Gesunde Unterwäsche 8 Unterwäsche-Tipps, die Ihre Vagina schützen

Falsche Unterwäsche erhöht Ihr Risiko für Infektionen und Hautirritationen. © Yuriy Maksymiv / Shutterstock.com

Männer und Frauen lieben hübsche Unterwäsche. Doch mancher Slip birgt gesundheitliche Risiken. 9 Wäsche-Tipps für einen gesunden Intimbereich

Mit hübscher Unterwäsche fühlen sich viele Frauen selbstbewusst und wohl in ihrer Haut. Psychisch jedenfalls. Die wenigsten Frauen wissen, dass die empfindliche Haut rund um die Vagina unter einigen Dessous empfindlich leidet. Das ist dann gar nicht mehr hübsch, denn Infektionen und lästiges Jucken können die Folge sein. Zusammen mit Prof. Dr. med. Werner Mendling vom Deutschen Zentrum für Infektionen in Gynäkologie und Geburtstaghilfe an der Landesfrauenklinik, Helios Universitätsklinikum Wuppertal, haben wir 8 Wäsche-Tipps für Sie, damit 'untenrum' keine Probleme entstehen.

1. Worauf muss ich bei String-Tangas achten?

Viele Männer finden String-Tangas sexy, immerhin verdecken sie kaum etwas. Auch Frauen tragen sie gerne, da sie bei eng anliegenden Hosen nicht durchscheinen. Für empfindliche Frauen kann die sexy Unterwäsche jedoch unangenehme Folgen haben, denn sie ist eine Art Bakterien-Shuttle. Durch den engen Sitz und den dünnen Stoff zwischen den Beinen werden Bakterien aus dem Darm direkt zur Scheide transportiert, die dort nichts zu suchen haben. "Wenn Sie den ganzen Tag einen Tanga anhaben, der von vorne nach hinten scheuert, ist das sicherlich nicht hygienisch und kann einen schmerzhaften Harnwegsinfekt begünstigen", erklärt Prof. Mendling.

Sollten Sie nicht auf Tangas verzichten wollen, greifen Sie unbedingt zu einer lockeren Passform, das verringert die unangenehme Reibung zwischen Anus und Scheide. Sind Sie sehr empfindlich im Intimbereich, lassen Sie die Tangas lieber im Schrank.

String Tangas sind nicht nur bei Männern beliebt. Durch den engen Sitz können Sie jedoch zu Infektionen führen © VGstockstudio / Shutterstock.com

2. Welche Rolle spielt die Größe meiner Unterwäsche?

Zu enge Unterwäsche ist nicht nur unbequem und sieht nicht schön aus, sie führt auch zu kleinen Hautirritationen. Es besteht die Gefahr, dass die dünne Haut im Intimbereich einreißt. Durch diese kleinen Wunden können Bakterien eindringen und Infektionen begünstigen. Wenn Sie häufiger wund geriebenen Stellen im Intimbereich haben, sollten Sie Ihre Wäsche unbedingt eine Nummer größer kaufen.

3. Wie sinnvoll sind synthetische Materialien bei Unterwäsche?

Nicht so gut, sie können ein Nährboden für Keime sein. Tragen Sie lieber atmungsaktive Baumwolle und Seide statt Synthetik, das verhindert Infektionen. Keine Sorge, Baumwoll-Unterwäsche gibt es nicht nur in der Großmutter-Variante. Mittlerweile gibt es zahlreiche Slips mit passenden BHs, die genauso hübsch sind wie die synthetische Variante. Zudem muss nicht das ganze Höschen aus Baumwolle sein. Hauptsache, im Schrittbereich befindet sich kein Synthetik-Material und bestenfalls auch keine Naht.

Baumwolle ist atmungsaktiv und hat den Vorteil, dass in ihr keine Feuchtigkeit entsteht. Staut sich Feuchtigkeit an, bildet das den perfekten Nährboden für Pilzinfektionen. "Neben Baumwolle sorgt auch Seide durch ihr hautfreundliches Material für ein angenehmes Tragegefühl, ohne zu reizen oder zu scheuern", so unser Experte.

Unterwäsche aus Baumwolle kann auch hübsch aussehen. © Irishasel / shutterstock.com

4. Sollte ich nachts Unterwäsche tragen?

Nein, lieber durchlüften! "Sie können sich eigentlich immer merken: Frische Luft tut der Haut gut. Frauen, die empfindlich sind, sollten nachts keine Unterwäsche tragen", empfiehlt Prof. Mendling. Dadurch staut sich erst gar keine Feuchtigkeit an, die empfindliche Haut wird geschont und kann sich beruhigen. Sollten Sie nicht auf Ihren Pyjama verzichten wollen, lassen Sie zumindest das Höschen weg.

