Deadlift richtig machen: Die Königsübung für Frauen

Kreuzheben
Deadlift richtig machen: Die Königsübung für Frauen

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ArtikeldatumZuletzt aktualisiert am 25.02.2026
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Kreuzheben - Übung
Foto: gettyimages/skynesher

Wenn es eine einzige Übung gäbe, die Kraft, Stabilität und Alltagstauglichkeit vereint, dann ist es Kreuzheben. Ob du deinen Rücken stärken, einen knackigen Po formen oder deine Haltung verbessern möchtest: Deadlift liefert.

Summary

  • Schwierigkeitsgrad: Anfänger bis Profis
  • MET-Wert: 6–8
  • Hauptregion: Ganzkörper
  • Equipment/Hilfsmittel: Lang- oder Kurzhantel

Was ist Deadlift und warum ist Kreuzheben so effektiv?

Deadlifts, auf Deutsch Kreuzheben, sind eine Grundübung im Krafttraining, die fast alle großen Muskelketten des Körpers beansprucht. Dabei hebst du ein Gewicht kontrolliert vom Boden auf und bringst es in eine aufrechte Position. Klingt simpel? Ist es in der Theorie auch, aber die richtige Technik ist entscheidend, um den maximalen Effekt zu erzielen und Verletzungen zu vermeiden.

Das Besondere an Deadlifts ist ihre Vielseitigkeit: Du kannst sie klassisch mit der Langhantel, als Kreuzheben mit Kurzhanteln oder mit alternativen Tools wie Kettlebells ausführen. Selbst eine gefüllte Tasche kann für eine Basic-Variante zu Hause herhalten. Kein Wunder, dass Deadlifts eine der beliebtesten Übungen im Kraftsport sind.

Diese Muskeln werden beansprucht

Gymvisual

Beim Kreuzheben arbeiten gleich mehrere große Muskelketten zusammen, was es besonders effektiv macht.

  • Beine und Po: Vor allem Oberschenkelrückseite (Hamstrings), Gesäßmuskeln (Glutes), Quadrizeps (Beinstrecker) und Adduktoren sind stark beteiligt.
  • cken: Der untere Rücken (Erector spinae) stabilisiert die Wirbelsäule, der obere Rücken inklusive Trapezmuskel sorgt für Haltung.
  • Core: Bauch- und tiefe Rumpfmuskulatur sind permanent aktiv, um den Oberkörper stabil zu halten.
  • Griffkraft und Unterarme: Beim Halten der Hantel werden die Unterarmmuskeln durch das feste Zupacken intensiv trainiert.
  • Latissimus dorsi: Er arbeitet isometrisch, um die Hantelstange während der gesamten Bewegung nah an den Schienenbeinen zu fixieren und den Oberkörper zu stabilisieren.

MET-Wert und Kalorienverbrauch

Kreuzheben ist eine der intensivsten Übungen überhaupt und das spiegelt sich im MET-Wert bzw. im Energieverbrauch wider.

  • MET-Wert: 6–8 (abhängig von Gewicht und Tempo)
  • Kalorien: Bei moderatem Training kannst du mit 60–80 kcal pro 10 Minuten rechnen. Bei schwerem Gewicht oder Supersätzen sogar noch mehr.

Das bedeutet: Mit jeder Wiederholung baust du nicht nur Muskeln auf, sondern verbrennst auch ordentlich Energie.

Funktionale Alltagsvorteile

Kreuzheben ist nicht nur ein Fitness-Statement, es macht deinen Alltag spürbar leichter. Stell dir vor, du hebst einen schweren Wäschekorb oder gehst einkaufen. Mit der Kraft aus Deadlifts passiert das ohne krummen Rücken und ohne Rückenschmerzen.

  • ckenschonend heben: Du lernst automatisch, Lasten aus den Beinen und nicht aus dem Rücken zu heben.
  • Haltung verbessern: Ein starker Core und Rücken machen Schluss mit Rundrücken und Verspannungen.
  • Mehr Power für Sport und Leben: Ob Laufen, Radfahren oder einfach Treppensteigen, Kreuzheben überträgt sich auf jede Bewegung.

Kurz gesagt: Deadlifts sind die Brücke zwischen Gym und Alltag und genau das macht sie so wertvoll und unverzichtbar.

Nachteile von Kreuzheben

Kreuzheben ist technisch anspruchsvoll und erfordert eine saubere Hüftbewegung sowie eine stabile Rumpfspannung – ohne diese Grundlagen steigt das Verletzungsrisiko.

