Scheide juckt Die 7 häufigsten Ursachen für Juckreiz in der Scheide

Kaum etwas nervt mehr als dieses fiese Jucken in der Scheide! Zum Glück lässt sich das leicht beheben. © SOPRADIT / Shutterstock.com

Wenn die Scheide juckt, ist das richtig unangenehm. Wir verraten Ihnen, woher der Juckreiz kommt und wie Sie ihn ganz schnell wieder loswerden

Es juckt, brennt und ist total lästig – Juckreiz in der Scheide! Und als wäre das noch nicht genug, taucht das nervige Jucken in der Scheide meist völlig aus dem Nichts auf. Vielen Dank dafür! Schon Kleinigkeiten wie ein Tampon oder eine Binde können den Juckreiz verursachen. Wenn es daran liegt, ist das Jucken meist total harmlos. Allerdings kann der Juckreiz auch ein Zeichen für ernstzunehmende Krankheiten sein. Dann heißt es: Ab zu Frauenärztin oder -arzt! Wir informieren Sie über die 7 häufigsten Ursachen, wenn die Scheide juckt und erklären, wie Sie den Juckreiz ganz schnell wieder loswerden.

1. Bakterielle Vaginose

Die Bakterielle Vaginose (BV) gilt als der wohl häufigste Grund für vaginalen Juckreiz. Verursacht wird er durch das Ungleichgewicht von gesunden Bakterien und der Veränderung des pH-Werts im Scheidenmilieu. Oft fühlt sich die BV wie ein Scheidenpilz an, dieser äußerst sich allerdings durch einen leicht unangenehmen Geruch, erläutert Lauren Streicher, Autorin von "Sex Rx; Hormones, Health, and Your Best Sex Ever". Behandeln können Sie eine bakterielle Vaginose mithilfe einer speziellen Vaginalcreme, die Sie rezeptfrei in der Apotheke erhalten. Sollte jedoch zeitnah keine Besserung auftreten, führt kein Weg am Frauenarzt vorbei. Dieser wird Ihnen dann ein verschreibungspflichtiges Medikament verordnen.

Manchmal nervt das Jucken in der Scheide nicht nur, Sie fühlen sich schlicht unwohl? Besser ab zum Arzt! © SOPRADIT / Shutterstock.com

2. Scheidenpilz

Genau wie die bakterielle Vaginose entsteht ein Scheidenpilz in der Regel durch ein Ungleichgewicht des pH-Werts. Oft tritt er willkürlich auf oder als Folge einer antibiotischen Behandlung, Stress, Sex oder einer Ernährungsumstellung. Neben dem typischen Juckreiz setzt meist zusätzlich ein geronnener, weißer oder dickflüssiger Ausfluss ein. Die gute Nachricht: Normalerweise kommen Sie mit einer OTC-Creme ("over the Counter" = nicht verschreibungspflichtig) aus, für die Sie kein Rezept benötigen. Pluspunkt: Normalerweise lindern geeignete OTC-Cremes Ihre Beschwerden bereits innerhalb von einem Tag.

Hinweis: Fangen Sie jetzt nicht an, sich übertrieben zu waschen oder gar spezielle Waschlotionen zu verwenden. Es reicht vollkommen aus, die Vagina mit warmen Wasser (ohne Shampoo oder Duschgel!) zu waschen, da sie eine selbstreinigende Funktion besitzt. Zu viel Intimhygiene zerstört ihren Säure-Schutzmantel und verursacht ein Ungleichgewicht des Milieus. Sollten für Sie persönlich der Verzicht von einer zusätzlichen Reinigungshilfe allerdings nicht in Frage kommen, dann greifen sie lieber zu einer parfümfreien und pH-angepassten Waschlotion. Diese erhalten Sie beispielsweise in gängigen Drogeriemärkten oder in der Apotheke.

3. Kontaktallergien

Bei einer Kontaktallergie (Kontaktdermatitis), ausgelöst durch bestimmte Produkte, handelt es sich um eine Irritation der Haut. Hervorgerufen wird diese durch Parfüme oder Zusätze, welche sich innerhalb des jeweiligen Produkts (Kondome und Gleitgele miteingeschlossen) befinden. Typische Symptome – zusätzlich zum störenden Juckreiz – sind Rötungen, Schwellungen und eine Hautverdickung. Brett Worly, gynäkologische Professorin an der Ohio State University, empfiehlt: "Sollten Sie bereits wissen, dass Sie sehr anfällig für vaginale Irritationen sind, dann verwenden Sie am besten hyperallergische Hygieneprodukte, um sicherzustellen, dass Sie irritierende Chemikalien und Seifen meiden." Bestenfalls machen Sie zusätzlich einen Bogen um den Rasierer und brausen Ihre Vagina nicht ausgiebig ab.

