Vielleicht steht bei dir irgendwo ein Fahrrad im Keller – oder du liebäugelst schon länger mit einem Platz im Indoor-Cycling-Kurs. Da können wir nur sagen: Tu es!
Radfahren ist die perfekte Mischung aus effektiver Cardio-Einheit, Muskeltraining und Kopf-frei-Workout. Du bestimmst Tempo, Intensität und Setting: auf der Rolle, im Studio oder draußen im Alltag. Schon wenige regelmäßige Fahrten reichen aus, um spürbar fitter, entspannter und energiegeladener zu sein.
Gut zu wissen: Unsere ExpertinnenKaren Maxwell, CPT, ACE-zertifizierte Personal Trainerin und Director of Training bei CycleBar (Indoor-Cycling-Studios), ehemalige D1-Athletin und ISSA-zertifizierte Sporternährungsberaterin. Olivia Amato, CPT, zertifizierte Personal Trainerin, die ihre Karriere an der Wall Street gegen einen Fulltime-Job im Fitnessbereich eingetauscht hat.
13 Vorteile von Radfahren – laut Trainerinnen
Bevor du dich auf den Sattel schwingst: Diese Benefits machen deutlich, warum Radfahren eines der effektivsten Workouts für deinen Körper und deine mentale Gesundheit ist.
1. Ideal für Einsteigerinnen
Radfahren ist eine Low-impact-Sportart – deine Gelenke, Bänder und Sehnen werden deutlich weniger belastet als beim Laufen oder bei Sprungsportarten. Perfekt, wenn du gerade erst (wieder) ins Training einsteigst, Verletzungen auskurierst oder empfindliche Knie hast. Unabhängig vom Fitnesslevel kannst du mit geringer Intensität starten und dich langsam steigern.
2. Du baust kräftige, definierte Muskeln auf
"Radfahren ist ein echtes Ganzkörper-Workout", erklärt Karen Maxwell. Über den Widerstand (Indoor) oder Steigungen (Outdoor) kannst du deine Muskulatur richtig fordern. Beine und Po leisten die Hauptarbeit, dein Core stabilisiert und auch Arme und Schultern sind aktiv, wenn du aus dem Sattel gehst. Indoor-Cycling steigert nachweislich Beinkraft und Balance – ideal, wenn du dich stärker und stabiler fühlen willst.
3. Es stärkt dein Herz-Kreislauf-System
Radfahren ist klassisches Ausdauertraining. Jede Einheit trainiert Herz, Lunge und Gefäße und kann helfen, dein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken. Peloton-Coach Olivia Amato betont: "Wer regelmäßig in die Pedale tritt, verbessert die eigene Ausdauer und kann höhere Intensitäten länger halten – im Training und im Alltag."
4. Biken zu guter Musik bessert die Laune
Besonders im Indoor-Cycling spielt Musik die Hauptrolle: Mitreißende Playlists, treibende Beats und ein dunkler Raum schaffen eine Stimmung, die dich sofort pusht. Die Kombi aus Musik und Endorphinen sorgt für einen spürbaren Stimmungs-Boost – ideal nach stressigen Büro- oder Uni-Tagen.

Eine kurze Session auf dem Heimtrainer sorgt für schnelle Endorphine – perfekt, wenn du flexibel und wetterunabhängig trainieren möchtest.
5. Du tust etwas fürs Klima (und dein Konto)
Wenn du Wege zur Arbeit, Uni oder zum Einkaufen regelmäßig mit dem Rad statt mit dem Auto zurücklegst, reduzierst du deinen persönlichen CO₂-Fußabdruck deutlich. On top sparst du Sprit- oder Ticketkosten – und bekommst deine tägliche Portion Bewegung quasi gratis dazu.
6. Deine Gelenke profitieren doppelt
Radfahren schont nicht nur deine Gelenkflächen, sondern stärkt auch die Muskulatur, die deine Knie, Knöchel und Hüften stabilisiert. Diese Kombination aus Belastungsreduktion und Muskelaufbau macht Cycling ideal für alle, die Beschwerden vorbeugen oder reduzieren möchten.
7. Du findest eine neue Community
Radfahren musst du nicht alleine: Es gibt zahlreiche Radgruppen nur für Frauen, Mixed-Gruppen, Gravel-Teams oder Indoor-Cycling-Communities, die auch Outdoor-Rides organisieren. So knüpfst du Kontakte mit Gleichgesinnten, bleibst motivierter dran und stärkst ganz nebenbei deine mentale Gesundheit – denn soziale Verbundenheit kann das Risiko für Depressionen und Herzkrankheiten senken.
8. Mehr Zeit an der frischen Luft
Vor allem beim Outdoor-Radeln profitierst du von frischer Luft, Tageslicht und Natur. Zeit in Grünflächen steht mit weniger Stresshormonen, niedrigerem Blutdruck und einer beruhigten Herzfrequenz in Verbindung. Selbst lockere Feierabend-Runden können deinen Kopf freipusten.