Zudem belastet die Übung bei schweren Gewichten das zentrale Nervensystem stark und benötigt ausreichend Regeneration. Bei akuten Rückenbeschwerden oder Bandscheibenproblemen solltest du vorher ärztlich abklären lassen, ob Deadlifts für dich geeignet sind.

Die richtige Deadlift-Ausführung

Damit Kreuzheben nicht nur effektiv, sondern auch sicher ist, kommt es auf die Technik an. Eine fehlerhafte Ausführung kann den Rücken extrem belasten, während eine saubere Technik ihn total stärkt. So gehst du richtig vor:

Wichtig zu beachten

  • Stand und Ausgangsposition: Stell die Füße hüftbreit auf, die Langhantel oder Kurzhanteln liegen dicht vor dir.
  • Griff und Spannung: Schiebe deine Hüfte weit nach hinten (Hip Hinge) und beuge die Knie erst dann leicht, bis du die Stange greifen kannst. Deine Schienbeine sollten die Stange fast berühren. Halte die Core-Spannung von Anfang an fest.
  • Heben: Hebe das Gewicht, indem du die Beine streckst und die Hüfte nach vorn bringst, nicht aus dem Rücken ziehen! Die Hantel bleibt eng am Körper.
  • Endposition: Stehe aufrecht, aber lehne dich nicht ins Hohlkreuz.
  • Kontrolliertes Absenken: Führe die Bewegung in Zeitlupe zurück zum Boden. Erst wenn das Gewicht wieder sicher steht oder du den Umkehrpunkt erreicht hast, atmest du kontrolliert aus.

Dos und Don'ts

Die häufigsten Fehler und deren Lösung

Viele machen beim Kreuzheben kleine, aber wirkungsvolle Fehler, die die Effektivität reduzieren oder sogar zu Verletzungen führen können. Auf diese Dinge sollest du achten:

Checkliste für Anfängerinnen

Bevor du das Gewicht anhebst, gehe diese Punkte Schritt für Schritt durch, um sicher und effektiv zu trainieren:

  1. Sicherer Stand: Stelle deine Füße hüftbreit auseinander. Das Gewicht ist gleichmäßig auf den Fersen und den Fußballen verteilt.
  2. Die Stange sollte die Schienbeine beim Set-up fast berühren. Wenn du von oben herabschaust, schneidet die Stange deinen Fuß genau in der Mitte.
  3. Der richtige Griff: Beuge dich mit geradem Rücken nach unten. Deine Hände greifen die Stange etwas außerhalb deiner Beine (etwa schulterbreit). Umgreife die Stange so fest wie möglich – ein starker Griff stabilisiert deinen gesamten Oberkörper.
  4. Neutraler Nacken: Suche dir einen Punkt auf dem Boden, der etwa 2–3 Meter vor dir liegt. Fixiere diesen Punkt während der gesamten Übung. Vermeide den Blick in den Spiegel, damit deine Halswirbelsäule neutral bleibt und nicht überstreckt wird.
  5. Das Fundament (Bracing): Atme tief in den Bauch ein und halte diese Luftspannung im Rumpf aktiv fest. Stell dir vor, du möchtest deine Körpermitte zu einem stabilen, unnachgiebigen Zylinder machen. Diese Spannung schützt deinen unteren Rücken wie ein innerer Airbag.
  6. Explosiver Kraftschluss: Drücke dich nun bewusst über die Fersen vom Boden weg. Ziehe das Gewicht nicht mit dem Rücken nach oben, sondern schiebe den Boden mit den Beinen weg. Die Hantel gleitet dabei eng an deinen Schienbeinen entlang nach oben.
  7. Stolzes Finish: Oben angekommen stehst du aufrecht. Deine Brust ist "stolz", die Schultern ziehen nach hinten-unten. Achte darauf, dein Becken nicht zu weit nach vorne zu schieben (kein Hohlkreuz!).

Tipp: Nicht mit zu viel Gewicht starten. Saubere Technik ist wichtiger als die Zahl auf der Stange. Wenn du unsicher bist, beginne mit leichten Kurzhanteln oder sogar einem Besenstiel, um das Bewegungsmuster zu lernen.

