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Nussmus Wir checken 10 Sorten Nussmus im Geschmackstest

Alle lieben Nussmus! Kein Wunder, denn Mandelmus, Cashewmus & Co. sind nicht nur pur richtig lecker, man kann auch prima mit ihnen kochen und backen

Ob pur gelöffelt, als Topping oder in einer herzhaften Sauce: Von Nussmus können wir einfach nicht genug bekommen. Da kann es schon mal sein, dass ein Glas in nullkommanix weggeputzt ist.

Zum Glück gibt es mittlerweile ein riesiges Angebot, durch das man sich wild durchprobieren kann. Wir verraten dir, wie sich die einzelnen Sorten geschmacklich unterscheiden und in welchen Rezepten du sie perfekt verwenden kannst.

Was ist Nussmus?

Das besondere an Nussmus ist, dass es wirklich nur aus Nüssen hergestellt wird. Dafür werden die gesunden Kerne geröstet und vermahlen. Das Rösten ist dabei entscheidend, damit sich das Aroma entfalten kann. Je nach Sorte wird die Temperatur dafür angepasst. Damit das intensive Aroma dann auch wirklich im Glas landet, müssen die Nüsse nach dem Röstprozess sofort weiterverarbeitet werden. Beim Mahlen werden die gesunden Fetten in den Nüssen quasi ausgedrückt und machen das Mus, das dabei entsteht, so schön cremig.

Das Nussöl kann sich bei längerer Lagerung absetzen, was aber völlig normal ist. Im Gegensatz zu Nussmus werden Nussbutter oder Nusscremes meist Fett, Aromen, Zucker & Co. zugesetzt. Eine einheitlich rechtliche Regelung gibt es dazu jedoch nicht. Im Zweifel lohnt sich ein Blick auf die Zutatenliste.

Warum ist Nussmus so gesund?

Nussmus ist – wie Nüsse selbst auch – eine wertvolle Quelle für viele gute Nährstoffe, die Hirn, Nerven, Herz und sogar dein Hungergefühl positiv beeinflussen können. Es ist reich an pflanzlichem Eiweiß und hat damit definitiv Fitness-Food-Potenzial. In Kombination mit den enthaltenen Ballaststoffen und den gesunden Fetten sorgen sie für ein lang anhaltendes Sättigungsgefühl.

Das enthaltene Fett macht also nicht fett. Ganz im Gegenteil: Die Fettsäuren sind essenziell und damit lebensnotwendig, da sie in einer Vielzahl an Stoffwechselprozessen eine entscheidende Rolle spielen. Daneben sind sie als wichtiger Baustein der Zellmembranen für dein Gehirn unglaublich wichtig. B-Vitamine verbessern zudem die Kommunikation zwischen einzelnen Zellen und stärken so dein Nervensystem. Antioxidantien schützen vor freien Radikalen, Magnesium wird für die Reizweiterleitung zwischen Nerven und Muskeln benötigt und verbessert die Regeneration. Calcium stärkt die Knochen und Folsäure fördert deine Konzentration.

Nährstofftechnisch überzeugt Nussmus auf ganzer Linie. Trotzdem solltest du nicht gleich das ganze Glas auslöffeln. Denn auch wenn Nussmus gesund ist, liefert es jede Menge Kalorien. Bei übermäßigem Schlemmen kann es deshalb trotzdem auf die Hüften wandern.

Welche Arten von Nussmus gibt es?

Das Nussmus-Sortiment wächst und wächst, doch was macht die einzelnen Sorten so besonders und wie schmecken sie? Wir haben’s getestet:

1. Braunes Mandelmus

Mandelmus ist ein echter Klassiker, den es gleich in zwei Varianten gibt. Für dunkles Mandelmus werden die kleinen Kerne mit Schale geröstet und dann gemahlen. Die Röstaromen machen braunes Mandelmus deutlich intensiverem Geschmack als das weiße. Mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer wird daraus ein schnelles Dressing für Salate, Gemüse, Reis oder Quinoa.

Wer gerne süß frühstückt sollte Mandelmus unbedingt als Topping für Pancakes, im Smoothie oder übers Porridge probieren. Zum Backen (zum Beispiel von Bananenbrot) kannst du es auch einfach in den Teig mischen. Oder du machst dir eine gesunde Nutella-Alternative selbst.

2. Weißes Mandelmus

Statt geröstet werden die Mandeln für das weiße Mus geschält, blanchiert und dann weiterverarbeitet. Geschmacklich ist es milder als das dunkle, lässt sich aber mindestens genauso vielfältig beim Kochen und Backen verwenden.

Mandelmus ist nicht nur im Joghurt, Smoothie oder zu Früchten ein exzellenter Begleiter. Mindestens genauso gut eignet es sich, um herzhaften Gerichten wie Risotto oder einer Pastasoße das letzte i-Tüpfelchen zu verpassen.

