Skyr oder Magerquark – was ist gesünder?

Proteinreiche Ernährung
Skyr oder Magerquark: Was ist besser für Abnehmen, Muskelaufbau und Sättigung?

ArtikeldatumZuletzt aktualisiert am 11.09.2026
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Skyr oder Magerquark
Foto: gettyimages/Drazen Zigic

Skyr ist inzwischen aus vielen Kühlregalen nicht mehr wegzudenken – und macht dem altbewährten Magerquark ordentlich Konkurrenz. Kein Wunder: Skyr ist cremig, hat viel Eiweiß und kaum Fett.

Aber ist die Island-Variante damit automatisch "besser" oder einfach nur teurer und besser vermarktet? Hier kommt der direkte Vergleich – damit du am Ende das Produkt wählst, das wirklich zu deinem Ziel passt.

Was ist Skyr eigentlich?

In Island schwört man schon seit Jahrhunderten auf Skyr. Der Name ist traditionell isländisch geblieben und wird wie "Skier" ausgesprochen, mit Betonung auf dem "r". Mit dem englischen "sky", also Himmel, hat das nichts zu tun.

In Deutschland wird Skyr den sogenannten "Frischkäseerzeugnissen" zugeordnet. Geschmacklich hat er eine leicht säuerliche Note und erinnert damit an ungesüßten Naturjoghurt. Er ist jedoch etwas fester als Joghurt, aber wiederum viel cremiger als Magerquark, hat jedoch ähnliche Nährwerte wie Speisequark.

Infobox: Wie wird Skyr hergestellt?Das Geheimnis hinter Skyr ist seine besondere Herstellung. Dafür wird ausschließlich entrahmte Milch benutzt, die dann – ähnlich wie beim Joghurt – mit Milchsäurebakterien angereichert wird. Im Vergleich zu Joghurt wird dafür jedoch 4-mal so viel Milch benutzt.

Neben den Bakterien wird Skyr außerdem – wie Quark – mit (mikrobiellem) Lab, einem Gerinnungsenzym, eingedickt. Am Ende kommt das heraus, was viele so sehr lieben: ein Milchprodukt, das cremiger als Magerquark und fester als Joghurt ist.

Nährwerte: Was steckt in Skyr?

Skyr ist vor allem für eine Kombination bekannt, die beim Abnehmen und Muskelaufbau hilfreich ist: viel Protein und wenig Fett. Das macht ihn zum richtig guten Sattmacher. Zusätzlich liefert er ordentlich Calcium.

Mit wenigen Klicks kannst du dir hier deinen persönlichen Abnehm-Ernährungsplan mit viel Eiweiß konfigurieren lassen. Die Experten vom Women's-Health-Ernährungscoaching passen den Plan an deine Vorlieben und deinen Kalorienbedarf an. Du möchtest Muskeln aufbauen? Dann hier entlang!

Bislang galt Magerquark mit 13 Gramm pro 100 Gramm als die Eiweißbombe schlechthin. Skyr enthält auf 100 Gramm 11 Gramm Protein und damit fast genauso viel und macht Magerquark ernstzunehmende Konkurrenz. Naturjoghurt muss einpacken, mit schlappen 3 Gramm Eiweiß.

Der Fettgehalt von Skyr ist sehr gering. Auf 100 Gramm sind es gerade mal 0,2 Gramm, was definitiv für das isländische Traditionsprodukt spricht. Hinzu kommt eine stolze Menge an Calcium, dem mengenmäßig wichtigsten Mikronährstoff in unserem Körper.

Milchprodukte zählen laut Studien zu den Top-Calciumquellen: Auf 100 Gramm bringt es Skyr auf stolze 150 Milligramm. Bei Naturjoghurt sind es im Vergleich 120 Milligramm.

Hier noch einmal alle Skyr-Nährwerte* pro 100 Gramm im Überblick:

*variiert je nach Hersteller/Marke

Darum ist Skyr so gesund

Skyr punktet vor allem über seinen Proteingehalt. Eiweiß sättigt Studien zufolge nämlich besonders lang anhaltend, stabilisiert deinen Blutzuckerspiegel und beugt so Heißhunger vor. Das erleichtert es dir beim Abnehmen, im Defizit zu bleiben. Wie hoch dein Kaloriendefizit sein sollte, liest du hier.

