Frauenmantel & Grüntee: Was frühe Forschung zu Endometriose zeigt

Pflanzenkraft bei Endometriose
Frauenmantel und Grüntee: Was frühe Forschung zu Endometriose zeigt

ArtikeldatumVeröffentlicht am 13.01.2026
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Foto: Digital Vision

Viele Betroffene fragen sich, ob Pflanzenstoffe im Körper etwas bewirken können – frühe Studien geben Hinweise auf einzelne Mechanismen.

Wie Grüntee und Frauenmantel in frühen Studien wirken könnten

Endometriose ist keine reine "Schmerz-Erkrankung" – sie beruht auf biologischen Prozessen wie Entzündung, Zelladhäsion und Angiogenese (Gefäßneubildung), also Prozessen, bei denen neues Blutgefäßgewebe entsteht – wichtig für das Wachstum von Endometriose-Herden. Genau hier setzen erste präklinische Forschungsarbeiten an – mit einem Fokus auf EGCG, dem zentralen Katechin des Grünen Tees.

Eine Studie mit dem Titel "Therapeutic effects of green tea on endometriosis" untersuchte EGCG in Zell- und Tiermodellen. Die Ergebnisse: Die Verbindung hemmte Entzündungsprozesse, reduzierte oxidativen Stress, erschwerte das Anheften und Eindringen von Zellen in umliegendes Gewebe und bremste Angiogenese – einen wichtigen Mechanismus, über den Herde wachsen und sich stabilisieren.

Auch ein zweites Forschungsprojekt – "Anti-angiogenic effects of green tea catechin on an experimental endometriosis mouse model" – bestätigt das Muster: In einem Mausmodell mit transplantiertem Endometrium reduzierte EGCG die Neovaskularisation deutlich. Weniger Gefäßwachstum = weniger Voraussetzung für das Ausbreiten von Herden.

Wichtig ist: Diese Ergebnisse stammen überwiegend aus Mausmodellen oder Laboranalysen. Sie zeigen Wirkmechanismen, aber keine Wirkung beim Menschen – dafür fehlen bisher klinische Studien.

Frauenmantel: Traditionelles Kraut – moderne Hypothesen

Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) wird seit Jahrhunderten in der Frauenheilkunde eingesetzt – häufig bei PMS, Krämpfen oder unregelmäßigem Zyklus. Für Endometriose existieren bislang keine klinischen Studien, aber einige pflanzenchemische Analysen.

Diese zeigen, dass Frauenmantel:

  • Gerbstoffe und Flavonoide enthält – also pflanzliche Schutzstoffe, denen antioxidative Effekte zugeschrieben werden
  • antioxidative und leicht entzündungsmodulierende Effekte besitzen kann
  • krampflösende Eigenschaften aufweist, die theoretisch menstrualen Beschwerden helfen könnten

Auch hier gilt:

Es gibt keinen Nachweis, dass Frauenmantel Endometriose-Herde beeinflusst. Die Forschung steht ganz am Anfang, und Anwendungen beruhen primär auf traditioneller Erfahrung – nicht auf klinischer Evidenz.

Was bedeuten diese Ergebnisse – und was nicht?


Die präklinischen Daten zu EGCG zeigen ein konsistentes Bild:

Grüntee-Katechine beeinflussen bestimmte Mechanismen, die bei Endometriose relevant sind. Das macht sie wissenschaftlich interessant, aber noch nicht zu einer Therapieoption.

Die wichtigsten Punkte:

  • Mechanismen ≠ medizinische Wirkung beim Menschen
  • Dosis, Aufnahme und Sicherheit sind klinisch kaum untersucht
  • Mäuse reagieren oft anders als menschliches Gewebe
  • Endometriose entsteht durch komplexe biologische Prozesse – pflanzliche Stoffe können diese nicht behandeln, sondern im besten Fall einzelne Mechanismen beeinflussen

EGCG – was frühe Forschung zeigt

EGCG konnte in präklinischen Modellen:

  • Entzündungen dämpfen
  • oxidativen Stress reduzieren
  • Zellinvasion hemmen
  • Gefäßneubildung bremsen (Anti-Angiogenese)
  • Wachstumsbedingungen von Herden beeinflussen

Aber: Keine Evidenz für therapeutische Wirkung beim Menschen.

Was Betroffene ärztlich klären sollten

  • Starke oder zunehmende Schmerzen
  • Kinderwunsch
  • Wechselwirkungen mit Medikamenten
  • Nahrungsergänzungsmittel (z. B. Grüntee-Extrakte)
  • Individuelle Risikofaktoren
  • Zyklusveränderungen oder Müdigkeit nach Selbstexperimenten

Die häufigsten Fragen zu Grüntee, Frauenmantel & Endometriose

Fazit