Zyste am Eierstock: Symptome und Behandlung bei Eierstockzysten

Symptome und Behandlung von Eierstockzysten
Zysten am Eierstock sind nicht notwendigerweise gefährlich, sollten aber von einem Arzt regelmäßig kontrolliert werden © 9nong / Shutterstock.com

Der Befund Eierstockzyste klingt meist schlimmer als er ist. Wir klären Sie über Symptome und Behandlung der meist gutartigen Zyste am Eierstock auf

"Alles soweit in Ordnung", sagt Ihr Gynäkologe. "Aber wegen der Zyste am Eierstock kommen Sie nach dem nächsten Zyklus noch einmal zur Kontrolle". Was? Spätestens ab jetzt setzt bei den meisten Frauen Verunsicherung ein: Was sind Eierstockzysten (Ovarialzysten) und vor allem: Wie gefährlich sind sie?

Was genau ist eine Zyste am Eierstock?

Sie dürfen sich weitgehend entspannen. Eine Eierstockzyste ist eine wenige Zentimeter große, flüssigkeitsgefüllte Blase am Eierstock einer geschlechtsreifen Frau. In 98 Prozent der Fälle ist sie harmlos. Allerdings haben Frauen über 40 ein höheres Risiko als jüngere Frauen, dass das Zystengewebe bösartig ist bzw. wird. Bösartige Zysten am Eierstock müssen operativ entfernt werden. Meistens findet der Gynäkologe die Zysten zufällig, weil sie keine Beschwerden machen solange sie klein sind.

Verursachen Zysten Schmerzen im Unterleib?

Erst wenn sie größer sind und auf die Nachbarorgane drücken, können Unterleibs- und Rückenschmerzen, Schmerzen beim Stuhlgang oder Verstopfung auftreten. Die Zysten können auch Schmerzen beim Sex oder während der Regelblutung verursachen. Gehen Sie also regelmäßig zum Gynäkologen, um Zysten am Eierstock frühzeitig dingfest zu machen.

Wie stellt ein Arzt die Diagnose Zyste am Eierstock?

Ihre Gynäkologin kann eine größere Zyste am Eierstock ertasten. Mittels Ultraschall kann dann der Zystentyp bestimmt werden. Nur in Ausnahmefällen ist eine Bauchspiegelung notwendig.

Gebärmutter mit einem gesunden Eierstock rechts und einem Eierstock mit Zyste links © Tefi / Shutterstock.com

4 Eierstockzysten im Überblick

Diese 4 Zysten-Varianten können entstehen, wenn der weibliche Zyklus mal nicht reibungslos verläuft:

1. Follikelzyste sind nicht zerplatzte Follikel

Am häufigsten tritt die Follikelzyste auf. Diese Zyste entsteht aus einem Follikel, in dem die Eizelle in der ersten Zyklushälfte heranreift. Normalerweise platzt der Follikel bei einer Größe von 15 bis 25 Millimetern und setzt die reife Eizelle in den Eileiter frei. Bleibt der Follikel bestehen und sammelt sich zusätzlich noch Flüssigkeit an, ist die an sich harmlose Follikelzyste fertig. Sie verschwindet in der Regel nach 1 oder 2 Zyklen von allein. Wenn nicht, kann eine Therapie mit dem Hormon Progesteron helfen.

2. Gelbkörperzyste entstehen durch Einblutungen

Eine zweite Zystenart entsteht aus dem Gelbkörper (Corpus luteum). Er bildet sich nach dem Eisprung aus dem Follikelrest, um im ersten Schwangerschaftsdrittel Hormone zu produzieren. Erfolgt keine Befruchtung des Eis, bildet sich der Gelbkörper zurück. Es kommt aber vor, dass er sich stattdessen durch Einblutung vergrößert und eine Gelbkörperzyste bildet.

3. Luteinzyste entstehen bei Wucherungen an der Gebärmutterschleimhaut

Die dritte und eher seltene Zystenvariante ist die so genannte Luteinzyste. Sie entsteht, wenn Ihr Körper aufgrund einer Erkrankung außerhalb einer Schwangerschaft zu hohe Mengen eines bestimmten Schwangerschaftshormons bildet. Sollten die Zysten am Eierstock nicht von alleine verschwinden, hilft auch hier wie bei der Gelbkörperzyste eine Hormontherapie. Wenn Sie an Endometriose (gutartige Wucherung der Gebärmutterschleimhaut) leiden, kann es Ihnen passieren, dass sich infolgedessen eine Zyste am Eierstock bildet.

