Lycopin Das macht Tomatensauce gesünder als Tomaten selbst

Das Lycopin aus Tomaten wird durch Erhitzen und Zerkleinern freigesetzt. © Visivastudio / Shutterstock.com

Klar, Tomaten sind gesund. Doch Tomatensauce oder -saft sind noch viel gesünder, denn erst dann wird das Lycopin freigesetzt

Sie sind das rote Glück jeder Küche: Ob als Snack, im Salat oder als Tomatensauce, Tomaten schmecken in allen Lebenslagen. Doch erst das Verarbeiten der Tomate macht sie so richtig gesund, dann löst sich der rote Farbstoff der Tomate, das Lycopin, heraus.

Was ist Lycopin und worin ist es enthalten?

Lycopin gehört zu den sekundären Pflanzenstoffen und gibt Tomaten ihre intensive und auffällig rote Farbe. Der rote Farbstoff ist aber nicht nur in Tomaten und Tomatenprodukten, sondern auch in Guave, Wassermelone, Papaya und Grapefruit enthalten. Welche Lebensmittel den höchsten Lycopingehalt haben, sehen Sie weiter unten im Artikel.

Sekundäre Pflanzenstoffe sind in pflanzlichen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse, Hülsenfrüchten und Kartoffeln enthalten. Obwohl sie den Pflanzen eigentlich als Abwehrstoff gegen Fressfeinde dienen, wirken sie sich gesundheitsfördernd auf den menschlichen Körper aus.

Lycopin ist nicht nur in Tomaten, sondern auch in Melone und Guave enthalten. © Kobeza / Shutterstock.com

Übrigens: Es ist auch möglich den Farbstoff aus den Tomaten zu extrahieren. Lebensmittel-Produzenten können damit Suppen, Saucen, Desserts, sowie Schmelzkäse rötlich oder orange ‘färben’.

Was bewirkt Lycopin im Körper?

Lycopin hat durch seine antioxidativen Eigenschaften viele positive Effekte auf den Körper. So fängt der Farbstoff effizient freie Radikale ein und macht sie unschädlich. Freie Radikale sind dafür bekannt, dass sie die DNA schädigen und Mutationen auslösen, wodurch sich das Risiko für zahlreiche Krankheiten wie Krebs und koronare Herzkrankheiten erhöht. Zudem hält Lycopin als Radikalfänger Ihre Blutgefäße elastisch, beugt damit einer Arteriosklerose (Verkalkung der Blutgefäße) vor und hilft bei Bluthochdruck.

Konsumieren Sie regelmäßig rotes Obst und Gemüse, so steigt zum einen der Lycopingehalt in Ihrem Blut an, und zum anderen lagert es sich in den Zellen unter der Haut ein. Dort arbeitet Lycopin wie ein natürlicher Sonnenschutz, der die Haut vor Schäden durch UV-Strahlen schützen kann.

Aber: Das Essen von lycopinhaltigen Lebensmitteln ersetzt keine Sonnencreme. Es erhöht sich lediglich der Grundschutz Ihrer Haut.

Wieso soll ich Tomaten erhitzen?

Auch wenn Tomaten viel Lycopin enthalten, so wollen sie es doch nicht hergeben. Der kostbare Farbstoff sitzt so tief in den Faserzellen der Tomate, dass es allein durch die Verdauung nicht herausgelöst werden kann. Erst wenn Sie die Tomate zerkleinern und erhitzen, werden die Zellstrukturen aufgebrochen und das Lycopin freigegeben. Daher enthält auch die Tomatensauce oder der Tomatensaft deutlich mehr Lycopin als eine rohe Tomate.

Das Lycopin aus der Tomatensauce kann vom Körper besser aufgenommen werden. © ESstock / Shutterstock.com

Zudem gilt: Je reifer die Tomate, desto mehr Lycopin ist enthalten. Eine unreife und noch teilweise grüne Tomate ist sehr arm an Lycopin. Achten Sie also immer darauf, dass Sie die Tomate erst dann verzehren, wenn sie schön rot ist. Ansonsten lieber noch etwas reifen lassen.

Wie bereits erwähnt, besitzen verarbeitete Tomaten einen höheren Lycopingehalt als unverarbeitete. Wie viel Lycopin genau, sehen Sie hier:

Lebensmittel

Lycopingehalt (mg) pro 100 Gramm

getrocknete Tomaten

45,9

Tomatenmark

28,7

passierte Tomaten aus der Dose

21,5

Tomatensauce

13,8

Tomatensaft

9,0

Guave

5,2

Wassermelone

4,5

reife Tomaten

2,6

Papaya

1,8

Grapefruit

1,3

Wie soll ich die Tomaten zubereiten?

Doch nicht nur durch das Erhitzen werden Tomaten noch gesünder. Kombinieren Sie Tomaten immer mit ein wenig Öl. Da Lycopin fettlöslich ist, kann es bis zu viermal besser vom Körper aufgenommen werden. Besonders gesund und köstlich sind zum Beispiel geschmorte Tomaten. Halbieren Sie hierfür die Tomaten und schmoren Sie sie mit etwas Öl für zirka 10 Minuten bei geringer Hitze in einem Topf oder in einer Pfanne mit Deckel.

Lycopin hat viele gesundheitsfördernde Eigenschaften. Als Antioxidans schützt es Ihren Körper vor freien Radikalen. Doch erst durch Erhitzen und Zerkleinern wird das Lycopin aus Tomaten zugänglich. Kombinieren Sie es dann noch mit etwas Öl, entfaltet das Lycopin seine volle Stärke.

28.03.2019| © womenshealth.de
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