Foundation auftragen So findest du das perfekte Make-up für deine Haut

Make-up richtig auftragen
Farbton, Konsistenz, Menge: Beim Make-up kannst du viel falsch machen. Wir zeigen, wie das Ergebnis perfekt wird! © Kukuruza Oksana / Shutterstock.com

Make-up-Artists erklären, wie du die richtige Schminke für deinen Teint und Hauttypen findest und die Grundierung richtig aufträgst

Manche Frauen schrecken vor Foundation zurück, weil sie dabei an zähes, maskenartiges Make-up denken. Dabei wirken selbst stark deckende Grundierungen mittlerweile sehr natürlich – vorausgesetzt, du verwendest eine Farbe und Textur, die zu deinem Hauttyp passt und trägst das Make-up richtig auf.

Wie das klappt, haben wir die Make-up Artists Wendy Verdin-Kohlmeier vom Kosmetikstudio "The Beautery" in Hamburg und Sara Wren von "Milk Make-up" gefragt. Hier gibt's alles, was du in puncto Foundation wissen musst:

In diesem Artikel:

Die beste Foundation für deinen Hauttyp

Foundation gibt es in unterschiedlichen Formen. Welche Grundierung zu dir passt, hängt im Wesentlichen von deinem Hauttypen ab. Hier zeigen wir die wichtigsten und ihre besonderen Eigenschaften:

Mineralpuder ist das perfekte Make-up für empfindliche Haut

Loser Puder ist für sensible Haut ideal, da er ohne künstliche Zusätze wie Paraffine auskommt. Bei einem fahlen Teint wirken die Mineralpigmente lichtreflektierend, durch die Auswahl an Farbnuancen lässt sich der Puder auf jeden Hautton abstimmen.

So geht’s: "Zum Auftragen eignet sich ein klassischer Kabuki-Pinsel", erklärt Wendy Verdin-Kohlmeier. "Je dichter der Pinsel, desto stärker die Deckkraft."

Expertentipp: Bevor du den Pinsel schwingst, die Tagescreme sanft einklopfen. Das versorgt die Haut mit Feuchtigkeit und durchblutet sie. Ein Puder kann noch so gut sein: "Wenn du trockene Hautstellen haben, wird er sich dort absetzen – und die Haut fahl aussehen lassen", erklärt Sara Wren.

Kompaktpuder ist die richtige Grundierung für ölige Haut

Eine ölige T-Zone lässt sich mit dem fest gepressten Puder bestens mattieren. Verdin rät: "Bei fettiger und leicht unreiner Haut ist ein Kompaktpuder auch für unterwegs ein prima Begleiter, weil man sein Make-up damit schnell und unkompliziert überall auffrischen kann."

Aber: Bei großporiger Haut rät Wendy Verdin-Kohlmeier von einem Puder ab, da sich die mattierenden Partikel dort ablagern und einen Maskeneffekt erzeugen.

So geht’s richtig: "Unbedingt einen Primer vorab verwenden, der die Poren optisch kleiner wirken lässt", empfiehlt Visagistin Sara Wren. Erst dann folgt der Puder. "Wenn du ihn mit einem trockenen Make-up-Schwamm aufträgst, ist die Deckkraft eher leicht. Feuchtest du das Schwämmchen vorab an, verstärkt das die Deckkraft."

Flüssig-Foundation eignet sich für jeden Hauttyp

Flüssig-Make-up hat je nach Produkt eine mittlere bis starke Deckkraft. Es gibt mattierende Flüssig-Foundations für eher ölige Haut und feuchtigkeitsspendende Produkte für trockene Haut.

So geht’s: "Je nach Vorliebe kann das Fluid mit den Fingern, einem Pinsel oder einem Schwamm aufgetragen werden", so Make-up-Expertin Wendy Verdin-Kohlmeier. Mehr dazu weiter unten. Fange in der Mitte des Gesichts bei der Nase an und blende das Produkt zu den Wangen hin aus.

Mousse ist das perfekte Anti-Age-Make-up

Durch die sehr leichte, mit Luft durchsetzte Konsistenz bietet sich das Mousse für Haut mit kleinen Fältchen an, weil es sich darin nicht absetzt.

So geht’s: Da das Produkt sehr rasch trocknet, ist ein schnelles und präzises Auftragen wichtig. "Spätere Korrekturen sind schwierig und lassen den Teint fleckig aussehen", so Werdin-Kohlmeier. Eine walnussgroße Menge des Schaums in die Handinnenfläche geben und dann mit einem Schwamm von der Nase ausgehend gleichmäßig im Gesicht verteilen.

Profi-Tipp: Das Mousse ersetzt nicht die Tagespflege. Im Gegenteil, der Schaum lässt sich nur dann gut verteilen, wenn du die Haut vorher auch eingecremt hast.

Getönte Tagescremes sind perfekt für Frauen mit trockener Haut

Auf trockener Haut setzt sich Make-up schnell krümelig ab und betont die trockenen Hautpartien so noch. Ideal sind deshalb Hybridprodukte aus Creme und Make-up wie zum Beispiel leicht getönte BB-Creams.

"Ist die Haut sehr trocken, empfiehlt es sich vorab noch einen feuchtigkeitsspendenden Primer aufzutragen – und der Haut die Zeit zu geben, die sie braucht, um ihn komplett aufzusagen. So wird das darauf folgende Make-up fast unsichtbar", sagt Sara Wren.

