Cellulite: Die besten Tipps Monika Kozub / Unsplash.com

Cellulite: Was dagegen hilft – und was nicht

Cellulite Was gegen Cellulite wirklich hilft – und was definitiv nicht

Warum Cellulite kein Makel ist, wieso Cremes dagegen Quatsch sind – und worauf du stattdessen setzen solltest

Bei einem Artikel zu Cellulite-Tipps erwartest du jetzt wahrscheinlich einen Einstieg à la „Mit Dellen an den Beinen ist es wie bei Autos: Keiner will sie haben.“ So ein Quatsch! Cellulite haben alle Frauen. Also fast. 90 Prozent von uns, um genau zu sein. Egal, wie schlank oder sportlich wir sind. Cellulite ist also das normalste auf der Welt und macht dich kein bisschen weniger schön. Punkt.

Wenn dich deine Cellulite aber wirklich stört, findest du hier nützliche Tipps. Ganz wegbekommen wirst du sie damit nicht, solche Versprechen sind unseriös. Aber ein wenig glatter und straffer kann die Haut tatsächlich werden.

Warum haben Frauen Cellulite und Männer nicht?

Ob dick oder dünn: Verantwortlich für Orangenhaut ist nicht in erster Linie das Gewicht, vielmehr liegt es an der Veranlagung. Deshalb ist es auch nicht ungewöhnlich, dass selbst bei sportlichen Frauen schon in jungen Jahren die eine oder andere Delle auftaucht.

„Grund dafür ist das besondere Bindegewebe. Es muss im Falle einer Schwangerschaft sehr flexibel sein: Der Bauch wächst um ein Vielfaches. Am Po legt der Körper ein Polster für schlechte Zeiten an“, erklärt uns Dr. Eveline Urselmann im Interview. Die Fachärztin für ästhetische Medizin aus Hamburg weiß auch, warum das so sichtbar ist: „Dieses Depot an Fettzellen kann sich durch die gitterförmig angeordneten Kollagenstränge drücken."

Gleichzeitig neigen Frauen eher zu hormonbedingten Wassereinlagerungen – "auch die können sich durch die Anordnung der Bindegewebsstränge als Dellen abzeichnen.“ Kein Grund, allzu kritisch mit sich selbst zu werden. Denn, kleiner Reminder: Fast alle Frauen haben Cellulite. Falls du das gerade mehr brauchst: So steigerst du dein Selbstwertgefühl.

Hilft Abnehmen gegen Dellen am Po?

Grundsätzlich gilt: Nimmst du ab, nimmt auch der Druck der Fettzellen auf die Haut ab und die Oberflächenstruktur wird ebenmäßiger. Aber wie gesagt, auch schlanke Frauen können Orangenhaut haben.

Deshalb: Ganz verschwinden werden die Dellen durchs Abnehmen nicht. Expertin Dr. Urselmann warnt vorm Jo-Jo-Effekt. „Durch häufiges Zu- und Abnehmen leiert das Bindegewebe aus, sodass sich die Unterhautstruktur noch leichter sichtbar abzeichnen kann.“

Wirken Cellulite-Cremes überhaupt?

Schön wär's! „Leider gibt es nach wie vor noch kein Produkt, welches tatsächlich wirksam ist“, weiß Dr. Eveline Urselmann. „Die auf die Haut aufgetragenen Wirkstoffe einer Creme können gar nicht so tief in die Haut eindringen, um das Bindegewebe zu beeinflussen.“ Dazu wiederum musst du die Haut ausgiebig massieren, und zwar regelmäßig – und intensiv. Dafür kannst du aber schlussendlich jede Körperlotion und jedes Massageöl verwenden. Es muss kein überteuertes Anti-Cellulite-Produkt sein.

Unsere Beauty-Redaktion empfiehlt zum Massieren die reichhaltige Body Milk von NIVEA oder das Arnika Massageöl von Weleda. Keine Sorge, auch wenn die Produkte einen Moment zum Einziehen brauchen (fürs Massieren perfekt!), bleibt am Ende kein klebriger Film zurück.

Kann ich Orangenhaut wegmassieren?

Jein. „Der Lymphabfluss spielt sowohl bei der Entstehung als auch bei der Aufrechterhaltung der Cellulite eine große Rolle. Lymphdrainagen und Massagen unterstützen den Abfluss und verbessern die Optik – allerdings nur temporär“, weiß Expertin Dr. Urselmann.

Es gibt mittlerweile etliche Massagegeräte für Cellulite. Zum Beispiel dieses von Sarah Chapman. Die Ärztin empfiehlt zum Beispiel Dry Brushing mit einer Bürste wie dieser von Barbara Sturm. Ein großer Trend bei YouTube: Cellulite-Massage mit einem „Gua Sha“-Stein wie diesem von Kayo. Ob’s besser wirkt als mit den Händen? Studien gibt es nicht, aber einen Versuch ist es wert.

