Frisch gewaschene Bettwäsche auf der Haut: Ein schönes Gefühl. g-stockstudio/ Shutterstock

Nackt schlafen 6 Gründe, warum du öfter mal unbekleidet schlafen solltest

Ohne Hemd und Hose ins Bett? Klar! Dass Nacktschläferinnen leichter abnehmen ist nur einer von 6 Gründen, künftig ohne Pyjama ins Bett zu gehen

Wir möchten hier einer gesellschaftlichen Minderheit Aufmerksamkeit verschaffen. In deutschen Schlafzimmern ist die Gruppe der Nacktschläfer*innen eindeutig in der Unterzahl: Nur 10 Prozent der Deutschen schlafen nackt. Die Mehrheit gehört der Schlafanzug-Fraktion an.

Wir wollen uns in diesen ungleichen Wettstreit einmischen, denn wir finden: Es gibt kaum ein schöneres Gefühl, als frischgewaschene, duftende Bettwäsche auf der gesamten Haut zu spüren. Und: Nackt schlafen ist sehr gesund.

Deshalb haben wir den Schlafforscher und Buch-Autor Dr. Hans Günter Weeß (Schlaf wirkt Wunder) gefragt, warum du zumindest einmal ausprobieren solltest, nackt zu schlafen. Er nannte uns diese 6 Gründe.

Warum sollte ich nackt schlafen?

Nicht nur sommerliche Hitze ist ein Grund, nachts die Hüllen fallen zu lassen. Auch diese 6 Vorteile solltest du kennen:

1. Nackt schlafen ist gesund und hygienisch

Nacktschläferinnen können das Freiheitsgefühl genießen, kleidungsfrei und ungezwungen im Bett zu liegen. Fakt ist: "Nackt schlafen kann einen Vorteil für die Haut haben", so der Experte. Nacktschläfer schwitzen nachts weniger als die Schlafanzugträger, vor allem in den intimen Zonen des Körpers. Somit wird gefährlichen Bakterien und Pilzen der Nährboden entzogen.

Die Pyjamafraktion argumentiert hingegen, dass es unhygienisch sei, textilfrei zu schlafen. Jein. Nackt schlafen ist unter einer Bedingung hygienischer: Wenn du deine Bettwäsche häufiger wäschst. Weeß betont deshalb, dass Nacktschläfer ihre Bettwäsche mindestens 2-mal pro Woche wechseln sollten. Denn nachts schwitzt du und verlierst bis zu ¾ Liter an Flüssigkeit. Diese sammelt sich natürlich in der Bettwäsche, wenn du hüllenlos schläfst.

Schlafen Sie nackt, sollten Sie Ihre Bettwäsche öfter wechseln.
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Nacktschläferinnen entwickeln weniger unangenehme Körpergerüche

2. Nacktschläfer haben eine glücklichere Beziehung

Ein weiteres Argument für das Zubettgehen im Adams- oder Evakostüm "Wer nackt schläft, fühlt sich sexy", betont der Schlafforscher. Dadurch, dass Paare im Bett liegen, wie Gott sie schuf, kann die Libido gesteigert werden. Wenn zwei Menschen so entblößt nebeneinander liegen, erhöht sich die Chance auf gegenseitigen Körperkontakt. Das steigert auch die Wahrscheinlichkeit für Sex.

Zudem kann die Beziehung zu deinem Partner durch Intimität und gegenseitige Berührung intensiviert werden. Mal ganz ehrlich: Die Wahrscheinlichkeit für erotische Momente ist höher, wenn dein Partner nackt ist, als wenn er im Bärchen-Pyjama neben dir liegt, oder? Das gilt umgekehrt genauso.

3. Nackt schlafen mindert Stress und macht glücklich

Es muss nicht immer gleich Sex sein: "Wenn Menschen sich gegenseitig berühren, wird das Bindungshormon Oxytozin ausgeschüttet," betont Weeß. Das führt dazu, dass beide sich entspannen. "Durch die Ausschüttung von Oxytozin wird die Bildung des Stresshormons Cortisol minimiert. Das sorgt dafür, dass beide Partner sich beruhigen", erklärt der Experte.

Doch nicht nur das: Durch das Bindungshormon Oxytozin wird dein Immunsystem gestärkt. Der Blutdruck verlangsamt sich und sogar depressiven Stimmungen kann durch das Kuschelhormon vorgebeugt werden. Glaubst du nicht? Probier es aus! Vorausgesetzt natürlich, dass ihr euch gegenseitig attraktiv findet. Liegen zwei Menschen nebeneinander, die sich nicht mögen, bleibt auch das Oxytozin aus.

4. Nackt schlafen kann verjüngend wirken

Zugegeben, du wirst nicht zu Dornröschen und wachst nach 100 Jahren wieder jung und frisch auf. Aber: Eine Studie der Stanford University, die bei Sportlern das Schlafverhalten in Relation zu sportlichen Leistungen untersuchte, kam zu dem Schluss, dass nackt schlafen eine verjüngende Wirkung haben kann. Denn Schlafen hält gesund.