Auch für normale Haut ist getönte Pflege als Grundierung ideal

Du willst und musst nicht viel abdecken, deshalb reicht die leichte Tönung einer BB- oder CC-Cream meistens völlig aus.

So geht’s: Von der Mitte des Gesichts die Creme zu den Wangen, der Stirn und den Kieferknochen hin verteilen. Ob mit Fingern, Pinsel oder Schwämmchen, ist dir überlassen. "Spare dabei die Augenbrauen aus, die wirken sonst grau, und das lässt sich schwer korrigieren", so Wendy Verdin-Kohlmeier.

Die richtige Foundation-Farbe finden

Wenn du dich für die passende Textur entschieden hast, gilt es den optimalen Ton zu treffen. Die Foundation sollte die Gesichtsfarbe nicht verändern und sich unsichtbar verblenden lassen. Weil Handrücken und Unterarm selten den gleichen Ton haben wie das Gesicht, solltest du Make-up direkt auf der Wange testen.

"Trage drei Nuancen, die infrage kommen in schmalen Streifen an der Wange bis runter zum Kiefer nebeneinander auf. So kannst du die Töne direkt miteinander vergleichen. Die Nuance, die ohne langes Verblenden mit dem Hautton von Gesicht und Hals (!) verschmilzt, ist die richtige", so Wren.

Und noch ein Tipp: Künstliche Drogeriebeleuchtung verfälscht die Farben. Deshalb vorm Kauf unbedingt am Fenster oder draußen in einen Taschenspiegel schauen! Nimm dir ausreichend Zeit, den optimalen Ton zu finden. Eine Make-up-Schicht, deren Farbe nicht zum Gesichtston passt und im schlimmsten Fall wie eine pastöse Maske wirkt, ist ein echtes Beauty-Desaster!

"Bei zu heller Foundation wirkt das Gesicht schnell flach und leblos. Ist der Farbton zu dunkel, sieht es einfach unnatürlich – und ganz offensichtlich schlecht gemacht – aus", so Wren. Verändert sich die Hautfarbe mit den Jahreszeiten, musst du natürlich auch das Make-up anpassen.

So erkennst du den richtigen Unterton beim Make-up

Nicht nur die Helligkeit entscheidet über die optimale Make-up-Farbe, sondern auch der Unterton. So gibt es warme Töne, die in der Verpackung leicht gelblich wirken, neutrale Töne, die beige aussehen und kühle Nuancen mit Rosa-Stich.

Viele Menschen tendieren dazu rosige Nuancen zu wählen, weil der Ton in der Verpackung besonders natürlich wirkt. Aber: Auf der Haut wirkt Make-up mit Rosatönen bei den meisten wie eine Maske. Nur ganz hellhäutige, die selbst im Schatten einen Sonnenbrand bekommen, sind mit einem Rosa-Ton gut beraten.

Schwamm oder Pinsel: Womit trage ich meine Foundation am besten auf?

Das ist reine Geschmackssache! Liebling zahlreicher Beauty-Vlogger ist der stylische Beauty-Blender, ein tropfenförmiges, pinkfarbenes Kunststoff-Schwämmchen, mit dem sich Flüssig-Make-up optimal verteilen lässt. Bevor du das Make-up aufnimmst, feuchtest du den Schwamm leicht an, und tupfst die Foundation mit leichtem Druck auf die Haut. "Weil die Foundation dadurch leicht verdünnt wird, wirkt das Finish am Ende besonders natürlich. Die Deckkraft ist allerdings nicht ganz so stark", sagt Sara Wren.

Mit einem Pinsel kannst du ein besonders deckendes Make-up schminken. Sara Wren erklärt: "Ich benutze gerne feste, bauschige Pinsel. Die Foundation vorher auf den Handrücken geben und direkt mit dem Pinsel auftragen oder vorher mit den Fingern ins Gesicht tupfen und anschließend mit dem Pinsel verblenden, verblenden, verblenden. Sieht am Ende aus wie ein Airbrush-Make-up."

Kann man Foundation mit den Fingern auftragen?

Klares Ja! Die Fingerspitzen sind sogar die beste Methode zum Verteilen von Flüssig-Make-up, wenn du dir ein stark deckendes aber trotzdem natürliches Ergebnis wünscht. Deine Finger haben nämlich den unschlagbaren Vorteil, dass sie warm sind, wodurch sich die Foundation ideal mit der Gesichtshaut verbinden kann.

Expertentipp: Für ein optimales Ergebnis verwendet Wendy alle 3 Methoden, also Pinsel, Finger und Schwamm: "Mit dem Pinsel trage ich das Produkt auf, mit den Fingern verstreiche ich es, und mit einem leicht feuchten, sauberen Schwamm korrigiere ich zum Beispiel die Pinselstriche oder Farbunterschiede."

Hast du die richtige Foundation zu deinem Hautton gefunden, lässt sich das Make-up mit unseren Tipps im Nu so auftragen, dass keiner sieht, dass du überhaupt Foundation trägst. Komplimente wie "Wow, hast du tolle Haut!“ sind dir dann sicher!

27.09.2019| © womenshealth.de
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