4. Schokoladenzysten therapiert man mit Hormonen

Bei machen Frauen gelangt Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter, z.B. in den Eileiter. Ärzte sprechen dann von Endometriose. Normalerweise wird das Gewebe mit der Monatsblutung abgebaut. In manchen Fällen aber kann das Gewebe nicht richtig abfließen, dann entstehen so genannte Schokoladenzysten. Ihren Namen verdanken sie ihrer, durch die enthaltenen Blutabbauprodukte gebildeten, dunkelroten Farbe. Sie müssen bei entsprechender Größe operativ entfernt werden. Um zu verhindern, dass sich erneut eine Schokoladenzyste bildet, wird der Arzt Ihnen in den meisten Fällen zu einer Hormontherapie raten.

Diffuse Schmerzen im Unterleib können auf Zysten am Eierstock hinweisen © Chayathorn Lertpanyaroj / Shutterstock.com

Wann ist eine Zyste am Eierstock gefährlich?

Die gute Nachricht zuerst: 98 Prozent aller Eierstockzysten sind gutartig. Aber was ist mit den restlichen 2 Prozent?

1. Zu viele männliche Hormone begünstigen Zysten am Eierstock

In Deutschland produzieren rund 1 Million Frauen überdurchschnittlich viele männliche Hormone (Androgene). Diese Androgene stellen den weiblichen Zyklus ziemlich auf den Kopf und stören die normale Reifung des Follikels. Das begünstigt die Bildung gleich mehrerer Zysten. Polyzystisches-Ovarien-Syndrom, kurz PCOS, heißt das im Fachjargon. Dabei platzen die Follikel nicht, es gibt keine reifen Eier und es kann keine Befruchtung stattfinden. Eine Therapie ist da möglich, z.B. mit einer Antibabypille oder niedrig dosierten Kortison-Präparaten.

2. Makaber aussehende Zysten infolge angeborener Fehlbildung

Zysten infolge angeborener Fehlbildungen stellen eine zweite Gruppe dar. Das sind relativ große Keimzelltumore, die sich – bedingt durch eine Fehlentwicklung während der Zeit als Embryo – in einem Hohlraum des Eierstocks entwickeln. Sie bestehen aus vollkommen verschiedenen Gewebearten, z.B. aus Muskeln, Knorpel, kleinen Knochen, Haaren oder teils aus völlig ausgebildeten Zähnen. Glücklicherweise entarten die merkwürdigen Gebilde nur in 1 bis 2 Prozent der Fälle. Dann müssen sie unbedingt operativ entfernt werden.

3. Auch gutartige Eierstockzysten können gefährlich werden

Zwar sind 98 Prozent der Eierstockzysten gutartig. Doch bei einer von zehn Frauen kann es zu gefährlichen Komplikationen kommen: Die Zyste kann platzen, was mitunter gefährliche Blutungen ins Bauchinnere verursacht, die flüssigkeitsgefüllte Zyste kann sich um die eigene Achse (Stieldrehung) drehen und stranguliert dabei die zuführenden Blutgefäße des Eierstocks bis hin zum Abriss der Gefäße. Beide Male ist eine Notfalloperation erforderlich. Wenn Sie also kolikartige Schmerzen bekommen, ab ins Krankenhaus. Treten Dauerblutungen der Gebärmutter auf, hilft zumeist eine Hormontherapie.

Zysten am Eierstock sind nur selten die Ursache für unerfüllten Kinderwunsch © Marjan Apostolovic / Shutterstock.com

Fruchtbarkeit: Kann ich trotz Zyste am Eierstock schwanger werden?

Ihre Fruchtbarkeit wird in der Regel von einer gelegentlichen Zyste am Eierstock nicht beeinträchtigt. Eine Schwangerschaft wird nur eingeschränkt, wenn Sie unter polyzystischen Ovarien oder Endometriose leiden - beides ist wie gesagt sehr selten. Wenn Sie jedoch lange schon unter unerfülltem Kinderwunsch leiden, macht es Sinn, sich vom Gynäkologen speziell auf Zysten am Eierstock untersuchen zu lassen. Auch wenn Sie sich zu einer künstlichen Befruchtung entschieden haben, ist ein Vorab-Check ratsam, da die dafür verabreichten Hormone die Zystenbildung unterstützen können.

Die Diagnose Zyste am Eierstock bleibt in der Regel ohne Konsequenzen. Meist verschwinden sie nach ein paar Zyklen von selbst oder können durch kleine medizinische Interventionen aufgelöst werden. Wenn Sie jedoch über 40 Jahre alt sind oder Sie unter nicht zyklusbedingten Schmerzen im Unterleib leiden, sollten Sie Ihre Gynäkologin aufsuchen. Ansonsten gilt: Locker bleiben!

09.11.2017| Gerlinde Felix © womenshealth.de
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