Trainingszeit Zu dieser Tageszeit lohnt sich Sport am meisten

Raus aus dem Bett, rein ins Training – ist das die cleverste Strategie? © bbernard/Shutterstock.com

Gibt es einen idealen Zeitpunkt für Ihr Workout? Ja, und der ist sogar wissenschaftlich belegt. Welche Zeit das ist und was Ihnen das Timing bringt

Aufstehen, Zähne putzen, ab ins Gym! Schließlich fühlen Sie sich morgens, als könnten Sie Bäume ausreißen. Okay, Sie wachen sicher nicht jeden Morgen mit maximaler Energie auf. Doch verantwortlich ist dafür meist entweder Schlafmangel oder Dauerstress. Von Natur aus sorgt das Hormon Cortisol, oft auch Stress-Hormon genannt, nämlich früh am Tag für einen automatischen Energie-Schub, der Ihren Körper und Geist aktiviert. Cortisol ist somit nicht nur eine Reaktion auf Stress, sondern auch ein natürlicher Antrieb, der uns morgens aus dem Bett hilft. Trainieren Sie also in der Früh, können Sie Ihr Workout durch den Cortisol-Anstieg pushen – ganz ohne Kaffee.

Wann ist die beste Trainingszeit zum Abnehmen?

Auf der Suche nach der perfekten Trainingsuhrzeit lohnt sich auch der Blick auf unsere Vorfahren. In der Steinzeit hieß es schließlich: erst jagen, dann essen. Optimal wäre demnach sogar ein Training vor dem Frühstück, was Ihre nächtliche Fastenzeit automatisch verlängert. Hier machen Sie sich also das Prinzip des intermittierenden Fastens zu Nutze, eine der effektivsten Abnehm-Strategien. Auch das Fatburning während und nach dem Training funktioniert mit morgendlichem Nüchtern-Training am besten. Eine Studie der University of Ottawa in Kanada zeigte zudem, dass ein Training vor dem Frühstück einen höheren Fettverbrennungs-Effekt erzielt als ein Workout nach der Morgen-Mahlzeit. Interessant: eine weitere Studie weist darauf hin, dass morgendliches Training im weiteren Tagesverlauf für weniger Appetit sorgt als ein Workout am Nachmittag. Wenn das mal nicht gute Argument für regelmäßige Frühsport-Sessions sind.

Zu welcher Tageszeit muss ich trainieren, um geistig fit zu sein?

Gut durchblutet, frisch geduscht und hochkonzentriert: Kennen Sie dieses Gefühl? Dass körperliches Training Ihren Fokus verbessern kann, gilt als gesichert. Wie dieser Effekt zustande kommt, konnte die Wissenschaft bis heute aber noch nicht vollständig klären. Diverse Forscher halten jedoch den Wachstumsfaktor BDNF (engl.: brain-derived nootropic factor) für den zentralen Auslöser. Dieses Protein schützt und unterstützt das Wachstum von Neuronen und Synapsen. Ob das stimmt oder nicht, sportliche Aktivität zeitlich vor Ihre mentalen Aufgaben zu setzen, ist eine gute Idee.

Frühsport setzt Kräfte frei – auch für die mentale Arbeit © bbernard/Shutterstock.com

Was entscheidet noch über die optimale Trainingsuhrzeit?

Unterm Strich spricht noch ein wichtiger Punkt gegen die abendliche Gym-Session, nämlich der Anstieg Ihrer Körperkerntemperatur. Bewegen Sie sich eine Weile, wird Ihnen zunächst warm, dann schwitzen Sie – ein Teil der sogenannten Thermoregulation Ihres Körpers. Steigt dadurch Ihre Körperkerntemperatur, sind bis zu 6 Stunden nötig, damit diese wieder auf ein normales Level fällt. Das wiederum kann sich negativ auf Ihren Schlaf auswirken. Eine normale Körperkerntemperatur ist schließlich eine der Grundbedingungen für eine erholsame Nachtruhe. Liegen Sie mit geschlossenen Augen im Bett, hat Ihr Körper wichtigere Aufgaben, als noch an Ihrer Temperatur zu arbeiten. Dass Frühsport auch aus Schlaf-Gesichtspunkten Sinn ergibt, konnten auch Forscher der Appalachian State University feststellen, die genau dieser Frage nachgingen.

Sollten Trainingszeit und Wettkampfzeit übereinstimmen?

Wenn Sie das Maximum aus Ihren Workouts holen wollen, dann schon. Egal, ob Ihre sportliche Aktivität Wettkämpfe beinhaltet oder nicht, eine feste Tageszeit macht Ihr Training noch effektiver. Noch genauer: Wissenschaftler konnten nachweisen, dass nicht nur Ihre Leistungsfähigkeit bei regelmäßigen Trainingszeiten höher ist, sondern auch erforderlichen Anpassungsprozesse an die jeweilige Belastung.

Lohnt sich ab jetzt also nur noch Frühsport?

Nein. Zwar sprechen viele Argumente für eine morgendliche Sport-Einheit, dennoch sollten Sie dieses Timing nicht erzwingen. Lässt es Ihr restlicher Tagesplan zu, dann bauen Sie auf Frühsport. Eine leichte Umstruktierung Ihres Tages können Sie dafür definitiv in Kauf nehmen. Wird das neue Timing jedoch zum dauerhaften Stress-Faktor, dann sparen Sie sich die Umstellung. In diesem Fall bietet sich der frühe Nachmittag als zweitbester Zeitpunkt an. Ist auch der geblockt, ist auch ein abendliches Training besser als gar keins. Achten Sie jedoch auf eine möglichst regelmäßige Trainingszeit. Und noch viel wichtiger: Vergessen Sie nicht den Spaß an der Bewegung und das geniale Gefühl, das Ihnen jedes Workout verschafft – spätestens, wenn Sie dieses erledigt haben.

26.01.2018| © womenshealth.de
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