Google Maps statt Lauf-App? So planst du deine perfekte Laufrunde

Laufrouten planen
Google Maps statt Lauf-App? So planst du deine perfekte Laufrunde

ArtikeldatumVeröffentlicht am 22.09.2026
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Eine Frau in Sportkleidung schaut beim Laufen auf ihr Smartphone
Foto: Kevin Kozicki / GettyImages

Du öffnest deine Lauf-App, tippst auf "Route vorschlagen" und landest wieder auf dem überfüllten Uferweg. Dabei wäre die ruhige Nebenstraße 3 Blocks weiter perfekt, die wird dir aber nicht angezeigt. Das hat einen einfachen Grund.

Warum Fitness-Apps dir immer dieselben Strecken zeigen

Hinter den Routenvorschlägen populärer Sport-Apps steckt häufig die Frage, wo andere bereits laufen. Strava etwa nutzt reale Aktivitäten aus seiner Community und Daten aus der Global Heatmap, um personalisierte Routenvorschläge zu erstellen. Dabei kannst du zwar Distanz, Höhenmeter und Untergrund beeinflussen.

Trotzdem spielen Strecken, die in der Community bereits beliebt sind, bei den Vorschlägen eine wichtige Rolle. Die Global Heatmap bildet dafür die öffentlichen Aktivitäten des vergangenen Jahres ab und wird monatlich aktualisiert.

Das ist praktisch, wenn du bewährte Laufstrecken entdecken willst. Suchst du dagegen ganz gezielt eine ruhige Seitenstraße, einen bestimmten Park oder eine selbst zusammengestellte Runde, möchtest du vielleicht lieber selbst bestimmen, wo es langgeht.

Hinzu kommt ein technisches Problem: Viele Routenplaner verbinden gesetzte Wegpunkte automatisch über Straßen und Wege, die in ihrem Kartenmaterial hinterlegt sind.

Bei Strava etwa werden benutzerdefinierte Wegpunkte standardmäßig über die nächstgelegenen Straßen oder Wege miteinander verbunden. Informelle Pfade oder frei begehbare Flächen lassen sich deshalb nicht immer so einplanen, wie du es möchtest.

So planst du mit Google Maps deine eigene Route

Google Maps ist kein Lauf-Tool und genau das ist sein Vorteil. Mit 2 verschiedenen Funktionen kannst du Routen individuell planen, unabhängig von automatisch generierten Laufrouten.

Entfernungen schnell checken: Über "Entfernung messen" (Desktop: Rechtsklick auf die Karte; Smartphone: langer Tipp auf die Karte) kannst du beliebig viele Wegpunkte setzen und siehst die Gesamtdistanz in Echtzeit. Ideal, um eine Route grob zu skizzieren und die Länge zu prüfen. Aber Achtung: Diese Messung lässt sich weder speichern noch exportieren.

Routen erstellen, speichern und exportieren: Dafür nutzt du Google My Maps – ein separates, kostenloses Google-Tool. Dort erstellst du eine neue Karte, wählst das Linien-Werkzeug und zeichnest deine Route Punkt für Punkt frei auf der Karte. Alle Wegpunkte werden gespeichert. Wenn die Route fertig ist, klickst du oben rechts im Kartenkasten auf die 3 Punkte und wählst "In KML/KMZ exportieren".

Die KML-Datei kannst du anschließend mit einem kostenlosen Online-Tool wie gmapstogpx.com in eine GPX-Datei umwandeln. Das fertige GPX-Format lesen Garmin, Komoot und die meisten anderen Apps und Sportuhren problemlos ein.

Höhenprofile checken mit Google Earth

Wer das Höhenprofil seiner Route kennen will, öffnet Google Earth und fügt dort die geplante Route über "Datei importieren" ein.

Seit April 2026 bietet Google Earth dafür ein eigenes interaktives Höhenprofil. Zeichnest du mit dem Mess- oder Zeichenwerkzeug eine Linie beziehungsweise einen Pfad, erscheint automatisch ein Diagramm mit den Höhenveränderungen entlang der Strecke. Eine bereits geplante Route kannst du alternativ importieren.

Während du die Punkte setzt, zeigt Google Earth das Höhenprofil automatisch an – hilfreich, um gezielt Bergauf-Abschnitte fürs Kraft-Ausdauer-Training einzuplanen oder bei Knieproblemen starke Gefälle zu umgehen. Den gezeichneten Pfad kannst du anschließend als KML-Datei exportieren und – wie oben beschrieben – über gmapstogpx.com in GPX umwandeln.

