Fitness und Schwangerschaft sind kein Widerspruch nd3000 / Shutterstock.com

Workout als Schwangere So geht Fitness-Training in der Schwangerschaft

Du willst in der Schwangerschaft nicht nur sitzen und aufs Baby warten? Hier liest du, worauf du beim Workout mit Babybauch achten musst

Willkommen in der Baby-Zeit! Du merkst es sicher schon: Eine Schwangerschaft geht mit vielen körperlichen Veränderungen einher und kostet auch viel Kraft. Da denkt nicht jede Frau gleich an Sport.

Dennoch hast du vielleicht das Bedürfnis, dich weiter sportlich zu betätigen. Oder willst zumindest nicht die ganzen gut 9 Monate ohne jede Bewegung bleiben. da ist es ganz sinnvoll, sich zu informieren, welche Fitness-Aktivitäten mit Babybauch so gehen. Genau das erfährst du hier!

Kann ich in der Schwangerschaft überhaupt ein Workout machen?

Ja. Solange dein Arzt oder deine Ärztin das nicht untersagt, ist das mit ein paar Einschränkungen überhaupt kein Problem. Natürlich ist jeder Körper und auch jede Schwangerschaft anders, insofern solltest du deine Fitness-Vorhaben mit den behandelnden Medizinern absprechen, und auch mit der Hebamme, wenn du eine hast.

Welche Vorteile hat es, als Schwangere zu trainieren?

Sehr viele. Zunächst ist da das allgemeine Wohlbefinden, das sich durch die Aktivität nachweislich bessert. Du hast ein geringeres Risiko, an Schwangerschafts-Diabetes zu erkranken, erhöhten Blutdruck zu entwickeln und an einer Depression zu erkranken. Außerdem fallen die Wehen bei einem trainierten Körper oft kürzer und weniger schwer aus.

Auch das Baby entwickelt sich besser. Die Vorteile einer fitten Schwangerschaft wurden durch viele Studien belegt. Du solltest es nur mit dem Sport nicht übertreiben und nicht die falschen Übungen machen.

Welche Probleme gibt es für mich als Schwangere beim Workout?

Natürlich wirst du irgendwann merken, dass da ein ordentlicher Bauch wächst, der bei vielem im Weg ist. Damit lässt sich aber leben und mit gewissen Einschränkungen auch trainieren. Gerade am Anfang macht dir viel weniger der wachsende Babybauch zu schaffen als viel mehr dein abfallendes Energielevel.

Müdigkeit und vielleicht sogar Übelkeit machen es nicht leicht, das Trainingspensum aufrecht zu erhalten. Tipp: Bewerte deine Tagesform anhand einer Skala von 1 bis 5. An den 1er und 2er Tagen, wenn es schon zu anstrengend scheint, Treppen zu steigen, pausierst du. An den anderen Tagen versuchst du, dich zu bewegen, wenigstens für 10 Minuten.

Trainiere in der Schwangerschaft ruhig regelmäßig
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Trainiere in der Schwangerschaft ruhig regelmäßig, aber übernimm dich nicht, verwende nur leichte Gewichte!

Welche Übungen kann ich machen, wenn ich schwanger bin?

Das richtet sich auch ein bisschen danach, in welchem Monat der Schwangerschaft du dich befindest. Es ist sinnvoll, die Schwangerschaft dafür in Trimester einzuteilen, also in Drittel. Hier die wichtigsten Eckdaten für dein Schwangerschafts-Workout:

1. Trimester: Normal trainieren, aber keine Steigerung!

In den ersten 3 Monaten kannst du fast so trainieren wie zuvor, aber ohne jegliche Steigerung der Intensität oder der Häufigkeit. Sprich: Nie mehr machen als du vor Beginn der Schwangerschaft gemacht hast. Wenn du sonst mit Gewichten trainierst, kannst du das auch jetzt tun. Wenn du aber bereits seit Jahren keine Langhantel mehr genutzt hast, solltest du auf keinen Fall jetzt damit anfangen. Wie gesagt, es könnte sein, dass du dich oft müde und schlapp fühlest. Dann heißt es: Nicht ärgern, nicht zu streng mit dir sein! Gönne deinem Körper die Ruhe, die er braucht. An anderen Tagen geht mehr, versprochen!

