Mit Intervallfasten kann man (auch) abnehmen, aber es gibt noch mehr Vorteile Look-Studio / Shutterstock.com

Wirkung von Intervallfasten 7 Gründe, warum du täglich 16 Stunden fasten solltest

Mit Intervallfasten kannst du nicht nur abnehmen: Die langen Essenspausen bewirken noch mehr überraschende Dinge in deinem Körper. Hier sind 7 Gründe, es zu testen

Das Wichtigste vorweg: Beim Intervallfasten handelt es sich nicht um eine Diät. Und das ist auch gut so, denn kurzzeitige Diäten sind im Grunde von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Denn ist die Diät vorbei, endet auch meist die Disziplin und dann kommen die alten Angewohnheiten zurück. Hallo Jojo-Effekt.

Intermittierendes Fasten kannst du jahrelang betreiben und musst dabei nur eine Regel beachten: Du darfst essen was du willst – allerdings nur in einem bestimmten Zeitfenster. Bei der bekannten 16:8 Methode – auch unter dem (etwas irreführenden) Namen 8-Stunden-Diät bekannt – fastest du beispielsweise ganz bewusst 16 Stunden täglich. In den restlichen 8 Stunden darfst du nach Lust und Laune essen. Und was soll das das bringen? Erklären wir hier. (Mehr Infos und Beispiele: 3 Intervallfasten-Methoden im Check)

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Wie gesund ist Intervallfasten für den Körper?

Wer in den 8 Stunden nicht ständig seinen Kalorienbedarf sprengt und mehr Kalorien verputzt, als er verbrennt, wird mit Hilfe von Intervallfasten auf natürliche Weise abnehmen. Doch das Fasten auf Zeit hat noch weitere positive Effekte auf den Körper.

"Fasten hat geradezu geniale Auswirkungen auf unsere Gesundheit und unsere Lebensdauer", schreibt Dr. Petra Bracht in ihrem Buch "Intervallfasten. Für ein langes Leben – schlank und gesund"

Durch die (vergleichsweise langen) Essenspausen aktivierst du nämlich deine körpereigenen Heilungskräfte, wodurch Schmerzen gelindert und ungeahnte Energien freigesetzt werden können. Du lernst zudem eine ganz neue Art von Genuss kennen, wenn du in nur 8 Stunden zwei- bis dreimal isst.

Das Gute: Während du beim klassischen Heilfasten einmalig bis zu 30 Tage am Stück auf Essen verzichtest, kannst du das "Teilzeit-Fasten“ im Prinzip ein Leben lang praktizieren – so wie unsere Expertin: Die Ärztin für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren lebt selbst seit rund 30 Jahren nach der 16:8 Methode und isst manchmal sogar nur einmal am Tag. Warum? Weil es ihr einfach gut tut.

Was sind Vorteile des intermittierenden Fastens?

"Was beim Fasten im Körper passiert, ist einfach nur faszinierend", sagt Dr. Bracht im Interview. "Ich spüre selbst jeden Tag, wie gut die Ruhephasen, also die Zeit in denen ich nichts esse, meinem Körper tun. Nur so kann er nämlich in den Reparatur-Modus schalten und bestimmte Selbstheilungsprozesse aktivieren." (Ausprobiert: Die 8-Stunden-Diät im Test.)

Welche Vorteile bietet das Intervallfasten im einzelnen? Diese 7 sind wohl die wichtigsten:

1. Intervallfasten verbessert dein Hautbild

"Kurzzeitfasten wirkt wie eine Art tägliche Detox-Kur für die Haut", so die Medizinerin. "Die Essenspausen wirken sich positiv auf das Hautbild aus – nicht nur im Gesicht, sondern am ganzen Körper." Auch Akne soll mit Hilfe der 8-Stunden-Diät deutlich verbessert werden. Der Grund: Das Fasten hemmt die Produktion des Wachstumshormons IGF-1 in der Leber, welches durch ständiges Essen im Übermaß gebildet wird und zu Akne führen kann.


Detox-Tipp: Die Reinigungsprozesse in den Zellen können angeblich besonders gut ablaufen, wenn du vorher genügend Wasser getrunken hast. "Ideal ist es, bereits vor der ersten Mahlzeit am Vormittag rund 2 Liter Wasser in kleinen Mengen zu trinken", rät die Expertin. "Das unterstützt den Organismus in der Ausscheidungsphase."

2. Intermittent Fasting lässt gefährliches Bauchfett schmelzen

Den typischen Männer-Bierbauch kennen alle, doch auch immer mehr Frauen neigen laut Dr. Bracht dazu, Fettdepots im Bauchbereich anzulegen. Aber gerade dieses viszerale Bauchfett ist gefährlich und ein großer Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes & Co.

Auch hier kann Intervallfasten helfen: Nach rund 12 Stunden Fasten beginnt der Körper nämlich (quasi aus der Not heraus) Ketone aus Fettreserven zu mobilisieren, um diese zur Energiegewinnung zu nutzen, da keine Glucose aus der Nahrung zur Verfügung steht. Und wo "bedient" er sich zuerst? Am Bauchfett, genau! Sprich: Mit Intervallfasten nimmst du zuerst am Bauch ab.