Einen weiteren Pluspunkt gibt es für den extrem niedrigen Fettgehalt. Mit 0,2 Gramm ist er quasi fettfrei und damit ein echtes Leichtgewicht. Auch der hohe Calciumgehalt spricht für sich und trägt dazu bei, Knochen und Zähne zu schützen.

Als ob das nicht genug ist, kann Skyr durch die Milchsäurebakterien, mit denen er angereichert wurde, laut Studien dazu beitragen, eine gesunde Darmflora zu fördern. Und die ist nicht nur für Verdauung und Stoffwechsel essenziell, sondern wirkt sich auf das gesamte Wohlbefinden aus – das gilt als wissenschaftlich bewiesen. Fast 70 Prozent aller Immunzellen sitzen im Darm und sorgen dafür, dass deine körpereigene Abwehr funktioniert.

Skyr vs. Magerquark: Welches Produkt passt besser zu deinem Ziel?

Beide sind stark – und beide haben ihre Fanbase. Entscheidend ist weniger das Etikett, sondern was du suchst: maximale Proteinpower, die beste Konsistenz oder ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

1. Nährwerte im Vergleich: Wer liefert mehr Protein und Calcium?

Okay, Skyr ist gesund. Aber auch gesünder oder besser als Magerquark? Vergleicht man die Nährwerte, sind sie nämlich fast gleichauf, wie zum Beispiel beim Fettgehalt. In Bezug auf den Proteingehalt ist Magerquark der Spitzenreiter, mit dem es kein anderes Milchprodukt aufnehmen kann. Mit 13 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm hat er auch gegen Skyr, der es "nur" auf 11 Gramm bringt, knapp die Nase vorn.

Skyr oder Magerquark
gettyimages/nensuria

Schaut man sich hingegen die enthaltene Menge Calcium an, liegt Skyr mit 115 Milligramm vorn. Zum Vergleich: Magerquark enthält rund 92 Milligramm Calcium pro 100 Gramm. Dafür muss man für das isländische Traditionslebensmittel allerdings etwas tiefer in den Geldbeutel greifen.

2. Geschmack und Konsistenz: Wer gewinnt im Alltag?

Beim Magerquark ist der Geschmack wohl das größte Manko, denn pur schmeckt er ziemlich fad und pappig. Mit einem Schluck Wasser oder Milch kannst du ihn zudem cremiger machen. Mischen, verrühren, fertig.

Skyr punktet hier mit einer unglaublich cremigen Konsistenz, die mehr an Joghurt als an (Mager)-Quark erinnert. Genau das macht ihn für viele so attraktiv. Am Ende ist es aber – wie so oft – Geschmacksache, welches Milchprodukt du lieber magst.

Wer auf der Suche nach einer guten Proteinquelle ist und sich mit Magerquark nicht anfreunden kann, hat mit Skyr eine richtig gute Alternative, die sich in der Küche vielfältig einsetzen und kombinieren lässt. Mittlerweile gibt es auch eine vegane Skyr-Version zu kaufen.

Skyr-Rezepte und Zubereitungstipps

In der Küche kann Skyr wie Magerquark oder Joghurt verwendet werden. Zum Frühstück mit Früchten, Haferflocken und ein paar Nüssen ist im Handumdrehen eine Mahlzeit zubereitet, die lange satt macht und Energie für den Tag liefert.

Genauso gut lässt er sich mit ein paar Kräutern und Gewürzen zu einem herzhaften Dip pimpen, der zu Kartoffeln, Gemüsesticks oder einem Steak passt. Oder wie wäre es mit einem Proteindressing zum Salat? So wird er gemacht!

Du brauchst noch mehr Rezeptideen? Diese Rezepte mit Skyr solltest du unbedingt ausprobieren:

Skyr-Kokos-Bowl
Valeria Aksakova / Shutterstock.com
Zutaten für 1 Portion(en)
  • 1 TL Kokosraspel(n)
  • 200 g Skyr
  • 50 g Beere(n)
  • 0.5 TL Chia-Samen
  • 2 EL Haferflocken
  • 0.5 EL Kokoschips
Zubereitung
  1. Kokosflocken in einer Pfanne ohne Fett goldbraun rösten. Vorsicht, dass sie nicht anbrennen.

