Fitness Musik So steigert Musik die sportliche Leistungfähigkeit

Die beste Musik beim Sport
6 Sportler verraten, welche Musik sie beim Sport antreibt © Look Studio / Shutterstock.com

Drehen Sie ruhig mal laut auf. Denn mit der richtigen Musik beim Sport kommt die Motivation ganz von selbst. Warum? Wir haben uns für Sie umgehört

Wenn im Spinningkurs plötzlich das Lieblingslied aus den Boxen schallt, beim Laufen dieser eine Song in Ihren Kopfhörern erklingt oder Sie beim Krafttraining Ihren Push-Song hören, hat das einen sichtbaren Effekt: Sie erkämpfen sich eine Wiederholung mehr, laufen noch einen Schritt schneller oder strampeln etwas energischer im Takt der Musik, und: Sie lächeln auch noch dabei! Ja, Musik ist der perfekte Motivationsbooster beim Training. Aber warum ist das eigentlich so?

Was bewirkt Musik beim Sport?

Ob Bach oder Beyoncé, Musik bewegt. Denn unsere Lieblingssongs stimulieren das Belohnungszentrum im Gehirn – und das wiederum ist mit dem Bewegungszentrum verbunden. So wird beim Musikhören auch die Motorik stimuliert. Deshalb wippen die Füße im Takt, Finger trommeln auf dem Tisch oder wir schwingen die Hüften, wenn wir einen tollen Song hören. Bewegung ist also ein positiver Nebeneffekt von Musik, ausgelöst dadurch, dass sich das Gehirn so richtig über die schönen Klänge freut.

Musik erhöht die Leistungsfähigkeit beim Sport

Das ist tatsächlich wahr! In einem Experiment der Brunel University London rannten Probanden auf einem Laufband zum Rhythmus von bekannten Popsongs. Das Ergebnis: Mit Musik hielten die Testpersonen 15 Prozent länger durch – und es machte ihnen auch noch mehr Spaß, obwohl sie vor Erschöpfung keuchten. Studien des Amsterdamer Forschungsinstituts Move bestätigen, dass die körperliche Erschöpfung beim Sport mit Musik erst deutlich später einsetzt. Die Vermutung der Forscher: Die Musik bewirkt, dass wir uns mehr auf die positiven Aspekte konzentrieren und die negativen wie Anstrengung und erste Anzeichen von Erschöpfung einfach ausblenden. Das Training erscheint dadurch zwar nicht weniger anstrengend, doch die innere Haltung verändert sich: Wir haben Spaß!

Die beste Musik beim Sport
Musik macht happy und lässt uns beim Sport länger durchhalten. © Look Studio / Shutterstock.com

Musik bringt uns in die passende Stimmung

Schon vor dem eigentlichen Training, kann Musik dabei helfen, sich mental vorzubereiten. Mit lauter, antreibender Musik bringen sich Sportler in das optimale Mindset, während ruhigere Songs dabei helfen nach einer Trainingseinheit runterzukommen und zu entspannen. Dabei sind besonders die Emotionen entscheidend, die ein Song auslöst. Die physiologischen Prozesse wie Tempo und Puls orientieren sich am Rhythmus eines Songs, aber welche Gefühle dieser in uns auslöst, hängt oft vor allem vom Songtext ab.

Bewegungen synchron zu Musik sind effizienter

Beim Sport regulieren die treibenden Beats der Musik das Bewegungstempo und treiben den Puls in die Höhe. Wer seine Bewegungen mit der Musik in Einklang bringt, trainiert nachweislich effizienter: In einer Studie verbrauchten Testpersonen auf dem Radergometer etwa 7 Prozent weniger Sauerstoff, wenn sie im Takt der Musik strampelten als die ohne oder wenn sie zu asynchroner Musik in die Pedale traten. Das bedeutet: Musik beeinflusst wie effizient wir mit der zur Verfügung stehenden Energie umgehen. Na, das ist doch mal Musik in unseren Ohren!

Den richtigen Beat finden

Welche Musik ist für welche Art des Trainings geeignet? Und hat Popmusik eine bessere Wirkung als Heavy Metal? So viel vorweg: Wir brauchen Bass! Eine in der Fachzeitschrift Social Psychological and Personal Science veröffentlichte Studie stellte fest, dass besonders kraftvolle Songs mit viel Bass dafür sorgen, dass sich die Zuhörer energiegeladen und voller Power fühlen. Die Forscher vermuten, dass wir beim Musikhören das Gefühl imitieren, das ein Song vermittelt. Ordentlich Bass kann also von Vorteil sein, aber zu welchem Genre die Songs gehören, mit denen Sie Ihre Workout-Playlist füllen, hängt letztlich von Ihrem Musikgeschmack ab. Entscheidend ist nämlich nur, dass Sie 1. Ihnen gefallen und 2. das Tempo der Songs zur Intensität Ihres Trainings passt. Beim Warm up treiben Songs mit etwa 110 beats per minute den Puls in die Höhe. Fürs Krafttraining sind rund 120 bpm ideal und beim Ausdauertraining bewegen Sie sich je nach Intensität zwischen 130 bis 150 bpm.