Radfahren draußen verbindet Training, Natur und Mental-Reset – ideal für alle, die Bewegung und frische Luft lieben.
9. Feel-Good-Hormone on top
Vom Anstieg hochstrampeln bis zur schnellen Abfahrt: Radfahren setzt ordentlich Endorphine frei. Viele erleben den Sport als meditativ – du bist komplett im Moment, konzentriert auf deine Atmung und deinen Rhythmus. Das kann deine Stimmung heben, Stress reduzieren und dein Selbstbewusstsein pushen.
10. Radfahren kann beim Abnehmen unterstützen
Studien zeigen: Menschen, die regelmäßig radeln (z. B. mindestens 90 Minuten pro Woche), haben häufig ein niedrigeres Körpergewicht als Nicht-Radfahrerinnen. Wer mehr Zeit aufs Bike bringt, profitiert zusätzlich von reduziertem Körperfett und geringerem Taillenumfang. Besonders praktisch: Intensive Einheiten müssen nicht lang sein – ein 10 bis 15-minütiges HIIT-Workout kann sehr effektiv sein.
11. Eine Extraportion Lust und Libido
Klingt vielleicht überraschend, ist aber wissenschaftlich untermauert: Bewegung kann die sexuelle Erregung steigern. Frauen, die 20 Minuten auf einem stationären Bike trainierten, zeigten in einer Studie eine deutlich erhöhte sexuelle Reaktion. Mehr Durchblutung und ein besseres Körpergefühl tun auch deinem Liebesleben gut.
12. Perfektes Cross-Training zu Kraft und Running
Ob Grundlagenausdauer oder HIIT: Indoor-Cycling lässt sich perfekt in bestehende Trainingspläne integrieren. Laut Maxwell fördert es die aerobe Kapazität, unterstützt Muskelaufbau und kurbelt die Fettverbrennung an. Wenn du vom Laufen mal eine Pause brauchst oder dein Krafttraining ergänzen willst, ist das Bike die ideale Alternative.
13. Geringeres Risiko für zahlreiche Krankheiten
Regelmäßiges Radfahren steht in Verbindung mit einem niedrigeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bestimmten Krebsarten und Typ-2-Diabetes. Wer häufig aktiv mit dem Rad unterwegs ist, hat im Durchschnitt weniger Krankheitstage und lebt statistisch länger und gesünder. Ein starker Motivationsfaktor, das Bike öfter in den Alltag einzubauen.
So startest du mit dem Radfahren
Bevor du in die Pedale trittst, lohnt es sich, ein paar Basics zu checken. So vermeidest du Anfängerfehler und holst von Anfang an mehr aus jedem Kilometer heraus.
1. Starte smart
- 1 bis 2 Einheiten pro Woche
- 20 bis 30 Minuten pro Einheit
- Leichte bis moderate Intensität
2. Check deine Position
- Sattelhöhe so einstellen, dass dein Bein im untersten Punkt leicht gebeugt ist
- Lenkerhöhe so, dass du dich wohlfühlst (kein unangenehmes Ziehen im Rücken)
3. Must-haves für mehr Komfort
- Gepolsterte Radshorts
- Bequeme Sportsocken und feste Schuhe (oder Klickschuhe beim Indoor-Cycling)
- Eine Trinkflasche – Hydration ist Key!
Sicherheit und Gesundheit: Das solltest du beachten
Wenn du Vorerkrankungen hast – etwa am Herzen, Kreislauf oder an den Gelenken – lasse dein Training am besten vorher ärztlich abklären. Starte anschließend langsam und steigere Intensität und Dauer Schritt für Schritt, besonders dann, wenn du länger keinen Sport gemacht hast. Draußen solltest du außerdem immer einen Helm tragen und auf gute Sichtbarkeit achten – etwa mit Licht, Reflektoren und heller Kleidung –, damit du sicher unterwegs bist.
Das sind die häufigsten Anfängerinnen-Fehler beim Radfahren
Gerade am Anfang machen viele beim Radfahren ähnliche Fehler, und zwar oft ganz unbewusst. Mit ein paar kleinen Anpassungen holst du sofort mehr aus jedem Ride heraus und schützt gleichzeitig deine Gelenke.
Zu hoher Gang
Viele treten zu schwer, weil sie denken, das sei "mehr Training". In Wahrheit überlastet das Kniegelenke und macht dich schneller müde. Besser ist ein leichter bis mittlerer Gang, bei dem du flüssig treten kannst- ideal sind etwa 80 bis 100 Kurbelumdrehungen pro Minute. Also eine schnelle, runde Trittfrequenz, bei der du nicht "stampfst", sondern leicht rollst.