3. Erdnussmus

Kein Nussmus ist so beliebt wie Erdnussmus – und das obwohl es sich bei der Erdnuss botanisch um gar keine richtige Nuss handelt, sondern um eine Hülsenfrucht. Erdnussmus ist mittlerweile nicht nur in Amerika ein echter Renner, sondern auch bei uns nicht mehr wegzudenken. Den beliebten Brotaufstrich solltest du aber definitiv nicht nur aufs Brot schmieren.

Eine Erdnusssoße wie beim Lieblings-Asiaten lässt sich ganz leicht daheim selber zubereiten. Dafür Erdnussmus mit etwas Sojasoße und Wasser oder Kokosmilch anrühren. Wer es süß-scharf mag, sollte einen Dip aus eingeweichten Datteln, Sojasoße, Zitronensaft und Chiliflocken probieren. Alles mit Erdnussmus pürieren, fertig.

4. Cashewmus

Dass auch Cashews keine richtigen Nüssen sind, macht uns nichts aus. Denn aus den begehrten Kernen entsteht ein unglaublich mildes und leckeres Mus, das sich optimal zum Binden von Soßen eignet. Besonders in der Veganer Küche ist Cashewmus ein idealer Sahneersatz um Soßen oder Suppen zu verfeinern.

Auch als Käseersatz über Pizza, Lasagne und Co. ist Cashewmus eine gute Wahl. Für die vegane Käsealternative mischst du etwa 100 ml Cashewmus mit 4 EL Hefeflocken und Gewürzen nach Wahl. Je nach Dauer solltest du die es jedoch erst später über dem Auflauf verteilen.

5. Haselnussmus

Haselnussmus ist DIE Alternative für deine heiß geliebte Nuss-Nougat-Creme. Dieser süße Brotaufstrich läuft allen anderen den Rang an. Reines Haselnussmus macht sich nicht nur auf dem Brot gut, sondern ist in Sachen Süßspeisen, Desserts und Gebäck ein echtes Allroundtalent.

Einen schnellen und gesunden Schokoaufstrich rührst du aus Haselnussmus, roh entöltem Kakaopulver und eventuell etwas Pflanzenmilch an. Damit sind zuckerreiche Schokocremes zum Frühstück Geschichte.

6. Tahin (Sesammus)

Schon der Name weißt auf seine exotische Herkunft hin. Zu Hause ist Tahin im arabischen Raum. Dort geht ohne das Mus aus Sesam nichts. Auch wenn Sesam keine Nuss ist, wollen wir dir die vielseitige Verwendung auf keinen Fall vorenthalten. Für die Herstellung wird meist eine Mischung aus geschälten und ungeschälten Sesamsamen verwendet, die übrigens besonders reich an pflanzlichem Eiweiß sind.

Tahin ist ein wahrer Alleskönner und verpasst Soßen, Dressings und einer Vielzahl an Gerichten einen besonders würzigen und cremigen Pepp. Besonders gefragt ist das proteinreiche Mus übrigens bei Hummus. Neben Kichererbsen ist Tahin nämlich Hauptbestandteil des leckeren Dips. So machst du Hummus ganz einfach selbst.

Basis-Rezept für Hummus
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Tahin ist eine der Hauptzutaten in Hummus

7. Macadamianussmus

Die Macadamianuss hat einen ganz besonderen Geschmack, der im buttrig-cremigen Mus noch besser zur Geltung kommt. Eine süße Verführung, die jedoch ziemlich gehaltvoll ist. Im Vergleich zu gesüßten Brotaufstrichen ist sie trotzdem immer die bessere Wahl. Und manchmal darf es eben etwas besonderes sein.

Nicht nur aufs Sonntagsbrötchen, sondern auch im Smoothie, Milchshake oder Porridge. Mit Macadamianussmus gibst du Kuchen, Keksen und Co. eine mild-nussige Note.

8. Kürbiskernmus

Kein "echtes" Nussmus, aber so gesund, dass es in dieser Liste nicht fehlen darf. Kürbiskernmus ist eine echte Proteinbombe und wertvolle Nährstoffquelle für eine Vielzahl wichtiger Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente.

Der fein-nussige Geschmack der gesunden Kerne gibt Soßen und Salatdressings den letzten Kick. Wer es super simpel mag, rührt es mit etwas Wasser zu einem cremigen Topping für Gemüse an. Wir lieben es mit Erbsen, Zitronensaft, Knoblauch, Salz und Pfeffer als schnelle Pesto-Alternative.

9. Pistazienmus

Farblich sticht Pistazienmus definitiv ins Auge. Und auch geschmacklich ist es ein echtes Highlight. In Kuchenteig gerührt, verpasst du ihm nicht nur eine leuchtend grüne Farbe, sondern auch ein geschmackliches Plus.

Tipp: Mische es für den extra Kick in dein Porridge. Dafür setzt du Haferflocken mit Wasser oder Mandelmilch auf und rührst dann das grüne Pistazienmus unter. Je nach Belieben lässt du es eindicken und verwandelst den Frühstücks-Klassiker so in etwas ganz besonderes.