Das Jucken wird zum Brennen? Dann könnte es eine sexuell übertragene Erkrankung sein. Ab zum Arzt! © SOPRADIT / Shutterstock.com

4. Ekzem oder Schuppenflechte

Genetisch bedingte, vaginale Beschwerden, wie zum Beispiel ein Ekzem oder eine Schuppenflechte, verursachen sowohl auffällige Rötungen als auch den klassischen, unangenehmen Juckreiz im Genitalbereich – einhergehend mit einem ungleichmäßigen oder ausschlagartigen Erscheinen. Sollten Sie sich mit einem der beiden Unannehmlichkeiten herumplagen, können bereits einfache Cremes sehr hilfreich sein. Für den Fall, dass sich innerhalb einer Woche keine Linderung eingestellt hat, sollten Sie Rücksprache mit Ihrer Ärztin halten.

5. Sexuell übertragbare Infektionen

Leider kann man es nicht oft genug betonen: Ungeschützter Sex kann zu sexuell übertragbaren Infektionen (STI) führen. Einige von ihnen machen sich durch unangenehmes Jucken bemerkbar. Ganz vorne mit dabei: Chlamydien, Herpes, Trichomonaden und Tripper. Der anfängliche Juckreiz kann sich anschließend zu einem Schmerz und Brennen im Vaginalbereich entwickeln. Sollten Sie Juckreiz, kombiniert mit typischen STI Symptomen wie Schmerzen beim Wasserlassen, unangenehm riechender Ausfluss, Bläschen, Geschwüre oder Warzen auf der Haut oder Schmerzen beim Sex, empfinden, dann sollten Sie unbedingt Ihren Frauenarzt aufsuchen, um eine STI-Diagnostik durchzuführen. Sollte diese positiv ausfallen, wird Ihr Arzt Sie je nach diagnostizierter STI entsprechend therapieren.

6. Lichen Sclerosus

Die Hauterkrankung Lichen Sclerosus (aus dem Griechischen, bedeutet etwa: "trockene Flechte") zählt ebenfalls zu den besonders ernstzunehmenden Krankheiten. Brennen und Jucken im Genitalbereich, weißliche Vernarbungen und Flecken sowie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und ein anschließendes Wundsein fallen unter die gängigen, ersten Symptome. Eine genaue Diagnose kann allerdings nur ein Gynäkologe feststellen. Im fortgeschrittenen Stadium haben sich die weiblichen Genitalien sogar soweit zurückgebildet, dass man die typische Struktur nicht mehr erkennen kann. Weiterhin charakteristisch: Ein über Jahre hinweg und in Schüben auftretender Verlauf. Die Standardtherapie ist meist eine cortisonhaltige Salbe, welche noch über den eigentlichen Krankheitsverlauf hinweg angewendet wird.

7. Hormone

Jedes Mal, wenn Ihr Hormonlevel sich verändert oder ins Schwanken gerät, kann ein vaginaler Juckreiz auftreten. Und das passiert gar nicht mal so selten. Während der Periode, Schwangerschaft oder dank hormoneller Verhütung spielen unsere Hormone gerne mal verrückt. Zusätzlich können die kleinen Periode-Helferlein wie Tampon und Co. die Unannehmlichkeiten durch zugesetzte Farbstoffe und Düfte verstärken. Sollten Sie regelmäßig damit zu kämpfen haben, dann könnten Bio-Baumwollprodukte oder eine Menstruationstasse (siehe 6 gute Gründe für die Menstruationstasse) eine gute Alternative sein.

Egal woher der vaginale Juckreiz genau kommt, es gibt Abhilfe. Entweder direkt in der Apotheke, oder Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt wird Ihnen die passende Behandlung verschreiben, mit der Sie sich des schrecklichen Juckreizes entledigen können! Sollte er sich allerdings zu einem ständigen Problem entwickeln, könnte eine Umstellung der hormonellen Verhütung die Lösung Ihres Problems sein – sprechen Sie Ihre Ärztin oder den Arzt beim nächsten Mal einfach darauf an.

07.09.2018| Julia Hein © womenshealth.de
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