Was bringen professionelle Lymphdrainagen gegen Cellulite?

Sie werden oft als Wundermittel gegen Cellulite angepriesen: „Lymphdrainagen bekämpfen Cellulite, da dabei Wassereinlagerungen aus dem Bindegewebe abgeleitet werden können. Die Hautverbesserung hält allerdings nur so lange an, wie die Lymphdrainage regelmäßig angewandt wird“, so die Expertin. Zweimal pro Woche sollte man für sichtbare Effekte einkalkulieren, ebenso etwa 30 Euro pro Massage. Auf Dauer sehr zeitaufwändig und sehr teuer.

Was kann man medizinisch gegen Cellulite tun?

Bei großem Leidensdruck stehen Ärzt*innen verschiedenste Verfahren zur Verfügung. Als besonders erfolgsversprechend gelten:

  • Mikrowellentherapie: „Beim diesem Verfahren von Onda Coolwaves® werden die kollagenen Fasern erhitzt und denaturiert, die Neuproduktion von Kollagen wird dadurch angeregt. Darüber hinaus wird die Membran der Fettzellen aufgebrochen und so lokale Fettpolster reduziert“, erklärt Dr. Urselmann, die diese Behandlung in ihrer Hamburger Praxis anbietet. „Die Behandlung ist komplett schmerzfrei und fühlt sich wie eine Bindegewebsmassage an. Pro Behandlungsareal werden zirka 10 Minuten benötigt. Es empfiehlt sich, die Behandlung 4-6mal zu wiederholen in zirka vierwöchigen Abständen. Danach werden alle 6-12 Monaten Auffrischungsbehandlungen fällig. Die Kosten liegen bei 200-300 Euro pro Areal.“
  • Cellfina: „Das semiinvasive Verfahren Cellfina arbeitet mit Vakuum und der Unterschneidung der eingezogenen Hautpartien mit Miniskalpell. Die Dellen verschwinden dadurch, die Bindegewebsschwäche wird jedoch nicht behandelt. Die Kosten für Cellfinabehandlungen liegen zwischen 1800 und 3000 Euro“, so Dr. Urselmann.

Übrigens: Eine Fettabsaugung führt nicht zwingend zu einer Verbesserung der Cellulite. Außerdem birgt das Verfahren gravierende gesundheitliche Risiken. Da Fettabsaugungen nur erfahrene ästhetisch-plastische Chirurg*innen durchführen sollten, musst du auch mit Kosten um die 4000 Euro rechnen. Das solltest du dir lieber sparen!

Welcher Sport ist der richtige gegen Cellulite?

Grundsätzlich gilt: Sport ist erstmal gut. Je mehr Muskelmasse aufgebaut wird, desto mehr Spannung ist unterhalb des Bindegewebes. Ideal als Anti-Cellulite-Training ist eine Mischung aus Ausdauersport und Krafttraining – Optimal sind 3x pro Woche etwa 30 Minuten.

Ausdauertraining: Perfekt geeignet ist Schwimmen oder auch Aqua-Fitness, da das Training im Wasser gleichzeitig eine leichte Lymphdrainage bietet. Auch Joggen oder Radfahren sind empfehlenswert.

Krafttraining: Dein Augenmerk sollte vor allem auf Po, Bauch, Oberschenkeln und Arme legen. Mit Kniebeugen zum Beispiel straffst du Po und Oberschenkel in einer Übung. Beim Bauchtraining achtest du darauf, sowohl die geraden als auch die schrägen Bauchmuskeln zu fordern und auch die unteren Anteile genügend zu fordern.

Gegen die Dellen an den Armen helfen Übungen für Bizeps und Trizeps. Ideale Trainingsgeräte sind Kurzhanteln, mit denen du die einzelnen Muskelfasern gezielt formen kannst. Beste Übung für straffe Armrückseiten: Du beugst dich leicht vor, stützt dich mit einer Hand ab, in der anderen hältst du eine Kurzhantel. Den Ellenbogen und Oberarm hältst du eng am Körper, während du mit Hand und Unterarm kontrolliert streckst und beugst. Oder du hältst dich einfach an unseren Masterplan für straffe Arme.

Was esse ich am besten gegen Cellulite?

Selbstverständlich wirkt sich auch gesundes Essen auf den Körper aus. Ein paar wertvolle Ernährungstipps gegen Cellulite haben wir dir zusammengestellt. Am wichtigsten ist es – du kannst es wahrscheinlich nicht mehr hören - viel zu trinken: 2 bis 3 Liter Mineralwasser und ungesüßte Tees pro Tag helfen dem Körper, Schadstoffe auszuschwemmen. „Die Haut kann dadurch glatter wirken“, sagt Dr. Urselmann.

Fazit: Es gibt nicht die eine Methode gegen Cellulite. Aber viele Tipps und Maßnahmen, die in Summe ganz schön wirkungsvoll sind. Im übrigen gilt: Wenn es alle haben, kann es auch kein "Makel" sein.

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