Die beste Übung in dieser Zeit: Kreuzheben mit Kurzhanteln. Die Schwangerschaft torpediert deine Körperhaltung, geht voll ins Kreuz. Ein gutes Gegengift ist das Kreuzheben, denn es trainiert deine komplette Rückseite: Rücken, Beine, Po. Außerdem ist es eine Super-Vorbereitung darauf, deinliebes Kleines täglich 70-mal hochzuheben, wenn es denn da ist.

So geht's:

1. Aufrecht stehen, Füße etwa hüftbreit auseinander, in jeder Hand eine Hantel mit je 2 bis 4 Kilo. Die Gewichte hältst du vor deinen Oberschenkeln, Handrücken zeigen nach vorn.
2. Rücken gerade halten, Rumpf anspannen, Hüfte nach hinten schieben und nach vorn beugen, bis die Hanteln vor deinen Knien sind. Die Gewichte bleiben die ganze Zeit nah am Körper.
3. Oberschenkel anspannen und wieder zur Ausgangsposition.
3 Sätze mit je 12 Wiederholungen, 2-mal pro Woche

Besonders Übungen für den unteren Rücken sind sinnvoll
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Besonders Übungen für den unteren Rücken sind sinnvoll, der wird durch den Babybauch stark beansprucht.

2. Trimester: Unteren Rücken stärken!

Mit der Energie wird es jetzt besser – ehrlich gesagt ist es powermäßig die beste Phase deiner Schwangerschaft, also nutze diese! Beim Training solltest du dich besonders auf deinen unteren Rücken konzentrieren. Im gleichen Maße, in dem dein Bauch wächst, steigt auch die Belastung auf diesen Bereich, weshalb du ihn besonders schützen solltest.

Denke dir deine Körpermitte als eine Art natürliches Korsett, das stark sein muss, um dich aufrechtzuhalten. So hältst du mögliche Rückenschmerzen im Zaum und verbesserst zudem dein Balancegefühl. Das kannst du brauchen, nicht nur sich weil durch das Bauchwachstum dein Körperschwerpunkt verschiebt. Durch das Hormon Relaxin werden alle deine Gelenke gelockert, was deine Gesamtstabilität beeinträchtigt und dich anfälliger für Stürze macht.

In den Monaten 4 bis 6 solltest du bereits auf einige "normale" Fitness-Übungen verzichten, und zwar vor allem solche, bei denen du auf dem Rücken liegst (Crunches, Sit-ups). Aber auch Drehbewegungen kommen nun auf die rote Liste, denn dabei kann die Hauptvene abgedrückt werden. Auch das Heben von Gewichten über dem Kopf solltest du bleiben lassen, dadurch wächst die ohnehin schon große Gefahr von Rückenschmerzen noch weiter.

Die beste Übung für diese Zeit: Delphin plus Planke. Natürlich kannst du wegen deines Bauches nicht mehr so gut deine Abs trainieren (sollst du aber auch nicht). Die gute alte Planke ist perfekt, um deinen gesamten Rumpf anzuspannen und zu stabilisieren. Das Anheben der Hüften in dieser Variante hilft Ihnen ein wenig, deren Flexibilität zu trainieren. Wie du sicher merken wirst, führt dieses Schwanger-Ding unweigerlich zu einer gewissen Hüftsteifigkeit. Je mehr du dem vorbeugst. desto besser.

