HPV gehört zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen weltweit. Rund 80 Prozent aller sexuell aktiven Menschen infizieren sich mindestens einmal im Leben mit humanen Papillomviren – meist unbemerkt und ohne gesundheitliche Folgen.
Trotzdem lösen die Viren oft Verunsicherung aus, vor allem, weil sie mit Gebärmutterhalskrebs in Verbindung gebracht werden. Dabei gilt: Wissen schützt. Wer versteht, was HPV bedeutet, kann Risiken realistisch einschätzen und gezielt vorbeugen.
Was genau ist HPV?
Humane Papillomviren (HPV) zählen neben Chlamydien, Syphilis, Tripper und Genital-Herpes zu den weltweit häufigsten Geschlechtskrankheiten. Es gibt in Deutschland zwar keine HPV-Meldepflicht, Fakt ist aber: HPV ist weit verbreitet. Rund 6 Millionen Frauen sind Schätzungen zufolge von HPV betroffen – darunter vor allem Frauen zwischen 20 und 25 Jahren.
Entgegen weitverbreiteter Annahmen ist HPV aber keine "Frauenkrankheit". Männer infizieren sich ebenso häufig und können die Viren weitergeben. Der entscheidende Unterschied liegt in der Diagnostik – denn HPV lässt sich derzeit nur im Rahmen gynäkologischer Untersuchungen zuverlässig nachweisen.
Wichtig zu wissen: Die meisten HPV-Infektionen verlaufen symptomlos und heilen innerhalb von ein bis zwei Jahren von selbst aus.
Infobox: Mögliche Anzeichen einer HPV-InfektionHPV verursacht meist keine Beschwerden. Treten dennoch Symptome auf, können dazu Genitalwarzen, ungewöhnlicher Ausfluss, Blutungen außerhalb der Periode oder Schmerzen beim Sex gehören. Auffällige Zellveränderungen am Gebärmutterhals werden häufig nur im Rahmen der Vorsorge entdeckt – ein zentraler Grund, diese regelmäßig wahrzunehmen.
Wie steckt man sich mit HPV an – und wird man die Viren wieder los?
HPV wird vor allem durch engen Haut- und Schleimhautkontakt im Intimbereich übertragen, meist beim vaginalen oder analen Geschlechtsverkehr. Eine Ansteckung ist bereits beim ersten Sexualkontakt möglich.
Ein Medikament gegen HPV gibt es nicht – und das ist in den meisten Fällen kein Problem: In rund 90 Prozent der Infektionen beseitigt das Immunsystem die Viren eigenständig innerhalb von ein bis zwei Jahren. Entscheidend ist daher ein stabiles Immunsystem und regelmäßige Kontrolle möglicher Zellveränderungen.
Infobox: HPV-MythosHPV wird nicht über Toiletten, Handtücher oder Schwimmbäder übertragen. Kondome senken das Risiko deutlich, bieten aber keinen vollständigen Schutz, da nicht alle Hautareale bedeckt sind.

Es gibt zwar kein Medikament gegen HPV, aber dafür eine Impfung
Wie wird HPV festgestellt?
Eine HPV-Infektion kann bei Frauen im Rahmen der gynäkologischen Vorsorge entdeckt werden. Beim Pap-Abstrich werden Zellen vom Gebärmutterhals untersucht. Auffällige Ergebnisse bedeuten nicht automatisch Krebs, sondern zunächst nur, dass genauer hingeschaut wird.
Ein positiver HPV-Test ist kein Notfall. Meist werden die Kontrollintervalle verkürzt, um mögliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Erst wenn eine Infektion über längere Zeit bestehen bleibt, folgen weiterführende Untersuchungen wie eine Kolposkopie.
Bedeutet HPV automatisch Krebs?
Bist du mit HPV infiziert, heißt das nicht, dass du an Gebärmutterhalskrebs erkrankt bist oder zwangsläufig daran erkranken wirst. Aber: Humane Papillomviren sind die Hauptursache für Gebärmutterhalskrebs – über 95 Prozent der Fälle sind auf sie zurückzuführen. In Deutschland erkranken jährlich etwa 4600 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Ob eine HPV-Infektion aber tatsächlich in Gebärmutterhalskrebs resultiert, hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Zunächst kommt es darauf an, mit welchem HPV-Typ du infiziert bist. Bist du mit einem Hochrisiko-Typ infiziert und schafft es dein Immunsystem nicht, die Viren zu bekämpfen, steigt das Risiko für krebserregende Zellveränderungen am Gebärmutterhals. Das ist bei etwa 10 Prozent aller betroffenen Frauen der Fall. Treten dann entsprechende Zellveränderungen auf, sind diese in nur etwa 1 bis 2 Prozent der Fälle tatsächlich krebserregend. Und bis sich daraus Krebs entwickelt, kann es bis zu 20 Jahre dauern.
Wie kann ich mich vor Humanen Papillomviren schützen?
Der wirksamste Schutz ist die HPV-Impfung. Sie schützt vor den wichtigsten Hochrisiko-Typen, die für die meisten HPV-bedingten Krebserkrankungen verantwortlich sind. Die STIKO empfiehlt sie für Mädchen und Jungen zwischen 9 und 17 Jahren, doch auch Erwachsene können profitieren.
Zusätzlich wichtig sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und Safer Sex. Kondome reduzieren das Risiko einer Ansteckung und scheinen zudem die Rückbildung bestehender Zellveränderungen zu begünstigen.
HPV, Kinderwunsch und Partnerschaft
Eine HPV-Infektion beeinträchtigt die Fruchtbarkeit nicht. Auch eine Schwangerschaft ist grundsätzlich problemlos möglich. Besteht während der Schwangerschaft eine aktive Infektion, kann das Risiko für eine Frühgeburt leicht erhöht sein – daher ist engmaschige Betreuung wichtig.
Ist eine Person infiziert, ist der Partner oder die Partnerin häufig ebenfalls Träger. Wer wen angesteckt hat, lässt sich meist nicht nachvollziehen. HPV ist kein Hinweis auf Untreue.
FAQ: Häufige Fragen zu HPV
Ja. Die meisten Infektionen verlaufen völlig symptomlos.
Nein. Es gibt viele HPV-Typen, eine Infektion schützt nicht vor anderen Varianten.
Ja. EIn stabiles Immunsystem erhöht die Chance, dass der Körper die Viren selbst eliminiert.
Unbedingt. Die Impfung ersetzt keine Vorsorgeuntersuchungen.





