Ist Saft gesund? 5 Gründe, warum Saft ungesund und schlecht für die Figur ist

Fruchtsäfte sind ungesunde Zuckerbomben
Fruchtsaft ist ungesund? Leider nein, denn Fruchtzucker ist nicht gesünder als normaler Zucker © SunKids / Shutterstock.com

Sie glauben, Saft zu trinken wäre gesund, da er "nur" Fruchtzucker enthält? Falsch gedacht! Fruchtsäfte sind keinen Deut besser als Cola und machen uns dick und krank

Cola, Limo & Co. sind echte Zuckerbomben – das ist mittlerweile kein Geheimnis mehr. Wer auf seine Gesundheit (und Figur) achtet, legt daher lieber einen Stop an einer hippen Saftbar ein. Saft ist schließlich super gesund. Äh, oder? Leider nein, denn der "gesunde" Schein trügt, denn Saft hat es (nicht nur) in Hinblick auf den Kalorien- und Zuckergehalt faustdick hinter den Ohren.

Hier kommen 5 verdammt gute Gründe, warum Sie in Zukunft besser weniger Saft trinken sollten:

1. Fruchtsäfte haben mehr Kalorien als Cola

Sie haben sich fest vorgenommen endlich ein paar Kilo abzunehmen und Ihre geliebten Softdrinks gegen gesunde Säfte auszutauschen? Lobenswerter Vorsatz – aber völlig falsche Herangehensweise. Sie werden es uns wahrscheinlich nicht glauben, aber ob Sie nun ein Glas Cola oder ein Glas Apfelsaft trinken, macht vom Kalorien- und Zuckergehalt her fast keinen Unterschied. True story! Die meisten Säfte haben sogar noch MEHR Kalorien als Coke & Co. Daher sind Säfte keine guten Diäthelfer, da sie Ihr Abnehmvorhaben eher boykottieren und die Pfunde nicht purzeln lassen.

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Gerade in Fruchtsaftgetränken und Nektar ist immer noch zusätzlicher Zucker enthalten. So fährt Ihr Blutzuckerspiegel nach einem Glas O-Saft erstmal eine schöne Runde Achterbahn, und die endet leider oft in einer Heißhungerattacke. Wer wirklich abnehmen möchte, lässt also lieber die Finger von ungesundem Saft.

Die Kalorientabelle bringt die traurige Wahrheit ans Licht:

Getränk, 1 Glas entspricht 200 ml

Kalorien

1 Glas Cola 

84 kcal 

1 Glas Orangensaft

86 kcal 

1 Glas Apfelsaft

99 kcal 

1 Glas Sauerkirschnektar 

122 kcal 

1 Glas Grapefruitsaft 

122 kcal

2. Saft ist nicht gleich Obst

"Obst ist gesund, also ist Saft es auch." Zugegeben, das klingt irgendwie logisch, stimmt aber leider nicht. Denn Fruchtsaft kann aus ernährungsphysiologischer Sicht niemals einen Apfel, eine Banane oder sonst ein Stück "echtes" Obst ersetzen. Um aus Früchten Saft zu machen, erfordert es nämlich vor allem eines: hohe Temperaturen. Bei der Saftherstellung muss das Obst einiges mitmachen und wird u.a. zerkleinert, gepresst und pasteurisiert – und das alles unter hohem Druck und Hitzeeinwirkung.

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Blöd nur, dass Vitamine super hitzeempfindlich sind und bei zu hohen Temperaturen quasi einfach "verpuffen". Vitamine sitzen meist knapp unter der Schale und die verbleibt leider sowieso im Pressrückstand. Sprich: Das Endprodukt "Saft" enthält viel weniger Vitamine, Mineralstoffe sowie sekundäre Pflanzen- und Ballaststoffe als das entsprechende Früchtchen in seiner ursprünglichen Form.

3. Fruchtzucker ist der wahre Bösewicht

Neben Glukose (Traubenzucker) enthält Fruchtsaft auch Fruktose, den sogenannten Fruchtzucker. Doch das Wörtchen "Frucht" macht diese Zuckerart nicht besser als anderen Zucker. Da Fruktose – im Gegensatz zu Glukose – insulinunabhängig verstoffwechselt wird, erhält das Gehirn nach einer Ladung Fruchtzucker kein Sättigungssignal. Das führt dazu, dass schnell mal mehr davon gegessen bzw. getrunken wird als Ihr Körper eigentlich benötigt.