So geht's:

1. Mit den Unterarmen am Boden abstützen, die Ellbogen unter den Schultern, Füße auf den Zehenspitzen. Beine strecken und den Po in die Luft heben, bis dein gesamter Körper ein umgedrehtes V formt.
2. Nun langsam die Hüfte absenken und mit den Füßen nach hinten bewegen, bis dein Körper eine waagerechte Linie bildet.
3. Einen Moment halten, dann die gleiche Bewegung rückwärts.
5-8 Wiederholungen an 4 Tagen die Woche

3. Trimester: Leichte kurze Workouts, keine Gewichte!

Selbst wenn es immer schwerer fällt – auch in dieser Phase der Schwangerschaft ist ein wenig Bewegung sinnvoll. Gerade wenn du dich schwerfällig und unbeweglich fühlst, sorgt ein leichtes Workout dafür, dass du mehr in Schwung kommst. Natürlich kannst du bei der Anzahl und Dauer der Workouts runtergehen, also eher 3-mal eine halbe Stunde als 4-mal eine ganze. Gerade ein wenig Cardio-Training, zum Beispiel Power Walken oder leichtes Joggen, unterstützen die Blutzirkulation. Bei den Übungen solltest du die Finger von den schweren Gewichten lassen.

Die beste Übung für diese Zeit: Kniebeugen an der Wand. Aufstehen und Hinsetzen ist ja eh schon schwierig. Ohne die Wand als Hilfe ist eine Kniebeuge schon echtes Powerlifting – und schon allein wegen Ihrer losen Gelenke nicht zu empfehlen. Mit dieser Balance-Unterstützung klappt sie aber ganz gut und stärkt genau die Muskeln, die du demnächst sehr oft brauchen wirst. Außerdem unterstützt du dadurch die Blutzirkulation und die Beckenbodenmuskulatur, welche während und nach der Geburt sehr wichtig wird.

So geht's:

1. Eine Armlänge entfernt vor einer Wand aufstellen, Füße hüftbreit auseinander. Arme vorstrecken, Hände an der Wand.
2. Mit aufrechtem Oberkörper die Hüfte nach hinten schieben, Knie beugen und den Po absenken, bis du in einer tiefen Hocke bist.
3. Kurz pausieren, dann aus den Beinen heraus in die Ausgangsposition zurückdrücken.
2 Sätze mit 10-15 Wiederholungen an 2 Tagen pro Woche

Übertreibe es in der Schwangerschaft nicht mit dem Workout
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Übertreibe es in der Schwangerschaft nicht mit dem Workout. Kürzere und weniger Einheiten sind völlig okay.

Welche Übungen sollte ich während der Schwangerschaft nicht machen?

Alle Bewegungsformen, die heftige Sprung- und Drehbewegungen beinhalten, solltest du meiden (etwa Tae Bo, HIIT). Übungen in Bauch- und Rückenlage solltest du ebenfalls bleiben lassen. Auch Übungen, bei denen das Gewicht des ungeborenen Babys möglicherweise wichtige Blutgefäße abdrückt, etwa die Seitenlage oder Drehungen im Rumpf, sind keine gute Idee. Um den ohnehin belasteten Rücken, gerade im unteren Bereich, nicht zusätzlich zu (über-)fordern, solltest du auch das Stemmen schwerer Gewichte meiden.

Welche Risiken bestehen beim Fitness-Training während der Schwangerschaft?

So lange du dich mit einer Ärztin oder Hebamme abstimmst und ungeeignete Übungen meidest, besteht kein Risiko für dich oder dein Kind. Völlig auf Nummer sicher gehst du natürlich, wenn du unter Aufsicht von Fachpersonal trainierst, etwa in einem der vielen angebotenen Kurse für Schwangerschafts-Sport oder -Yoga.

Welche Kleidung sollte ich als Schwangere beim Workout anziehen?

Da gilt die Maxime: Bequemlichkeit geht vor Style. Die Kleidung sollte dich nicht einengen und sich deinem veränderten Körpervolumen gut anpassen. Eine Schwangerschaft schränkt die Bewegungsfähigkeit ohnehin ein, da sollten das nicht auch noch die Klamotten tun. Perfekt ist natürlich spezielle Fitness-Umstandsmode, etwa von Mamalicious, Vertbaudet, Wellicious und Mamarella.

In der Schwangerschaft musst du keine sportlichen Rekorde aufstellen, du trainierst auch überhaupt nicht für einen "sexy Body". Es geht ausschließlich um dein Wohlbefinden. So lange du das im Blick hast und unsere Tipps beachtest, steht dem fitten Babyglück nichts im Wege.

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