Falsche Sitzposition
Viele Beschwerden beim Radfahren entstehen durch eine falsch eingestellte Sitzhöhe. Ist der Sattel zu niedrig, müssen deine Knie ständig stärker arbeiten. Das führt schnell zu Überlastung und Schmerzen rund um die Kniescheibe oder Sehnen. Ist der Sattel zu hoch, kippt dein Becken bei jedem Tritt hin und her, was Hüft-, Rücken- oder sogar Leistenschmerzen verursachen kann. Nimm dir deshalb ein paar Minuten Zeit für ein sauberes Set-up: Stell den Sattel so ein, dass dein Bein im unteren Pedalpunkt fast gestreckt, aber nicht komplett durchgedrückt ist. Eine gute Position entscheidet darüber, wie angenehm, effizient und gesund du fahren kannst.
Zu schnell steigern
Jeden Tag fahren, direkt 60 Minuten Vollgas, klingt zwar motiviert, überfordert aber deinen Körper. Gelenke, Muskulatur, Herz-Kreislauf-System und sogar dein Po brauchen Zeit, um sich an die neue Belastung zu gewöhnen. Wenn du zu schnell hochfährst, sind Muskelkater, Sattelschmerzen, Überlastungen oder totale Erschöpfung programmiert. Starte lieber mit kürzeren Einheiten und 1–2 Fahrten pro Woche und steigere Dauer und Intensität erst dann, wenn du dich wirklich stabil fühlst. So gibst du deinem Körper die Chance, Schritt für Schritt stärker zu werden, statt ihn gleich zu überfahren.
Zu wenig trinken
Viele trinken erst nach der Einheit. Gerade beim Indoor-Cycling verlierst du durch die Hitze und den fehlenden Fahrtwind extrem viel Flüssigkeit, oft ohne es richtig zu merken. Wenn du erst spät trinkst, bist du längst im Leistungsloch: Dein Puls steigt unnötig an, die Beine fühlen sich schwer an und Kopfschmerzen können dazukommen. Trinke besser schon vor der Fahrt ein paar Schlucke und während der Einheit alle 10–15 Minuten nachlegen. Kleine, regelmäßige Schlucke halten deine Leistung stabil und verhindern, dass du dehydriert vom Rad steigst.
Kein Warm-up, kein Cool-down
Viele springen direkt aufs Rad, drücken auf "Start" und treten los – ohne den Körper vorzubereiten. Das rächt sich oft mit verspannten Schultern, einem harten Trittgefühl oder dumpfen Knieschmerzen. Ein kurzes Warm-up bringt dagegen Kreislauf und Muskeln auf Betriebstemperatur und lässt dich viel geschmeidiger losfahren. Auch der Ausstieg zählt: Wenn du nach einer harten Einheit abrupt aufhörst, bleibt der Puls hoch und die Beine fühlen sich "voll" an.
Rolle dich lieber 2 bis 3 Minuten zu Beginn ein und fahre dich am Ende 2 bis 3 Minuten leicht aus. Dieses Mini-Ritual macht dein Training angenehmer, sicherer – und verbessert sogar deine Regeneration.
Kalorienverbrauch beim Radfahren: So viel verbrennst du wirklich
Wie viele Kalorien du auf dem Bike verbrennst, hängt von Tempo, Widerstand, Körpergewicht und Fahrdauer ab. Die folgende Tabelle gibt dir einen realistischen Richtwert, wie hoch dein Energieverbrauch je nach Intensität ungefähr ausfällt.
FAQ: Häufige Fragen zum Radfahren
Schon 2–3 Einheiten pro Woche reichen, um Ausdauer, Stimmung und Energielevel zu verbessern. Für Muskelaufbau oder Gewichtsreduktion dürfen es gerne 3–5 Einheiten sein – mit mindestens einem Ruhetag.
Als Faustregel: Du solltest noch in kurzen Sätzen sprechen können, aber merkst deutlich, dass du arbeitest. Bei Intervallen darf es zwischendurch richtig anstrengend sein – solange du dazwischen ausreichend locker rollst.
Ja, definitiv. Du kannst mit sehr leichtem Widerstand starten und dich Stück für Stück steigern. Gerade als Einsteigerin ist Radfahren eine der angenehmsten Cardioformen.
Das hängt von deinem Typ ab:
- Indoor: wetterunabhängig, sehr strukturiertes Training, starke Gruppendynamik, Musik.
- Outdoor: Natur, frische Luft, oft alltagstauglicher (Arbeitsweg, Einkäufe).Die beste Lösung? Beides kombinieren.
Unbedingt. Ideal: 2–3 Krafttrainings-Einheiten plus 2–3 Radeinheiten pro Woche. So trainierst du Herz, Muskeln und Stoffwechsel ganzheitlich.