Das gilt jedoch nur für die Nacht. Tagsüber sollten Sie unbedingt einen Slip tragen. Die raue Hosennaht kann ansonsten zwischen den Beinen scheuern und böse Irritationen hervorrufen.

Schlafen Sie ab jetzt nackig - das gefällt bestimmt auch Ihrer besseren Hälfte © Maksim Vostrikov / Shutterstock.com

5. Wie oft sollte ich die Unterwäsche wechseln?

Zu oft gibt es da eigentlich nicht. Gehen Sie nach dem gesunden Menschenverstand: Sollten Sie am Tag viel geschwitzt und vielleicht sogar Sport getrieben haben, wechseln Sie Ihre Unterwäsche lieber einmal zu viel als zu wenig. Im feucht-warmen Klima fühlen sich die Candida-Pilze, auch Hefepilze genannt, besonders wohl. Diese können jedoch zu fiesem Scheidenpilz-Infektionen führen.

Wechseln Sie nach dem Sport Ihre Unterwäsche, ansonsten können sich Hefepilze ansammeln. © Jacob Lund / Shutterstock.com

6. Was muss ich bei Slipeinlagen in der Unterwäsche beachten?

Allgemein machen Slipeinlagen keine Probleme, solange Sie atmungsaktiv sind. Der Wäscheschutz auf der Rückseite einiger Slipeinlagen besteht jedoch aus Plastik. Durch diesen Plastikstreifen wird der Slip nicht atmungsaktiv. Die Folge: Die Temperatur im Höschen steigt um durchschnittlich 0,5°C an. "Das klingt zwar nach wenig, aber Frauen mit einer empfindlichen Haut können darauf schon reagieren", betont der Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Achten Sie daher beim Kauf auf atmungsaktive Slipeinlagen ohne Plastikfolie.

7. Welches Waschmittel sollte ich für die Unterwäsche verwenden?

Das hängt davon ab, wie empfindlich Ihre Haut ist. Grund für Jucken und Hautreizungen im Intimbereich könnte auch das Waschmittel sein. Da die Haut zwischen den Beinen sehr sensibel und empfindlich ist, kann das falsche Waschmittel zu allergischen Reaktionen führen. Greifen Sie dann lieber zu einem hypoallergenem anstatt zu konventionellen Waschmitteln mit vielen Duftstoffen.

8. Wie gesund ist es, Shapewear-Wäsche zu tragen?

Shapewear ist tatsächlich ein sehr sensibles Thema. Frauen tragen Sie gerne, um kleine Problemzonen optisch zu kaschieren. Das Problem: Die überschüssigen Pfunde verschwinden nicht einfach, sie werden lediglich an andere Stellen gedrückt. Das hört sich nicht nur unbequem an, es können auch die Organe unter dem erhöhten Druck leiden. Zudem kann sich der Druck auf Magen und Darm das Auftreten von Sodbrennen begünstigen.

via GIPHY

Außerdem wichtig: richtige Intimpflege

Neben der passenden Unterwäsche spielt auch eine angemessene Hygiene eine große Rolle.

  • Waschen Sie sich nicht zu häufig: "Viele Frauen haben ein besonderes Reinheitsbedürfnis und waschen sich mehrfach am Tag mit Waschlotionen – doch das ist nicht gesund", erklärt unser Experte. "Eigentlich braucht sich eine gesunde Frau nur einmal pro Tag mit Wasser zu waschen, um Ihren Intimbereich sauber und hygienisch zu halten".
  • Verzichten Sie auf aggressive Waschlotionen: Seifen zerstören den Säureschutz der Haut und sollten nur für die Hände genutzt werden. Wollen Sie nicht darauf verzichten, greifen Sie lieber zu einer Waschlotion, die speziell für den Intimbereich entwickelt wurde, statt zu einem normalen Duschgel.
  • Fettsalben schützen Ihren Intimbereich: Bei Trockenheitsgefühlen ist eine Fettsalbe für den empfindlichen Scheideneingangsbereich empfehlenswert. Auch bei gesunden Frauen pflegen Produkte wie Vagisan oder Cobagin den Intimbereich und bilden eine Schutzschicht vor äußeren Einflüssen und Irritationen. Die Cobagin-Salbe (75 Milliliter etwa 30 Euro) gibt es bei cobagin.de, für die Vagisan-Salbe (75 Milliliter etwa 15 Euro) haben wir hier einen aktuellen Preisvergleich:
Die richtige Intimpflege sorgt für einen gesunden intimbereich © LStockStudio / Shutterstock.com

Die falsche Unterwäsche kann zu Irritationen und Infektionen führen. Mit unseren Tipps für die empfindliche Haut werden Sie sich untenrum wohlfühlen und können lästigen Unannehmlichkeiten vorbeugen.

19.12.2018| Jana Schaarschmidt © womenshealth.de
Sponsored Section
Aktuelles Heft