Zuckerfalle In diesen 7 Lebensmitteln lauert versteckter Zucker!

Hä? Da ist Zucker drin?! © sergey causelove / Shutterstock.com

Sie wollen sich zuckerfrei ernähren, wissen aber nicht genau, wo versteckter Zucker überall lauert? Wir decken 7 Zuckerfallen auf

Die Erkenntnis, dass nicht Fett fett macht, sondern Zucker der wahre Übeltäter in Sachen Übergewicht ist, hat viele von uns zur Besinnung gebracht: Zucker wird zum Außenseiter und vom Speiseplan, aus den Vorratsschränken und dem Einkaufswagen verbannt.

Doch auf Zucker zu verzichten kostet nicht nur Überwindung und jede Menge Willenskraft, sondern auch detektivischen Spürsinn. Denn dass Schoko-Drops und Gummibärchen süße Zuckerbomben sind, ist klar. Doch im Supermarkt lauert eine viel größere Gefahr: Versteckte Zuckerfallen in vermeintlich gesunden Lebensmitteln:

1. Zuckerfalle: Fertiges Salatdressing

Salatsaucen aus der Flasche sind ein echter Klassiker unter den Zuckerfallen im Supermarkt. Denn die meisten Dressing-Varianten, mit trotz gesund klingender Namen wie "Joghurt-Dressing" oder "Kräuter-Dressing", voll mit unnötigen Zuckerzusätzen. Pro Portion von 30 Millilitern (entspricht 2 Esslöffeln) sind 1 bis 2 Zuckerwürfel enthalten – je nach Sorte und Hersteller.

Fertig-Dressing verwandelt Ihren Salat in eine Kalorienbombe
Fertig-Dressing verwandelt Ihren Salat in eine Kalorienbombe © JoeyPhoto / Shutterstock.com

Schauen Sie doch mal auf die Rückseite Ihres Lieblings-Dressings: Na, tummeln sich hier auch Zucker, Glukose-Fructose-Sirup & Co. weit oben in der Zutatenliste? Auch Light-Dressing ist nicht viel besser: Hier wurde nämlich nur der Fettgehalt reduziert, der Zuckeranteil aber oft erhöht, um mögliche Geschmacksverluste auszugleichen. Wenn Sie diesen Zucker-Mix, der meist auch noch Aromen und andere Zusatzstoffe enthält, jetzt über Ihren Salat kippen, ist er leider nur noch halb so gesund wie zuvor.

Übrigens: Auch die kleinen Tütchen mit Salatdressing-Pulver zum Anrühren sind nicht besser. In den Zutatenlisten taucht Zucker oder auch Maltodextrin (Zucker-Gemisch) häufig sehr weit oben auf und ist somit ein Hauptbestandteil des Dressings. Lecker ist anders.

2. Zuckerfalle: Krautsalat


Krautsalat schmeckt pur, aber auch als Beilage zum Grillen oder zum Pulled Pork. Doch Achtung, auch hier versteckt sich Zucker: Denn nach der Hauptzutat Weißkohl, die an erster Stelle in der Zutatenliste steht, folgt nach Wasser meist direkt Zucker. Denn Zucker wird in der Lebensmittelindustrie nicht nur als Geschmacksträger eingesetzt, sondern auch zur Wasserbindung und damit zur besseren Haltbarkeit, wie im Fall des Fertig-Salats. So stecken am Ende rund 10 Gramm Zucker in 100 Gramm Krautsalat, je nach Hersteller.

Viele Krautsalat-Rezepte enthalten Zucker, um den beigefügten Essig abzumildern und den Salat geschmacklich abzurunden. Doch wenn Sie Krautsalat selber machen, können Sie entscheiden wie viel Zucker letztlich im Produkt landet und nicht irgendein Lebensmittelhersteller.

3. Zuckerfalle: Fertige Smoothies

Auch Smoothies – mit hohem Obst-Anteil – haben ein Fructose-Problem. Sie enthalten zwar in der Regel keinen HFCS (siehe Gewürzgurken), aber durch die großen Mengen an Obst sehr viel Fruchtzucker. Das Problem: Fructose wird – anders als Glukose – insulinunabhängig verstoffwechselt, wodurch das Gehirn kein Sättigungssignal erhält. Wer Obst hingegen pur isst, sorgt für einen viel größeren Sättigungseffekt als wenn man es trinkt, da die pürierten Früchte quasi einfach "durchrutschen".

Smoothies sind zwar praktisch, aber nicht immer gesund
Fertige Smoothies aus dem Supermarkt sollten Sie nicht zu oft trinken © Azovtsev-Maksym / Shutterstock.com

Man nimmt mit einem Smoothie zudem in kürzester Zeit eine riesige Menge an Fruchtzucker auf. Das belastet wiederum den Magen-Darm-Trakt, denn zu viel Fructose führt zu Bauchschmerzen und Durchfall. Rund 80 Gramm Fructose pro Tag sind für den Darm gut zu bewältigen. Ein 250 Milliliter-Smoothie allein enthält aber nicht selten bis zu 50 Gramm Zucker.

Halten Sie sich bei Fertig-Smoothies aus dem Supermarktregal eher zurück, frisches Obst ist hier die bessere Wahl! Ausnahmen sind ok, schließlich sind die Dinger verdammt praktisch. Doch am besten mixen Sie sich Ihren eigenen Smoothie. So können Sie selbst bestimmen, wie viel und welche Art von Obst enthalten ist. Ideal sind grüne Smoothie, die nur wenig Obst enthalten.

