Bei der Urlaubsplanung stellen sich viele regelmäßig die Frage, was wohl erholsamer ist: eine neue Gegend kennenlernen, jeden Tag am Strand relaxen oder zu Hause bleiben, wo weder Flugverspätungen noch andere Planänderungen drohen.
Die Antwort ist oft Typsache. Entscheidend ist vor allem, wie gut du deine Alltagsroutinen hinter dir lässt – unabhängig davon, wo du bist.
Ausbruch aus Routinen: Warum Abschalten auch zu Hause gelingt
Wissenschaftlich untersucht wurde der Effekt sogenannter Staycations, also Urlaubserfahrungen in der unmittelbaren Umgebung des eigenen Zuhauses, etwa in mehreren Studien im Verlauf der COVID-19-Pandemie. In dieser Zeit waren Fernreisen teils gar nicht möglich, was viele Menschen dazu brachte, ihre Urlaubspläne kreativ anzupassen.
Was Forscher:innen zeigen konnten:
- Auch Urlaub in der direkten Umgebung des eigenen Zuhauses kann das Stresslevel spürbar senken – selbst in emotional belastenden Zeiten.
- Wichtiger als räumlicher Abstand ist dabei die psychologische Distanz zum Alltag – also der Abstand zu allem, was dich sonst zwischen Job und Haushalt beschäftigt.
- Auch ein Hotelaufenthalt im Nachbarort kann einen Urlaubseffekt auslösen, wenn er dabei hilft, Alltagsroutinen bewusst zu unterbrechen.
Der entscheidende Abstand wird also nicht in Kilometern gemessen. Wer gedanklich weiter bei Job, Haushalt und To-do-Listen bleibt, erholt sich auch am anderen Ende der Welt nur begrenzt. Umgekehrt kann eine Auszeit in der eigenen Umgebung funktionieren, wenn sie den Alltag tatsächlich unterbricht.
Unterwegs oder zu Hause: Was besser zu dir passt
Welche Urlaubsform dich besser erholt, hängt auch davon ab, was du persönlich zum Abschalten brauchst. Eine Staycation kann Ruhe schaffen und dabei sogar budgetschonend sein.
Gleichzeitig gibt es Menschen, die besser abschalten, wenn sie fremde Orte entdecken und neue Impulse und Sinneseindrücke bekommen. Wenn dich auch mögliche Verspätungen bei der Rückreise nicht stressen, kann Reisen für dich die entspanntere Option sein.
Die schlechte Nachricht: Wissenschaftlich belegt ist, dass die Erholungswirkung von Urlaub häufig nur wenige Wochen anhält und das Stresslevel nach der Rückkehr in den Alltag schnell wieder steigen kann.
Das spricht dafür, regelmäßige kürzere Auszeiten nicht zu unterschätzen, statt die gesamte Erholung von einer einzigen langen Reise im Jahr zu erwarten.
FAQ: Häufige Fragen zum Erholsamkeitsfaktor von Urlaub
Das kommt auf deinen Typ an. Wenn du jemand bist, der viele neue Impulse braucht, ist eine Reise ein guter Ausbruch aus dem Alltag. Falls dich allein der Gedanke an eine verspätete Bahn stresst, lohnt es sich vielleicht eher, eine Staycation zu planen.
Wichtig beim Urlaub zu Hause ist, dass du aktiv deine Alltagsroutinen durchbrichst. Das bedeutet etwa, dass du trotz der Nähe zur Arbeit nicht ständig erreichbar sein solltest und dir auch keine liegengebliebenen Haushaltsaufgaben vornimmst.
Generell gilt, dass im Urlaub vor allem das psychologische Abschalten von der Arbeit im Mittelpunkt stehen sollte. Das gelingt etwa mit positiven sozialen Kontakten und jeder Art von Aktivität, die dir Freude macht, von der Wanderung bis zum Lesen.





