Da sind sie wieder: Langsam vor sich hintrippelnde Läuferinnen, die einzeln oder in munter schwatzenden Grüppchen unterwegs sind. Ratzfatz überholst du sie in langen Schritten und fragst dich, was es mit dieser gemächlichen Laufart wohl auf sich hat. Deine Neugier ist geweckt – du willst das langsame Joggen selbst probieren.
Dazu ist es gut, zu wissen, warum du den Fitness-Trend 2026 "Slow Jogging" beziehungsweise "Slow Running" überhaupt mitlaufen solltest und wie das genau geht. Denn die Lauftechnik unterscheidet sich vom herkömmlichen Laufen und Joggen. Schauen wir uns zuerst das WARUM an:
Warum Slow Running dir besonders guttut
Ganz gleich, ob du schon lange joggst, nach einer Pause wieder loslaufen möchtest oder Laufanfängerin bist: Mit Slow Running kommst du sofort in den Tritt. Denn diese Lauftechnik strengt dich weniger an als herkömmliches Joggen. Sie schont zudem deine Gelenke, da der Aufprall deiner Schritte weniger stark ausfällt. Deine Fußgelenke, Knie und Hüften verschleißen somit weniger und das Verletzungsrisiko ist kleiner.
Doch Slow Running tut nicht nur deinem Körper gut. Auch deine Psyche profitiert davon. Denn die Laufintensität des langsamen Joggens kann dich ins Runners High (Läuferhoch) bringen. Das ist ein Glücksgefühl, das beim Slow Running häufiger ausgelöst wird als beim herkömmlichen Joggen – du kannst stressende und trübe Gedanken Schritt für Schritt hinter dir lassen.
Und damit sind wir auch schon bei der Frage nach dem WIE.
Slow Running – eine einfache Laufschritt-Anleitung
Die Slow Running-Lauftechnik trainierst du dir so an:
- Lauftechnik: Berühre den Boden zuerst mit deinem Mittelfuß – direkt unter deinem Körperschwerpunkt. Rolle ihn dann über den Ballen ab.
- Lauftempo: Mache 180 Schritte pro Minute. Damit läufst du entspannt und atmest ruhig, sodass du dich flüssig unterhalten kannst. Für mehr Intensität kannst du deine Schritte verlängern.
- Laufdauer: Laufe anfangs 20 Minuten und, wenn du die Lauftechnik gut drauf hast, bis zu einer halben Stunde. Als Laufanfängerin oder Wiedereinsteigerin kannst du auch mit Intervalltraining starten.
Damit weißt du, warum du Slow Running ausprobieren solltest und wie es richtig geht. Bleibt noch die Frage: Woher kommt die Lauftechnik eigentlich?

Slow Running – ein Fitness-Trend, der langsam die Welt erobert
Der Dauerlauf als Ausdauersport kam in den 1950ern auf. Der deutsche Sportmediziner und Lauftrainer Dr. Ernst van Aaken machte sich als "Laufdoktor" einen Namen: Er förderte den täglichen Langstreckenlauf für alle und gilt als wichtigster Pionier des Frauen-Marathonlaufs. Van Aaken beobachtete schon damals die inzwischen wissenschaftlich belegten Vorteile des Dauerlaufens: Es stärkt das Herzkreislaufsystem, beugt Stoffwechselerkrankungen vor, senkt das Risiko für Krebs, Depressionen und Demenz. Zudem wirkt es anti-entzündlich, baut Bauchfett ab, bremst Osteoporose und hat einen Anti-Aging-Effekt.
Der neuseeländische Trainer Arthur Lydiard brachte den Dauerlauf vom Sportplatz auf die Straße und gilt bis heute als "Erfinder des Joggens". Seit Anfang der 1960er-Jahre verbreitete es sich dann aus den USA, wohin es vom Läufer und Trainer Bill Bowerman importiert worden war, in die ganze Welt.
Inspiriert von Dr. van Aaken entwickelte der japanische Sportphysiologe Prof. Dr. Hiroaki Tanaka in den 1980ern seine Lauftechnik "Slow Jogging". Während diese in Japan längst populär war, fand sie erst später Fans in Europa, insbesondere in der DACH-Region. 2016 startete die erste Slow-Jogging-Trainerin der Schweiz eine Laufgruppe. Heute ist Slow Running ein Trendsport.
Die häufigsten Fragen zum Fitness Trend 2026: Slow Running
Beim herkömmlichen Joggen läufst du im Fersen- oder Rückfußlauf. Du setzt mit der Ferse auf und rollst deinen Fuß anschließend über die Fußsohle bis zum Ballen hin ab. Die Stoßbelastung ist hoch und du verlierst viel Energie an den Boden.
Beim Slow Running dagegen kommst du mit deinem Mittelfuß auf und rollst den Fuß anschließend über den Ballen ab. Deine Ferse berührt den Boden nur kurz. Du läufst ausbalanciert und die Stoßlast wird effizient verteilt. Der Kraftaufwand ist geringer und dir fällt das Laufen leichter als beim herkömmlichen Joggen. Du erreichst deshalb mühelos eine höhere Schrittfrequenz.
Beim Slow Running berührt dein Fuß den Boden spürbar kürzer als beim herkömmlichen Joggen. Das bedeutet weniger Energieverlust beim Bodenkontakt.
Slow-Running-Schuhe sollten im Bereich der Ferse nicht erhöht sein und eine flexible Sohle haben. Herkömmliche Joggingschuhe mit Fersendämpfung sind ungeeignet.