Die beste Musik beim Sport
Braucht Ihre Playlist mal wieder ein Update? Hier kommt die beste Fitness Musik! © Look Studio / Shutterstock.com

Und woher weiß ich, wie viele bpm ein Song hat?

Das können Sie ganz einfach zählen. Hören Sie sich den Song an und achten dabei genau auf den Beat. Wenn Sie ihn gefunden haben, starten Sie eine Stoppuhr und zählen für 15 Sekunden im Takt der Musik mit. Diese Zahl multiplizieren Sie dann mit 4 und schon haben Sie die beats per minute des Songs berechnet.

Was macht einen guten Workout-Song aus?

Die folgende Checkliste für die Songauswahl, wird Ihnen das Zusammenstellen Ihrer persönlichen Fitness-Playlist erleichtern:

Ein guter Song fürs Training...

  1. ...hat einen starken Beat
  2. ...hat einen positiven Songtext (Am Besten mit einem Bezug zu Bewegung!)
  3. ...passt zu den Bewegungen Ihrer Sportart
  4. ...hat eine motivierende Melodie
  5. ...löst eine Assoziation zu Sport, Bewegung oder Triumph aus
  6. ...trifft Ihren Musikgeschmack

Inspiration für Ihre Workout-Playlist

Noch immer keine Idee, welche Songs auf Ihrer Sport-Playlist noch fehlen? Wir haben uns unter Athleten des Asics Training Squads nach Musik-Tipps für verschiedene Sportarten umgehört. Da ist sicher auch etwas für Ihre Fitness-Playlist dabei! Hören Sie mal rein:

Die Latin-Workout-Playlist von Zumba Instructor Kristin Soba

Kristin liebt spanische und brasilianische Beats: Salsa, Bachata, Reggaeton. "Alle Songs mit ordentlich Beats und Bässen lassen mich auf dem Stairmaster schneller Treppen steigen oder beim Supersatz nochmal richtig Vollgas geben“, sagt die Stuttgarterin. Ihre Playlist kommt überall in Frage, egal ob Freihantelbereich oder im Kursraum.

Die Workout-Playlist von Personal Trainerin Theresa Trübenbach

Thess mag 90er Hip Hop, Deutschrap, Electro und House. "Meine Playlist gibt mir die richtige Portion Power und inspiriert mich zu neuen Choreos für meine Dancefit Kurse“, sagt sie. Ihr Lieblingssong für eine ruhige Laufeinheit: Had some drinks von Two feed, beim Krafttraining mit schweren Gewichten: turn down for what von Lil Jon.

Die Shavasana-Playlist von Yoga-Lehrer Hie Kim

Sie suchen eher nach etwas Ruhigem zum Runterkommen? Dann sind Sie bei Hie genau richtig! Am Ende jeder Yogastunde kommt bei ihm diese harmonische Musik zum Einsatz, um die Stunde wunderschön abzuschließen. Sein Lieblingssong: Passage von Garth Stevenson. "Der Song beschreibt den sanften Wechseln von einem Zustand zum nächsten“, sagt Hie.

Die Outdoor-Workout-Playlist von Bootcamp Coach Laura Helser

Um die Teilnehmer ihrer team LOA Outdoor Workouts bei Laune zu halten und anzutreiben, hat Laura einen bunten Mix aus dynamischen, motivierenden Rock-, Hip Hop- und House-Songs zusammengestellt. "Ein paar Oldschool-Songs zum mitsingen sind auch dabei. Eben alles, was motiviert und Laune macht“, sagt Laura. Ihr persönlicher Pushsong, der sie zu ein paar zusätzlichen Treppen-Sprints anfeuert: When a fire starts to burn von disclosure. "Da fange ich direkt an rumzutanzen und will am liebsten losrennen!“

Die Kickbox-Playlist von DJane Hanna Hansen

Bei Hanna gibt es Housemusik! Von Deep House bis Techhouse ist bei der Kickboxerin alles dabei. "Meine Playlist ist die perfekte musikalische Untermalung für mein Kickbox-Training – vom Warm up bis hin zum vollen Auspowern“, sagt Hanna. Ihr absoluter Lieblingssong: Cola von Camelphat & Elderbrook.

Die Fitness-Playlist von Gymqueen Lisa Wert

Lizzi hört beim Sport am liebsten EDM und Deep House. Ihre bunte Playlist kommt beim Krafttraining im Studio, beim HIIT-Training und beim Joggen zum Einsatz. "Momentan mag ich Summer Air von den Italo Brothers sehr gern. Der gibt so einen herrlichen Summer-Throwback-Flow“, sagt sie.

Mit diesem Update für Ihre Playlist kann das nächste Training kommen!

30.12.2017| © womenshealth.de
Anna Ullrich Fitness-Redakteurin
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