Bunte Haare So glänzen Ihre Haare in voller Farbpracht

Bunte Haare färben
Bunte Haare, vor allem in rosa, sind nach wie vor voll angesagt © Look Studio / Shutterstock.com

Bunte Haare sind der Mega-Trend in Sachen Haarfarbe. Lesen Sie hier, welche Töne gerade in sind, wie sie gefärbt werden, und ob das auch daheim klappt

Sie träumen von bunten Haaren? Wissen aber nicht so richtig, welche Töne gerade Trend sind und wie sie überhaupt gefärbt werden? Dann sind Sie hier richtig! Wir haben Top-Coloristin Shadi Shoaei vom Salon Sevensenses in Hamburg um Rat gebeten. Die Coloristin hat vergangenes Jahr den "German Hairdressing Award" in der Kategorie "Colour Technician" gewonnen. Sie weiß also, wovon sie spricht. Hier kommen ihre Tipps.

Welche bunten Haarfarben sind Trend?

Rosa, blau, grün oder alles auf einmal: Noch nie gab es so häufig bunte Haare auf der Straße zu sehen. "Neu ist das nicht. Der Trend besteht eher darin, dass es salonfähig geworden ist, eine knallige Haarfarbe zu tragen. Die Leute trauen sich mehr. Früher war, wer bunte Haare hatte, ein Punk, heute ist es ganz normal", sagt Shadi Shoaei im Interview und ergänzt: "Angefangen hat alles mit der Chanel Resort-Kollektion 2013. Nachdem Karl Lagerfeld seine Models mit bunten Haaren über den Laufsteg geschickt hat, waren plötzlich auch Pastellcolorationen in Modemagazinen zu sehen. Mittlerweile sind bunte Haarfarben überall: auf Covern, Werbeplakaten und vor allem auf Instagram. Durch das soziale Netzwerk verbreiten sich Trends viel schneller als früher, wodurch immer mehr Frauen mit dem Wunsch nach einer ausgefallenen Haarfarbe in den Salon kommen." Diese Farben sind gerade besonders gefragt:

Softe Pastell-Töne

Nach wie vor besonders hoch im Kurs stehen Pastellfarben. Wenn Sie Ihre Haare in ein aquarelliges Rosa, Babyblau oder Hellgelb tauchen möchten, müssen Sie allerdings bedenken, dass der Untergrund dafür so blond wie möglich sein sollte. "Pastelltöne sind wie Aquarell-Farbe. So soft, dass eine weißblonde Basis nötig ist, damit sie überhaupt sichtbar sind."

Knallige Regenbogenhaare

Wer bei Instagram oder Pinterest nach Trendhaarfarben sucht, wird defintiv auf #rainbowhair stoßen. Dabei handelt es sich um viele bunte Strähnen in Regenbogenfarben. "Ein Trend, der auf einem Foto wirklich toll aussieht. Für den Alltag ist das leider nichts", sagt Shadi Shoaei und erklärt: "Instagram-Friseure machen viel für den Moment. Was wir online nicht sehen ist, wie die Farbe sich herauswäscht – nämlich unterschiedlich schnell. Das Rosa spült sich zuerst heraus, danach das Gelb. Blau bleibt am längsten im Haar." Sie müssten die Haarfarbe also theoretisch alle 2 Wochen auffrischen lassen. Zu Hause bekommen Sie das nicht hin – das ist aufwändig und teuer.

Zartes Rosa für softe Effekte

"Wenn es um bunte Farbe geht, wünschen sich die meisten meiner Kundinnen rosa Haare", sagt die Farbexpertin. "Ich denke, es liegt daran, dass Rosa am softesten und tragbarsten ist – und einen echt schönen Abgang hat: Auch wenn sich die Farbe auswäscht, sieht sie noch toll aus, denn der Ton wird einfach immer blasser und pudriger, ehe er sich schließlich ganz auswäscht" Wichtig: Damit die Haare wirklich blassrosa werden und nicht korall- oder auch pfirsichfarben, sollte die Ausgangsfarbe möglichst weißblond sein.

