Capoeira für Frauen Das ist der perfekte Mix aus Kampfsport und Tanz

Immer noch ein bisschen geheimnisvoll
Ganzkörperworkout oder purer Spaß: Jeder entscheidet bei der Capoeira selbst © CREATISTA / Shutterstock.com

Sie mit brasilianischen Beats ins Schwitzen bringen – das schafft nicht nur der DJ am Wochenende, sondern auch Capoeira! Die Kampfkunst vereint Cardiotraining, Akrobatik und Musik

Was ist eigentlich dieses Caipirinha?! – Wer sich diese Frage auch schon gestellt hat und damit die brasilianische Kampfkunst meint, sollte jetzt gut aufpassen, denn Capoeira ist ein echter Exot unter den Kampfsportarten. Das Besondere an Capoeira ist ihr Facettenreichtum, erzählt Ivam da Silva, Co-Meister in Capoeira aus Brasilien. “Wir verbinden im Training sowohl Kraftausdauertraining, Beweglichkeit, Akrobatik und Musik. Das gibt es bei keiner anderen Kampfkunst“.

Capoeira ist während der Kolonialzeit in Brasilien als Kampftanz afrikanischer Sklaven entstanden. Später wurde es zu einer Straßenkampftechnik, bei der sich Capoeiristas zu Banden zusammenschlossen und ganze Straßenviertel beherrschten. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Capoeira deshalb verboten. Doch das Verbot wurde in den 1930er Jahren wieder aufgehoben. Mestre Simba, der erste berühmte Capoeira Meister, sorgte dafür, dass Capoeira als nationale Kampfkunst anerkannt wurde. Beim Capoeira unterscheidet man heute zwei Hauptrichtungen: Das alten “Capoeira Angola“ und des modernen “Capoeira Regional“. Das Capoeira Angola wird auch heute noch sehr traditionell praktiziert, während beim Capoeira Regional viele sportliche, kämpferische und akrobatische Elemente aus anderen Kampfkünsten übernommen wurden.

Was macht man genau beim Capoeira?

Beim Capoeira trainieren alle unabhängig von Alter, Geschlecht oder Können zusammen. Das ist gerade für Anfänger toll, denn Sie können bei allem mitmachen, zuschauen und sich das abgucken, was Sie trainieren möchten, erklärt da Silva.

Gemeinsam beginnen Sie mit dem Warm-up und den ersten Grundbewegungen. Dazu gehören der Grundschritt, Verteidigungs- und Ausweichbewegungen. Natürlich werden Sie als Anfänger nicht ins Kalte Wasser geworfen, sobald es an die komplizierteren Bewegungen geht, versammeln sich die Neulinge, um die Basics zu verinnerlichen. Das Training zielt vor allem darauf ab Kraft, Beweglichkeit und Ausdauer zu schulen. Kraft brauchen Sie für akrobatische Elemente wie Kopf- und Handstand und um das eigene Körpergewicht auszubalancieren. Rechnen Sie mit einem gehörigen Muskelkater nach den ersten Trainingseinheiten! Das kommt daher, dass die fließenden Bewegungen die Muskeln anders beanspruchen als unser Alltag oder viele andere Sportarten. Viele Übungen kommen uns aber auch aus dem Gym bekannt vor: Der Grundschritt, Ginga genannt, wird aus der Kniebeuge-Position ausgeführt, die langen gedehnten Bewegungen ähneln dem Faszientraining und es gibt viele Ausfallschritte.

Die drei Elemente des Capoeira

1. Roda

Die Roda (portugiesisch für Kreis) besteht aus anderen Capoeiristas, die sich im Kreis um die Kämpfenden versammeln.

2. Kampf

Der Kampf der Capoeiristas folgt keiner Choreographie, sondern entsteht spontan als Aktion und Reaktion. Ziel des Capoeira ist nämlich nicht den Gegner wirklich zu treffen, sondern seinen Bewegungen auszuweichen! Es gibt keine statischen Elemente oder Blocks wie bei Judo oder Karate, die Bewegungen sind weit und fließend. Deswegen werden sie auch als tanzend oder spielend beschrieben.

3. Musik

Capoeira lebt von der Musik. Das wichtigste Instrument für Capoeira ist das Berimbau, ein Musikbogen zusammen mit einem Holzstab mit Metallsaite und einem ausgehöhlten Kürbis als Klangkörper. Außerdem werden auch Trommeln und Rasseln eingesetzt.

Darum sollten Sie den Tanzkampf mal ausprobieren

“Viele wollen Capoeira ausprobieren, um ihre Fitness zu verbessern“, erzählt Ivam da Silva. Das Capoeira-Training ist dafür bekannt, Bauch, Beine und Po besonders effektiv zu trainieren, also gerade die Stellen, mit denen Frauen oft unzufrieden sind. Erst später lernen Sie die Geschichte und Mentalität des Capoeira kennen, hören die Musik und sind Feuer und Flamme“. Besonders reizvoll ist diese Kampfkunst auch für Frauen die mit Verspannungen kämpfen, denn durch die langen, gedehnten Bewegungen wird eine Flexibilität geschult die Versteifungen löst. Die fließenden, eleganten Bewegungsabläufe sind sehr viel anstrengender als sie aussehen. Capoeira eignet sich also sehr gut für Frauen, die nach einem intensiven Workout suchen und dabei Ihr Körper- und Rhythmusgefühl trainieren wollen.

Die eleganten, fließenden Bewegungsabläufe sind sehr viel anstrengender als sie aussehen. Capoeira eignet sich sehr gut als intensives Workout. Und: Sie schulen nicht nur Ihr Körper-, sondern auch Ihr Rhythmusgefühl.

20.09.2013| Laura Krampe © womenshealth.de
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