiger Baustein: Schon tägliche Spaziergänge im zügigen Tempo verbessern die Gesundheit. Ideal ist eine Kombination aus mehr Alltagsaktivität, Ausdauer- und Krafttraining.