Leuchtende Korall-Nuancen

Die perfekte Variante für alle, die bunte Haare möchten, den Schopf aber vorab nicht weißblond bleichen wollen, ist ein Korall- oder Peachblond. "Das funktioniert nämlich auch mit einem gold- oder honigblonden Untergrund, weil die Farbe ohnehin einen Gelbanteil hat."

Peek-a-boos für Hingucker-Effekte

Um sich alle Haare bunt zu färben, braucht es Mut. Und selbst wenn es nur die Spitzen oder ein paar Strähnen sind, passt das in manchen Jobs einfach nicht zum Dresscode. Ganz auf bunte Haare verzichten müssen Sie dann aber auch nicht. "Möglich machen das sogenannte Peek-a-boos. Dabei wird nur eine breite Strähne – beispielsweise am Hinterkopf – bunt eingefärbt, die im Alltag mit offenen Haaren und Pferdeschwanz verdeckt werden kann", erklärt die Coloristin. Sichtbar wird der bunte Part dann mit einem Half-Bun.

Welche bunte Haarfarbe steht wem?

Darüber entscheidet vor allem Ihr Teint. "Passt die Coloration nicht zur Hautfarbe, lässt Sie das schnell müde und blass aussehen. Ein Granny-Grau kann zudem auch älter machen. Altrosa, Pink oder Peachtöne hingegen wirken wie ein Wachmacher und stehen fast allen", sagt Shadi Shoaei. Die Expertin weiß aber auch, dass die Farbe nicht nur zur Haut, sondern auch zur Persönlichkeit passen muss. Pauschal-Aussagen sind deshalb schwer zu treffen. "Meerblau, Türkis, Neongelb, Knall-Orange, Lila oder Grün sind zum Beispiel eher Extrem-Nuancen, bei denen es weniger um Natürlichkeit, sondern eher um einen Look geht. Gepaart mit einem tollen Haarschnitt und dem richtigen Make-up, sind das echte Hingucker-Farben." Die Frage ist also, ob sie einen schmeichelnden Pastell-Tön oder eine Eyecatcher-Nuance tragen wollen.

Muss ich meine Naturhaarfarbe vor dem Färben aufhellen?

Grundsätzlich gilt: Je heller die Basis, desto deutlicher wird später die Farbe sichtbar. Um das zu erklären, vergleicht Shadi Shoaei die Haare gerne mit einem Blatt Papier und die Farbe mit einem Textmarker. "Wenn man mit Neon-Pink über ein reinweißes Blatt malt, leuchtet die Farbe richtig. Nimmt man ein Recycling-Papier, sieht es immer bisschen dirty aus. Die Farbe strahlt nicht, man sieht nicht die volle Pracht. Und genauso verhält es sich auch mit der Haarfarbe.“

Sie brauchen also meist einen hellen Untergrund. Blondiert werden muss aber nicht zwangsläufig. "Es ist auch möglich, die Haare mit Farbe heller zu bekommen. Das funktioniert allerdings nur, wenn der Naturton schon blond ist. Das Ergebnis wird mit Farbe immer etwas goldartig." Das Problem daran: Gold ähnelt gelb und genau das hat Auswirkungen aufs Endergebnis. "Goldblond ist kein Problem, wenn Sie die Haare anschließend in ein Peach tönen möchten. Blau geht auch, wird dann aber eher Petrol, weil Blau und Gelb bekanntlich grün ergeben. Für Kupfer-Rottöne oder ein knalliges Orange kann ein goldener Untergrund sogar von Vorteil sein, weil sie dann noch intensiver leuchten", verrät die Farbexpertin.

Pastelltöne hingegen funktionieren nur auf weißblonden Haaren. Um die Haare weißblond zu bekommen, muss ein Profi blondieren. Shadi Shoaei erklärt: "Jeder Pastellton besteht aus zwei Komponenten: Der Farbe und Weiß. Hat der Untergrund einen Gelbstich, ist das so, als würde man einen Schuss gelbe Farbe unterrühren. Aus Rosa wird dann eher Korall". Auch hübsch, aber blöd, wenn zartes Pastellrosa gewünscht war.

Welche Farben funktionieren auch auf dunkleren Haaren?

