Fitnesstraining stärkt das Immunsystem, deshalb sollte man es trotz Coronavirus-Gefahr nicht ausfallen lassen Harbucks / Shutterstock.com

Corona-Virus im Fitness-Studio Das schützt dich im Gym und in Kursen vor Covid-19

Die Fitness-Studios öffnen wieder. Training stärkt auch das Immunsystem. Wie vermeidest du eine Ansteckung mit dem Corona-Virus? So trainierst du sicher

Nun geht es endlich wieder los: So langsam erlaubt ein Bundesland nach dem anderen, dass die Fitness-Studios ihre Türen wieder öffnen dürfen, auch wenn das Training auf lange Zeit erst einmal nicht das gleiche sein wird wie vor der Pandemie.

Duschen und Saunen werden zumeist gesperrt sein, Kursangebote eingedampft oder gar nicht stattfinden und die Mindestabstände zwischen den Geräten und Cardio-Stationen wesentlich größer sein.

Ist das Training im Fitness-Studio trotz Corona-Krise sicher?

Trotz dieser Maßnahmen, und auch wenn der Wunsch, wieder im Gym zu trainieren, riesig ist, zögern doch viele Frauen, ihr Fitness-Studio wieder zu betreten: Zu groß ist die Angst vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus. Wie sicher du bist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Da ist natürlich das Sicherheitskonzept deines Gyms und die Frage, wie konsequent sich Leute daran halten.

Hinzu kommt die allegemeine Lage im Umkreis. In vielen Gegenden Deutschlands gibt es derzeit nur noch sehr wenige Corona-Neuinfektionen. Doch auch du selbst kannst und musst künftig dazu beitragen, eine mögliche Ansteckung mit Sars-CoV-2 im Gym zu vermeiden. Wie, das erklärt der Rosenheimer Sportmediziner Dr. Lutz Graumann.

"Bloß nicht bange werden", meint der Sportmediziner. "Denn je fitter man ist, desto besser arbeitet das Immunsystem." Und mit einem starken Immunsystem wehrst du Erreger nicht nur besser ab, selbst bei einer Infektion verlaufen die Symptome in der Regel glimpflicher. Worauf du aber unbedingt beachten solltest, um in Pandemie-Zeiten sicher im Gym zu trainieren, erklärt uns der Fachmann hier:

Wann solltest du wegen Covid-19 nicht ins Fitness-Studio gehen?

Es gibt einige Gründe, sich in diesen vom Corona-Virus geprägten Zeiten vom Fitness-Studio oder anderen Sportstätten fernzuhalten, selbst wenn sie offiziell wieder geöffnet haben:

1. Wenn du selbst Symptome wie Halskratzen, Husten oder gar Fieber hast, solltest du unbedingt zuhause bleiben.

2. Wenn du in einem Gebiet lebst, arbeitest und/oder trainierst, in den viele Infektionsfälle bekannt sind, solltest du nicht ins Gym gehen.

3. Wenn in deiner Umgebung immer mehr Läden und Einrichtung wegen Covid-19 wieder schließen, solltest du eine Gym-Abstinenz in Betracht ziehen, auch wenn das Studio noch geöffnet hat.

Worauf muss ich wegen der Corona-Epidemie beim Sport achten?

Wichtig ist wie gesagt, dass du nicht mit Symptomen ins Studio gehst, die auf Covid-19 hindeuten. Überhaupt solltest du nicht trainieren, wenn du dich krank fühlst. Allerdings ist ja mittlerweile bekannt, dass auch Menschen mit Corona-Infektion sich nicht unbedingt krank fühlen, da diese oft auch sehr mild und manchmal symptomfrei verläuft. Außerdem ist die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Ansteckung und ersten Symptomen wie Husten oder Halsweh, sehr lang, nämlich zwischen 2 und 10 Tagen.

Dr. Graumann empfiehlt daher, regelmäßig deinen eigenen Ruhepuls zu kontrollieren. Denn der verrät noch vor den Symptomen, ob das Immunsystem geschwächt ist. Graumann: "Ist der Ruhepuls am morgen plötzlich 10 Schläge pro Minute höher als sonst, sollte man aufs Training verzichten."

Was schützt mich im Fitness-Studio vor Corona-Viren?

Dein Ruhepuls ist wie immer, du fühlst dich fit? Dann geh ruhig zum Sport. Entscheidend ist hier wie überall, dass du die Hygieneregeln besonders akribisch einhältst, um die Übertragung von Coronaviren zu verhindern. Für ideale Hygiene solltest du jetzt unbedingt diese Punkte beachten:

1. Wasch dir vor und nach dem Training richtig die Hände!

Das heißt: Du solltest die Hände 30 Sekunden lang gründlich waschen. Vergiss nicht die Bereiche zwischen den Fingern und auf den Handrücken. Anschließend trocknest du dir die Hände mit Einmalhandtüchern oder in einem Luftpuster ab. Verwende nie Handtücher, die auch andere benutzen – das sind wahre Virenschleudern.