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Zudem tut Ihr Magen-Darm-Trakt sich relativ schwer damit, große Mengen an Fruchtzucker zu verdauen. Während wir Glukose zur Insulingewinnung benötigen, ist der Körper auf Fruktose im Grunde nämlich gar nicht angewiesen und muss im Darm erstmal in Glukose umgewandelt werden, damit wir ihn überhaupt nutzen können. Überschüssiger Fruchtzucker wandert wiederum in die Leber – wo eigentlich nur Abfallprodukte landen. Das sollte Saft-Liebhaberinnen zu denken geben! Denn der Überschuss, den die Leber an Fruktose bekommt und nicht verarbeiten kann, wird in fieses Fett umgewandelt.

4. Hoher Saftkonsum = hohes Diabetes-Risiko

Eine Studie der Harvard School of Public Health kam bereits vor einigen Jahren zu dem Ergebnis, dass ein zu hoher Saftkonsum das Diabetes-Risiko erhöhen kann. Dabei wurden Ernährungsgewohnheiten von rund 190.000 Teilnehmern ausgewertet. Zudem fand man heraus, dass es durchaus einen Unterschied macht, ob man sein Obst in flüssiger oder fester Form zu sich nimmt. Denn die Forscher stellten auch fest, dass das Risiko an Diabetes mellitus zu erkranken sogar sinkt, wenn man mindestens 2 Portionen frisches Obst pro Woche isst. Tipp: Früchte wie Heidelbeeren, Trauben und Äpfel sind besonders gesund und lecker!

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5. Fruchtsäfte zerstören den Zahnschmelz

Wie jedes Kind weiß, ist Zucker schlecht für die Zähne. Und Fruchtzucker? Tja, Sie ahnen es bereits: Fruktose macht da leider keine Ausnahme. Wer regelmäßig Fruchtsäfte trinkt, schadet daher auch den Zähnen. Besonders schlimme Schäden hinterlassen die Fruchtsäuren, die Ihren Zahnschmelz angreifen und auf Dauer zu Zahnerosionen führen können. Das macht Ihre Zähne im Laufe der Zeit viel empfindlicher und brüchiger, dünnt Schneidekanten aus und flacht Kauflächen ab.

Was ist gesünder: Direktsaft, Konzentrat oder Nektar?

Wirklich gesund sind Fruchtsäfte im Grunde ja alle nicht, doch natürlich gibt es gute und weniger gute Säfte. Doch welche Anforderungen müssen eigentlich erfüllt sein, damit sich ein Saft auch Saft nennen darf?

Saft ist nicht gesünder als Cola
Fruchtsäuren im Orangensaft können Ihren Zähnen schaden

Saft und Direktsaft müssen zu 100 Prozent aus dem Fruchtfleisch oder -saft von Obst oder Gemüse gewonnen werden. Direktsaft wird (direkt) gepresst und abgefüllt. Saft hingegen wird meist mit Hilfe von Konzentrat hergestellt, das ist deutlich günstiger. Hierfür entzieht man dem Direktsaft durch Erhitzen das Wasser und es entsteht Konzentrat. Später mischt man aus Konzentrat und zugesetztem Wasser dann Saft.

Fruchtnektar enthält nur zu 25 bis 50 Prozent Früchte, der Rest ist Wasser. Häufig wird auch Zucker (bis zu 20 Prozent) zugesetzt, um den Süßegrad zu erhöhen. Je weniger Frucht ein Saft enthält, desto weniger süß schmeckt er.

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Die schlechteste Wahl sind eindeutig Fruchtsaftgetränke, wenn es um Säfte geht. Ihr Fruchtanteil ist noch geringer als im Fruchtnektar und liegt bei nur 6 bis 30 Prozent. Neben Zucker und Wasser landen je nach Hersteller auch jede Menge Zusatzstoffe wie Farbstoffe und künstliche Aromen, im Fruchtsaftgetränk. Also Finger weg, Ladies!

