8 Stunden Diät Ernährungsexperiment: So hart ist die 8-Stunden-Diät wirklich

Erfahrungsbericht: 8 Stunden Diät – so hart ist es wirklich
Unser Erfahrungsbericht zur 8-Stunden-Diät: So hart ist das Intervallfasten wirklich © file404 / Shutterstock.com

8 Stunden lang futtern, 16 Stunden fasten – das soll gesund sein und man nimmt sogar ab. Ob das wirklich funktioniert? Unsere Kollegin hat die 8-Stunden-Diät ausprobiert

Theorie-Check: Wie funktioniert die 8-Stunden-Diät?

Das Konzept der 8-Stunden-Diät klingt eigentlich viel zu schön um wahr zu sein: Man darf essen was man will und nimmt dabei trotzdem ab. Geht nicht? Geht wohl, allerdings mit einer zeitlichen Einschränkung: 8 Stunden täglich darf man richtig reinhauen, danach wird 16 Stunden lang gefastet. Laut dem Buch „The 8 hour diet“ von David Zinczenko (Rodale Press, um 20 Euro) ist es nämlich nicht wichtig WAS man isst, sondern WANN man isst! Das 8-Stunden-Zeitfenster dürfen Sie dabei legen wie sie wollen und wie es Ihren Vorlieben entspricht.

Mit dieser Methode des sogenannten Intervallfastens, soll es ganz einfach sein, ein paar Kilos abzunehmen. Der Grund: Der Körper bekommt durch die Fastenpause endlich mal Gelegenheit, überschüssige Fettreserven zu verbrennen. Weitere Benefits: Man soll sich fitter und erholter fühlen. Zum Fasten kommt zudem noch ein kleines Sportprogramm: jeden Morgen soll man ein 8 minütiges Mini-Workout absolvieren, um den Fettstoffwechsel anzukurbeln.

Wie gut das Konzept der 8-Stunden-Diät im Alltag wirklich umsetzbar ist, hat unsere Fitness-Redakteurin Juliane 8 Wochen lang für Sie getestet.

Intervallfasten mit der 8-Stunden-Diät: Vorbereitungen

Ich liebe mein entspanntes Frühstück am gemütlichen Küchentisch – und genau das soll nun gestrichen sein? Ja, für mein 8 Stunden-Vorhaben ist das die erste Hürde, denn: würde ich wie gehabt gegen 8 Uhr die erste Mahlzeit zu mir nehmen, wäre mein Essenszeitfenster ab 16 Uhr verriegelt. Tschüß Abendessen, ciao soziales Leben – nein, dann besser spät frühstücken und abends essen dürfen.

Der Speiseplan für das intermittierende Fasten-Experiment

Leckere Hähnchen-Rezept mit einer extra Portion Eiweiß
Hühnchen liefert viel gesundes Eiweiß – genau richtig während der 8-Stunden-Diät © VICUSCHKA / Shutterstock.com

Jede Mahlzeit soll zwei sogenannte Gesundheits- und Fettbooster beinhalten. Sprich: Proteine, die bilden eine vernünftige Basis und helfen Fett zu verbrennen, Knochen zu stärken und Muskeln aufzubauen. Grund: Der Körper verbraucht beim Verdauen von Eiweißen mehr Energie, als bei Kohlenhydraten und Fetten. Viel Protein zu sich nehmen, heißt also auch Kalorien verbrennen.

Was bei der 8-Stunden-Diät-genau auf den Speiseplan gehört: Ei, mageres Fleisch, Fisch, Joghurt und andere Milchprodukte. Außerdem Nüsse, der einfach ungesättigten Fettsäuren wegen, und auch die liefern viel Protein. Neben Äpfel und Orangen, sind besonders Beeren empfohlen. Außerdem Gemüse aller Art, sowie Hafer und andere Vollkorngetreide. Getränke reduziere ich laut Konzept auf massig Wasser oder ungesüßten Tee, Kaffee in Maßen und Alkohol nur im Ausnahmefall (und auch dann nur mal 1 Glas Wein).

Das 8-Minuten-Workout zur 8-Stunden-Diät

Was zusätzlich zur ordentlichen Ernährung von mir gefordert ist: Jeder Tag startet mit einem 8 Minuten-Workout, bestehend aus etwa 2 bis 3 Übungen. Auch da gibt´s viel Abwechslung aus einzelnen Sprüngen, Burpees, Rumpfrotationen und Armübungen. Die Kombi aus Ernährung und diesem Mini-Workout soll den Körper schlank, energiegeladen und fit machen.