Forscher führten dies auf die vermehrte Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin zurück. Denn Melatonin wirkt antikarzinogen, also gegen Krebsbildung. Es bekämpft freie Radikale, also Stoffe, die deine Körperzellen angreifen und die Zellalterung befeuern. Freie Radikale werden durch Umwelteinflüsse, wie UV-Strahlung, aber auch durch Nikotin sowie Alkohol gebildet. Melatonin wirkt als Antioxidans, sprich, Radikalenfänger, bindet diese an sich, und befördert sie aus dem Körper.

Unser Experte ergänzt jedoch: "Melatonin wird in erster Linie durch Dunkelheit gebildet." Schläft man nackt, kann das aber die Anti-Aging Wirkung zusätzlich verstärken. Der verjüngende Effekt kann aber nur in Kraft treten, wenn die Umgebungstemperatur unter 21 Grad liegt.“

5. Nackt schlafen ist gut für die Figur

Nackt schlafen sorgt nicht nur für heiße Nächte mit deinem Partner. Auch dein Stoffwechsel wird angeheizt. Während du schläfst, verbrauchst du fast so viele Kalorien wie im Wachzustand. Driftest du ins Reich der Träume ab, gehen im Gehirn nicht die Lichter aus. Ganz im Gegenteil: Während du schläfst, verbrauchst du nur etwa die Kalorienmenge einer Scheibe Brot weniger als im Wachzustand, erklärt der Experte.

Schläfst du zusätzlich nackt, kann sich der Kalorienverbrauch erhöhen. Vorausgesetzt, du bist aufgedeckt oder die Umgebungstemperatur beträgt weniger als 21 Grad. Der Grund ist plausibel. Ist dir kalt, betreibt der Körper mehr Aufwand, um seine Kerntemperatur aufrecht zu erhalten und sich der Umgebungstemperatur anzupassen.

6. Nackt schlafen reduziert Körpergerüche

Schläfst du im Pyjama, bleiben Körperflüssigkeiten wie Schweiß länger auf der Haut und sammeln sich in deinen Hautfalten. Dann staut sich Feuchtigkeit eher im Genitalbereich, erklärt Weeß.

Die Folge: Üble Körpergerüche. Deshalb ist es wahrscheinlicher, dass du im Pyjama unangenehm riechst als nackt. Aber hüllenlos ins Bett zu gehen ist natürlich kein Ersatz für die Dusche am Abend zuvor oder am nächsten Morgen.

Was muss ich beachten, wenn ich nackt schlafe?

Wie gesagt ist die Umgebungstemperatur wichtig. Dein Schlafzimmer sollte eine Temperatur von 16-21 Grad haben. Dann kannst du ohne schlechtes Gewissen nackt schlafen. Höre jedoch auf deinen Körper. Frierst du nachts, decke dich besser zu, sonst droht eine Erkältung.

Die Decke sollte aus einem nicht zu stark isolierenden Material sein, so dass du darunter nicht schwitzt. Eine leichte Daunendecke ist ratsam. Tipp: Je nachdem, wie deine räumliche Situation bzw. Einrichtung aussieht, solltest du die Fenster gut verhängen, damit dir kein Spanner zuschaut.

Auch im Schlaf verbrennt der Körper Kalorien.
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Fatburner-Turbo: Nackt schlafen kurbelt auch deinen Stoffwechsel an

Was sind Voraussetzungen für einen gesunden Schlaf?

Ob mit oder ohne Pyjama, diese 3 Einschlaf-Tipps sollte jede Frau kennen:

1. Lange genug wach bleiben

Simpel aber logisch. Wichtig für einen guten Schlaf ist es, lange genug wach gewesen zu sein, so der Experte. Nur wenn du lange genug wach bleibst, wird ein weiterer Botenstoff Adenosin gebildet. Dieser wirkt wie eine Art Sandmännchen für dein Gehirn und du wirst müde.

2. Für Dunkelheit sorgen

Am Abend solltest du für Dunkelheit sorgen, da der Mensch ein tagaktives Wesen ist. Erst bei Dunkelheit bildet sich der oben erwähnte, für guten Schlaf wichtige Botenstoff Melatonin. Auch dieser führt dazu, dass du dich schläfrig fühlst.

3. Richtig entspannen

Wenn es abends nicht gelingt, das Gedankenkarussel zu stoppen, bist du angespannt, und Anspannung ist der Feind des Schlafes, erläutert Weeß. Das A und O für einen guten Schlaf ist dehalb: Gelassen bleiben. Du solltest dich sicher und geborgen fühlen, und gedanklich abschalten. Damit rollst du gutem Schlaf den roten Teppich aus.

Nackt schlafen mindert Stress und macht glücklich. Also worauf wartest du – lasse doch mal versuchsweise nachts deine Hüllen fallen, bevor du zu Bett gehst. Wir sind sicher, damit schläfst du gut!

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