  2. Geröstete Kokosraspeln mit Skyr vermischen.

  3. In Schalen füllen und die restlichen Zutaten darauf als Topping anrichten.

  • Kalorien (kcal): 309
  • Fett: 11g
  • Eiweiß: 27g
  • Kohlenhydrate: 25g
Gebackene Süßkartoffel mit Kräuter-Skyr
Magdanatka / Shutterstock.com
Zutaten für 1 Portion(en)
  • 1 mittelgroße Süßkartoffel(n)
  • 1 TL Olivenöl
  • 150 g Skyr
  • 1 EL Schnittlauch
  • 1 TL Instant-Gemüsebrühe
  • 1 Prise Paprikapulver
  • 3 mittelgroße(s) Radieschen
  • 2 EL Brunnenkresse
  • 20 g Feta
  • 1 Stange Frühlingszwiebel(n)
Zubereitung
  1. Backofen auf 220 Grad vorheizen.

  2. Süßkartoffel waschen, trocken tupfen, mit einer Gabel rundherum einstechen, mit Olivenöl einreiben und etwa 40 Minuten im Backofen backen. Je nach Größe der Süßkartoffel kann es auch etwas länger dauern.

  3. In der Zwischenzeit Schnittlauch hacken und beides gemeinsam mit dem Gemüsebrühe-Pulver und Paprikapulver unter den Skyr mischen. Radieschen und Frühlingszwiebel waschen und in Scheiben schneiden.

  4. Sobald die Süßkartoffel fertig ist, aus dem Ofen nehmen und aufschneiden. Schneller gehts übrigens, wenn ihr sie vorab einfach halbiert statt ganz zu lassen. Skyr auf der Süßkartoffel verteilen, Radieschen, Frühlingszwiebel, Kresse und Feta krümelig drüber streuen.

  • Kalorien (kcal): 588
  • Fett: 16g
  • Eiweiß: 27g
  • Kohlenhydrate: 82g
Skyr-Beeren Eis am Stiel
JeniFoto / Shutterstock.com
Zutaten für 8 Portion(en)
  • 500 g Skyr
  • 250 g Beere(n)
  • 4 EL Honig
Zubereitung
  1. Die Beeren leicht zerdrücken.

  2. Mit dem Skyr und dem Honig mischen.

  3. Die Formen zu etwa 3/4 mit der Masse füllen und die beigefügten Stäbchen in die Masse drücken. Mindestens 6 Stunden in die Gefriertruhe stellen. Wenn sich das Eis nicht sofort aus den Formen löst, dann mit etwas warmen Wasser anwärmen.

  • Kalorien (kcal): 84
  • Fett: 1g
  • Eiweiß: 8g
  • Kohlenhydrate: 13g

Skyr kaufen: Darauf solltest du achten

Mittlerweile gehört Skyr in den meisten Supermärkten zum Standard-Sortiment im Kühlregal. Es gibt ihn sowohl als Markenprodukt von Arla, Weihenstephan & Co., als auch in der günstigeren – aber nicht schlechteren – No-Name-Variante bei Aldi, Lidl und anderen Discountern. Und das nicht nur pur in der "Originalzubereitung", sondern auch in vielen Geschmacksrichtungen. Die sind jedoch nicht unbedingt zu empfehlen.

Wer zu Sorten wie Vanille, Himbeere oder Erdbeere greift, sollte beachten, dass es nicht nur ein wenig Fruchtaroma ist, das da untergemischt wurde. Hinzu kommt meistens auch eine ordentliche Portion Zucker, die aus dem gesunden Sattmacher eine fiese Zuckerfalle macht. Deshalb solltest du lieber zum ungesüßten Original greifen und ihn selbst mit frischem Obst aufpeppen. Mit einem Geschmackspulver, wie dem Chunky Flavour, kannst du Skyr ebenfalls kalorienarm süßen.

Infobox: Was ist mit laktosefreiem oder veganem Skyr?Wenn du Milchzucker nicht gut verträgst, kann laktosefreier Skyr eine Option sein. Es gibt inzwischen auch pflanzliche Alternativen, die als "Skyr-Style" verkauft werden – hier lohnt sich ein Blick auf die Nährwerte: Proteinmenge, Zuckerzusatz und Zutatenliste unterscheiden sich teils stark vom Original.

FAQ: Häufige Fragen zu Skyr und Magerquark

Fazit