"Für Blau und Grün müssen die Haare nicht grellblond sein. Ein Rot, Orange oder Kupfer lässt sich auch einfach nur färben. Aber hier gilt ebenso: Je heller der Untergrund, desto intensiver später das Farbergebnis. Die Expertin empfiehlt: "Bei dunklen Haaren am besten helle Spitzen oder auf den Haarschnitt abgestimmte Strähnen setzen lassen. So muss nicht das ganze Haar aufgehellt werden."

Was ist der Unterschied zwischen Direktziehern und Colorationen?

Herkömmliche Colorationen enthalten Wasserstoffperoxid. Der Stoff quellt das Haar auf, wodurch die Coloration ins Haarinnere eindringt. Die finale Farbe entwickelt sich erst durch einen chemischen Prozess während der Einwirkzeit. Die Expertin erklärt: "Direktzieher hingegen sind fertige Farbstoffe. Das heißt: Sie besitzen bereits ihre finale Farbe und müssen sie nicht wie oxidativen Haarfarben durch eine chemische Reaktion ins Haar eindringen und sich im Inneren entwickeln. Stattdessen funktionieren sie rein physikalisch. Weil Direktzieher positiv geladen sind, fühlen sie sich von unseren negativ geladenen Haaren angezogen und haften außen an der Schuppenschicht."

Kann man die Haare auch permanent bunt färben?

"Das geht schon. Allerdings sind Direktzieher meiner Meinung nach die bessere und haarschonendere Variante. Denn bunte Pigmente spülen sich generell schnell aus dem Haar – ob gefärbt oder getönt", so Shoaei. Regelmäßiges Auffrischen ist also sowieso nötig.

Wie werde ich bunte Haarfarbe wieder los?

Satt gesehen an der bunten Farbe? Oder Lust auf einen neuen Ton, aber die Farbe will sich einfach nicht herauswaschen? "Dann können Sie mit einem Tiefenreinigungsshampoo zu Hause nachhelfen. Wenn das nicht hilft, würde ich einen Friseurbesuch empfehlen. Im Salon haben wir ein paar Geheim-Tricks, die allerdings in Profi-Hand gehören – weil sie bei falscher Anwendung die Haare ruinieren können. Von Hausmitteln aus dem Netz würde ich aus genau diesem Grund übrigens abraten", sagt die Expertin. Wenn alle Stricke reißen, kann der Friseur eine Blondier-Wäsche durchführen. Das strapaziert das Haar nicht so stark wie eine richtige Blondierung, reicht aber meist, um die Farbe restlos zu lösen.

Wie bleibt die Farbe lange schön?

"Bunte Haare sind ein Hobby. Sie gehen nicht aus dem Salon und sehen wochenlang toll aus. Sie müssen regelmäßig wiederkommen und die Hausaufgaben machen", sagt Coloristin Shadi Shoaei. "Ich empfehle bei jeder Wäsche einen Conditioner mit abgestimmten Pigmenten zu verwenden. So fügen Sie die Farbe, die Sie durchs Shampoo herausgewaschen haben, wieder hinzu." Wer das so macht, kann sich bis zu 4 Wochen über strahlend bunte Haare freuen, dann wird es Zeit zum Nachfärben. Denn nach einem Monat hat sich meist so viel Farbe ausgespült, dass die Spülung nicht mehr genug Power hat, um das aufzufangen. Apropos: Der größte Feind bunter Haare ist ständiges Waschen. Denn die Pigmente waschen sich mit der Zeit heraus. Darum möglichst die Haarwäsche etwas hinauszögern und zwischendurch mit Trockenshampoo tricksen.

Was genau sind Farbconditioner?

Das sind Spülungen, mit direktziehenden Farbpigmenten. Die Conditioner gibt es fertig zu kaufen, allerdings nur in Standardfarben von Blond bis Braun. "Für bunte Haare können wir sie im Salon anmischen und genau auf die Farbe abstimmen. Für Altrosa mixe ich Beige und Rosa. Peach bekommt man mit Rosa und Gelb", verrät die Expertin.

Kann ich meine Haare auch selber bunt färben?