2. Bleib auf Abstand zu anderen Trainierenden!

Umarmung und Bussis mit der Studio-Freundin sparst du dir momentan einfach. Musst du husten oder niesen, hältst du dir die Armbeuge vor den Mund (nicht die Hand!). Halte immer mindestens 2 Meter Abstand zur nächsten Trainierenden ein.

Eine US-Studie wies jüngst nach, dass sich beim Sprechen ausgestoßene Mikrotröpfchen in geschlossenen Räumen längere Zeit als Nebel (Aerosole) in der Luft halten. Bei Infizierten könnten diese Tröpfchen Corona-Viren enthalten. Aber ob die Konzentrationen darin für eine Ansteckung reichen, wird noch erforscht. Trotzdem solltest du unbedingt im Blick haben, dass die Trainingsräume regelmäßig gut durchgelüftet werden. Kümmere dich im Zweifelsfall selbst um einen guten Luftaustausch oder mache die Studioverantwortlichen darauf aufmerksam.

3. Besuche nur Gruppenkurse in gut belüfteten Räumen oder im Freien

In Gruppenkursen ist es besonders wichtig, Abstand zum Nachbarn unbedingt einzuhalten. "Ist ein Abstand von 2 Metern zwischen den Trainierenden gewährleistet, sehe ich da keine Probleme", sagt Experte Graumann. Wichtig ist auch, dass der Raum gut belüftet ist, damit sich keine "stehenden" Aerosol-Wolken in der Luft halten. Gute Alternative: Den Kurs gemeinsam nach draußen verlagern.

Außerdem solltest du Kurse meiden, in denen sich Leute stark verausgaben. Eine südkoreanische Untersuchung hat gezeigt, dass extrem fordernde und schweißtreibende Workouts ein größeres Infektionsrisiko mit sich bringen als eher ruhige Kurse wie Pilates oder Yoga.

Auch zur Trainerinnen und Trainern, die in den Raum gucken, sollte der 2-Meter-Abstand unbedingt eingehalten werden, da sie laut reden und inzwischen nicht nur das Niesen und Husten, sondern auch lautes Sprechen als Übertragungsweg in Verdacht geraten ist. Experten halten es deshalb für sinnvoll, dass alle Trainierenden eine Mund-Nasen-Schutzmaske tragen, auch wenn es in einigen Bundesländern nicht Pflicht ist.

Beim Group-Workout ist genug Abstand wichtig
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Wenn ihr euch nicht ins Gesicht atmet und genug Abstand haltet, könnt ihr auch in der Gruppe trainieren.

4. Desinfiziere die Geräte!

An Fitness-Geräten und auch im Hantelbereich findest du jetzt Desinfektionsmittel. Sprühe konsequent bei jedem Gerätewechsel die Griffe und alle Flächen damit ein, die du bei der jeweiligen Station mit den Händen berühren musst, und lasse es 30 Sekunden lang einwirken.

Danach wischt du die Flächen mit den ebenfalls bereitgestellten Einmal-Papiertüchern ab und entsorgst sie. Ein sauberes Handtuch hast du ja ohnehin immer dabei. Das nutzt du an allen Stationen im Studio, um deinen Schweiß aufzufangen.

5. Überlege, was du anfasst!

Eine Ansteckung mit dem Corona-Virus ist theoretisch auch über kontaminierte Türgriffe, Schlüssel von Schranktüren oder auch durch Bargeld, das du womöglich als Wechselgeld am Tresen bekommst, möglich. Generell können Viren auf solchen Flächen bei Raumtemperatur etwa 4 Tage lang überleben, nachdem ein Kranker sie mit infizierten Händen angefasst hat.

Deshalb achte auch beim Verlassen des Fitnessstudios auf Handhygiene. Fasse dir auch nicht mit den Händen ins Gesicht – denn dabei könnten Viren über die Schleimhäute der Nase oder Augen in deinen Körper gelangen.

Du hast doch keine Lust mehr aufs Training im Fitness-Studio? Dann trainiere doch einfach zuhause. Hier sind unsere besten Tipps dafür:

Panik hilft nicht gegen das Corona-Virus, im Gegenteil: Bleibe ruhig und sorge für ein starkes Immunsystem, auch und gerade, indem du sportlich aktiv bleibst. Mit unseren Tipps, penibler Hygiene und jeweils 2 Metern Abstand zum anderen Trainierenden kannst du auch wieder im Gym trainieren.

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