10. Kokosmus

Es wird exotisch: Kokosmus schmeckt fast wie Urlaub. Gewonnen wird es aus dem fein vermahlenen Fruchtfleisch frischer Kokosnüsse und bringt neben einem intensiven Aroma auch einiges an Kalorien mit sich. Es empfiehlt sich also, nicht gleich das ganze Glas zu verputzen.

Kokosmus eignet sich wunderbar für Desserts, Smoothies oder Nicecream, also Eis aus gefrorenen Bananen. Einfach vor dem Pürieren zu den Bananenscheiben geben und alles zu einer cremigen Masse verarbeiten.

Rezepte mit Nussmus

Um Nussmus zu verwenden, braucht es eigentlich gar keine Rezepte. Es ist das perfekte Topping für Joghurt oder Quark, schmeckt als Dip zu Äpfeln, Birnen und sonstigen Früchten, verfeinert Suppen und Soßen aber auch Kuchen- oder Pancaketeig.

Außerdem lässt es sich ganz fix mit etwas Wasser oder Pflanzenmilch anrühren und dann als Dressing über den Salat, warmes Gemüse, Reis oder Pasta geben. Aber natürlich gibt es auch jede Menge Rezepte, durch die du dich durchprobieren kannst. Unsere 3 Rezepte sind jeweils für 2 Personen:

Bananen-Pancakes mit Nussmus

2 reife Bananen mit einer Banane zerdrücken. Mit 2 Eier, 2 Esslöffeln Nussmus (Sorte nach Belieben) und etwas Zimt vermengen. Etwa 60 Gramm Haferflocken unterrühren, kurz quellen lassen und in einer Pfanne ausbacken. Das Nussmus kannst du auch als Topping zusätzlich verwenden.

Lecker, Pancakes!
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Leckere Nuss-Bananen-Pancakes sind ein gesundes Frühstück

Pasta mit Cashew-Carbonara

Pasta nach Packungsanweisung kochen. 200 Milliliter Kochwasser auffangen und zusammen mit 3 Esslöffeln Cashewmus, 1 Esslöffel Hefeflocken, Knoblauch, Salz und Pfeffer zu einer cremigen Soße mixen. Unter die Pasta heben, fertig. Dieses Rezept lässt sich wunderbar mit ein paar Erbsen, gebratenen Pilzen oder Zucchini verfeinern. Alternativ eignet sich die Cashewmus-Soße auch zu Gemüse Nudeln aus Zucchini, Karotten oder Süßkartoffeln.

Asiatische Gemüsepfanne mit scharfer Tahinsoße

Gemüse nach Belieben anbraten (Champignons, Zucchini, Paprika, Frühlingszwiebeln & Co.) 2 Zehen Knoblauch, 1 Esslöffel geriebener Ingwer, 5 Esslöffel Tahin, 1 1/2 Esslöffel Zitronensaft, 2 Esslöffel Sojasoße, 1/2 Teelöffel Chilipulver, gemahlenen Pfeffer mit 200 Milliliter Wasser glatt pürieren. Die Soße nach und nach unter das Gemüse heben. Besonders lecker wird es, wenn du noch ein paar Sesamsamen röstest. Als Beilage passt Reis, Quinoa oder asiatische Mie-Nudeln.

Nussmus: Kaufen oder selbst machen?

Statt Nussmus zu kaufen, kannst du es natürlich auch selbst machen. Dafür brauchst du jedoch einen ziemlich leistungsfähigen Mixer, wie diesen hier. Die Nüsse kannst du im Backofen rösten oder pur mahlen. Dafür braucht es manchmal mehrere Anläufe, damit dein Mixer nicht überhitzt und den Geist aufgibt.

Wenn dir das zu viel Aufwand ist, kannst du dich im Supermarkt mit allen möglichen Sorten eindecken. Die gibt es mittlerweile nämlich fast überall. In Bio-Märkten findest du eventuell eine noch größere Auswahl und vielleicht den ein oder anderen Exoten, den es im normalen Supermarkt noch nicht gibt. Die Klassiker findest du aber in jedem Fall auch dort.

Wie lange ist Nussmus haltbar?

Wie lange das Nussmus hält, liegt vor allem an dir. Da Nussmus definitiv Suchtpotenzial hat, ist es meist schneller weg, als dir lieb ist. Falls du dich davon aber nicht beeindrucken lässt, kannst du das gesunde Mus ohne Probleme ein paar Monate bei Zimmertemperatur lagern.

Länger haltbar wird es im Kühlschrank nicht. Dafür ziemlich hart. Das lässt sich aber schnell rückgängig machen, in dem du es etwas erwärmst. Bei längerer Lagerung setzt sich das enthaltene Öl an der Oberfläche ab und bildet eine Schicht, die quasi als natürliches Konservierungsmittel dient. Hat es sich abgesetzt, verrührst du es beim nächsten Gebrauch einfach noch einmal.

Na, welches Nussmus ist dein Favorit? Bei der riesigen Auswahl ist das gar nicht so leicht zu beantworten. Jedes hat seinen ganz eigenen Geschmack. Aber eins haben sie alle gemeinsam: Sie sind nicht nur lecker, sondern auch gesund und vor allem unglaublich vielseitig.

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