Was ist denn nun besser? Fruchtnektar ist oft sehr stark nachgesüßt, genau wie Fruchtsaftgetränke, die meist nichts anderes als pures "Zuckerwasser" sind. Allerdings ist auch Direktsaft nicht immer die beste Wahl: Denn genau wie Saft aus Konzentrat, wird er aus Haltbarkeitsgründen erhitzt. Und dabei gehen wichtige Aromen und Vitamine verloren.

Was ist eine gesunde Alternative zu Saft?

Eine gute Alternative zu gewöhnlichen Säften sind kaltgepresste Säfte. Im Vergleich zu Saft enthalten die nämlich wesentlich gesündere Inhaltsstoffe. Der einfache Grund ist die schonendere Herstellung. Kaltgepresste Säfte werden in der Herstellung nicht hoch erhitzt, denn durch die Hitze gehen Vitamine & Co. aus Obst und Gemüse flöten. Sie werden auch nicht pasteurisiert, um sie haltbar zu machen, sondern spezielle, viel schonendere Verfahren kommen hier zum Einsatz. Zu kaufen gibt es kaltgepresste Säfte online, aber sie sind auch in immer mehr Supermarkt-Regalen zu finden.

Auch frisch gepresste Säfte sind besser als die aus dem Supermarkt, denn die Früchte wurden nicht pasteurisiert und enthalten somit noch viele gesunde Vitamine und Vitalstoffe. Wobei es auch hier Unterschiede gibt, je nachdem welche Art vom Entsafter verwendet wird.

So gelingt der perfekte Smoothie

Viel bessere Alternativen für den Alltag sind Wasser, ungesüßter Tee (hier dürfen Sie frei Ihre Lieblingssorte Kräuter- oder Früchte wählen) oder auch mal eine verdünnte Fruchtsaftschorle. Wer unter der Umstellung sehr leidet, geht am besten ganz langsam vor und reduziert den Saftanteil im Glas Stück für Stück, in dem Sie das Getränk immer mehr verdünnen. Wir versprechen Ihnen: Am Ende werden Sie den puren Saft kaum noch runterbekommen, weil er Ihnen viel zu süß vorkommen wird!

Selbstgemachte, grüne Smoothies sind gesünder als Fruchtsaft
Selbstgemachte, grüne Smoothies sind gesünder als Fruchtsaft © Dirima / Shutterstock.com

Ist ein Smoothie gesünder als Saft?

Naja, ein selbstgemachter (am besten) grüner Smoothie mit hohem Gemüseanteil schon. So ein Smoothie ist definitiv ein echter Booster für die Gesundheit und absolut empfehlenswert. Doch machen Sie nicht den Fehler, Smoothies nur als einen kleinen Snack für zwischendurch anzusehen, den Sie sich mal eben gönnen. Smoothies zählen viel eher zur Kategorie "Mahlzeiten", da sie vom Kaloriengehalt her nicht zu unterschätzen sind.Tipp: Ein Smoothie ist die perfekte Frühstücksmahlzeit! Aber Achtung, fertige Smoothies aus dem Supermarkt sind zur Haltbarmachung erhitzt worden, so dass hier schon viele Vitamine und Mineralstoffe durch die Hitze zerstört wurden.

Fazit: Essen Sie mehr Obst, anstatt es zu trinken!

Machen Sie sich keine Sorgen, den frisch gepressten Orangensaft zum Sonntagsfrühstück wollen wir Ihnen mit diesem Artikel gar nicht verderben. Auch ein Smoothie to go aus dem Supermarkt ist aus Zeitmangel mal ok. Wie bei allem gilt auch beim Thema Fruchtsaft: Die Dosis macht das Gift. Finden Sie eine gesunde Mitte und gönnen Sie sich ruhig den ein oder anderen Saft. Täglich mehr als ein Glas sollte es idealerweise aber nicht sein. Beißen Sie stattessen lieber öfter mal in einen knackigen Apfel oder genießen Sie eine süße Orange. Die enthaltenen Ballasstoffe kurbeln nämlich die Verdauung an und bringen Ihren Stoffwechsel gleichzeitig in Schwung.

25.04.2017| © womenshealth.de
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