3. Gute Laune durch Essenspausen

Kurzzeitige Fastenperioden helfen nicht nur beim Abnehmen, sie heben auch die Stimmung. Das weiß auch unsere Expertin aus eigener Erfahrung zu berichten: "Man hat öfter gute Laune, ist kreativer und generell aktiver, denn das Gehirn läuft auf Hochtouren. Die Energie, die normalerweise für die Verdauung aufgewendet wird, kann nun für andere Prozesse genutzt werden."

Auch Stress, Ärger und Unzufriedenheit sind, genau wie ein voller Bauch, Energieräuber, die dich träge machen – körperlich, sowie geistig. Darüber hinaus werden durch die kurze Fastenperioden mehr Glückshormone (Serotonin) gebildet.

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Netter Nebeneffekt: Beim Intervallfasten nimmst du zuerst am Bauch ab.

4. Besserer Schlaf dank 8-Stunden-Diät

Im Schlaf schaltet der Kopf ab, doch im Körper läuft die "Maschine Mensch" weiter auf Hochtouren. Ein perfektes aufeinander abgestimmtes Hormonsystem sorgt dabei für den idealen Schlaf-Wach-Rhythmus. Damit die Hormone ihre Arbeit reibungslos ausführen können, solltest du deinen Körper in der Nacht nicht mit unnötigen Verdauungsprozessen auf Trab halten. Spätes und schwer verdauliches Essen sorgen meist für einen schlechten, unerholsamen Schlaf.

"Tiefschlafphasen können mit vollem Magen nicht erreicht werden", so die Expertin. Sie empfiehlt ein kleines, kohlenhydratarmes Abendessen zwischen 18 Uhr und maximal 20 Uhr zu sich zu nehmen und einen kleinen Verdauungsspaziergang anzuschließen – die beste Kombi für einen guten Schlaf.

5. Clever abnehmen ohne Muskeln abzubauen

"Während des Fastens findet die sogenannte Autophagie statt, die Selbstverdauung und Wiederverwertung von Abfallstoffen in unseren Zellen und in den Zellzwischenräumen", so Fastenanhängerin Bracht in ihrem Buch. Die körpereigene "Müllabfuhr und Recyclinganlage" wird nämlich durch häufige Verdauungsprozesse gestört. Nachdem du jedoch rund 12 Stunden gefastet hast, kann die Autophagie reibungslos ablaufen.

Das Faszinierende daran: "Der Körper ist in der Lage den Zellmüll, wie beispielsweise verbrauchte Eiweißmoleküle, zu recyceln und daraus wieder neues Baumaterial für Muskelfasern oder Reparaturprozesse herzustellen", so die Expertin. Dadurch nimmt man mit Intervallfasten ab, ohne an Muskelmasse einzubüßen – ganz im Gegenteil, Du kannst sogar Muskeln aufbauen. Vorausgesetzt natürlich, du trainierst die Muskulatur weiterhin.

Lesetipp: Leckere Intervallfasten-Rezepte, Buchtipps und Tricks gegen den Hunger in den Fastenphasen bekommst du bei FitGuide.one

6. Fasten wirkt wie ein natürliches Anti-Aging-Mittel

Die eben erwähnte Autophagie erhält nicht nur deine Muskulatur beim Fasten, sondern wirkt auch wie eine Art Verjüngungskur für deine Zellen. Und diesen Selbstreinigungsprozess heizt du durch die niedrigere Mahlzeitenfrequenz und die kurzzeitigen Fastenperioden so richtig an. Darüber hinaus sorgen spezielle Anti-Aging-Enzyme – sogenannte Sirtuine – dafür, dass das Erbgut und die Lebensdauer der Zellen geschützt werden. Sirtuine ermöglichen es dem Organismus, auch extremen Bedingungen – wie beispielsweise einem Nahrungsmangel – standzuhalten.

"Sirtuine werden allerdings erst gebildet beziehungsweise aktiviert, wenn der Magen leer ist", weiß die Medizinerin. Die Reparaturarbeiten in den Zellen setzen also erst nach einigen Stunden des Fastens ein.

7. Teilzeitfasten für eine bessere Verdauung

"Intervallfasten wirkt sich positiv auf die Darmgesundheit aus", so Buchautorin Bracht. "Außerdem ist zu spüren, was es heißt, eine gesunde Verdauung zu haben." Der Grund dafür: Durch die Essenspause haben die "guten" Darmbakterien endlich die Möglichkeit, sich zu vermehren und die "bösen" werden zurückgedrängt.

Diese züchtest du dir mit einer sehr zucker- und fettreichen Ernährung nämlich selbst heran. Die Folge: ständige Verdauungsprobleme, fiese Blähungen und vermutlich ein unreines Hautbild. "Täglich 16 Stunden Fasten ist das beste Probiotikum für den Aufbau einer gesunden Darmflora."

Sind die Zeiten beim intermittierendes Fasten festgelegt?

Natürlich ist das kein Muss, nach der 16:8 Methode zu fasten, aber es hat große Vorteile. Du kannst in den 8 Stunden im Grunde essen was du willst. Auch das Zeitfenster kannst du individuell festlegen und täglich anpassen, zum Beispiel von 10 bis 18 Uhr oder von 12 bis 20 Uhr.

Mit intermittierendem Fasten kannst du nicht nur abnehmen, es sorgt rundum für mehr Gesundheit und Wohlbefinden. Probiere es doch einfach mal 14 Tage lang aus und überzeuge dich selbst!

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