Bei dem Angebot an bunten Haarfarben in der Drogerie ist das natürlich verlockend. Relativ easy und sicher lässt sich mit Haarkreiden, bunt getönten Sprays und Haar-Make-up experimentieren. Diese Produkte sind darauf ausgerichtet, sich nach 1-2 Wäschen wieder aus dem Haar zu spülen. Sie können sich damit zum Beispiel ein Dip Dye färben oder ein paar bunte Strähnen. Wie’s geht erklären wir Ihnen im nächsten Punkt.

Die Expertin rät allerdings zu Vorsicht: "Manchmal hält die Farbe nämlich viel länger als angegeben. Das passiert vor allem, wenn die Haare bereits strapaziert sind und die Pigmente somit tiefer ins Haar eindringen. Dann können sich die Pigmente mitunter so sehr festsetzen, dass man sie nur noch mit Blondierung herausbekommt. Vorsicht gilt vor allem bei blauen oder grünen Farben." Außerdem laufen sie zu Hause Gefahr, dass die Haare fleckig werden. Sind die Spitzen sehr angegriffen, nehmen sie die Farbe viel intensiver an als die Ansätze. Davor warnt Sie in der Drogerie keiner...

DIY-Haarfärbe-Anleitungen für bunte Haare

Die Expertin empfiehlt, bunte Haare besser beim Profi zu färben. Selbstversuche können nämlich ganz schön in die Hose gehen. Wenn Sie dennoch einen teuren Friseurbesuch umgehen wollen, können wir das aber natürlich verstehen. Deshalb haben wir für Sie ein paar Tipps recherchiert und hier zusammengestellt:

1. Anleitung: Buntes Dip-Dye selbst färben

Farbverläufe sehen immer easy aus, sind aber leider relativ tricky. Wir raten deshalb: Stattdessen ein Dip Dye färben. Dabei werden nur die Spitzen in Farbe getaucht. Das ist wirklich easy. Der lässige Look lebt nämlich davon, dass alles nicht allzu perfekt aufgetragen wird. So geht’s:

  1. Zunächst die Ansätze toupieren. Weil einzelne Strähnen so weiter nach oben geschoben werden, entstehen später keine harten Kanten.
  2. Anschließend die bunte Tönung mit den Fingern oder einem Pinsel nur in den Haarspitzen verteilen.
  3. Die Übergänge von den ungefärbten zu den bunten Haaren mit den Fingern verwischen, indem Sie die Farbe leicht nach oben streichen.

2. Anleitung: Bunte Strähnen selbst färben

Bunte Strähnen sind nach wie vor ein Mega-Trend. Wer das mit Haar-Make-up selber machen möchte, braucht in der Regel blonde Haare. Wer dunkle Haare hat, lässt die Haare vorab aufhellen. Das sollten Sie aber auf keinen Fall selbst versuchen. Besonders cool wirkt es, wenn die Strähnen von unten durchscheinen und nicht direkt im Deckhaar platziert werden. So geht’s:

  1. Die Haare am Oberkopf abteilen und zum Half-Bun binden
  2. Nun mit den Fingern einzelne etwa 1cm breite Strähnen herausnehmen
  3. Etwa ab halber Länge beginnen, die Farbe nach unten hin aufzutragen. Klappt am besten indem Sie die Farbcreme auf die Finger geben und die Strähne zwischen den Fingern durchziehen.
  4. Abschließend – ohne neue Coloration nachzunehmen – die Farbe auch nach oben verwischen, damit keine harten Kanten entstehen.
  5. So viele Strähnen färben wie gewollt. Keine Sorge: Wenn nicht alle Strähnen gleich lang und dick sind, wirkt die Farbe nur noch cooler.

Fazit: Ein Friseurbesuch ist die sichere Wahl

Ja, es ist ernüchternd. Aber wer von Haaren in Pastell oder einem bunten Ombré träumt, geht am besten zum Friseur. Auch wenn es so einfach aussieht und die Auswahl an DIY-Colorationen groß ist, kann dabei nämlich ganz schön viel in die Hose gehen. Wer sich allerdings nur für einen besonderen Anlass die Spitzen oder ein paar Strähnen bunt färben möchte, kann das mit den neuen Haar-Make-ups auch easy zu Hause probieren. Die Gefahr, dass etwas schiefläuft, ist damit gering.

23.07.2018| © womenshealth.de
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