Soweit die graue Theorie. Wie fühlt es sich in Wahrheit an? Ich lebe ohnehin gesund, die Umstellung am Speise- und Getränkeplan fällt entsprechend gering aus. Was Einkauf, Kosten und Zubereitung angeht, bleibt alles beim Alten. Mein Sportprogramm wäre ohne die 8 zusätzlichen Minuten vollkommen ausreichend.

Die 8 Stunden Diät im Selbsttest

Tag 1 beginnt nun mit Hunger und gleichzeitig dem ersten positiven Effekt, der sich durch die kompletten 8 Wochen zieht: Zur gewohnten Uhrzeit aufstehen bedeutet rund 1 Stunde früher am Arbeitsplatz zu sein. Meine übliche Laufrunde zum Wachwerden wird schnell zur Ausnahme, das anschließende Frühstück entfällt. Die vielen Stunden von der letzten Mahlzeit am Vorabend und das lange Warten bis zum Frühstück ist für den Frühsport eine echte Herausforderung.

„So habe ich den Hunger beim Fasten überlistet“

Trainieren geht nur noch mittags, abends fehlt Juliane dafür die Kraft © Bojan Milinkov / Shutterstock.com

Dafür wird meine Mittagspause zur optimalen Trainingszeit, denn auch abends geht nichts mehr – oder die letzte Mahlzeit für die nächsten 16 Stunden würde zu Gunsten einer Trainingseinheit entfallen. Was für starkes Übergewicht seine Berechtigung haben mag, ist mir zu krass. Abnehmen will ich nicht und Ablenkung, um nicht ans Essen zu denken brauche ich auch nicht. So zumindest eine Idee des Cheat-Plans: Im Zweifel Trainieren, meint David Zinczenko, denn 1. ist schwitzen die perfekte Ablenkung, 2. bringen  Endorphine Zufriedenheit und 3. lassen Bewegungen den Magen weniger knurren.

Ich halte mich so gut es geht daran: Training gegen Hunger funktioniert natürlich besser bei vielen Kilos und entsprechend hohen Reserven. Davon nehme ich dann auch schnell Abstand: Mein Kreislauf und das allgemeine Wohlbefinden danken es mir. Was ich aber übernehme: Etwas länger schlafen und richtig viel trinken. Schlaf überbrückt sehr angenehm das Warten bis zum Essen. Trinken ist ohnehin gesund, erfüllt hier aber folgenden Zweck: Ich soll ein Gefühl dafür bekommen, wann sich wirklich der Hunger meldet und wann es nur Durst ist. Da ist was dran, das funktioniert. Ich fühle mich grundsätzlich gut – wenn auch mit Hungerast am Morgen die Laune teilweise etwas weniger strahlend ist als sonst.

Innerhalb meiner 8 Stunden darf ich so oft essen, wie ich mag – natürlich immer noch bewusst und kontrolliert. Bei pünktlichem Feierabend schaffe ich auch mein Abendessen im Zeitfenster. Jegliche spontane Essenseinladung funktioniert nun aber nicht mehr. Es dauert gute 2 Wochen bis Kollegen, Freunde und Familie Bescheid wissen – irgendwie ein unangenehmes Gefühl, dass sich alle nach meinem Essen richten sollen. Was ohnehin psychologisch zum Problem für mich wird: Ich esse abends zu viel. Irgendwie spukt die absurde Idee durch meinen Kopf, dass lange nichts mehr nachkommt! In Wahrheit ist das für den Körper natürlich völlig unproblematisch. Magenknurren ist unangenehm, aber nicht schlimm.

„Ich habe gelernt, auf mein Hungergefühl zu hören“

Die Wochen vergehen… und ich habe morgens Hunger, esse abends zu viel und ziehe nur noch mein Mittags-Kraftworkout durch. Obwohl das Laufen zunehmend ganz ausfällt, fühle ich mich gut. Und nach rund einem Monat verändert sich dann aber etwas. Ich gewöhne mich an den veränderten Alltag, habe das Gefühl, dass ich tatsächlich wieder gelernt habe auf mein Hungergefühl zu hören – und eben nicht nur zu essen, weil gerade Frühstückszeit ist. Außerdem gibt es einen Plan B für den Frühsport: Yoga. Danach 3 Stunden nicht zu essen ist weniger problematisch als nach einer Laufeinheit.

Fazit: Nach 8 Wochen bleibt für mich hängen: Ich esse tatsächlich nur, wenn ich echten Hunger habe. Das ist gut. Ein flexibler Trainingsplan und eine entspannte Freizeitgestaltung ist mir mehr wert, als dass ich mich weiterhin an ein 8-Stunden-Essenszeitfenster halten mag.

05.01.2018| Juliane Hemmerling, Kathleen Schmidt-Prange © womenshealth.de
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