Sicherheit einplanen: Beleuchtung, belebte Wege und Trinkstellen

Für frühmorgendliche oder abendliche Läufe bietet Google Maps Informationen, die bei klassischen Laufdaten schnell untergehen.

Beleuchtung prüfen: Über Street View kannst du deine geplante Strecke virtuell ablaufen und dir ein erstes Bild von Straßenbreite, Bebauung und Beleuchtungsmasten machen – auch wenn die Aufnahmen fast immer tagsüber entstanden sind.

Für eine verlässlichere Einschätzung der tatsächlichen Ausleuchtung lohnt sich ein Blick auf MapComplete, eine OpenStreetMap-basierte Karte mit eingezeichneten Straßenlaternen.

Eine Frau joggt bei Nacht durch die Stadt
Ivan Pantic / GettyImages

Belebte Wege nutzen: Die Funktion "Beliebte Zeiten" zeigt, wie stark ein Ort zu einer bestimmten Uhrzeit besucht ist. Sie steht für Orte mit eigenem Google-Eintrag zur Verfügung – also Parks, Promenaden oder belebte Plätze. Einfach den Ort in Google Maps suchen, antippen und im Infopanel nach unten scrollen.

Wer sich bei Läufen im Dunkeln auf belebteren Strecken wohler fühlt, kann solche Informationen in die Routenplanung einbeziehen. Wer Ruhe sucht, meidet überlaufene Promenaden zur Stoßzeit.

Wasser finden: Bei langen Sommerläufen hilft in Google Maps die Suche nach "Trinkwasser in der Nähe" oder "Wasserspender". Die Ergebnisse sind aber je nach Stadt und Region lückenhaft.

Zuverlässiger ist Watrify: Die kostenlose, werbefreie Plattform verzeichnet europaweit über 250.000 verifizierte Trinkbrunnen und Nachfüllstationen – nutzbar im Browser sowie als App für iOS und Android.

Was andere Routenplaner besser können

Google Maps ist praktisch, wenn du eine Strecke selbst zusammenstellen und dabei zusätzliche Ortsinformationen nutzen möchtest, aber es schlägt dir keine fertigen Laufrouten vor und kennt keinen Untergrund.

Diese Apps füllen diese Lücken:

Hier kannst du entweder selbst eine Route zeichnen oder dir von der App einen Vorschlag generieren lassen – beides auf detailreichen Karten mit Untergrundangaben. Du siehst vor dem Start, wie viel deiner Strecke über Asphalt, Schotter oder unbefestigte Wege führt. Die Trail-View-Funktion zeigt Fotos anderer Nutzer:innen aus einzelnen Abschnitten, was bei unbekannten Gegenden besonders hilfreich ist.

Seit August 2026 kann Komoot bei Hindernissen wie verschlossenen Toren oder überfluteten Straßen während der Navigation eine Umleitung vorschlagen. Im Web-Routenplaner lassen sich außerdem bestimmte Straßen, Wege und ganze Bereiche gezielt vermeiden. Kostenlos nutzbar. Beim ersten Anmelden gibt es eine Offline-Kartenregion gratis, weitere kosten extra.

Ebenfalls mit freiem Routenplaner und automatischen Vorschlägen, besonders stark bei offiziellen Topo-Karten aus vielen europäischen Ländern. Der Rundwegplaner generiert mit wenigen Klicks einen Vorschlag auf Basis deines Startpunkts. Ideal für Läuferinnen, die auch im Urlaub oder im Gelände unterwegs sind. Die Basisversion ist kostenlos. Für Topo-Karten und Offline-Navigation ist das Pro-Abo nötig.

Auch Strava erlaubt freies Zeichnen und generiert automatische Routenvorschläge, wobei reale Aktivitäten aus der Community und die Global Heatmap in die Vorschläge einfließen. Dafür kannst du unter anderem Sportart, Distanz, Höhenprofil und Untergrund festlegen.

Im Web-Routenplaner lässt sich zusätzlich wählen, ob Strava eher populären oder möglichst direkten Wegen folgen soll. Sinnvoll vor allem für alle, die Strava ohnehin für ihr Trainingstagebuch nutzen und Routen direkt damit verknüpfen wollen. Der Route Builder ist nur mit kostenpflichtigem Abo verfügbar.

Die häufigsten Fragen zum Planen von Laufrouten mit Google Maps

Fazit