4. Zuckerfalle: Gewürzgurken

Bei der Herstellung von Gewürzgurken kommt traditionell Zucker beim Einkochen zum Einsatz. Daher ist es eigentlich nicht weiter verwunderlich, dass auch die Gürkchen im Glas aus dem Supermarkt eine gewisse Menge Zucker – rund 5 bis 7 Gramm pro 100 Gramm Abtropfgewicht – enthalten. Schon mal gut zu wissen. Doch die Industrie hält sich bekanntlich nicht immer an Traditionen und so kommt es, dass in den Supermarkt-Gurken (auch von namenhaften Herstellern) neben Zucker, zusätzlich Glukose-Fructose-Sirup zu finden ist.

Dieser Maissirup (auch HFCS high fructose corn syrup) kann besonders günstig produziert werden und wird vor allem in den USA in allen möglichen Lebensmitteln "versteckt". Kritiker warnen, dass durch den großzügigen Einsatz des Sirups als Süßungsmittel Übergewicht, Bluthochdruck und andere Stoffwechselerkrankungen begünstigt werden können.

Unser Tipp: Greifen Sie zu Salzgurken, die sind meist komplett zuckerfrei.

5. Zuckerfalle: Fruchtjoghurt

Während Naturjoghurt ein Top-Lebensmittel für Sportlerinnen ist, ist Fruchtjoghurt ein echter Flop: Der enthält nämlich je nach Hersteller und Sorte rund 12 bis 15 Gramm Zucker pro 100 Gramm. Das entspricht rund 4 bis 5 Stücken Würfelzucker. Auch Verdickungsmittel, Aromen und Farbstoffe sind häufig mit von der Partie. Das gleiche gilt übrigens für Fruchtquark oder Fruchtbuttermilch.

Joghurt ist ein gesunder Abendsnack, aber bitte in der Natur-Variante
Fruchtjoghurt enthält haufenweise versteckten Zucker ©  LightField Studios / Shutterstock.com

Der Zusatz "Frucht" klingt zwar gesund, doch damit ein Hersteller seinen Joghurt "Fruchtjoghurt" nennen darf, muss der Fruchtanteil bei nur schlappen 6 Prozent liegen. Das entspricht 9 Gramm Früchten pro 150 Gramm-Becher, was in etwa dem Gewicht einer kleinen Kirsche ohne Stein oder ½ Mini-Erdbeere entspricht. Noch schlimmer: Der sogenannte "Joghurt mit Fruchtzubereitung": Hier muss der Fruchtanteil lediglich 3,5 Prozent betragen. Die Lösung: Naturjoghurt ohne Zuckerzusatz kaufen und frisches Obst frisch dazu schnippeln, fertig!

Sie greifen immer zu Light-Fruchtjoghurt mit 0,1 Prozent Fett? Nur weil der Fettanteil geringer ist, heißt das noch lange nicht, auch weniger Zucker oder weniger Kalorien enthalten sind. Werfen Sie immer einen Blick auf die Nährwerttabelle! Meist ist der Zuckergehalt hier genauso hoch (wenn nicht höher!) als bei Joghurt mit 1,8 oder 3,5 Prozent Fett im Milchanteil.

6. Zuckerfalle: Rotkohl

Auch der farbenfrohe Verwandte des Krautsalats (siehe Punkt 2) – der Rotkohl in Glas oder Dose – enthält jede Menge Zuckerzusätze, etwa 11 Gramm Zucker auf 100 Gramm. Oft findet sich nicht nur Zucker, sondern gern auch (noch zusätzlich!) Glukose-Fructose-Sirup im Glas. Völlig unnötig! Bei diesem leckeren Rotkohl-Rezept sorgen Backpflaumen und Äpfel für die optimale Süße.

7. Zuckerfalle: Dosensuppen

Suppen aus der Dose sind praktisch und schnell zubereitet. Doch leider sind sie auch das perfekte Versteck für Zuckerzusätze, denn der Zucker ist geschmacklich nicht als "süße" Beigabe zu identifizieren. Vor allem bei vermeintlich gesunden Gemüsesuppen, wie Tomaten- oder Kürbissuppe, findet sich Zucker leider sehr oft in der Zutatenliste. Warum? Um den Geschmack abzurunden und / oder die um die Textur zu verbessern. Doch natürlich gibt es auch Hersteller, die mit gutem Beispiel voran gehen und auf Zucker, Zuckersatzstoffe & Co. komplett verzichten.

Dosen-Suppen sind oft wahre Zuckerschleudern
Vor allem in Gemüse-Suppen wird oft Zucker geschmuggelt © Natasha Breen / Shutterstock.com

Noch schlimmer als Dosensuppen sind übrigens sogenannte "Tassensuppen": Bei einer Tomaten-Creme-Suppe eines großen Herstellers, findet sich beispielsweise Zucker direkt an dritter Stelle (nach Gemüse und Kartoffelstärke) in der Zutatenliste. Und als wäre das nicht genug, folgt direkt an sechster Stelle Glukosesirup, als im Prinzip Zucker, nur unter einem seiner vielen Decknamen.

Besser selber machen: Werden Sie zum Suppenkaspar und machen Sie sich Ihre Lieblingssuppen in Zukunft selbst. Die können Sie auch auf Vorrat kochen und einfrieren. Fast so praktisch wie aus der Dose – aber viel aromatischer und vor allem schön clean.

Im Supermarkt lauern zahlreiche Zuckerfallen, die auf den ersten Blick nicht immer als solche zu erkennen sind. Das Gute: Meist reicht ein Blick auf die Zutatenliste. Doch Zucker hat viele Namen – und die sollten Sie kennen, um ihn zu enttarnen, wie Saccharose, Dextrose & Co. Auf lebensmittelklarheit.de finden Sie weitere "Decknamen".

27.06.2018| © womenshealth.de
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