Varianten

Kreuzheben ist nicht gleich Kreuzheben. Je nach Variante setzt du unterschiedliche Trainingsreize. Hier sind die beliebtesten Formen für deinen Trainingsplan:

  • Klassisches Kreuzheben: Die Basisvariante mit der Langhantel, perfekt für den Aufbau von Ganzkörperkraft.
  • Sumo Deadlift: Mit breitem Stand und engerem Griff, entlastet den unteren Rücken und betont Beine und Hüfte.
  • Rumänisches Kreuzheben (Romanian Deadlift): Fokus auf die hintere Kette (Hamstrings und Glutes), ideal für Muskeldefinition.
  • Kreuzheben mit Kurzhanteln: Super für zu Hause oder als Variation im Studio, trainiert auch die Griffkraft.
  • Trap Bar Deadlift: Gelenkschonender und ideal für Einsteigerinnen, da der Schwerpunkt zentral liegt.

Jede Variante hat ihre Vorteile, keine ist "besser", sondern nur anders. Probiere aus, was zu deinen Zielen und deiner Tagesform passt.

Übungen für zu Hause

Du hast kein Gym zur Verfügung? Dann kannst du Kreuzheben ganz einfach auch ohne große Geräte zu Hause trainieren. Diese Varianten sind nicht nur praktisch, sondern halten deine Technik auch sauber, bis du wieder Zugang zu schwerem Equipment hast.

  • Kreuzheben mit Besenstiel: Nutze einen Besenstiel, um die Technik ohne Last zu perfektionieren, oder einen gefüllten Rucksack als improvisiertes Gewicht.
  • Kreuzheben mit Kurzhanteln oder Kettlebells: Wenn du diese zu Hause hast, ideal!
  • Hip Hinge mit Widerstandsband: Das Band um die Hüfte, den Widerstand nach hinten ziehen – perfekt für den Bewegungsablauf.
  • Einbeiniges Kreuzheben (Single Leg Deadlift): Super für Gleichgewicht und Core. Geht auch ohne Gewicht.

Progressionsweg

Level 1 Anfänger:

Starte mit leichten Gewichten, Kurzhanteln oder sogar nur einer Stange, um die Bewegungsabläufe zu verinnerlichen. Konzentriere dich auf die Basics:

  • Technik zuerst: Neutraler Rücken, Core aktivieren, Hantel eng am Körper.
  • Reps und Sätze: 3 Sätze à 12–15 Wiederholungen, langsames und kontrolliertes Tempo.
  • Tipps: Atme vor dem Heben tief ein, halte die Spannung im Rumpf kurz beim Hochziehen (Bracing) und atme erst oben kontrolliert aus.
  • Ziel: Sicherheit in der Bewegung, Balance, Core-Stabilität und Beinaktivierung aufbauen.

Level 2 Fortgeschritten:

Sobald die Technik sitzt, kannst du das Gewicht erhöhen oder zur Langhantel wechseln. Gleichzeitig lassen sich Varianten einbauen, die gezielt Muskeln anders ansprechen:

  • Variationen: Rumänisches Kreuzheben für hintere Oberschenkel, Defizit Deadlifts für extra Tiefe, Sumo Deadlifts für andere Hüftwinkel.
  • Reps und Sätze: 3–4 Sätze à 8–12 Wiederholungen mit moderatem bis schwerem Gewicht.
  • Tipps: Kurze Pausen am oberen Punkt halten, um die Spannung im Rücken zu spüren; Fokus auf sauberen, kontrollierten Bewegungen.
  • Ziel: Kraftaufbau, Stabilität und die Verbindung zwischen Beinen, Po und Rücken vertiefen.

Level 3 Profi:

Hier geht es um maximale Kraft, Stabilität und gezielte Muskelaktivierung. Jetzt können komplexere Techniken und Zusatzvarianten integriert werden:

  • Variationen: Einbeinige Deadlifts für Balance und Core, langsames exzentrisches Kreuzheben, kombinierte Zug- und Halteübungen.
  • Fortgeschrittene Grifftechniken: Hook Grip oder Mixed Grip für höhere Gewichte.
  • Reps und Sätze: 4–5 Sätze à 4–6 Wiederholungen, Fokus auf maximale Kontrolle.
  • Tipps: Setze Progression schrittweise um, Gewicht langsam steigern, bevor Variationen oder Tempo verändert werden.
  • Ziel: Maximale Muskelkraft, Definition und funktionelle Stabilität, die direkt in Alltagsbewegungen übertragbar ist.

FAQ – Kreuzheben für Frauen

Fazit